Nein sagen lernen: Französische Mamas lösen das charmant

Muffin

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Ihr Lieben, immer wieder ächzen Mütter über Mental Load und über zu viele To do-Punkte auf ihren Listen. Unsere Leserin hat sich bei Müttern in Frankreich abgeschaut, wie sie es ganz charmant schaffen, Nein zu sagen, ohne anderen Menschen damit vor den Kopf zu stoßen. Es sind so so gute Ideen dabei…

Ich habe eine kleine Theorie: Deutsche Mütter sind Weltmeisterinnen im Funktionieren. Wir organisieren Kindergeburtstage wie Eventmanagerinnen, denken an Zahnarzttermine und die Lieblingsbrotdose, machen Mathe-Nachhilfe im Nebenberuf und schaffen es außerdem noch, emotional verfügbar zu sein. Immer und für jeden.

Und irgendwo dazwischen verlieren wir eine ziemlich wichtige Fähigkeit: Nein zu sagen. Oder noch schlimmer: Wir hatten sie vielleicht nie so richtig. Ich rede nicht vom resoluten Angela-Merkel-Nein. Sondern von einem Nein, das charmant, klar, selbstverständlich daherkommt und weder Drama noch Schuldgefühle hinterlässt.

In Frankreich habe ich etwas gelernt, das mein Leben als Mutter nachhaltig geprägt hat: Man kann sehr wohl Nein sagen und dabei trotzdem liebenswert bleiben. Oder besser gesagt: gerade dann.

Die deutsche Art: „Ach, ich mach’ das schon“

Ich war anfangs selbst die, die alles übernimmt. Die, die in der Elternzeit zuhause auf einmal und ungefragt zu Höchstleistungen in Haushalt und Küche aufgelaufen ist (das bisschen Kind! Da kann ich den Rest doch auch noch machen…). Die, die noch schnell drei Kuchen für den Basar backt, obwohl sie eigentlich längst auf dem Zahnfleisch geht. Aber es passte so schön zu meinem Selbstbild als Superwoman, die alles wuppt.

Dabei war ich in Wahrheit auch die Frau, die innerlich grollt, warum niemand merkt, dass es zu viel ist. Spoiler: Niemand merkt es, wenn wir es nicht sagen. Oder wenn wir etwas sagen, dann klingt es ungefähr so: „Eigentlich passt mir das nicht… aber wenn ihr niemanden findet…“ Das ist kein Nein. Das ist ein weichgespültes Vielleicht mit eingebauter Selbstaufgabe und schwupps bist du drin im Hamsterrad.

Die französische Art: charmant, klar, voilà

Nein sagen
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Die Französinnen machen das anders: Sie sind weder schroff noch entschuldigend. Sie sagen Nein mit Stil und Diplomatie. Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend.

Deutsch: „Das geht nicht. Dafür habe ich keine Kapazitäten.“

Französisch: „Du weißt ja, dass ich fast alles für dich mache. Aber das geht gerade nicht.“

Oder mein persönlicher Lieblingssatz (direkt aus Frankreich importiert): „Sehr gerne erledige ich das für dich. Welche Aufgabe soll ich stattdessen weglassen?“ Boom. Du hast nicht mal Nein gesagt, und trotzdem ist alles klar. Was passiert hier?

  • Beziehung bleibt intakt
  • Grenze ist glasklar
  • Keine Rechtfertigungs-Orgie

Und vor allem kein schlechtes Gewissen. Oft sind es auch unsere eigenen Ansprüche an uns selbst, die uns antreiben. Oder die Sorge, nicht mehr gemocht oder das nächste Mal nicht mehr gefragt zu werden, wenn wir jetzt ablehnen.

Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich selbst ich zum ersten Mal wieder gesagt habe: „Dann und dann bin ich nicht da, wie organisieren wir uns?“ Statt „Ich organisiere mich irgendwie.“ Und weißt du was? Der Laden lief trotzdem weiter und sogar ziemlich gut. Okay, die Waschmaschine war drei Tage nicht gelaufen, aber ehrlich: ich nenne das einen fairen Deal.

