Ihr Lieben, wann wusstet ihr, dass ihr noch ein weiteres Kind möchtet? Oder habt ihr euch ganz bewusst gegen ein zweites oder drittes Kind entschieden? Unsere Leserin Marlene hat eine vierjährige Tochter und fragt sich, ob diese ein Einzelkind bleiben sollte, denn sie fürchtet, keine Kraft für eine weitere anstrengende Babyzeit zu haben. Hier schreibt sie ihre Geschichte auf:
Noch ein Kind? Soll ich mich wirklich trauen?
Mein Name ist Marlene, ich bin 34 Jahre alt und habe eine vierjährige Tochter. Seit ungefähr einem Jahr werde ich immer wieder gefragt: „Und? Wann kommt das Geschwisterchen?“. Auch mein Mann hätte nichts gegen ein weiteres Kind – nur ich traue mich nicht.
Das liegt daran, dass ich die ersten zwei, drei Jahre als sehr sehr anstrengend empfunden habe. Unsere Tochter hat wahnsinnig viel geschrieen und fast nie geschlafen. Ich war monatelang ein richtiger Zombie, habe kaum andere Erwachsene gesehen, war zu müde für alles. Generell ist unsere Tochter kein „Einsteiger-Kind“, sie ist schnell unzufrieden, braucht viel Aufmerksamkeit.
Dazu kam, dass ich auch körperlich echt lange gebraucht habe, mich wieder halbwegs normal zu fühlen. Die Schwangerschaft und die Stillzeit hatten mich komplett ausgelaugt und ich war mir selbst richtig lange richtig fremd.
Noch schlimmer aber als all das körperliche war die mentale Belastung – für mich war die erste Zeit wirklich sehr sehr anstrengend. Seit ungefähr einem Jahr habe ich das Gefühl, dass es langsam besser wird. Die Kleine wird umgänglicher, es macht langsam richtig Spaß mit ihr zusammen zu sein. Ich bin selbstsicherer geworden, fühle mich wieder wohler. Und nun denke ich: Soll ich wirklich all diese positiven Veränderungen wieder aufs Spiel setzen?
Na klar ist nicht gesagt, dass das nächste Kind wieder so fordernd wäre, dass die Schwangerschaft mich wieder so schlauchen würde – aber es besteht ein Risiko, dass es wieder so sein könnte… Warum soll ich es aufs Spiel setzen, dass ich mich nun endlich das erste Mal seit Jahren wieder gut fühle?
Oder sind meine Gedanken nur egoistisch und für unsere Tochter wäre es das Beste, wenn sie kein Einzelkind bleibt? Weil es einfach schön ist, ein Geschwisterchen zu haben – spätestens dann, wenn wir Eltern mal nicht mehr sind.
Mich würde interessieren, ob es hier noch andere Mamas gibt, die gemerkt haben, dass ihre Kraft einfach nicht für ein weiteres Kind reicht – oder was sonst die Beweggründe gegen ein weiteres Kind waren. Ich freue mich auf Austausch.





23 comments
Liebe Marlene,
ich kann mich nur einigen meiner Vorrednerinnen anschließen und dir sagen: Die Entscheidung für oder gegen ein weiteres Kind solltest du wirklich unabhängig von allem und allen anderen fällen (so wie ich das lese, hattest du für Kind 1 die Hauptverantwortung und die meiste Arbeit, also sollte auch bezüglich dieser Entscheidung deine Stimme mehr Gewicht tragen als die deines Partners).
Meine Erfahrung:
Kinder können mit oder ohne Geschwister, mit wenig oder viel Altersabstand glücklich als auch unglücklich werden. Das hast du nicht im Griff und deshalb sollte es deine Entscheidung auch nicht beeinflussen.
Ein paar kleine Beispiele :
Ich selber habe 2 Geschwister, meine Schwester hat den Kontakt zu uns beiden anderen vor mehreren Jahren abgebrochen, obwohl wir uns zuvor immer gut verstanden haben.
Mein Bruder hat 2 Geschwister, mein Mann ist Einzelkind. Trotzdem ist mein Bruder jetzt als Erwachsener ein einsamer Mensch, Single, kinderlos. Mein Mann hingegen hat Familie und Freunde.
