Weiblicher Zyklus als Erfolgsbooster: Wie wir ihn für uns nutzen können

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Ihr Lieben, Fran Wiedemann ist Mentaltrainerin, Zyklus-Expertin, Achtsamkeitstrainerin und Ernährungsberaterin und erklärt uns heute, wie unser weiblicher Zyklus für uns zum Erfolgsbooster werden kann. Im 1:1 Coaching begleitet sie Frauen in den unterschiedlichsten Lebensphasen und unterstützt sie bei Zyklusstörungen, Menopause-Herausforderungen und Zyklus-basiertem Training.

Ihr Fokus bei Wiedemann Women Mentoring liegt auf ganzheitlicher Frauengesundheit und baut auf drei zentrale Säulen auf: mentale Gesundheit, den weiblichen Zyklus (mit Schwerpunkt auf den Übergang in die Wechseljahre) und Ernährung. Sie ermutigt Frauen, in Einklang mit sich selbst zu leben und für sich einzustehen. Sie ist selbst Mutter von drei Kindern und lebt gemeinsam mit ihrer Familie in Brandenburg. 

Liebe Frau Wiedemann, dass wir Frauen zyklische Wesen sind, wissen wir alle, wie aber können wir unseren Zyklus als natürlichen Erfolgsbooster nutzen?

Ehrlich gesagt glaube ich gar nicht, dass wirklich alle wissen, dass wir Frauen zyklische Wesen sind. Es gibt viele Frauen, für die das Thema neu ist und die den Begriff zyklisches Wesen und alles, was damit zusammenhängt, erst langsam kennenlernen. Umso wichtiger ist es, dass das Thema jetzt immer lauter wird und sich mehr Menschen damit beschäftigen.

Um unseren Zyklus als natürlichen Erfolgsbooster nutzen zu können, ist es erst einmal wichtig, dass wir Wissen über ihn sammeln. Denn wer den eigenen Zyklus kennt und begreift, wann welche Phasen wirken, entdeckt sich selbst als Frau auf eine ganz neue Weise. Man lebt mit mehr Verständnis für sich selbst und somit auch mit mehr Leichtigkeit. Man macht sich außerdem weniger Druck und dadurch kommt dann meiner Meinung nach der Erfolg beziehungsweise kann man den Zyklus so, wenn man es so bezeichnen möchte, als Erfolgsbooster nutzen.

Selbst bei Profisportlerinnen gibt es mittlerweile Überlegungen, die Trainingseinheiten an den Zyklus anzupassen… Wann sind wir denn am leistungsstärksten und wann am leistungsschwächsten?

Sport
Foto: pixabay

Das ist eine gute Frage, da sie besonders gut zeigt, wie individuell das alles ist. Wann wir am leistungsstärksten und -schwächsten sind, hängt von unserem ganz persönlichen Zyklus ab. Es gibt natürlich etwas Allgemeines, sozusagen einen Mainflow, der besagt, dass man in der Follikel- und Ovulationsphase am leistungsstärksten ist. Wenn dann das Hormon Progesteron langsam ansteigt und man sich in der Luteal- und Menstruationsphase befindet, ist man laut diesem Mainflow am leistungsschwächsten.

Aber wie gesagt: Das alles ist ganz individuell. Ausnahmen bestätigen immer die Regel, wobei man hier nicht von Ausnahmen, sondern einfach von individuellen Wahrnehmungen sprechen sollte. Es gibt zum Beispiel auch Frauen, die sich während der Menstruation sehr leistungsstark fühlen und alles geben können.

Wichtig ist auch zu beachten, dass es beim Sport einen Unterschied zwischen purer Leistung und der Selbstwahrnehmung gibt. Studien haben ergeben, dass an Zahlen gemessene Leistung – also zum Beispiel Zeiten, Wiederholungen oder Weiten – nicht immer mit dem Gefühl der Athletinnen übereinstimmt. Das heißt, dass eine Athletin, wenn sie sich nicht gut fühlt, ihre Leistung schlechter einschätzen kann, obwohl die Zahlen ein gutes Ergebnis zeigen. Der Zyklus beeinflusst also nicht nur unsere eigene Leistung, sondern auch, wie wir uns mit ihr fühlen.

Da hier viele mitlesen, die sich bereits in der Perimenopause befinden, auf was können sie im Speziellen achten, um ihre Kraft möglichst effizient zu nutzen?

