Langjährige Freundschaft: Soll ich sie aufgeben?

Freundschaft

Foto: Freepik

Ihr Lieben, Freundschaften verändern sich, oft werden sie tiefer und ehrlicher, aber manchmal kommt auch ein seltsamer „Geschmack“ dazu. So wie bei Pia, die irgendwie gerade nicht mehr weiter weiß:

„Mein Name ist Pia und es geht um meine Freundin, die ich schon acht Jahre lang kenne. Unsere Söhne sind beide 10, haben sich in der Kita angefreundet und so sind auch wir Freundinnen geworden. Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht – auf Spielplätzen, in der Turnhalle, aber auch ohne die Kinder.

Im letzten Jahr hat sich jedoch etwas eingeschlichen, was ich lange versucht habe zu ignorieren. Ich habe das Gefühl, dass wir in ständiger Konkurrenz zueinander stehen. Beziehungsweise, dass sie alles immer vergleicht. Unsere Jungs spielen beide Tennis, da merke ich immer wieder, dass sie irgendwie besser drauf ist, wenn ihr Sohn gut spielt und meiner schlechter. Genau das Gleiche beobachte ich, wenn es um das Thema Noten geht. Wenn mein Sohn mal besser in einer Klassenarbeit abschneidet, dann ist sie richtig zickig.

Kann man diese Freundschaft noch retten?

Auch jobtechnisch betont sie ständig, wie eingebunden sie ist, wie stressig alles ist und dass wir ja Glück haben, weil wir eine Putzhilfe haben und die Oma im Ort. Sie müsse ja alles alleine stemmen, ihr Mann sei auch so viel unterwegs und meiner ja viel mehr zu Hause.

Vor ein paar Wochen waren wir abends mal zusammen was trinken und da habe ich sie gefragt, ob sie am Limit sei und/oder unglücklich und wie ich ihr helfen könne. Darauf war sie richtig patzig, alles sei super, alles bombig, sie wisse gar nicht, was ich meine.

Seitdem ist die Stimmung irgendwie komisch und ich merke, wie mich das stresst. Ich hab richtig Bammel, irgendwas zu sagen, wenn irgendwas Schönes oder Gutes bei uns passiert ist, weil ich immer denke, sie macht es dann wieder schlecht. Ich stelle ihr viele Fragen und versuche herauszufinden, warum sie sich so verhält, aber ich werde nicht schlau aus ihr…

Ich muss aber sagen, dass mir die Freundschaft mit ihr immer weniger gut tut. Ich möchte mich nicht vergleichen, sehe keine Konkurrenz zwischen uns, aber sie tut es und das macht mich traurig. Jetzt frage ich mich: Kennt ihr diese Freundschaften, die irgendwie nur funktionieren, wenn sich eine von beiden immer besser fühlt als die andere? Wenn die eine die andere immer irgendwie klein macht? Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

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6 comments

  1. Ich war vor einiger Zeit in derselben Situation. Ich habe eine über 11-jährige Freundschaft beendet, ohne ein klärendes, persönliches Gespräch. Dies hat sich aber so ergeben, nachdem bei WA ein Wort das andere gab und meine Sicht der Dinge am Ende so gedreht wurde, dass ICH schuld bin, wobei ich so viel für sie getan habe. Mein Partner sagte immer du tust so viel, und es kommt nichts zurück. Ihr Stress war immer der Größte, nur sie hatte es schwer. Als ein Familienmitglied bei uns schwerkrank wurde, war sie nicht für mich da. Immer ihre eigenen Belange die mir zusätzlich noch Drama schenkten, da ich z.B. auch mal was mit anderen unternommen habe (was mir gut tat).Zudem habe ich von einer anderen ehemaligen Freundin von ihr erfahren, dass sie bei jedem Treffen schlecht über mich gesprochen hat. Ich bin aus diesem Kreislauf ausgebrochen und es war schwer – furchtbar schwer. Aber es ging mir besser in Menschen zu investieren, die mir gut taten. Ich fühlte mich nach Treffen nicht mehr leer und ausgelaugt, muss nicht mehr überlegen was ich sage oder tue, ohne das Drama entsteht. Das Gute war, dass unsere Kinder nicht befreundet waren, auch wenn sie gerne Zeit miteinander verbracht haben. Das könnte bei euch natürlich noch eine Herausforderung sein. Ich kann dir nur ans Herz legen, geh den Schritt, auch wenn es weh tut. Es gab ja auch gute Zeiten und schöne Momente. Aber wenn es dich Kraft kostet sich zu treffen, du keine Energie tanken kannst und mit ihr eine Ruheinsel im stressigen Alltag schaffen kannst, ist es nicht das Richtige! Alles Liebe

  2. Mir würde an deiner Stelle auch die Basis fehlen, um von einer Freundschaft zu sprechen. Als Freundin sollte man sich füreinander (und die Kinder freuen), sich unterstützen und sich auffangen. Wenn es nur eine Bekanntschaft ist, damit man beim Tennis nicht alleine am Rand sitzt (oder beim Elternabend oder, oder…), dann kann man drüber hinweg sehen. Aber ändern wird sich deine Freundin vermutlich nicht, da sie nicht offen zu sein scheint für deine Gefühle…

  3. Ich finde das klingt so, als sei deine Freundin grad mit sich und der Welt unglücklich. Vielleicht kannst du ihr den Wind aus den Segeln nehmen, indem du dich so richtig mit ihr über die Erfolge ihres Sohns freust und sie dafür feierst, wie toll sie alles ohne Unterstützung gewuppt kriegt. Wenn sie merkt, dass du deinerseits gar kein Bedürfnis nach Vergleich und Konkurrenz hast, sondern einfach als Freundin an ihrer Seite stehst, kann sie vielleicht auch wieder den Druck rausnehmen und merkt, dass es vor allem mit ihr zu tun hat. Liebe Grüße

  4. Stell dir mal selbst die Frage: was tut dir an dieser Freundschaft noch gut? Fallen dir spontan noch Dinge ein oder musst du überlegen? Hast du Spaß mit ihr Zeit zu verbringen oder ist das anstrengend, weil du eben nicht offen drauflos plaudern kannst, wie es sich bei einer Freundschaft eigentlich gehört? Wenn dem so ist, lass diese “Freundschaft“ auslaufen. Kein großes Schlussmachen, besonders, wenn die Kids noch miteinander zu tun haben, aber einfach weniger verabreden bis sich das von allein erledigt.

  5. Liebe Pia,
    ich kenne Freundschaften, die phasenweise sehr anstrengend sind, und ich kenne einen Burnout von innen, bei dem ich den unfreundlichen Part in Freundschaften kennenlernen durfte.
    Seitdem frage ich mich wie viel Kraft ich habe, in solchen Freundschaften Freundlichkeit und beiden gegenüber aufzubringen. Das Verhalten deiner Freundin klingt nicht so, als ob es ihr oder dir gut geht bzw. gut tut. Aber auch nicht als in Stein gemeißeltes Verhalten, was für immer so bleiben wird.
    LG

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