Man weiß nie, was geschehen wird…
Deshalb mein Rat: Hör vor allem auf dich selbst. Es ist letzten Endes nur dein eigenes Leben, für das du wirklich verantwortlich bist.
Alles Gute dir für deine Entscheidung.
Ich hoffe doch sehr dass du diese Entscheidung nicht aufgrund von anonymen Internet-Erfahrungen triffst. Man liest oft von dem entspannten zweiten Kind. Bei uns war das zweite Kind das absolut forderndste und ist sie auch bis heute geblieben. Wir haben uns trotzdem noch für ein drittes entschieden und haben zum Glück wieder eine entspanntere Babyzeit gehabt. Trotzdem bringt das natürlich richtig viele Einschränkungen mit sich, für einen selbst, aber auch für die Geschwisterkinder. Ins Bett bringen, Schwimmbadbesuche, jegliche andere Ausflüge, mal was mit Lego aufbauen, selbst einfach mal ein Buch vorlesen, uvm sind bei uns Dinge die im Alltag einfach nicht gehen, wenn hier unsere 1 jährige mit rumflitzt. Ich kann es verkraften wenn mein Großer sagt „du kümmerst dich fast nur um K3“ und ich liebe es drei Kinder zu haben. Aber man sollte sich der Entscheidung schon sicher sein, denn es ist eine sehr große Veränderung für die komplette Familie. Man wächst natürlich auch mit seinen Aufgaben und Dinge, die einem früher nicht möglich erschienen, sind es plötzlich doch. Aber der Preis dafür sind Schlafmangel, viele Nerven und ein Zurückstecken der eigenen und der Geschwister-Bedürfnisse.
Eine wirklich schwierige Frage und Entscheidung…Ich hadere selbst auch noch immer, obwohl es von Alter her nicht mehr optimal wäre. Aber ich hätte so gerne mehrere Kinder (gehabt). Da ich meine Tochter ungewollt alleine aufziehe, kann ich mir zwei Kinder kaum vorstellen. Aber der Wunsch ist da und die Fragen im Hinterkopf auch.
Ich kann dir momentan nir raten, die Frage für einige Zeit zurückzustellen und erst einmal richtig genießen, dass du dich wieder wie du selbst fühlst. Vielleicht kommt nach einiger Zeit dann ein Gefühl von Jetzt geht es wieder– oder eben nicht. Schenk dir noch Zeit, dann wird es klarer werden.
Alles Liebe
Hallo Marlene, ich kann dich gut verstehen, weil ich in einer ähnlichen Situation war, nur dass es bei mir um das 3. Kind ging und wir aus verschiedenen Gründen gezögert haben. Einer davon war auch meine bzw unsere Resoourcen. Ich habe 2 Töchter von 6 und 3 Jahren. Und das erste Jahr mit der großen wsr furchtbar. Sie hat soooo viel geschrieen. Ich wusste oft nicht mehr was ich tun sollte. Nach einem Jahr wurde es langsam besser. Wir haben aber länger überleg, ob wir noch ein zweites wollen, aufgrund der Erfahrung. Unsere zweite Tochter ist komplett anders, sie war super pflegeleicht. Ich finde es sehr verantwortsbewusst dir und deiner Familie gegenüber, genau zu überlegen. Die eigene körperlichen, vor allem aber auch mentalen Grenzen wahrzunehmen sind super wichtig. Gleichzeitig weiß man natürlich nie was die Zukunft bringt, ob man später die Entscheidung gegen ein Kind bereut oder zumindest hinterfragt oder eben nicht. Ich glaube, es gibt Fragen im Leben, die können wir nicht abschließend beantworten, weil wir nicht in die Zukunft blicken können. Wir können manchmal nur zaghaft und trotzdem mutig einen Schritt gehen und schauen was passiert.
Zum Thema Geschwister. Ich habe selber noch 4 Geschwister. Als ich Kind war haben die eigentlich nie mit mir gespielt, da sie zwischen 10 und 4 Jahre älter sind und dann auch noch 2 Jungs direkt vor mir. Klar hab ich das manchmal bedauert, aber auch nicht so sehr. Heute haben wir alle ein gutes Verhältnis, können uns aufeinander verlassen. Mein Mann ist Einzelkind. Und hat auch nichts vermisst. Er sagt immer, er kannte es nicht anders,deshalb war es nie ein Problem für ihn. Ich glaube, die Entscheidung für ein 2.Kind darf man nicht (allein) davon abhängig machen ob es Kind Nr. 1 guttun würde oder ob man ihm eine wichtige Erfahrung nimmt. Alles Gute dir!