Das Wichtigste ist, auf sich selbst und den eigenen Körper zu achten und auf sich zu hören, auch wenn es vielleicht nicht immer leicht fällt, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, keine Angst davor zu haben. Man sollte außerdem nie aus den Augen verlieren, dass die Perimenopause beziehungsweise der ganze Zeitraum der Wechseljahre ein Marathon und kein Sprint ist.

In den Wechseljahren können vielseitige Beschwerden auftreten: Von Hitzewallungen über Schlafstörungen bis hin zu Scheidentrockenheit und verminderter Libido – und das sind nur einige von vielen möglichen Symptomen, die einem natürlich auch die Kraft rauben. Es ist wichtig, die Anzeichen wahrzunehmen und mehr über Möglichkeiten zu lernen, mit denen man sie beeinflussen kann, denn hier gibt es viele Optionen.

So kann man beispielsweise mit dem eigenen Lifestyle, also Ernährung, Schlaf und Sport, viel bewirken und Symptome abschwächen. Auch Hormonersatztherapien sind eine von vielen Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern. Doch keine Frau muss sich allein auf die Suche nach Lösungen machen: Es gibt zum Beispiel Anlaufstellen, die einem die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen, aus denen man herausfiltern kann, was für einen selbst am besten ist.

Diese passende Möglichkeit zu finden ist ein Prozess, bei dem ich Frauen in meinem Coaching intensiv unterstütze: Es gibt nicht die eine richtige Lösung, nicht den einen richtigen Weg. Jede Perimenopause, jede Menopause, der gesamte Prozess der Wechseljahre verläuft bei jeder Frau individuell. Der Verlauf hängt vom Lifestyle ab und hat ethnische und genetische Zusammenhänge. Wichtig ist es zu sehen, dass man etwas bewegen kann und dass man dem Ganzen positiv und vor allem ohne Angst entgegen sieht.

Wenn ich nun meinem Chef klarmachen möchte, dass ich das große Projekt lieber erst in zwei Wochen bearbeite, weil ich da mehr in meiner Kraft stehe, wie kann ich das biologisch fundiert begründen?

Weiblicher Zyklus
Fran Wiedemann. Foto: Dr. Jennifer Fischer.

Hier hilft nur ehrliche Kommunikation über das Thema. Die Frau ist ein zyklisches Wesen und in der Luteal- beziehungsweise Menstruationsphase kann es aufgrund der Beschwerden und der Hormonschwankungen schwerer fallen, ein solches Projekt zu bearbeiten.

Es ist richtig und wichtig, für sich selbst einzustehen, und ich persönlich finde es sehr gut, wenn Frauen den Mut dazu aufbringen können. Wer sich mit so einer direkten Kommunikation allerdings nicht wohlfühlt, kann bei Projekten, die schon länger geplant sind oder für die viel Bearbeitungszeit zur Verfügung steht, auf den eigenen Zyklus achten.

Der schwierigste Teil des Projekts könnte zum Beispiel in einer Hochphase – Follikel- oder Ovulationsphase – erledigt werden, während alles Leichtere so in den Zeitraum der anderen beiden Phasen – Luteal- und Menstruationsphase – fällt. Wenn man seinen Zyklus mitdenkt, kann man einfach entsprechend planen und muss dann auch gar nicht unbedingt seinen Chef über seinen Zyklus in Kenntnis setzen.

Natürlich gibt es auch Situationen, in denen man nicht die Möglichkeit hat, sich nach den Zyklusphasen oder der eigenen Kraft zu richten und in denen man mehr geben muss, als man gerade eigentlich geben kann. In solchen Situationen hilft es, sich bewusst zu machen, dass man sich selbst gerade viel abverlangt und sich mehr angestrengt hat, als man es vielleicht hätte tun sollen. Anschließend sollte man unbedingt genug Zeit für die Regeneration einplanen, auch wenn sie vielleicht erst zwei Tage später stattfinden kann.

Nun befinden wir uns grad am Anfang eines neuen Jahres, da machen sich viele enthusiastisch mit Vorsätzen auf den Weg, brechen diese aber schnell ab. Wie können wir es schaffen, dran zu bleiben?

