„Kinderkriegen? Würd ich heut niemandem mehr empfehlen“

Kinderkriegen

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Ihr Lieben, in dieser Woche kamen die neuen Geburtszahlen raus und es werden immer weniger Babys in Deutschland geboren. Als wir die Studie dazu bei Instagram teilten, meldeten sich einige Mütter bei uns, die sagten: Versteh ich. Kinderkriegen würde ich unter diesen Umständen heute auch nicht mehr empfehlen.

Ich fragte interessiert nach, schrieb einmal auf den Satz „In DIESE Gesellschaft würde ich keine Kinder mehr setzen“ als Antwort: „Aber die neuen Babys SIND doch die neue Gesellschaft“. Mir kam auch der Gedanke, dass selbst in Kriegsgebieten Kinder geboren werden, dass selbst da Hoffnung zu bestehen scheint. Und dass es uns dagegen uns hier in Deutschland ja nun trotzdem noch gut geht.

Eine Mama war bereit, uns Rede und Antwort dazu zu stehen, warum sie dennoch die Umstände untragbar findet.

Du Liebe, du sagst, du bist alleinerziehend und „zum Glück verbeamtet“, aber dennoch sei es täglich ein Kampf. Inwiefern?

Mail schreiben
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Ich bin seit 2018 getrennt, seitdem alleinerziehend, meine Kinder sind mittlerweile fast 14 und 11, also glücklicherweise mittlerweile aus dem Gröbsten heraus. Das ältere Kind lebt mittlerweile komplett bei mir, das andere in einem flexiblen Wechselmodell.

Die Kinder habe ich nach der Trennung klassisch im Residenzmodell betreut, auch über die Corona-/Homeschoolingzeit. Zum Wechselmodell kam es später auf Initiative des Vaters hin, das funktioniert aber nur bei einem Kind. 

Ich bin zugezogen an unseren aktuellen Wohnort, stamme nicht von hier, habe also keine Familie und keine Unterstützung vor Ort. Oder anders gesagt: Ich ziehe die Kinder allein groß. 

Du sagst auch, dass die Kinderbetreuung nicht wirklich mit dem Job vereinbar ist und aktuell wieder schwieriger wird. Was genau verkompliziert es?

Warum ich die Kinderbetreuung als schwer vereinbar betrachte? Nun ja, Schließzeiten im Kindergarten von 16 Uhr waren mit einem zwangsläufigen Fast-Fulltimejob schwer vereinbar. Zumal mein Büro 50km entfernt in der Großstadt liegt. Das funktionierte nur mit Unterstützung von einem Babysitter. Vom Verdienst her war das möglich, aber halt auch erforderlich. Ideal ist ein solches Modell dennoch nicht.

Man hetzt durchs Leben, ohne Pausen, immer am Limit. Man reibt sich vollständig auf. Und muss doch funktionieren, denn es gibt kein Backup. Familie als One-Woman-Show ist nicht ideal. Zumindest ohne familiären Anschluss. 

Ich bin froh, dass meine Kinder selbstständiger werden, dass ich wieder mehr Raum für mich bekomme. In meinem Job werden Dienstreisen erwartet. Das in den letzten Jahren zu organisieren, nun… es war spannend. Der Oma die Bahnfahrt zu uns zu bezahlen war ein Weg. Ein anderer Weg war, Freunde übernehmen zu lassen und es waren auch wieder Babysitter im Spiel.

Zumeist musste ich aber passen, konnte an wichtigen Terminen nicht teilnehmen. Denn bei Krankheit hilft die beste Organisation nicht, da bricht alles in sich zusammen. Und tatsächlich bin ich froh, dass ich, von Corona abgesehen, doch noch auf eine zuverlässige Betreuung zurückgreifen konnte. Mit weniger ungeplanten Schließzeiten als ich es jetzt bei Kolleg:innen erlebe. 

Denn Arbeiten mit (kleinen) Kindern ist auch im Homeoffice nicht möglich. Stundenweise ja, aber keine vollständigen Tage und vor allem nicht stundenlang am Stück. Aber immerhin ermöglicht Homeoffice überhaupt Arbeiten durch wegfallende Weg-Zeiten. Flexible Arbeitszeiten helfen auch – aber eine echte Vereinbarkeit ist es nicht.

Kinder benötigen Unterstützung, Zeit und Zuspruch. Auch wenn sie älter werden. Mit den weiterführenden Schulen in Form von Halbtagsschulen kommt dann Alleinkochen zur Mittagszeit ins Spiel. Gerade bei ewig hungrigen Teenagern kann man das alles ja planen und irgendwie drumherum basteln. Es funktioniert schon. Nur: Man brennt auf Dauer aus. Sich regelmäßig abends nochmal an den Rechner zu setzen kostet Schlaf, das geht kurzfristig, aber nicht auf Dauer.