Warum uns das so schwerfällt

Viele Frauen glauben, ein Nein macht sie:

  • egoistisch
  • unzuverlässig
  • schwierig
  • unsympathisch

In Wahrheit passiert etwas anderes: Wenn du ständig über deine Grenzen gehst, wirst du irgendwann… sagen wir: zickig. Ich zum Beispiel weiß genau: wenn ich über einen längeren Zeitraum so richtig viel meckere, dann fühle ich mich in Wahrheit überfordert, bin müde oder erledige Dinge, für die ich mich eigentlich nicht zuständig fühle.

Meine Kinder sagen das übrigens sehr diplomatisch: „Mama, vielleicht solltest du mal wieder meditieren.“ Während ich heroisch das erledige, was ich eigentlich nicht will, meckere ich. Leiden mag ich mich dann selbst aber auch nicht. Dann doch lieber gleich Nein sagen, oder? Ein klares Nein ist oft liebevoller als ein genervtes Ja. Das Problem ist nicht das Nein an sich sondern wie wir es sagen. Viele von uns machen das Nein unnötig kompliziert. Wir…

  • …erklären zu viel
  • …entschuldigen uns
  • …erfinden Ausreden
  • …sagen „eigentlich“
  • …hoffen, dass die anderen es „eh merken“

Tun sie aber nicht oder sie überhören es elegant, weil es ihnen nicht passt. Ein Nein darf kurz und freundlich sein. Nein ist ein vollständiger Satz. Und trotzdem darf er, wenn du magst, ein bisschen französisch verpackt sein.

Ein kleines Trainingslager (ist umsonst und macht sogar Spaß)

Nein sagen
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Mein persönlicher Lieblingsort, um das zu üben sind – tada! Kleinanzeigen. Mein voller Ernst! Wenn jemand um 22 Uhr noch „letzte Preis?“ schreibt oder ein Käufer das Laufrad heute abholen will, während du eigentlich auf dem Weg zu einem seltenen kinderfreien Abend bist… dann hast du zwei Möglichkeiten:

  • Dich selbst wieder hintenanstellen, schließlich hat das arme Kind ja morgen schon Geburtstag und soll das Laufrad als Geschenk bekommen…
  • Oder sagen: „Heute passt es leider nicht. Morgen gerne.“ Ohne Rechtfertigung, Drama oder schlechtes Gewissen.

Oder diese typischen Schulaktionen: „Jedes Kind bringt bitte eine Sonnenblume für die Lehrerin mit.“ Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich werde bei sowas latent aggressiv. Weil ich genau weiß, was das bedeutet: Ich denke dran. Ich organisiere es. Ich besorge natürlich nicht die letzte, halb verwelkte Tankstellen-Sonnenblume, sondern eine „schöne“. Ich erinnere mein Kind morgens daran. Und trage im Zweifel das Ding selbst bis zur Schultür.

Mental Load bonjour. Und irgendwo zwischen Blumenladen und Brotdose frage ich mich dann: Sind wir alle wahnsinnig oder können wir das bitte anders lösen? Und genau da beginnt sie, diese Mini-Rebellion im Alltag. Wie wichtig nimmst du dich selbst? Das ist doch die eigentliche Frage hinter dem Nein.

Starten wir eine Revolution auf Glitzersocken

Wir müssen keine Gelbwesten anziehen aber wir können ein bisschen rebellischer werden – auf unsere Art. Mit Glitzersocken. Die Rebellin in dir sagt Nein, wenn sie Nein meint. Nicht laut, nicht aggressiv, sondern klar, charmant und ziemlich überzeugend.