Das stimmt, ein neues Jahr motiviert immer und schnell hat man eine ganze Menge neuer Vorsätze. Doch die Wahrheit ist, dass es gar kein neues Jahr braucht, um sich Vorsätze zu schaffen, beziehungsweise um Veränderungen für sich einzuläuten. Es ist egal, wann man mit neuen Vorsätzen anfängt, aber es ist wichtig, dass man sich bewusst macht, dass nicht jeder Veränderungswunsch sofort mit einer riesigen Veränderung starten muss.

Es lohnt sich, mit kleinen Schritten anzufangen und sich dabei über jeden Fortschritt zu freuen. Besonders wichtig ist es hier, die Kontinuität zu wahren und diese kleinen Änderungen langfristig umzusetzen. Wenn wir zu hart mit uns selbst sind und gleich zu viel auf einmal erreichen wollen, scheitert es meist und das Resultat ist nicht Fortschritt sondern Frust. 

Haben Sie da ein Beispiel für uns?

Wir müssen nicht ab Januar plötzlich jeden Tag eine Stunde Sport machen, vor allem nicht, wenn wir uns vielleicht seit Jahren nicht mehr sportlich betätigt haben. Ein guter Anfang wären zum Beispiel 10 Minuten leichte Bewegung pro Woche: ein bisschen Yoga, eine kleine Runde Laufen oder ein paar Kraftübungen. Das ist schaffbar und man bleibt motiviert. Auch wenn man es vielleicht nicht denkt, spürt man schnell, wie viel Unterschied bereits diese 10 Minuten pro Woche machen. 

Es ist also wichtig, dass wir uns machbare, realistische Ziele setzen, die sowohl in unseren Terminkalender als auch zu unserer aktuellen Verfassung passen, damit wir sie konstant verwirklichen können. Es bringt nichts, wenn unsere Vorsätze so utopisch sind, dass sie noch mehr Stress in unseren Alltag bringen. Bei der Planung von Zielen sollten wir uns gut überlegen, was wir wirklich wollen und wie wir es langfristig integrieren und umsetzen können. Außerdem ist es natürlich wichtig, dran zu bleiben und nicht aufzugeben, sobald es ein bisschen schwieriger wird.

Würden Sie sagen, dass unser weiblicher Zyklus und das Wissen darüber eine große Kraft sein kann?

Blumen

Absolut, definitiv! Das Wissen über unseren Zyklus erklärt einiges, macht vieles für die Frau selbst klarer, die sich mit sich und ihrem Zyklus beschäftigt. Sie nimmt sich nicht mehr als falsch oder komisch wahr, sondern weiß, dass zum Beispiel Stimmungsschwankungen okay sind und sein dürfen. Hat man dieses Wissen erst einmal, dann ist man dahingehend auch viel liebevoller zu sich selbst. Ich glaube außerdem, dass es dabei hilft, mehr für sich einzustehen.

Es verändert das Mindset, das ebenso wie Emotionen immer im Zusammenhang mit Hormonen steht. Wir müssen uns bewusst sein, dass es nicht nur den Zyklus gibt, sondern dass all diese Aspekte zusammenhängen. Mehr über den Zyklus und diese Verbindungen zu wissen und diese Erkenntnisse umzusetzen heißt also, die Dinge ganzheitlich zu betrachten. Für mich ist es deshalb auf jeden Fall eine Kraft, wenn nicht sogar eine Superpower!

Was möchten Sie uns Müttern generell noch mitgeben, um ein gutes 2026 für uns zu erleben?

Seid nicht zu hart zu euch selbst  und vergleicht euch nicht mit anderen, sondern geht euren eigenen Weg und achtet darauf, was für euch selbst am besten ist und am besten passt. Wenn ihr Veränderungen angehen möchtet, geht keine riesigen, schnellen Schritte, sondern macht kontinuierlich und im eigenen Tempo kleine Schritte – das Zauberwort ist hierbei die Kontinuität.

Nehmt euch außerdem genügend Me-Time. Das ist sehr wichtig, denn nur, wenn es uns als Frauen, als Mütter gut geht, können wir das auch an unsere Liebsten, an unsere Kinder und an unser Umfeld weitergeben. Haben wir als Mütter nämlich keine Kraft, dann funktionieren wir nur noch und können das Leben nicht richtig genießen. Stellt es euch vor wie in einem Flugzeug: In einer Gefahrensituation sollte man die Sauerstoffmaske erst sich selbst aufsetzen und dann die anderen versorgen, denn andersherum funktioniert es nicht. Man kann niemanden versorgen, wenn man selbst keinen Sauerstoff hat.

