Feminismus to go: Konkrete Handlungstipps für mehr Gleichberechtigung

Feminismus to go

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Ihr Lieben, Evelyn Höllrigl Tschaikner liefert uns gute Ideen, wie wir als Frau ernstgenommen werden und schenkt uns in ihrem Buch The Daily Feminist einen Alltagstauglichen Feminismus to go. Warum ihr dafür viele Aggressionen begegnen erklärt sie in eindrücklich verständlichem und ruhigem Ton, der einfach nur blitzgescheit ist.

Liebe Evelyn, welche Mikroaggression gegen dich als Frau hast du in deinem Alltag zuletzt erlebt?

Kürzlich saß ich in der Bahn von München nach Wien, und ein Mann saß mir so breitbeinig gegenüber, dass seine Beine links und rechts in meinen Fußraum ragten. Ich machte ihn darauf aufmerksam, und er setzte sich sofort ordentlich hin. Es war ihm gar nicht aufgefallen, dass er sich so ausgebreitet hatte. Genau das ist das Bezeichnende: Viele dieser Mikroaggressionen werden gar nicht als solche wahrgenommen, weil sie so selbstverständlich erscheinen.

Gleichberechtigung
Evelyn Höllrigl Tschaikner

Du sagst, Wut kann verbinden. Wie genau meinst du das?  

Ich meine, dass Wut ein Gefühl ist, das besonders bei Frauen gelernt haben, zu unterdrücken. Wenn wir aber anfangen, diese Wut miteinander zu teilen und zu benennen, merken wir, dass sie nicht individuell ist, sondern strukturell. Wir sind wütend aus ähnlichen Gründen. Und genau da entsteht Verbindung.

Du sagst, dass das Leben in männergemachten Welt schlaucht: An welchen Stellen derzeit am meisten?

Ich glaube, das Anstrengende ist gerade, dass vieles so aussieht, als wäre es schon geschafft. Wir leben in einer Zeit, in der Gleichberechtigung als gegeben gilt, und genau das macht es so ermüdend. Denn das Patriarchat wirkt heute viel subtiler, in feinen Strukturen, in Erwartungen, in Routinen. Oft nehmen wir Benachteiligungen nicht als strukturell wahr, sondern halten sie für unser eigenes Versagen: Wir seien zu empfindlich, zu ehrgeizig, zu fordernd. Dieses permanente Sich-Erklären und Relativieren ist zermürbend.

Und zum anderen ist es bezeichnend, dass der weibliche Körper immer noch so stark reguliert wird. Wer über seinen Körper verfügen darf, wer wie aussehen, altern oder sich kleiden darf, ob und wann jemand Kinder bekommt oder eben nicht, all das wird nach wie vor von patriarchalen Maßstäben bestimmt. Die Frage nach der reproduktiven Selbstbestimmung ist dabei zentral: Sie zeigt, dass Kontrolle über den weiblichen Körper immer auch Kontrolle über weibliche Freiheit bedeutet. 

Du rufst zur Revolution im Kleinen auf: Wie kann ich mich wehren – zum Beispiel gegen die Ungleichbehandlung in der Medizin?

Ich glaube, der erste Schritt ist, sich überhaupt bewusst zu machen, dass es diesen Gender Health Gap gibt, also die nachgewiesene Ungleichbehandlung in der Medizin. Statistisch ist belegt, dass die Schmerzen von Frauen häufiger mit der Psyche in Verbindung gebracht werden, anstatt ernst genommen und körperlich untersucht zu werden.

Das Wissen darum ist entscheidend, weil es uns hilft, Situationen anders zu betrachten und die richtigen Fragen zu stellen. Wenn wir verstehen, dass wir uns in einem System bewegen, das historisch von Männern für Männer gemacht wurde, können wir beginnen, uns darin selbstbewusster zu positionieren. Zum Beispiel, indem wir Ärztinnen und Ärzte suchen, die uns ernst nehmen, die zuhören und nicht vorschnell urteilen. Es geht also um Aufklärung, um Haltung und sich die eigene Deutungshoheit zurückzuholen.

An welchen Stellen hast du im Job Nachteile erlebt?

