Imposter-Syndrom: Katharina kennt´s nur zu gut…

Imposter-Syndrom

Ihr Lieben, heute lasse ich mal die Hosen vor euch runter: Mein zweiter Vorname ist Imposter-Syndrom. Was das genau ist? KI beantwortetet das so: Das Imposter-Syndrom (auch Hochstapler-Syndrom) ist ein 
psychologisches Phänomen, bei dem Menschen trotz nachweisbarer Erfolge ihre eigene Kompetenz anzweifeln und glauben, ihre Leistungen seien nur Glück oder Zufall und sie würden bald als Betrüger entlarvt werden. Betroffene schreiben Erfolge externen Faktoren zu, haben Angst vor Entlarvung, leiden unter starkem Stress und Perfektionismus und meiden oft neue Chancen, was zu Unzufriedenheit führen kann.

Und ja, bei mir ist das echt ausgeprägt. Jahrelang habe ich immer und immer wieder geträumt, dass mein Chef an meinen Platz in der Redaktion kommt, einen Umzugskarton in der Hand und sagt: Du musst jetzt schnell alles einpacken und gehen. Auf meine Frage, warum ich gekündigt würde, sagt er: Na, du hast doch gar keine Ausbildung, du kannst das doch gar nicht.

Immer, wenn ich beruflichen Erfolg hatte, kam wenig Glücksgefühl bei mir an. Stattdessen meldeten sich kleine Stimmen in meinem Kopf, die sagten: „Naja, da war auch viel Glück im Spiel oder Zufall“ oder „Sooooo gut ist das ja auch wieder nicht.“ Und wenn ich etwas Neues ausprobieren möchte, denke ich oft: „Aber das kannst du ja gar nicht.“ Ich bin mir bewusst, dass mich dieses dämliche Imposter-Syndrom ganz schön oft ausgebremst hat und manchmal auch noch tut und ich arbeite aktiv dagegen an.

In meinem Jahresrückblick hatte ich euch ja erzählt, dass ich auf der Suche nach einem weiteren beruflichen Standbein bin. Nun habe ich etwas gefunden, was mich interessiert, aber schon klopft das Imposter-Syndrom wieder an. „Ist das echt was für dich? Überschätzt du da deine Fähigkeiten nicht ein bisschen?“. Also rief ich Freundinnen an, ob sie das vielleicht mit mir gemeinsam machen wollten, zu zweit fühlte ich mich irgendwie sicherer (Wer kennt`s?).

Weg mit dem Imposter-Syndrom!

Wie gut, wenn man Freundinnen hat, die ab und zu brutal ehrlich sind. Meine Freundin Pia sagte: „Katharina, du bist eine erwachsene Frau. Wenn du das machen möchtest, mach es. Du brauchst keine Freundin, die dir das Händchen hält. Und dass du dich nicht schon längst angemeldet hast, liegt – um ehrlich zu sein – an mangelndem Selbstbewusstsein.“ Rummsssssssss. Das saß.

Erst habe ich ganz schön geschluckt, aber ganz schnell habe ich gemerkt, dass sie den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Ich wollte mich hinter einer Freundin verstecken, den sichereren Weg gehen. Als bräuchte ich von irgendwem eine Absolution, etwas Neues für mich auszuprobieren.

Nach zwei Tagen Bauchgrummeln habe ich mich angemeldet und freue mich nun mega darauf. Neues Lernen, neue Leute kennenlernen, mich selbst beobachten, wie ich mich verhalte, wenns etwas unbequem wird.

Was ich euch damit sagen will: Die wenigsten von uns sind frei von Selbstzweifeln, ins kalte Wasser springen, kostet immer Überwindung. Ob sich der Sprung lohnt, wissen wir nie, aber in den allermeisten Fällen schüttet so ein Sprung Adrenalin aus, wir wachsen und können später, wenn wir auf dem Rücken durchs Wasser gleiten, stolz auf uns sein, dass wir den Sprung gewagt haben.

In meinem Jahresrückblick habe ich geschrieben, dass ich keine Ziele für 2026 habe. Aber eins habe ich mir doch sehr vorgenommen: Scheiß auf das Imposter-Syndrom. Weg mit den ständigen Selbstzweifeln. Mehr wagen und mehr auf sich selbst setzen!

6f657b5547604142a937457aab09eba8


4 comments

  1. Interessant zu lesen, Katharina. Bei mir ist es eher umgekehrt. In meinem Job bin ich selbstbewusst und erfolgreich und finde mich auch selber gut:)
    Wenn mich aber in meinem Privatleben jemand komisch anguckt oder nicht total freundlich ist, glaube ich sofort, dass der mich bestimmt blöd/arrogant/doof/langweilig findet oder sauer auf mich ist….was sicher meistens gar nicht stimmt, mich aber völlig verunsichert. Find mich selber bescheuert, aber so einfach ist das nicht abzulegen?!

  2. Ich denke viele kennen das Gefühl. Machmal steckt ein tiefsitzender Minderwertigkeitskomplex dahinter, aber es ist natürlich auch ein angenehmes Gefühl, sich die Extraportion Selbstbewusstsein von außen zusprechen zu lassen: „das schaffst Du schon, Du bist doch toll, erfolgreich, tough, usw.“ Das tut jedem Ego gut, sollte aber nicht überhand nehmen, könnte mir vorstellen, dass dann das Umfeld irgendwann das Ego nicht mehr dauernd pläuschen möchte.
    Was mich in Katharinas Fall wundert:
    um 4 Kinder in die Welt zu setzen braucht man doch meiner Meinung nach eigentlich ein gut ausgeprägtes, gesundes Selbstbewusstsein, ist es doch eine der größten, herazsforderndsten und verantwortungsvollsten Aufgaben, die man annehmen kann?

      1. Ah, ok, Danke, das scheint dann sehr unterschiedlich zu sein, welche Lebensbereiche betroffen sind. Aber umso besser, wenn es nicht alle sind.
        Danke für die Antwort!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert