Ihr Lieben, wie schön, dass wir hier einen Ort geschaffen haben, um uns auszutauschen. Immer wieder bekommen wir Leserfragen (wenn ihr etwas auf dem Herzen habt, könnt ihr uns das auch jederzeit gerne schicken!). Heute geht es um das Thema Freundschaften bei Kindern. Unsere Leserin Diana möchte euren Rat und eure Erfahrung zu diesem Thema:
Freundschaft: Eine andere Mama verbietet den Umgang mit meiner Tochter
Liebe Stadtlandmama- Community, ich schreibe euch heute, weil mich aktuell eine Situation sehr beschäftigt und ich hoffe, dass andere Eltern mir Ratschläge geben können, wie ich damit umgehen kann.
Meine Tochter hat seit kurzer Zeit eine neue Freundschaft, die ihr sehr wichtig ist. Die Mädchen verstehen sich ganz toll und waren viel verabredet. Ich kannte die Eltern des Mädchens nicht, wir hatten nur oberflächlichen Kontakt, der sich auf organisatorische Absprachen beschränkte.
Ich bin alleinerziehend und bei Verabredungen meiner Tochter eher strukturiert. Es ist mir wichtig, dass die Kinder sich nicht einfach verabreden und Ausflüge machen, sondern dass das vorher mit mir geklärt und besprochen wird. Außerdem bin ich bei längeren Unternehmungen mit Menschen, die ich selbst nicht kenne, eher vorsichtig. Das hat für mich nichts mit Misstrauen gegenüber bestimmten Personen zu tun, sondern mit meiner Verantwortung als allein entscheidender Elternteil.
Vor einiger Zeit erhielt ich dann völlig unerwartet eine lange Nachricht der anderen Mutter. Darin warf sie mir vor, ihr und ihrer Familie zu misstrauen, aus harmlosen Situationen „Drama“ zu machen und grundsätzlich übervorsichtig zu sein. Sie führte mehrere ältere Situationen an, über die sie offenbar schon länger verärgert war. Dass sie darüber irritiert war, wusste ich nicht, denn sie hatte bis dahin nie das direkte Gespräch mit mir gesucht oder ihre Irritationen angesprochen.
Ich habe ihr ruhig geantwortet, einige Missverständnisse aufgeklärt und den Hintergrund bestimmter Entscheidungen erklärt. Unter anderem hatte ich familiäre Belastungen, die ihr nicht bekannt waren. Ich habe betont, dass es nie um Misstrauen gegenüber ihrer Familie ging. Auf meine Antwort erhielt ich keine Reaktion.
Inzwischen dürfen sich die Mädchen auf Wunsch der anderen Mutter nicht mehr treffen, die Kinder sind darüber sehr traurig. Besonders schwierig finde ich, dass die Kinder die Konsequenzen eines Konflikts tragen, den sie selbst nicht verursacht haben.
Was mich zusätzlich beschäftigt: In kleineren sozialen Kreisen entsteht schnell ein Bild von Menschen, wenn nur eine Seite einer Geschichte erzählt wird. Ich habe in der Vergangenheit bereits erlebt, dass soziale Spannungen zwischen Erwachsenen Auswirkungen auf die Kinder hatten. Deshalb frage ich mich, wie andere Eltern mit solchen Situationen umgehen.
Meine Fragen an euch:
* Habt ihr schon erlebt, dass Konflikte zwischen Eltern Freundschaften der Kinder beeinträchtigt oder beendet haben?
* Wie seid ihr damit umgegangen?
* Habt ihr versucht, die Situation zu klären oder Abstand gehalten?
* Wie schützt ihr eure Kinder davor, zwischen die Fronten zu geraten?
* Und wie geht ihr damit um, wenn euer eigenes Vertrauen in die beteiligten Erwachsenen verloren gegangen ist, die Kinder sich aber weiterhin mögen?
Ich freue mich über ehrliche Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven.

11 comments
Wir haben auch so ein Erlebnis gehabt, die Jubgs beste Freunde seit Kitazeit, in der Schule hat es dann 1.Klasse bei der anderen Familie gekracht, plötzlich kam ein Anruf, viele Dinge würden Ihnen nicht passen. Davon war einiges an den Haaren herbeigezogen und man hat einfach gemerkt, dass es sie gestlrt hat, dass die Erziehung nicht 1:1 identisch war (bei ihnen sehr überbehütet, bek uns auch, aber wenn unser Sohn schon was konnte, haben wir es ihm auch zugetraut).
Ich war sehr verletzt, bis ich verstanden habe, dass in dem Fall nicht wir das Problem waren, sondern die andere Damilie einem Ideal hinterherrennt, dass sie selbst auch nicht erfüllen kann.
Die Kinder haben sich eine Zeit lang weniger getroffen, hatten aber in der Schule weiterhin normal Kontakt und es finden jetzt auch wieder ab und zu Treffe statt. Ich habe immer versucht unseren Sohn da rauszulassen, dass er den Bruch zwischen den Erwachsenen nicht merkt, weil mir wichtig war, dass er unvoreingenommen dem anderen Kind gegenübertreten kann.