Als Frau, die über strukturelle Ungleichheiten spricht und schreibt, werde ich fast täglich ins Lächerliche gezogen. Meine Kompetenz wird infrage gestellt, meine Arbeit abgewertet, und nicht selten werde ich sogar bedroht. Diese Form der Reaktion zeigt immer wieder aufs Neue, wie tief die Abwehr gegenüber weiblicher Stimme und weiblicher Autorität noch sitzt.

Ich frage mich oft, ob ein Mann mit denselben Themen, demselben Ton und derselben Präsenz im Netz auf ähnliche Reaktionen stoßen würde. Und ich glaube nicht. Genau darin zeigt sich ein Teil des Problems: Die reine Tatsache, dass eine Frau über Macht, Wut oder Ungleichheit spricht, wird immer noch als Provokation verstanden.

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An welchen Schrauben könnten wir in Sachen Sexualität noch drehen – für mehr Gleichberechtigung?

Ich glaube, wir müssen uns die weibliche Lust grundsätzlich neu ansehen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sie über Jahrhunderte (naja, eher Jahrtausende), reguliert, kontrolliert und pathologisiert wurde. Selbst die sogenannte sexuelle Revolution war im Kern keine wirkliche Befreiung, sondern oft nur eine neue Form der Objektifizierung. Weibliche Sexualität wurde sichtbarer, ja, aber selten selbstbestimmter.

Bis heute gilt Lust bei Frauen meist nur dann als akzeptabel, wenn sie dem männlichen Begehren dient. Sie steht nicht eigenständig da, sondern wird immer noch durch den Blick des anderen definiert. Ich glaube, der wichtigste Schritt ist zunächst, genau das zu begreifen, und weibliche Lust endlich als etwas Eigenes, Autonomes zu verstehen, das keiner Rechtfertigung bedarf.

Was stört dich an unserer Sprache am meisten?

Unsere Sprache ist durchzogen von misogynen Strukturen. Das merkt man, sobald man beginnt, genauer hinzuhören. Wir sprechen von Stutenbissigkeit oder Drama Queen, wenn Frauen Emotionen zeigen, während Männer in ähnlichen Situationen als durchsetzungsstark oder leidenschaftlich gelten. Wir sprechen vom Familienvater – fürsorglich, zuverlässig – und von der Rabenmutter, sobald eine Frau nicht dem traditionellen Ideal entspricht.

Sprache verrät, welche Bilder wir über Geschlechter noch immer mit uns tragen. Auch auf anatomischer Ebene ist das deutlich: Wir nennen das weibliche Geschlechtsorgan noch immer Scheide, ein Wort, das ursprünglich die Hülle für ein Schwert bezeichnet, also für ein klassisches Phallussymbol. Oder Vaginaleingang und nicht -ausgang, obwohl aus der Perspektive des weiblichen Körpers eigentlich alles hinausgeht – Menstruationsblut, Ausfluss, sogar Kinder. Das Einzige, was hineingehen kann, ist… nun ja, ihr merkt es.

Wie stehst du zu den Schönheitsnormen und -ansprüchen an uns Frauen?

Ich glaube, Schönheitsnormen sind ein gutes Beispiel dafür, wie stark gesellschaftliche Erwartungen an Weiblichkeit noch wirken. Make-up an sich ist ja neutral. Schönheit, Pflege, Ästhetik, all das ist nicht per se gut oder schlecht, sondern wird erst durch den Kontext politisch. Problematisch wird es, wenn Weiblichkeit und alles, was damit verbunden ist, abgewertet oder kontrolliert wird.

Ich finde, wir sollten aufhören, den Male Gaze zu bedienen, also Dinge zu tun oder zu lassen, weil wir uns fragen, wie sie von außen bewertet werden. Stattdessen sollten wir anfangen, das zu tun, was uns Freude bereitet. Ob wir uns schminken oder nicht, ob wir uns anpassen oder bewusst brechen, das sollte unsere eigene Entscheidung sein.

Und gleichzeitig sollten wir uns nicht zu sehr damit aufhalten, ob jede dieser Entscheidungen nun „feministisch genug“ ist. Genau darin liegt ja ein Mechanismus des Patriarchats: Frauen mit Selbstzweifeln und Rechtfertigungsfragen zu beschäftigen, anstatt sie in ihrer Wut, Kreativität und Freiheit zu bestärken. Wahre Emanzipation heißt für mich, dass wir Schönheit, Körper und Ausdruck zurückerobern, zu unseren eigenen Bedingungen.