Und jetzt du

Heute ist ein guter Tag für ein kleines Nein. Nicht gegen andere, sondern für dich. Und wer weiß vielleicht fühlt es sich beim zweiten Mal schon ein kleines bisschen nach Emily in Paris an…

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28 comments

  1. Ich finde den Artikel so treffend geschrieben. Dieses ständige „Ich mach das noch schnell“ kennen wahrscheinlich unglaublich viele Mütter. Und oft merkt man erst, wie erschöpft man eigentlich ist, wenn man anfängt, über Kleinigkeiten zu meckern, obwohl dahinter eigentlich nur Überforderung steckt.
    Besonders schön finde ich den Gedanken, dass ein Nein nicht automatisch hart oder lieblos sein muss. Ein freundliches, klares Nein kann manchmal viel ehrlicher sein als ein genervtes Ja. Und ja… dieses schlechte Gewissen sitzt bei vielen von uns einfach tief drin.
    Auch die Kommentare zeigen eigentlich genau das Problem: Jede Familie lebt anders, jede Mutter hat andere Grenzen, andere Kraftreserven und andere Ansprüche an sich selbst. Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, alles perfekt richtig zu machen, sondern öfter mal zu fragen: „Muss ich das wirklich alles allein tragen?“
    Und die Sache mit den Glitzersocken-Rebellinnen feiere ich sowieso 😊

  2. Oh ja,

    Ich denke, der Grund der Überlastung heutiger Eltern ist vielschichtig.

    Aber das man den Kindern nix zutraut ist auf jeden Fall ein Problem.

    Wir üben hier als Eltern auch noch. Mein eines Kind ist 10, Ende vierte Klasse. Es ist beliebt und hat viele Freunde. Und möchte sich viel verabreden. Viel zu spät, vor knapp einem Jahr, hab ich meine Tätigkeit als Event Managerin meines Kindes (und damit endlos vielen WhatsApp Nachrichten mit fremden Müttern) eingestellt und gesagt: mach deine Verabredungen alleine aus. Die beste Freundin hat wie wir ein Festnetz Telefon, das kann man prima dafür benutzen. Mein Kind weiß genau, was in der Woche anliegt und an welchem Tag sie sich verabreden kann. Scheint für andere Kinder nicht zu gelten, weil sie mit großen Verabredungs-Plänen von der Schule kommen und dann erst mitkriegen, dass doch noch was ansteht…dann kommt ne WhatsApp :“Oh, mein Kind kann doch nicht!“
    Aber insgesamt spare ich mir diesen Themenbereich aktuell, herrlich.

    Mein Kind überlegt sich seit bestimmt zwei Jahren auch selbst, was man einem Geburtstagskind schenken könnte – es fragt das Kind in der Schule auch einfach. Zack, wieder eine WhatsApp weniger geschrieben.

    Meine (bzw. Termine von Geschwister Terminen) sind auch nicht mehr die Termine meiner Tochter. Bloß weil ich oder der Bruder zum Zahnarzt muss, heißt das nicht, dass sie sich nicht verabreden darf. Sie kommt eh als Schlüssel Kind alleine nach Hause, da kann sie auch jemanden mitnehmen. Scheinen aber nicht alle so zu sehen. Anscheinend kann man zwei 10 jährigen Mädels nicht unbedingt zu trauen, auch mal alleine im eigenen Heim zu sein. Nicht mein Problem.

    Mittlerweile üben wir alle beim Thema Transport: das Kind möchte mit mir in der Stadt shoppen gehen?
    Prima, dann treffen wir uns nach der Schule in der Stadt wie große Leute. Sie fährt nach der Schule mit Fahrrad 5km durch die Stadt, ich komme mit Fahrrad von der anderen Seite der Stadt (Arbeitsort) zum vereinbarten Treffpunkt. Ich spare mir eine Menge Weg und Stress.

    Das nächste Hobby, was sie anfängt, wird auch ohne Taxi Service der Eltern funktionieren müssen…

    Viele Grüße
    Stiefelkind

  3. Boah, diese französischen Mamans bringen mich inzwischen auf die Palme! Die Systeme unterscheiden sich stark! Eine Mama in Fr muss keinen Kuchen für die Klasse backen, wenn das Kind Geburtstag hat. In der école maternelle wird jeden Monat Kuchen gebacken für die Geburtstagskinder. Nur ein Beispiel. Und dann der genannte Beispielsatz: „Natürlich mache ich das gerne für dich. Sag mir was ich dafür weglassen soll.“ ist alles andere als klar! wenn man diesen Satz einem kleinen Kind sagt. Das versteht ein Erwachsener bzw großes Kind. Mich ärgern diese ständig wiederholten stereotypen Narrative.