Ich finde es Schade, dass es Menschen gibt, die erst einmal gefühlt „sammeln“ und dann plötzlich drauflos schießen, weil man so auch keine Chance auf vernpnftige Klärung hat. Habe aber verstanden, dass es dann ein generelles Problem von der anderen Seite ist und man dann auch gegen Mühlen rennt, das lohnt sich nicht.
Moin moin,
Einmal trug ein Konflikt mit einer Mutter dazu bei, dass ich die Freundschaft meines Kindes mit ihrem Kind nicht weiter unterstützt habe. Hinzu kamen aber zwei weitere Gründe, nämlich, dass die Wohnorte so gelegen waren, dass sich die Kinder nur mit Bring-/Holservice sehen konnten (sie waren zusammen im Kindergarten gewesen und das andere Kind ist dann weggezogen), und dass mein Kind sich von dem anderen Kind eher bedrängt gefühlt hat. Es gab Konflikte darüber, wer zu wem kommt (inklusive wer bringt/holt), und als die andere Mutter nach einer blöden Situation dann meinem Mann mailte und sich bei ihm über mich beschwerte (obwohl nebenbei ER die Situation verbaselt hatte), war für mich Schluss, insbesondere nach Austausch mit meinem Kind.
Derzeit (Kind ist Teen) verhält sich ein:e Mitschüler:in derartig mies, dass ich am Liebsten mit Autorität einschreiten würde, aber ich rede mit meinem Kind und muss es ansonsten seine eigenen Fehler machen lassen, so schwer es mir fällt.
LG !
Kenne ich. War bei uns während der Corona-Zeit ein Problem. Die Eltern des befreundeten Kindes sahen das alles eher locker, ich war damals mit Kind 2 schwanger und habe dann darum gebeten, dass man sich vor Verabredungen in Inennräumen testet. (Kinder waren noch nicht in einem Alter, in dem sie sich ohne die Eltern trafen.)
Ergebnis: die Eltern des befreundeten Kindes waren sehr beleidigt, die Kinder konnten nur noch in der Betreuung spielen, nach dem alterbedingten Wechsel aus der Betreuung ist der Kontakt komplett abgerissen. Beide Kinder waren darüber sehr und lange betrübt, aber der Elternkonflikt hat sich nicht mehr auflösen lassen.
Heute erinnert sich mein Kind nicht mehr an diese enge Freundschaft, aber es hat gedauert, bis es wieder eine so enge Bindung zu einem anderen Kind aufgebaucht hat.
Zu OP: Dein Kind, Deine Verantwortung. Ich möchte auch die Rahmenbedingungen einer Verabredung kennen. Man kann uns auch gerne spontan treffen, gar kein Ding, aber wenn mein Kind irgendwo alleine hingeht, möchte ich wissen zu wem, wie lange und ob es dann noch einen Ortswechsel gibt (z.B. spontan ins Freibad oder ähnliches). Wir reden hier vom Grundschulalter. Wenn jemand sich bei derartigen Infos auf den Schlips getreten fühlt, hinterlässt das bei mir ein schlechtes Gefühl.
Ich würde dem eigenen Kind gegenüber offen mit dem Konflikt umgehen. Wenn es doch zu Verabredungen kommt, sachlich, freundlich, neutral zu den Eltern. Ich muss nicht mit den Eltern befreundet sein, man darf mich doof finden, aber das auf dem Rücken der Kinder auszutragen, finde ich immer echt blöd.
Mit fehlen in dem Text ein paar Eckdaten:
-es ist für mich relevant, wie alt die Kinder sind
-wie die Situationen abgelaufen sind, die die andere Mutter bemängelt, spielt eine Rolle
als meine Kinder klein waren, habe ich immer die neuen Freunde mit Eltern zum Kaffee eingeladen um uns zu kennenzulernen. Ich habe auch an den Sachen des Kindes gerochen, das zu Besuch kam, um rauszufinden ob dort zu Hause geraucht wird.
wenn die Chemie gestimmt hat, durften meine Kinder auch mit auf Ausflüge.
wenn es nicht gepasst hat, habe ich versucht, die Kinder immer bei uns spielen zu lassen.
verboten habe ich Umgang noch nie, die Kinder haben schnell verstanden, wer zu uns passt.
Wir hatten eine ähnliche Situation, mein Mann hat sich mit der Mutter eines Freundes unserer Kinder gestritten. Sie hat daraufhin ihrem Sohn erst verboten mit unserem zu spielen, das dann aufgeweicht und ihn nur nicht mehr bei uns spielen lassen. Mittlerweile ist sie davon abgerückt und vielleicht liegt es daran dass ich versucht habe zu vermitteln. Nicht aktiv, sie ist eine sehr dramatische Person, so dass ernste Gespräche schwierig sind. Daher habe ich immer versucht, freundlich und sachlich zu bleiben und vor allem war ich die einzige, die allen Kindern gegenüber immer das gleiche über den Streit erklärt hat, ich habe also keine Seite gewählt, sondern immer neutral gesagt was Papa denkt und was die andere Mutter dazu findet und dass es eben ein Konflikt ist, dass jeder seine Meinung haben darf und dass sie sich trotzdem verabreden dürfen.