Feminismus
The Daily Feminist

Wie können wir all das im Kleinen verändern und verbessern, kannst du uns zu den Themen in den vorigen Fragen jeweils einen tollen und leicht umsetzbaren Tipp mitgeben, sozusagen Feminismus to go?

Ich glaube, Veränderung beginnt immer mit Bewusstsein und mit dem Mut, Dinge zu hinterfragen, die uns lange selbstverständlich erschienen und unbequem zu werden. Wenn es z.B. um Mikroaggressionen geht, hilft es schon, sie zu benennen, das schafft Bewusstsein, auch bei anderen.

Was möchtest du uns allen, die wir Mütter sind, zum Abschluss noch gern mitgeben?

Ich möchte sagen: Care-Arbeit ist Arbeit und absolut nicht weniger wert, nur weil sie unbezahlt oder selbstverständlich erscheint. Gerade in heteronormativen Familienkonstellationen rutschen viele automatisch in alte Rollenmuster, weil man denkt, das „müsse so sein“. Aber das stimmt nicht. Elternschaft ist nichts Angeborenes, sondern etwas, das man lernt. Kümmern ist kein weibliches Talent, sondern eine menschliche Fähigkeit. Es kann befreiend sein, sich das immer wieder bewusst zu machen.

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13 comments

  1. Nix gegen das Handeln, wenn man es gerade will. Wobei ich den Stand jetzt als sehr wertvoll betrachte zum Stand vor dreißig Jahren. Was Feminismus und Menschenfreundlichkeit im Allgemeinen anbelangt. Und auch als gefährdet bei uns, wenn man sich die Weltlage so ansieht. Es hat nie eine Welt gegeben, in der es allen gut ging. Es wird nie eine Welt geben, in der sich jede Person zu jeder Zeit willkommen und geschätzt fühlt. Und doch leben wir relativ gesehen im Paradies.
    Wenn wir möglichst viel vom Erreichten bewahren können, wäre das vielleicht besser, als so viel Gegenwehr mit immer neuen Forderungen zu erzeugen, das es kippt und wir in dunklere Zeiten zurückfallen.

    Und vielleicht ist es auch an der Zeit ein bisschen stereotyp weibliches Verhalten zu feiern, statt stereotyp Männliches zum Ziel für alle zu erklären. Weil es friedlicher ist. Fürsorglicher. Und das braucht es gerade, Menschen, die sich umeinander kümmern. Die Respekt zeigen. Wertschätzung. Rücksichtnahme. Und zuhören und Freude schenken könne, statt die ganze Zeit nach dem größten Kuchenstück zu gieren.

  2. mh das Thema Altersarmut höre ich immer wieder.. aber es ist ja nicht als würde und hatte ich nie gearbeitet, sogar Recht erfolgreich.. Altersarmut ist für mich da jetzt kein Thema … in den 3 Jahren Elternzeit wird ja auch in die Rentenkasse quasi gezahlt… also ganz so mit der Altersarmut ist’s nicht unbedingt sobald die Kids im kiga waren habe ich immer mindestens 30 Stunden gearbeitet.

    ich sehe das aber nicht mal als meinem Mann den Rücken frei halten.. für mich ist es Luxus die Zeit mit den Kindern verbringen zu dürfen, mein Mann ist der der viel verpasst.. ich die die sich nicht Zwischen Arbeit und der Kleinkinder Zeit aufreibt
    .. es gibt sie wirklich die Mutter die das gerne macht ..die Altersarmut ja.. wer weiß wie es mit der Rente generell aussieht. die Elternzeit wird mich weder retten noch umbringen. und ja in der Not bei Trennung gibt’s auch den vorsorgeausgleich….

    und irgendwo habe ich mal gehört das fand ich sehr treffend das die meisten keine Karriere machen sondern arbeiten weil sie müssen. hab ich nämlich auch vor den Kindern.. also ich mag keine Arbeit nicht falsch verstehen … aber in erster Linie war sie doch einfach wegen des Geldes.. sonst wäre es ja ein Hobby 😅

  3. Was ich beim Lesen solcher Artikel immer vermisse, sind die gleichen Rechte und Pflichten von Frauen beim Wehrdienst. Wenn der Wehrdienst eine Pflicht oder eine allgemein gültige Dienstleistung ist, sollte der Dienst genauso für Frauen gelten – unter gleichen Bedingungen, gleichen Zugangsvoraussetzungen und ohne diskriminierende Barrieren.