Auch das Thema Schule sagst du, baue stark auf die Mitwirkung der Eltern. Was meinst du damit genau und hättest du eine Idee, wie das besser und anders laufen könnte?

Homeschooling

Dass unsere Kinder nur halbtags zur Schule gehen, ist eins der Themen. Und dann braucht es auch Hilfestellungen, Unterstützung, Hausaufgabenbegleitung. Ich mag nicht zu arg jammern, meine Beiden lernen gut, selbstständig und brauchen wenig Unterstützung.

Vokabeln abhören, Freiräume schaffen, damit sie mit Freunden lernen können, das machen sie alles. Ich bin also grundsätzlich sehr dankbar, dass Beiden Lernen leichtfällt. Ich weiß aber auch, dass das nicht die Norm ist, dass ich da schlicht auch Glück habe.

Du siehst auch Handlungsbedarf im Familienrecht, Gewaltschutz und Unterhaltsrecht. Was läuft da schief und könnte besser sein?

Stichwort Nachtrennungsgewalt. Da meine ich keine körperliche Gewalt, aber den Rest in allen Varianten: Wechselmodell ohne Ausgleichszahlungen etwa. Das sind halt Ansprüche, die nur privat einklagbar sind und im Anwalt-Ping-Pong verjähren.

Zumal man auch hier eine schlichte Betrachtung der Wirtschaftlichkeit der Rechtsmittel machen muss: Lohnt sich der kostenintensive Krieg, der alle Ressourcen bindet? Ich habe mich dagegen entschieden. Frieden und Ruhe sind mir wichtiger. Aber auch, weil ich viel und flexibel arbeiten kann, Arbeitszeitmodelle flexibel anpassen und uns so gut finanzieren kann.

Gerichtsverfahren binden einfach viel Energie, belasten sehr, rauben einem die Ruhe, die man für die Kinder aber braucht. Als Betreuende fehlt einem schlicht die Energie für solche weiteren Kriegsschauplätze. Recht haben und Recht bekommen fallen im Familienrecht zunehmend weit auseinander. Die Rechte des Vaters werden über die der Mutter und auch der Kinder gesetzt.

Verweigert sich ein Kind, schaut man nicht nach den Ursachen, sondern sieht sich als Mutter mit dem Entfremdungsvorwurf konfrontiert. Das sind bittere Erfahrungen, die sollte niemand machen müssen. 

Ich bin in der glücklichen Lage, uns allein gut versorgen zu können, mittlerweile kommt aber auch zumindest Unterhalt für ein Kind wieder regelmäßig. Ich weiß aber, dass ich mit meinem Gehalt weit über dem Schnitt liege, dass meine wirtschaftliche Situation eine privilegierte ist.

Dass ich auf die Durchsetzung unserer Rechte verzichten kann. Dass andere das aber schlicht nicht können. Das sie auf Unterhalt angewiesen sind. Gerade mit kleineren Kindern kann man, soweit man auch auf sich alleingestellt ist, nicht Vollzeit arbeiten. Selbst mit Homeoffice nicht. Und in weniger gut bezahlten Jobs arbeiten. 

Stimmt es, dass du insgesamt Menschen vom Kinderkriegen abraten würdest, wenn sie kein sicheres Netz an Familie und Freunden haben?

Trennung aus dem Nichts
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Wenn ich die aktuelle Politik betrachte, den sichtbaren Backlash, dann kann ich Kinder bekommen aus meinen Erfahrungen und Beobachtungen heraus nicht uneingeschränkt empfehlen. Nicht für Frauen.

Es gibt keine Garantie, dass Beziehungen halten. Menschen verändern sich. Und oft sieht man mit der rosaroten Brille nicht wirklich gut und der gedachte perfekte Papa entpuppt sich als Egomane ohne jegliches Verantwortungsbewusstsein. 

Was müsste sich gesellschaftlich tun, um deine und die Lage vieler Mütter zu verbessern?

Wie gut eine Gesellschaft funktioniert, zeigt sich in ihrem Umgang mit den Schwächsten. Die aktuellen Sparprogramme setzen aber just da an. Zum Beispiel die Streichung des Unterhaltsvorschusses ab 12 Jahren… Daher: Aktuell würde ich zu Kindern nu JA sagen, wenn man familiäre Unterstützung hat und finanziell sicher im Leben steht, wenn Frau im Zweifel alles auch allein wuppen kann. Sonst: Nein, da würde ich abraten. 

Und wenn man denn ohne Familie einen sehr starken Kinderwunsch hat, nun, dann sich vorher unbedingt Netze bauen. Unterstützung frühzeitig planen. Das berühmte Dorf, dass es zur Erziehung braucht, sich diese unbedingt suchen.  Kinder zieht man sehr lang groß, das ist eine, nein, eigentlich die Entscheidung fürs Leben. 