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10 comments

  1. Hallo!
    Ich muss Eva und Fanny leider zustimmen. Ich war lange Jahre Leserin eures Blogs und habe die verschiedenen Geschichten von unterschiedlichen Lebensweisen und Schicksalen gerne gelesen.
    Mittlerweile besteht der Blog jedoch hauptsächlich aus „Werbung“ für Coaching / Bücher etc. der eigentliche Blogbeitrag hat nahezu keinen Mehrwert; wirkliche Infos erhält jeder nur wenn er das Buch oder das Coaching kauft.
    Daher lese ich hier nur noch sehr sporadisch.

  2. Und wieder eine versteckte Werbung hier… Gehen euch die Autoren/innen aus, die wirklich etwas erzählen und nicht versteckt für ihr eigenes Coaching werben?

    1. Liebe S, versteckt ist ja gar nichts, weil es gleich zu Beginn gennant wird. Zur Klarstellung: Als Werbung gilt es, wenn wir Geld dafür erhalten, was wir nicht getan haben. Wir stellen die Autorin vor und verweisen auf ihr Programm als Dankeschön, dass sie sich die Zeit für ein Interview genommen hat – auch ohne Bezahlung natürlich

      1. Das eine ist der Werbungsbegriff, wo ihr zu Kennzeichnungen verpflichtet seid. Im Fall von Mundpropaganda seit ihr das nicht, das stimmt.
        Ändert nichts daran, dass es i.d.R. eine sehr wirkungsvolle Werbemethode ist, die von der Interviewten meist sehr bewusst genutzt wird.

  3. Ich habe mich viele Jahre mit meinem Zyklus beschäftigt und finde sowas toll. Ob ich mir dazu einen Coaching besorgen würde, vermutlich nicht, habe einfach gar kein Geld dafür übrig, aber das solche Ideen und das Thema einfach mehr ins Blickfeld geraten finde ich gut. Unsere Welt ist doch immer noch eher männlich geprägt (Beispiel Umgebungstemperatur in Büroräumen), da finde ich solche weiblichen Wege doch wichtig.

  4. @Eva: dachte ich auch sofort. Hoffe, das Coaching gilt dann auch gleich als Me time sonst ist da dann der nächste kostenpflichtige Kurs notwendig

    1. Ich habe den Blog immer gern verfolgt. Aber es ist nicht mehr so schön. Immer wieder Beiträge, wo im Grunde Werbung gemacht wird. Ohne Werbung gehts natürlich nicht. Aber das ist hier mittlerweile auch viel geworden, was hier an Werbung eingeblendet wird wenn man den Blog besucht

      1. Liebe Fanny, magst du nochmal genauer sagen, was dich stört? Zur Erklärung: Dieser Beitrag ist keine klassische Werbung, weil wir kein Geld dafür erhalten, deshalb ist er auch nicht als Werbung gekennzeichnet. Die Autorin aber nimmt sich Zeit für uns, beantwortet Fragen und bekommt auch kein Geld dafür. Als Dankeschön für ihre Zeit verweisen wir auf das Coaching.
        Die Werbung, die eingeblendet ist, sind Anzeigen. Welche stören da deinen Lesefluss besonders? Das könnten wir auf jeden Fall anpassen.

        1. Ich bin zwar nicht Fanny, antworte aber trotzdem mal auf die Frage.

          Auch wenn es keine klassische Werbung ist, gibt der Artikel inhaltlich wenig her, außer, dass eben auf das Coaching verwiesen wird. Und solche Artikel häufen sich in letzter Zeit.
          Auch kann ich die Begründung „die Autorin hat sich Zeit für uns genommen“ wenig nachvollziehen, da dieses Zeit nehmen ja mehr der Darstellung ihres Angebots dient als dass sie den Leserinnen viel Inhalt bietet. Etwas anderes wäre es sicherlich, wenn sie im Interview konkrete Tipps geben würde, die über „höre auf deinen Körper“ hinausgehen. Die gibt’s aber eben nur im Coaching, so dass der Artikel eben als Werbung empfunden wird. Auch, wenn ihr kein Geld dafür bekommen habt.

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