Noch ein Kind mit über 40? Katharina hat Heidi Mut gemacht

Kind mit über 40

Foto: pixabay

Ihr Lieben, für uns ist es das größte Geschenk, wenn wir euch mit unseren Geschichten bereichern können, wenn ihr Neues lernt, euch inspirieren lasst, euch entlastet fühlt. Als ich 2022 meine vierte Schwangerschaft hier verkündet habe, bekam ich viele Nachrichten, dass die Kinderplanung ebenfalls noch nicht abgeschlossen sei. Aber noch ein Kind mit über 40? Ist das wirklich eine gute Idee?

Viele von euch haben meine Berichte über die vierte Schwangerschaft und das erste Babyjahr gerne gelesen – so auch Heidi, die sich mit über 40 ebenfalls ein viertes Kind gewünscht hat. Hier schreibt sie ihre Geschichte auf:

Ich heiße Heidi, bin 45 Jahre alt und lebe mit meinem Mann, unseren vier Jungs (1, 8 ,13 ,17 Jahre alt) und unserer Golden Retriever Hündin am Bodensee. Wir haben viele Jahre in Berlin gelebt, unser Zuhause lag in der Einflugschneise, es war also sehr laut, wir hatten lange Pendelwege und auch die Kinder mussten mit der S-Bahn zur Schule fahren. Wir sehnten uns nach einem ruhigeren, beschaulicheren Leben. Es war für meinen Mann aus beruflichen Gründen lange Zeit nicht möglich, Berlin zu verlassen. Irgendwann wurde der Wunsch nach einer Veränderung so groß, dass wir gesagt haben: „Wir machen das jetzt einfach.“ Und dann hat sich alles gefügt. 

Der Bodensee ist unsere alte Heimat, dort haben wir ein schönes Reihenhaus in einem Wohnprojekt gefunden. Genau davon hatten wir immer geträumt: Autofrei, zentrumsnah und trotzdem am Waldrand ruhig gelegen.

Und dann waren wir plötzlich an dem Punkt, an dem die äußeren Umstände perfekt waren für ein weiteres Familienmitglied. Mein Mann arbeitete 80 Prozent im Homeoffice, ich als Erzieherin in der Kinderkrippe in einem wirklich tollen Kindergarten. Dazu das Haus, der Garten, der See, alles erschien passend – bis auf unser Alter. Für mich war 40 die innerlich gesetzte Grenze, um noch ein Kind zu bekommen. 

Noch ein Kind mit über 40?

Trotzdem war da plötzlich wieder ein Kinderwunsch. Ich hatte aber viele Fragen und fing an, im Internet vergleichbare Lebenssituationen zu suchen. Ich fand allerdings nur Berichte von Frauen, die mit 40 das erste Kind bekamen. Dann wurde Katharina mit ihrem vierten Kind schwanger. Ich lese diesen Blog schon viele Jahre und konnte habe mich gefreut, von ihrer Schwangerschaft und der erste Babyzeit zu lesen. Mir machen diese Berichte Mut, mein Mann und ich sprachen lange über den Kinderwunsch und entschieden dann, es einfach zu versuchen.

Ich wurde tatsächlich schnell schwanger, ich weiß, dass das nicht selbstverständlich bist und dafür bin ich sehr sehr dankbar. Während ich bei den ersten Schwangerschaften keinerlei Beschwerden hatte, war mir beim dritten und beim vierten Mal viele Wochen schrecklich übel. Es war echt eine Herausforderung, meinen Alltag trotz der Übelkeit zu meistern, aber irgendwie haben wir das gewuppt.

Zwei unserer Kinder waren von Beginn an voller Vorfreude, eins zuerst kritisch. Er fand, dass unsere Familie perfekt ist und wollte keine Veränderung. Im Laufe der Schwangerschaft aber veränderte sich seine Einstellung und erst gestern hat er gesagt, wie bereichernd er dieses vierte Kind empfindet.

Ja, unser Nachzügler ist wirklich eine große Bereicherung für alle. Die großen Brüder sind so liebevoll mit ihm und beschäftigten sich viel mit ihm. Eifersucht ist hier kein Thema, der Kleine wird nur geliebt. Wir Eltern achten aber auch darauf, dass wir genügend Kapazitäten für die großen Jungs haben, damit sich niemand benachteiligt fühlt.

Ich genieße die Zeit mit Baby sehr und habe eine sehr große Entspanntheit entwickelt, was die verschiedenen Phasen inklusive ihrer Herausforderungen anbelangt. Da hilft mir die vorausgehende Erfahrung schon viel. Ich weiß, dass ich ab März an einen sehr schönen Arbeitsplatz zurückkehren kann und ich mein Baby, das dann bereits 18 Monate alt ist, einfach mitnehmen kann und es in der anderen Krippengruppe von meinen tollen Kolleginnen betreut wird. Ich habe vor einem halben Jahr mit einem Montessori-Diplomkurs begonnen, so kann ich auch während der Babyzeit etwas für mich tun, was für mich auch eine große Bereicherung darstellt.

Mein persönlicher Endgegner ist der Haushalt. Obwohl mein Mann und ich uns die Aufgaben teilen, ist so ein Haushalt mit vier Kindern und Hund echt ein Riesen Projekt. Es hilft nur: Bloß keine Perfektion und die ein oder andere Uniordnung einfach „weggucken“.

Es ist schon spannend zu sehen, was die letzten siebzehn Jahre mit uns gemacht haben. Wie wir uns entwickelt haben, wie wir als Eltern gewachsen sind, wie wir in all die Verantwortung reingewachsen sind. Oft habe ich mich gefragt, ob ich vielleicht zu alt für ein weiteres Kind bin, aber ganz ehrlich: Ich fühl mich nicht alt. Mitte 40 zu sein ist heute was ganz anderes als früher. Ich genieße einfach meine Großfamilie, all das Chaos, all die Phasen, die ganze Liebe. Und ich freue mich auf weitere 17 Jahre Familienzeit….

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1 comment

  1. Liebe Heidi, die Entscheidung für ein weiteres Baby, unabhängig vom Alter der Mutter, ist so individuell, dass man im Grunde die Erfahrungen anderer schlecht auf sich selbst übertragen kann. Ich freue mich, dass bei euch alles so rund läuft. Das tut es bei uns auch, aber ich merke, dass mein jüngster mich mit 3,4,5 Jahren deutlich mehr angestrengt hat, als seine Geschwister 10 Jahre zuvor. Den Satz mit dem Endgegner Haushalt fand ich super.
    Alles gute weiterhin für euch.

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