In unserem Fall scheint diese Strategie aufzugehen, aber das hängt natürlich von den beteiligten Personen ab.
In manchen Situationen ist es vielleicht besser das Problem offen anzusprechen.
Ich finde es jedenfalls total falsch den Kindern den Kontakt zu verbieten, nur weil man eine Meinungsverschiedenheit hat. Was sollen sie denn daraus lernen über den Umgang mit Konflikten?
Aber es stimmt eben auch, dass man einige der schlechten Eigenschaften oder Schwierigkeiten oder Andersartigkeiten anderer akzeptieren muss und über seinen eigenen Schatten springen muss, um mit den Menschen in seiner Umgebung auskommen muss. Eine Beziehung, egal welcher Art ist niemals eine Einbahnstraße.
Ja, klar ! Wahrscheinlich trifft es jede Familie mal…
Ich würde schauen, ob mein Kind nicht mit einem anderen Kind befreundet sein kann und dem Kind erklären, dass es manchmal so ist im Leben.
Falls dies nicht geht und das Kind auch nach Wochen die Freundin vermisst, dann würde ich wieder Kontakt zur Mutter aufnehmen und versuchen Verabredungen auszumachen. Ich würde mich nicht erklären, sondern ganz locker „neu starten“.
Priorität wäre das Glück des Kindes.
Grundsätzlich stimme ich immer mit den Eltern der Kids die Verabredungen noch ein Mal ab. Auch wenn die Kinder meinen, dass sie schon alles abgeklärt haben.
Ich bin nicht alleinerziehend, aber ich mag auch immer alles vorher abgestimmt haben. Du bist da nicht seltsam.
Viel Erfolg !
Es hat die andere Mutter vermutlich viel Überwindung gekostet, die Punkte anzusprechen/schriftlich zu thematisieren. Ich sehe es als konstruktiven Versuch von ihrer Seite, das Verhältnis unter euch Müttern zu verbessern (sonst hätte sie ja gleich den Kontakt zwischen euren Töchtern kappen können). Wenn dann nur „Rechtfertigungen“ zurückkommen, nach dem Motto „Ich mache so weiter wie bisher, jetzt kennst du ja die Gründe für mein Verhalten“, fehlt die Grundlage für ein positives Miteinander, das für euch beide passt. Beide Seiten müssten ein Stück weit aufeinander zugehen. Du kannst ja von der anderen Mutter nicht verlangen, alles herunterzuschlucken, und du machst weiter wie bisher, weil du dafür – aus deiner Sicht – gute Gründe hast. Vielleicht trefft ihr euch einfach mal auf einen Kaffee, statt immer nur beim oberflächlichen Kontakt zu bleiben 😉
Das ist eine andere Sicht auf die Dinge. Ich finde es gut, sich in die andere Mama hineinzuversetzen.
Gleichzeitig empfinde ich es so, dass ich als Elternteil Verantwortung für mein Kind übernehme. Ob das Wie anderen gefällt oder nicht, ist mir egal.
Für mich hat es hier nichts mit Aufeinanderzugehen zu tun. Wenn jemand etwas an meiner Erziehung auszusetzen hat und mir das ungefragt mitteilt, brauche ich das nicht annehmen, wenn ich nicht möchte.
Ich bin davon ausgegangen, dass die andere Mutter bestimmte Verhaltensweisen der Autorin stören bzw. Situationen, wenn die Tochter der Autorin bei ihrer Freundin/der anderen Mutter ist („Drama“ machen, überempfindlich sein, der anderen Familie misstrauen, vermutlich distanziertes Verhalten, man kennt sich nicht wirklich und spricht nicht miteinander oder höchstens oberflächlich etc.). Vielleicht hab ich es falsch auch völlig falsch interpretiert 😉
Es ist bei unserem Kind tatsächlich schon passiert, dass es Aspekte bei den Eltern des Freundes gab, die uns sehr gestört haben, z.B. wurde unserem Kind für etwas unberechtigterweise die Schuld gegeben. Da es sich um den besten Freund handelte, haben wir genau überlegt und es dann vorsichtig angesprochen, um die Freundschaft der Kinder nicht zu gefährden. Wir fahren die Schiene, dass wir für unser Kind den Kontakt halten und bereit sind, dafür Dinge hinzunehmen, auch wenn die Beziehung zu den anderen Eltern nicht immer so einfach ist.
Hallo,
wir versuchen tatsächlich die Kontakte auch zu ermöglichen, auch wenn wir die Eltern zweifelhaft finden, ABER das ist bei vier Kindern ein enormer Kraftaufwand der woanders wieder fehlt. Ich verstehe Eltern die das nicht schaffen.
Konflikte per WhatsApp klären ist aber tatsächlich total schwierig, die Möglichkeit sich miszuverstehen riesig. Also hier nochmal eine Stimme für ein persönliches Gespräch, wenn möglich zu Gunsten der Kinder.😁