Hallo Marlene, ich kann dich gut verstehen, weil ich ik einer ähnlichen Situation wsr, nur dass es bei mir um das 3. Kind ging und wir aus verschiedenen Gründen gezögert haben. Einer davon war auch meine bzw unsere Resoourcen. Ich habe 2 Töchter vin 6 und 3 Jahren. Und das erste Jahr mit der großen wsr furchtbar
Sie hat soooo viel geschrieen. ich wusste oft nicht mehr was ich tun sollte. Nach einem Jahr wurde es langsam besser. Wir hsben aber länger überlegt ob wir noch ein zweites wollen, aufgrund der Erfahrung. unsere zweite Tichter ist komplett anders, sie war super pflegeleicht, und jetzt standen wir vor der Entscheidung 3. Ja oder nein. Ich finde es sehr verantwortsbewusst dir und deiner Familie gegenüber, genau zu überlegen. Die eigene körperlichen, vor allem aber auch mentalen Grenzen wahrzunehmen sind super wichtig. Gleichzeitig weiß man natürlich nie was die Zukunft bringt, ob man später die Entscheidung gegen ein Kind bereut oder zumindest hinterfragt oder eben nicht. Ich glaube, es gibt Fragen im Leben, die können wir nicht abschließend beantworten, weil wir nicht in die Zukunft blicken können. Wir können manchmal nur zaghaft einen Schritt gehen und schauen was passiert.
Zum Thema Geschwister. Ich habe selber noch 4 Geschwister. Als ich Kind war haben die eigentlich nie mit mir gespielt, da sie zwischen 10 und 4 Jahre älter sind und dann auch noch 2 Jungs direkt vor mir. Klar hab ich das manchmal bedauert, aber auch nicht so sehr. Heute haben wir alle ein gutes Verhältnis, können uns aufeinander verlassen. Mein Mann ist Einzelkind. Und hat auch nichts vermisst. Er sagt immer, er kannte es nicht anders,deshalb wsr es nie ein Problem für ihn. Ich glaube, die Entscheidung für ein 2.Kind darf man nicht (allein) davon abhängig machen ob es Kind Nr. 1 guttun würde oder ob man ihm eine wichtige Erfahrung nimmt. Alles Gute dir!
Ich finde man sollte zu 100% sicher sein, ob man bereit ist für ein weiteres Kind.
Du zögerst, bist also nicht bereit. Sonst könntest du es bereuen. Der Risiko ist dann zu hoch, um in Depressionen zu rutschen.
Ich kann nur von mir berichten dass mein erstes Kind sehr herausfordernd und mein zweites Kind überraschend pflegeleicht waren. Aber ist keine Garantie dass es überall sei. Könnte
Ich möchte dir noch eine andere Sicht schildern im Hinblick auf dein Kind.
Ich selber habe 4 Kinder und finde es wunderschön. Gleichzeitig nagt manchmal das schlechte Gewissen, ob es egoistisch ist, 4 Kinder zu haben. Die Kleinen müssen überall mit hin, die Großen müssen vor allem am Anfang sehr viel zurückstecken.
Manchmal bin ich traurig, was ich jetzt mit Baby bei den Großen alles verpasse. Ich fühle mich trotzdem glücklich mit allen 4 und würde es nie anders wollen. Bin aber auch darauf gefasst, dass mir dies meine Kinder mal vorwerfen.
Vielleicht würde dein Kind auch irgendwann sagen, es war so schön mit euch alleine, ich wollte kein Geschwisterchen. Das hat unser Leben so verändert.
Du und dein Partner trefft die Entscheidung, wie groß eure Familie wird. Dafür tragt ihr dann auch euer ganzes Leben die Verantwortung und nur wenn ihr 100% hinter dieser Entscheidung steht, könnt ihr die gegenüber eurem Kind ganz klar vertreten. Auch wenn mal ein Vorwurf in die Richtung kommt.
Ich bin davon überzeugt, dass eine glückliche Kindheit nicht von Geschwistern abhängig ist. Und ich selbst denke manchmal auch neidisch, wie viel erlebt man exklusiv mit einem Einzelkind ohne Störung. Das stelle ich mir auch wunderschön vor.