    1. Tatsächlich habe ich über 20 Jahre in Frankreich gelebt und dort auch Kuchen gebacken. 🤗 Ja, systemischer läuft da vieles anders und wir können uns von der Haltung der französischen Frauen etwas abgucken, denn dort ist eine gute Mutter zunächst einmal eine zufriedene Frau. Und ja, der Satz bezieht sich eher auf Nein sagen zu Erwachsenen, zum Beispiel im Job.

  4. Der gesamte Stress im Kindergarten und Schule kam von überengagierten Müttern und den furchtbaren WhatsApp Gruppen.

    Ich feiere die weiterführende Schule. Stille.

  5. Ich empfinde das „Neinsagen“ ebenfalls als sehr wichtig – genauso wie das Aufzeigen und Sichtbarmachen der eigenen Grenzen. Wie sollen Kinder lernen, die Grenzen anderer Menschen zu respektieren, wenn ihnen zu Hause vorgelebt wird, dass Mama jederzeit für alle verfügbar und abrufbar ist?

    Ein Streben nach Perfektion, das sich durch sämtliche Bereiche des Familienlebens zieht – wunderschön ausgestochene Karottenblümchen in der Brotdose, Kindergeburtstage mit durchgezogenem Farbkonzept von der Tischdecke bis zum Kuchen usw. – führt vermutlich irgendwann zwangsläufig zu einer latenten Überforderung der Eltern. Vielleicht macht es mir tatsächlich grossen Spass, aufwendige Kindergeburtstage zu organisieren, oder ich liebe es, meine Kinder auch nach den Babyjahren noch in den Schlaf zu begleiten – dann: go for it! Vielleicht brauche ich aber abends auch ganz bewusst diese eine Zeit nur für mich, um ein spannendes Buch zu lesen. Und dann kann ein vierjähriges Kind durchaus verstehen, dass es nach der Gutenachtgeschichte auch ohne Kuscheln mit Mama einschlafen darf.

    So verhält es sich doch mit vielem: Vielleicht geniesse ich gewisse Aspekte des Mamaseins sehr und schöpfe Energie aus dem gemeinsamen Spaziergang zum Kinderturnen. Gleichzeitig darf aber auch klar ausgesprochen werden, wenn gerade etwas anderes erledigt werden muss oder die Kraft dafür fehlt und das Kind einmal alleine losziehen muss.

    Wir müssen nicht perfekt sein – gut genug reicht. Kinder wachsen an Herausforderungen. Also: Mut zum „Gut-genug-Sein“. Mut zur Abgrenzung. Mut, die eigenen Grenzen sichtbar zu machen. Und Mut zum Nein.

  6. Sorry, aber ich finde die Vergleicherei mit unseren Vorgenerationen total daneben. Mich beschleicht eher das Gefühl, Schule, Kita und Hort sind nicht mehr in der Lage, ihren Job zu machen. Und das wird alles auf die Eltern abgewälzt. Jede Woche mindestens drei Mails mit administrativem Kram aus der Schule und Wunsch Elternbeteiligung und Leistungserwartungen an die Eltern… Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den 80ern und 90ern jede Woche 3 Infozettel aus der Schule nach Hause geschleppt haben. Irgendwie konnten sich die Institutionen da noch deutlich besser selbst organisieren.

    1. Wenn die Eltern ihre Elternaufgaben ordentlich wahrnehmen würden (Kind kann Schuhe binden, hat einen Bleistift dabei, hat ein halbwegs gescheites Frühstück dabei, kommt nicht ständig zu spät) könnte ich meinen Lehrerjob auch besser machen. Pauschalisierung off?!
      Was für ein gemeiner Lehrerbashing-Kommentar, Saskia.
      Ich lasse das ganze Elterngedöns gerne weg- kein Problem- ich brauch kein Sportfest, kein Buchstabenfest, keinen Theaterbesuch, keine Autorenlesung, keine Kunsttage und einen Elternabend auch nicht!
      Das macht kein Lehrer für sich selbst und weil ihm sonst langweilig wäre?!