  4. Mikroaggression? Wenn man – oh soryy! – frau sonst keine Probleme hat, ist frau wahrscheinlich ziemlich privilegiert…Die meisten Menschen, egal ob Frau oder Mann, haben täglich mit ganz anderen Problemen zu kämpfen!

  5. Sicherlich kommt es auch darauf an, mit was man im Alltag konfrontiert wird.
    Für mich bedeutet Feminismus, wie Saskia auch geschrieben hat, dass man als Frau die Freiheit hat, eine eigene freie Entscheidung zu treffen, wie man das eigene Leben gestaltet. Das bedeutet für mich, dass ich mir überlege, welche Werte, Prioritäten, Ziele habe ich. Wo will ich hin? Und dann als Ehepaar entscheide, wie leben wir als Familie, Aufgaben aufteile wann geben wir unsere Kinder in die Betreuung, in welcher Form sichern wir uns im Alter ab. Das ist für mich eine individuelle Entscheidung und nichts, wovor man sich vor anderen rechtfertigen müssen sollte.

  6. Ich habe diesen Artikel mit sehr gemischten Gefühlen gelesen. Das Bahnbeispiel ist für mich Kein Thema der Geschlechter, da ich selbst ganz oft Frauen in Bus und Bahn erlebe, dass sie erst nach Aufforderung ihre Handtasche an sich nehmen, um Platz zu machen..
    Andererseits sind ungleiche Gehälter bei den Geschlechtern wirklich ein Thema.
    Herzlichen Dank an Momof4 und Linda. Ja, Feminismus ist sich nicht für seinen Lebensweg und seine Entscheidungen rechtfertigen zu müssen und auch nicht mit dieser Keule ständig zu schwingen und alle zu verunsichern.

  7. Danke für diesen Artikel! Ich sehe das genauso, es ist einfach immer noch viel zu tun in Sachen Gleichberechtigung, auch wenn Vieles heute vielleicht subtiler ist als früher. Solange ich mir als Mutter eines kleinen Kindes auf Jobsuche anhören muss, dieser Job mit gelegentlichem Arbeiten am Nachmittag und Abend sei nichts für mich, weil ich mich ja da um mein Kind kümmern muss und mein Mann beim Spazieren gehen mit Baby im Tragetuch angepampt wird, dass Babys tragen ja wohl Frauensache wäre, ist für mich noch viel Luft nach oben in Sachen Gleichberechtigung.

    1. wow ne ich kenne das jetzt nicht abwertend … sondern bewundernd… was auch falsch ist .. aber wir haben 4 Kids.. mein Mann wird für Dinge gelobt von außen die ganz selbstverständlich sind. ich finde aber tatsächlich gleichberechtigt sind wir doch oder sehe ich es gänzlich falsch… denn Männer sowie Frauen dürfen doch eigentlich alles…

      vielleicht sind wir auch alle zu empfindlich und lassen blödes gewäsch viel zu sehr Ran.. oft sind doch die nicht netten Kommentar die der frustrierten Menschen (die neidisch sind, es gerne anders gemacht hätten oder oder)

  8. Ich als Frau kann mich mit den Gedanken der Autorin gar nicht identifizieren. Ich habe eher das Gefühl, dass die Thematik grad eher auf die andere Seite kippt und Männer gar nicht mehr wissen, wie sie sich am besten verhalten sollen. Ich finde, dass ein normaler und natürlicher Umgang der geschlechter miteinander immer schwieriger wird, weil vieles problematisiert wird.
    Auch hab ich den Eindruck, dass man als frau alles machen kann, solange man nicht das traditionelle familienbild lebt. Wenn man eine eher klassische Rollenverteilung lebt (aus freien Stücken), muss man sich dafür rechtfertigen und wird hinterfragt. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

    1. ich empfinde es ebenso, mein Sohn war 3 Jahre daheim dafür müsste ich mich rechtfertigen, und Hausfrau ist nicht erstrebenswert und genug. das kann man ja gar nicht wollen. jeder muss Karriere machen und das Kind möglichst früh abgeben.

      zu den Worten.. Männer mit Gefühle sind aber auch gerne Weicheier, memmen usw. also auch da gibt’s negative Kommentare zu einem fürsorglichen gefühlezeigenden Mann.

      als ich im Job war wurde ich mehr anerkannt. in Elternzeit jetzt von Kind 3 und 4 nicht so
      .. und das nicht von meinem Mann .. der ist toll.. es sind die außen die das Heruntereden wenn Man nur Hausfrau ist länger als ein Jahr..

    2. Feminismus bedeutet ja, dass du die freie Wahl hast, wie du lebrn willst. Wenn du gerne Hausfrau sein willst, ist das absolut okay. Es gilt dabei nur zu bedenken,ob du später nicht in der Altersarmut landest, weil du nicht in die Rentenkasse einzahlst. Wie ist msn in dem Fall abgesichert? Zahlt der Mann dann für dich Geld als Rücklage ein, weil du ihm ja den Rücken frei hältst, indem du dich um kinder und Care Arbeit kümmerst? Denn ohne das hätte er ja gar nicht erst die Möglichkeit, Vollzeit arbeiten gehen zu können. Und was passiert, wenn er unverhofft stirbt, sich trennt oder arbeitsunfähig wird? Wie bist du dann abgesichert? Wenn das alles geklärt ist, ist doch alles gut.
      Männern fehlt leider tatsächlich ein gutes Vorbild, an dem sie duch orientieren können. Denn in alken vorherigen Generationen wurde Männern beigebracht, stark zu sein, die Familie ernähren zu müssen, keine Gefühle zu zeigen, weil das unmännlich,schwach und weiblich ist. Genau da setzt Feminismus an, er nützt Männern auch. Denn sie werden ebrn nicht in Rollen gepresst, die sie zu erfüllen haben, sondern dürfen so sein, wie sie sein wollen. Dass die Suizidrate bei Männern erheblich höher ist, als bei Frauen hat auch etwas mit dem Patriachart zu tun und den vorgegebenen Rollen, die Männer erfüllen sollen. Feminismus will erreichen, dass diese Rollenbilder für beide Geschlechter aufgelöst werden. Das würde auch zum Vorteil von Männern sein. Allerdings müssten Männer dann eben auch bereit sein, Care Arbeit als Arbeit anzuerkennen und sie ebenfalls zu verrichten.

    3. Hmmm, dieses angebliche Unsicherheit ist imho nur eine schlechte Ausrede.
      Gegenüber der Frau des Chefs etwa wissen irgendwie alle auf einmal was angemessen ist. Die lässt man ausreden usw. Da wissen die „nix darf man mehr sagen“-Typen auf einmal auch, dass man bestimmte Witze nicht machen darf usw.

      klassische Rollenverteilung darf jeder Leben wie er/sie mag. Nur wenn das Risiko für Altersarmut nur bei einer Person ist, dann läuft da doch etwas schief, oder?

    4. Schließe mich meiner Vorrednerin Linda an. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man die Schraube auch überdrehen beim Thema „Emanzipation“. Ich bin der Meinung, dass man nicht alles gleich/fair aufteilen kann, denn Frauen und Männer sind nunmal und besonders auch und qua jahrhundertelanger Rollen unterschiedlich in Anlage und Prägung.

      Schon klar, dass wir dahin kommen müssen, dass fair agiert wird (z.B. beim Thema Medizin, Medikamentenerforschung für Männer UND Frauen), aber sich an Mikrothemen festzuhalten wie z.B. jemand ragt in meinen Fußraum. Das hätte auch bei einer großgewachsenen Frau passieren können…

      Ich denke, es sollte mehr miteinander als gegeneinander gedacht werden. Jede neue Generation beantwortet die zurückliegende, die Männer tun mir in dem ganzen Gewimmel auch manchmal leid…

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