Alles Liebe für dich und deine Familie.
Ich möchte mich den anderen Kommentaren anschließen: du denkst hochgradig verantwortungsbewusst, wenn du deine Resourcen hinterfragst, realistisch einschätzt und Herausforderungen einpreist (bedürftiges Kind, Krankheit, Zwillinge, etc).
Sicher kann man mit und ohne Geschwister glücklich werden und zufriedene Eltern sind eine supergute Basis für alles.
Liebe Marlene,
vielleicht hilft es dir erstmal zu überlegen, warum die Kleinkindphase für dich so anstrengend war. Z.B. zu viel Zeit alleine mit dem Baby/Kleinkind und dadurch zu viel Verantwortung? Zu wenig Unterstützung im Haushalt? Zu wenig Austausch mit anderen Mamas? Zu viele Stunden Arbeitszeit nach dem Wiedereinstieg? Zu wenig Zeit zum Regenerieren? usw.
Einige Punkte davon lassen sich dann nicht ändern wie die körperlichen Beeinträchtigungen, das braucht einfach Zeit. Andere Punkte kann man aber ändern und das hilft vielleicht schon viel. Ich habe mir auch ein zweites Kind gewünscht, aber war mir sicher es unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zu schaffen. Wir haben dann unser ganzes Leben radikal umgekrempelt und sind in der zweiten Schwangerschaft 650 km umgezogen, um näher bei meiner Familie zu sein und mehr Unterstützung zu haben. Ich bin mit deutlich weniger Stunden in den Job zurück nach der zweiten Elternzeit und wir haben uns Unterstützung mit dem Haushalt gesucht.
Mir ist natürlich klar, dass das alles auch finanziell möglich sein muss, aber vielleicht könnt ihr vorher ein paar Punkte finden, die sich nach der Erfahrung mit dem ersten Kind verbessern lassen und für euch umsetzbar sind.
Unser zweites Kind war ein absolutes Einsteiger-Baby, ist inzwischen 3 Jahre alt und wir sind sehr glücklich zu Viert. Besonders der Große ist als großer Bruder richtig aufgeblüht.
Ich wünsche euch alles Gute!
Liebe Marlene, ich lese aus deinem Text eher raus, dass du eben nicht mehr kannst und eigentlich auch nicht mehr willst. Ich selbst habe 3 Kinder, der Jüngste ist nun bald 5. Und ich habe ca 3,5 Jahre über ein viertes nachgedacht. Ich muss sagen, ich bin froh darüber, dass wir kein weiteres bekommen haben. Ich kann mittlerweile sagen, wir hätten es mental nicht geschafft und ich spüre nun: ich selbst und meine Ehe sind mir nun wichtiger als noch ein Kind. Wir haben 9 Jahre die Kinder in den Vordergrund gestellt und das natürlich auch tun müssen und ich habe einfach genug zu tun und möchte auch noch Frau sein. Es ist wichtig, wie es mir geht. Es ist wichtig, wie es dir geht. Es ist wichtig, wie es der Mutter geht. Geschwister streiten sich auch oft 😉 und ich denke es ist wertvoll, dass das Familiensystem funktioniert, egal, ob mit einem Kind oder drei. Deine Tochter hat Freunde, wird einen Partner haben und ggf selbst mal Kinder. Davon, ob sie ein Geschwister hat, würde ich diese Entscheidung nicht abhängig machen. Nur davon, ob dein Mann und vor allem DU das alles wirklich nochmal wollen und gut schaffen. Alles Liebe für dich.
Nein, das ist gar nicht egoistisch von Dir! Im Gegenteil, finde ich es total mutig von Dir so ehrlich über die harte Zeit zu berichten. Viele Frauen trauen sich das nicht, weil man das Muttersein doch genießen soll und weil sie denken dass sie etwas falsch machen oder zu sensibel sind, wenn sie ihr Kind oder die Mutterrolle zu anstrengend finden.
Dabei gibt es Kinder, die besonders fordernd sind und da kann niemand was dafür! (Und es liegt auch nicht am Stillen oder am Nicht-Stillen oder am Familienbett oder am eigenen Bett oder oder oder)
Du musst kein zweites Kind kriegen, damit Deine Tochter Geschwister hat. Aber Du musst genug Kraft haben, um Deine Tochter zu versorgen. Und wenn das nicht geht mit einem zweiten Kind, dann ist das Deine Grenze, die nur Du kennst und die keiner bewerten kann.