    2. @Saskia
      Das sehe ich ganz anders.

      Die Einrichtungen leisten heute viel mehr als früher. Unsere Kinder haben Theateraufführungen, Lesungen, Workshops, Wettkämpfe, Reisen. Das gab es alles zu unserer Zeit nicht.
      Ich bin jedem dankbar, der sich für das Bildungswesen aus Überzeugung entscheidet.

    3. Ich hätte das jetzt nicht so drastisch formuliert aber ich empfinde es auch so, als ob die Einrichtungen einfach (zumindest im Osten) viel weniger leisten, die Eltern aber genauso wenig Zeit mit den Kindern haben.
      Ich habe in der Kita Schuhe binden und schneiden und Stifthaltung gelernt. Im Hort war ich mit den Hausaufgaben fertig, wenn alles fehlerfrei war. Mein Kind im tollen offenen Konzept hat rein gar nichts gelernt (das sollten wir dann am späten Nachmittag mit müden, überdrehten Kind machen, wie soll das denn funktionieren?) und für Hausaufgaben werden maximal Plätze zur Verfügung gestellt. Eine Pflicht oder gar Korrektur gibt es nicht mehr. Völlig sinnlos.

      Ich gehe Lehrer*innen und Erzieher*innen prinzipiell nicht wegen Kleinkram oder außerhalb der normalen Arbeitszeit auf den Kranz. Dafür erwarte ich aber normale altersgerechte Lernerfolge. Wir haben jetzt eine Privatschule ausgesucht weil die Lehrkräfte und Admins an den staatlichen Schulen gefühlt nur jammern und so wenig mit dem Kind leisten (ob das nun an den Bedingungen oder den Individuen liegt kann ich nicht beurteilen), das Bildung nur funktioniert, wenn die Eltern nicht allzu viel arbeiten.

      Elternbeschäftigung leiste ich durchaus gern mal, sofern mir der Kontext passt (ja, ich transportieren das Rad zur Schule für die Fahrradprüfung, ja ich mache einen Snack für den Elternnachmittag, ich gebe auch mal Stoffreste mit oder so aber ich bastel nichts und Geld gebe ich auch nicht aus).

  7. Das Sonnenblumenbeispiel finde ich schlecht gewählt. Meine Kinder haben/hatten bislang glücklicherweise tolle LehrerInnen und da finde ich eine kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag etc. wichtig. Mir fehlt auch ein konstruktiver Vorschlag wie „Ich kann einen Blumenstrauß besorgen, das nächste Mal kümmert sich wer anders“. Und ja, die Kinder sollen selbstständig werden, aber hier laufen Geschenke für die LehrerInnen bislang über die Eltern.

    1. ja genau, nur eine kleine Aufmerksamkeit. Und diese ganzen Kleinigkeiten summieren sich dann halt zu ziemlich viel an Extras zusammen, die die Muttis zu erledigen haben, damit sie gute Muttis sind. Das ist ja genau der Punkt. Also war das Beispiel doch gut gewählt.
      Vielleicht gibt es dafür halt auch keine einfache Lösung. Die Rollen sind so verinnerlicht und viele Frauen machen das wahrscheinlich auch gern oder es ist nur ein kleines Übel für sie. Für andere ist es vielleicht sehr belastend und sie müssen lernen, sich abzugrenzen.

      1. Ich liebe Sonnenblumen und weiß die Arbeit engagierter Lehrkräfte absolut zu schätzen. Tatsächlich handelt es sich bei dem Beispiel um selbstgemachte Mütter-Stress (ja, sorry, kein Vater hätte wohl ernsthaft vorgeschlagen, dass in der übervollen Vorsommerferien-Zeit 25 Familien einen einzelne Sonnenblumen
        Herzaubern). Manchmal machen wir uns das Leben selbst schwer: Tolle Idee, einer besorgt, alle bezahlen.

  8. Euch ist aber schon klar, dass die Blume erstens nur als Beispiel für alles mögliche genommen wird, was Eltern (oder ebrn Mütter) organisieren sollen und zweitens die Blume als Geschenk für einen Abschied/Hochzeit/Jubiläum der Lehrkraft dienen soll? Als Teil eines Gemeinschaftsktion zur Freude/Überraschung der Lehrkraft, nicht als Teil des Unterrichts sondern als Geschenk, von dem die entsprechende Lehrkraft gar nichts weiß und wo explizit die Eltern drum gebeten werden, dies zu organisieren. Meist von den Elternsprechern damit die Lehrkraft von jedem einzelnen Kind eine Blume, im gesamten als Blumenstrauß bekommen soll. Das ganze ist eben wirklich als Elternaufgabe gedacht wie halt auch etwas für das Klassenfest beisteuern, wie Kopiergeld einsammeln wie Geschenke für einzelne Lehrkräfte von Eltern für die Lehrkräfte. Das ist mit der Blume gemeint und komnt on top zu alken weiteren Aufgaben von Eltern zum organisieren des Alktags einer Familie dazu.

  9. Danke! Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an! Ich kenne einige „Tue Gutes und rede darüber“ Muttis, die ständig am Jammern sind, an was sie alles denken müssen, aber auch überall ihre Finger drin haben. Mehr Verantwortung abgeben, ja, das bekommen die Kinder hin und der dazugehörige Vater auch!

  10. Und was mache ich nun, wenn eins der Kinder einen Sonnenblume (oder auch andere Blume*) mit zur Schule bringen soll? Diese Frage wurde nicht beantwortet.
    Denn: sage ich nun nein, sodass mein Kind das einzige Kind ist, was ohne Blume dasteht? Wofür wird die Blume gebraucht? Nur nice to have oder wird daraus etwas gemacht, was benotet wird?
    Ich kann mein Kind ja schlecht ins offene Messer laufen lassen, daher finde ich dieses Beispiel schlecht gewählt.

    *Sonnenblumen haben wir im Sommer bei uns im Garten. Da wäre ich pragmatisch „schnipp und ab“, Rosen hätten wir aber z.B. nicht da.

    1. Das Kind soll eine Sommerblume mitbringen, klingt nach einer lösbaren (Haus-) Aufgabe. Die das Kind alleine bewältigen kann, inklusive tragen bis zur Schultür, am besten auf den eigenen Füßen und nicht im Elterntaxi😉
      Danke für den Artikel!
      Weniger Super-Mama, mehr Zutrauen in unsere Kinder und Männer und Omas und sonstige hilfsbereiten Menschen…

      1. …und schon verkackt: Es geht um eine Sonnenblume, nicht Sommerblume. Diese muss (außer die Klasse residiert neben einem Feld) in einem Laden jahreszeitenunabhängig mit Geld (3-5€) erworben werden. Mein Kind hat z.B
        keine Lust, zwei Wochen Taschengeld proaktiv zu investieren und keinen Zugang zu einem Blumenladen. Ergo: Elternbeschäftigung.

    2. Miteinander reden wäre eine Option. Kind fragen, wofür es gebraucht wird. Wenn die Zeit da ist: die Lehrkraft vorher fragen.
      Wenn die Zeit nicht da ist, vielleicht erstmal Blume mitgeben und im Nachhinein ansprechen, ob bitte besser kommuniziert werden kann wofür sie gebraucht wird. Und vielleicht auch generell ins Gespräch kommen, wie viel und was von Eltern erwartet wird und was nicht.
      Man kann auch die Schule danach auswählen, wie viel Mitarbeit von Eltern erwartet wird.