Ich finde es richtig stark dass Du das so klar sehen kannst und Du musst Dich nicht unter Druck setzen lassen.
Vielleicht kommst du irgendwann doch nochmal in die Laune für ein weiteres Kind. Und vielleicht auch nicht.
Aber das Glück Deiner Tochter hängt davon nicht ab.
ps.: mein erstes Kind war auch so ein Kind. Mein zweites war komplett entspannt 🙂
Ich fand die ersten zwei Jahre mit unserem ersten Kind ebenfalls furchbar anstrengend. Die Zeit (zusätzlich belastet durch die Pandemie mit ausfallender Kinderbetreuung) hat bei meinem Mann und mir zu einer Ehekrise und bei mir zu einer depressiven Episode geführt. Als ich mich drei Jahre nach Geburt wieder halbwegs stabil gefühlt habe, hatte ich dieselben Bedenken wie du. Wir haben es gewagt und ein zweites Kind bekommen (4 Jahre Abstand zum ersten). Tatsächlich war es wieder sehr belastend: wieder Beziehungskrise, wieder eine depressive Episode ein Jahr nach der Geburt. Trotzdem war es für uns die richtige Entscheidung. Unsere Tochter ist nun fast drei und als zweites Kind eine große Bereicherung für unsere Familie.
Ich habe in den ersten 1,5 Jahren mit ihr die Entscheidung manchmal hinterfragt, weil viele meiner Befürchtungen eingetroffen sind (allerdings ist sie ein viel einfacheres Kind als unser erstes!). Aber wenn man erstmal aus dieser „Zombie-Phase“ von Schlafmangel, körperlicher und mentaler Dauerüberlastung rauskommt, ist es das Ganze trotzdem wert. Geschwisterstreit schlaucht und ein zweites Kind läuft nicht immer „einfach so mit“, aber die Geschwister tun einander schon jetzt sehr gut (im Erwachsenenalter dann vermutlich noch mehr, denn ich bin jetzt, wo meine Eltern gesundheitlich abbauen, wirklich froh, das mit meiner Schwester gemeinsam tragen zu können). Auch für uns Eltern ist es toll und heilsam, zu sehen, dass die Kinder eben ihre eigenen Charaktere haben und wir manche leichter und besser begleiten können als andere. In unserem Fall wiegt die gewachsene Liebe in unserer Familie die Anstrengung auf.
Es macht Sinn auf due eigenen Ressourcen zu schauen. Und zugleich funktioniert das Leben ja auch oft leider so, dass man seine Ressourcen eh “ erweitern“ muss. Aus traurigen Gründen (Krankheit, Alter, Verlust). Also wenn der Wunsch besteht, dann kann man diese “ Expansion“/ Präfung ja auch aus überweiegebd schönem Grund schon einmal.angehen.
Ich habe 2 Kinder und hatte lange den Wunsch nach einem dritten Kind. Es war ein reiner Herzenswunsch, mein Kopf sagte mir „nein“. Zum Glück ist daraus auch nichts geworden. Das sage ich heute, weil ich damals bereits überfordert war. Mittlerweile haben mein Mann und ich uns getrennt und ich bin doppelt froh. Das heißt allerdings nicht, dass es für andere eine gute Entscheidung gewesen wäre.
Außerdem möchte ich dir gern sagen: wenn du dich für dich und dein Gefühl entscheidest, ist es niemals egoistisch.
Kein Kind BRAUCHT ein Geschwisterchen. Du kannst als Einzelkind glücklich oder unglücklich sein ebenso wie als Geschwisterchen.
Keiner kann dir garantieren, dass deine Kinder sich auch gut verstehen.
Du selbst fühlst in dich herein und wirst eine gute Entscheidung finden für dich und für niemand anderen.
Ich wünsche dir viel Kraft!
Corona zeigte uns, dass unsere Kraft auf die Dauer für exakt 0,8 Kinder reicht und die Unterstützung im Ernstfall von allen Seiten genau null ist. Damit bleibt unser Kind Einzelkind und jetzt mit 38 hören auch endlich die Fragen auf.
Mein Eindruck ist ganz oft – Kinderwunsch hin oder her, in der heutigen Zeit sollte man sich immer sehr intensiv fragen, wieviel man im Zweifelsfall wirklich allein schaffen würde. Finanziell (Betreuung ist teuer), mental und körperlich. Sonst leidet am Ende immer mindestens eine Person – meistens Mutter oder Kind(er).
Gilt im übrigen genauso für die Väter.
Ich finde es überhaupt nicht egoistisch, sich gegen ein weiteres Kind zu entscheiden, sondern eher verantwortungsbewusst. Ich kann dir aber aus meiner Erfahrung Mut machen, dass ein weiteres Kind nicht immer unbedingt zu größerer Belastung führt. Wir haben inzwischen drei und ich werde eher zunehmend entspannter, weil mein Anspruch sinkt und die Kinder sich viel miteinander beschäftigen und die Großen sich teilweise um den Kleinen kümmern. Unser Ältester war auch ein eher forderndes kompliziertes Kleinkind (oder wir haben es uns kompliziert gemacht :), auf jeden Fall empfinde ich es als total bereichernd zu sehen, dass jetzt alle drei so unterschiedlich sind.
Vielleicht kannst du dich auch nochmal mit deinem Partner absprechen und schauen, wie ihr euch so aufteilt, dass du nicht erneut in eine so tiefe Erschöpfung reingerätst. Du bist ja in einer guten Verhandlungsposition 🙂 Liebe Grüße
Ich denke, wenn man jemand anderen (bzw. die Öffentlichkeit im Internet) fragt, weil man nicht sicher ist, ob man noch ein Kind bekommen soll, sollte man es lassen. Wie wir hier ja ständig lesen, bringen Kinder nur Nachteile mit sich: Mental Load, unengagierte Väter, Kuchenbacken für die Kita, Diskussionen mit Lehrerinnen, beruflich benachteiligte und gestresste Mütter, Wochenenden auf dem Fußballplatz, ADHS, Hochsensibilität etc.
Wenn ich trotz alledem ein Kind bekomme, muss ich mir der Sache sehr, sehr sicher sein!
Ich bin in einer sehr ähnliches Situation wie du, mein Sohn ist fast 5 und bisher auch Einzelkind. Wahrscheinlich bleibt das auch so, auch wenn ich immer wieder damit hadere. Mein Sohn war und ist auch kein Anfängerkind, und wenn ich ehrlich bin ging es mir die ersten 2,5 Jahre seines Lebens nicht gut. So wie ich damals war, will ich micht nicht mehr fühlen! Und ich habe auch Angst, was ein zweites Kind widerum für ein eigenes Paketchen mitbringen kann. Schreibaby? Chronische Krankheiten? Früher hätte ich diese Bedenken weggewunken, hätte irgendwie nicht geglaubt, dass mir so etwas passiert. Ich hab geglaubt, es wird schon alles gut werden, bei mir klappt das schon. Keine Ahnung woher ich früher diesen Optimismus hatte! Jedenfalls ist er mir nach den Erfahrungen der letzten 5 Jahre leider komplett abhanden gekommen. Dazu kommt, dass ich schlicht und einfach keinen Kinderwunsch mehr habe! Und ich denke, so wie sich dein Text ließt, hast du auch keinen Kinderwunsch. Sonst wären ganz andere Themen bei dir im Vordergrund. Ich kenne auch Leute, die hatten ein sehr anstrengendes erstes Kind und haben trotzdem ein zweites bekommen. Die hatten dann einen ganz andere O-Ton à la „ach was, das zweite mal wird besser. Super unwahrscheinlich dass man 2 Schreikinder bekommt, ….“. Mein Struggle ist immer einzig und alleine, dass mein Kind vielleicht etwas fehlen könnte, dass er Geschwister vermisst. Aber ich sage mir, dass das alleine kein Grund sein kann, ein Kind zu bekommen. Denn viel mehr braucht mein Kind mental gesunde Eltern, die im Idealfall auch noch ein tolles Paar bleiben. Aebr ich verstehe dich, mich verunsichert es auch massiv, dass „fast jeder“ 2 Kinder bekommt. Es gibt einige tolle Instagramm Accounts zum Thema 1-Kind-Familie, die haben mir sehr geholfen, meine Perspektive zu ändern und mich nicht so alleine mit diesem Thema zu fühlen. Und WENN mein Kind jetzt oder irgendwann später unzufrieden damit ist, dass es keine Geschwister hat, habe ich mittlerweile folgende Einstellung: Niemand hat alles was er sich wünscht. Es ist jedermanns Aufgabe, mit dem was das Leben einem mitgegeben hat, das beste aus seinem Leben zu machen.