    3. Ich denke, ab einem gewissen Alter sollte klar sein, dass die schulischen Sachen halt Aufgabe des Kindes sind und nicht Aufgabe der Mama. Das heißt, das Kind muss fragen, wo es denn eine Sonnenblume herbekommt, dann kann man antworten, aus dem Garten, oder etwas Geld geben, damit kann es dann selbst eine im Blumenladen besorgen. Und toll wäre es halt, wenn nicht automatisch die Mutter gefragt wird, sondern auch mal der Papa oder das Kind irgendwann so selbständig ist, dass es gar nicht mehr fragt.
      Ich denke, es hat wirklich viel mit der Haltung zu tun: schlage ich als Mutter das Hausaufgabenfeht auf und schaue nach, oder lasse ich das Kind selbst dran denken (oder halt nicht). Wenn es nicht selbst dran denkt, wird es die Blume halt nicht haben. Klar wird das am Anfang dazu führen, dass das Kind auch mal was nicht dabei hat, aber das ist ja auch nicht schlimm. Auf die Noten kommt es so wirklich erst bei großen Kindern an, bis dahin sollten sie es gelernt haben.
      Mir fällt es auch nicht leicht, mich für die Aufgaben meiner Kinder nicht verantwortlich zu fühlen, wir sind einfach zu symbiotisch mit unseren Kindern geworden. Mir hilft es dann, an meine eigene Kindheit zurück zu denken, wo ich komplett allein für meinen Kram zuständig war und so doch ein lebenstüchtiger Mensch geworden bin. Und ich käme nicht auf die Idee, meine Mutter für meine schulischen Versäumnisse verantwortlich zu machen.
      In meiner Lehrerausbildung hat mein Ausbilder mal gesagt: Job der Eltern ist es, dafür zu sorgen, dass die Kinder ausgeschlafen, mit Frühstück und sauberen Klamotten pünktlich das Haus verlassen. Der Rest ist der Job der Kinder. Das hilft.

      1. @Franzi zum Spruch des Ausbilders: der Mensch hat keine Ahnung von der menschlichen Vielfalt. Es gibt viele Kinder, die allein viel leisten können (und denen sollte man es nicht abnehmen) . Und viele die Unterstützung brauch zu lernen allein klarzukommen. Hab selbst von jeder Sorte ein Kind.
        Und im Unterricht letztens mit einem 5.-Klässler besprochen, auf welchen Tag man Hausaufgaben einträgt (aktuelle Tag bis. Zieltag). Entweder nimmt man sich die Zeit in der Schule auch noch bei so „großen“ Kindern oder erkennt an, dass Eltern vieler Kinder mehr leisten müssen als die drei Punkte.

  11. @Anne: sehe ich ganz genau so.
    Aber dann kann man sich ja nicht mehr in der Mütter Hero Bubble lamentierend präsentieren.
    So sehr ich den Punkt mental load nachvollziehen kann, aber vieles davon ist echt selbst gewähltes Leid, was ja im Ausgangsartikel erfrischend ehrlich auch so formuliert wurde. Manch eine braucht halt das Selbstbild der knietief im Blut des Muttermärtyrertums watenden Mutti

  12. Ich hab heute einen schlechten Tag (bin Lehrerin), deshalb der etwas muffige Kommentar:
    Oder ich lasse mal die Beschwerdemail an die Lehrerin weg, weil ich finde, dass mein Kind 0,5 Punkte mehr bei Aufgabe 3 in der Mathearbeit kriegen müsste.
    Oder ich lasse mein Kind alleine in die Schule laufen und wieder heim!?!
    Oder ich lasse die Beschwerdemail weg, weil mein Kind nicht zum Mathe-Hochbegabtenkurs ausgewählt wurde. Oder die Mail, weil mein Kind eine zu kleine Rolle bei der Einschulungsfeier bekommen hat.
    Oder ich stehe nur bei jedem 3. Fußballturnier am Rand und wechsle mich mit anderen Eltern ab. Oder ich lasse mein Kind mal alleine Hausaufgaben machen. Oder zum Turnen laufen.
    Würde auch viel Zeit und Energie sparen!
    Ich sehe soooo viel hausgemachten unnötigen Stress (als Lehrerin und als Mutter) weil die Kinder unselbstständig gehalten werden!
    Dann doch lieber den Kuchen und die Sonnenblume:)

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