Mut zum Einzekind!
Ich höre aus dem Text, dass du kein weiteres Kind willst und deswegen vor allem deiner Tochter gegenüber ein schlechtes Gewissen hast.
Aber deine Argumente sind sehr gut und ich kenne viele Familien, die nach einem nicht schlafenden, sehr fordernden ersten Kind genau nochmal so ein Kind bekommen haben. Mit der Zuspitzung, dass man dann älter ist und die schlaflosen Nächte noch schlechter wegsteckt und man sich ja parallel noch um das große Kind kümmern muss. Wenn das große Kind viel emotionale Unterstützung und Geduld benötigt, wird oft auch die Schulzeit sehr anstrengend, da die Schule meist auf die Bedürfnisse der Kinder nicht sehr individuell eingehen kann und man dann als Eltern nochmal sehr gefordert ist, dass das funktioniert.
Ich habe mit vielen Erwachsenen über das Thema geredet. Da gibt es nur einige, die eine enge bereichernde Beziehung zu ihren Geschwistern haben. Es gibt auch welche, die haben gar keinen Kontakt oder eine sehr schwierige Beziehung und fast alle Einzelkinder haben gesagt, dass ihnen nie etwas gefehlt hat. Immer gibt es Freunde, die viel wichtiger für die Leute sind, als ihre Geschwister.
Bei den Familien im Umfeld mit einem Einzelkind beobachte ich auch, dass Kontakte zu gleichaltrigen Kindern sehr intensiv gefördert werden. Da wird oft nach der Schule ein Freund mit nach Hause genommen und teilweise auch ein Freund oder Cousin mit in den Urlaub genommen.
Ich frage mich manchmal umgekehrt, ob ich zu egoistisch war, weil ich unbedingt 3 Kinder wollte und jetzt 3 Kinder habe – aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, bin ich mir nicht so sicher, ob meine Kraft wirklich dafür reicht…
(Dass ich meine Kinder trotzdem liebe, muss ich hoffentlich nicht dazu sagen!) Ich glaube, es macht durchaus Sinn auf die eigenen Ressourcen zu schauen.
@Liz: ich schließe mich Liz an, auf die eigenen Kräfte und Ressourcen zu achten, ist von immenser Bedeutung! Ich hätte mir zwei Kinder gewünscht, aber nur eins bekommen und jetzt, wo das Kind bald auf die weiterführende Schule geht, muss ich mir eingestehen, dass meine Kraft für zwei Kinder nicht gereicht hätte. Ich habe erst jetzt die ersten kleinen Freiheiten, wie Zeit für Sport, Physiotherapie oder für berufliche Weiterbildung. Es war mir (früher) nicht klar wie viel Zeit für Hausaufgabenbetreuung, Fahrerei zum Sport und anderweitige Termine gebraucht wird. So, wie es aktuell ist, finde ich es schön. Aber all das mal zwei wäre eine zu große Belastung für mich. Von daher: höre lieber auf dein Bauchgefühl und weniger auf Wünsche aus deinem Umfeld.
Das hast du schön formuliert. Auch dir wünsche ich viel Kraft!
Natürlich muss man auf sich und seine Köper hören sowie die Vor- und Nachteile genau abwägen.
Allerdings bin ich Einzelkind und habe mich insbesondere in Urlauben, aber auch zu Hause oft gelangweilt. Man war mehr mit Erwachsenen umgeben.
Heute als Erwachsene wünsche ich dir Geschwister, mit denen ich Geschichten über meine Eltern teilen könnte…Es ist eben nicht das gleiche tolle Freunde zu haben, diese Geschwisterliebe bei meinen Kindern hätte ich auch gern gehabt (klar es gibt auch mal Streit, aber bei uns nie weltbewegend) Sie sind 5,5 Jahre auseinander und für uns ist dieser Abstand perfekt.
Einzelkind sein dürfen und doch Geschwisterkind sein, finde ich mit einem guten Altersabstand einfach toll 🙂