Und jetzt merke ich gerade, dass ich müde werde. Mein Hirn legt sich leider nun schon schlafen, das ist halt auch eine Krux… dass Hirn und Körper einem Grenzen setzen. Allein mit dem Willen funktioniert Leben halt auch nicht, so stark der auch sein mag. Irgendwann zeigt einem der Rest die rote Karte. Leider. 

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19 comments

  1. Zum Thema Kindererziehung früher und heute: es gibt auch ein paar Dinge, die früher einfacher waren.
    Am Ende der Nerven durfte man die Kinder noch schlagen.
    Dieses Gesamtgesellschaftliche „höher, schneller, weiter“ hatte noch nicht solch absurde Ausmaße. Wer hoch hinaus will, kann auch viel tiefer fallen.
    Es gab damals die Aussicht, dass es in Zukunft besser wird, statt wie jetzt schlechter. Das ist emotional leichter zu bewältigen.

    1. Kinder zu schlagen als Argument, dass dadurch Erziehung früher leichter war finde ich total daneben und würde ich als Moderatorin auch nicht stehen lassen. Als systemische Familientherapeutin kann ich Dir so viele Fälle erzählen, wo psychische + physische Gewalt nur schlechte Konsequenzen für die Kinder und ihre eigene spätere Beziehungsgestaltung hatte.

  2. Danke für diesen großartigen Artikel! Kinder allein großzuziehen, ist eine Verschleißveranstaltung. Was mich als Alleinerziehende sehr belastet ist die Bürokratie und Verwaltungsaufgaben. Elternbriefe, die kurz vor knapp kommen, ein Teil als Briefpost, ein Teil per Mail- es wird einfach davon ausgegangen, dass Frau sich das frühere Abholen oder die Begleitung der Kinder bei Sportveranstaltungen auch kurzfristig einrichten kann. Obwohl so viele Kinder im ein Eltern-Haushalt aufwachsen, ist in Westdeutschland nichts darauf ausgerichtet.

  3. Was mich fast mehr beschäftigt als der Artikel selbst, sind die Kommentare darunter. Wie kommt bloß die Überzeugung zustande, gesunde Kinder zu haben, müsse jedes Ungemach wettmachen und jeden Stein, der einem als Eltern in den Weg gelegt wird, in Manna verwandeln?

    Ich versuche mal, ein paar mögliche Ursachen zu nennen, die mir spontan in den Sinn kommen:

    1. In vielen traditionellen Weltbildern ist ein Kind ein Geschenk, das man empfängt und wofür man dankbar zu sein hat, unabhängig von den Umständen. Wer trotzdem klagt, verhält sich undankbar gegenüber etwas Höherem.

    2. Wer selbst Kinder hat und dafür viel geopfert hat, braucht möglicherweise die Überzeugung, dass es das wert war. Wenn jemand anderes nun sagt, „unter diesen Umständen würde ich das nicht empfehlen“, ist das wohl eine indirekte Infragestellung der eigenen Entscheidung. Der Abwehrreflex ist also Selbstschutz.

    3. „Andere haben es schlimmer“ ist psychologisch ein verbreitetes Werkzeug zur Selbstregulierung. Das kann sogar gut funktionieren. Aber hier wird es _gegen_ _andere_ verwendet. Was für einen selbst funktioniert hat, wird zur moralischen Forderung ans Gegenüber verdreht.

    4. Gesunde Kinder sind sichtbar. Strukturelle Probleme wie Unterhaltsrecht, Kitazeiten, fehlendes soziales Netz usw. sind es weniger. Was man nicht sehen kann, fühlt sich nach Einbildung an. Also muss wohl die Mutter das Problem sein, nicht das System.

    All das zusammen ergibt anscheinend die merkwürdige Überzeugung „Du hast das Beste, was es gibt. Was willst du noch?“

    Aber mal konkret: Da schildert jemand definitiv ohne Selbstmitleid, wie der Alltag als alleinerziehende Mutter aussieht und was da alles passieren kann: Kitaschließzeiten, Unterhaltsrecht, keine Familie vor Ort, Dienstreisen, die man nicht antreten kann, weil das Backup fehlt, usw. Nichts davon ist erfunden, nichts davon ist hysterisch. Und was kommt prompt als Reaktion? „Jammern auf hohem Niveau!“, „Früher war es schlimmer.“, „Hört auf euch als Opfer darzustellen.“
    Als wäre das Benennen eines Problems bereits der Beweis für mangelnde Resilienz. Dumm nur, dass Resilienz ganz anders definiert ist. Nämlich als die Fähigkeit – salopp gesagt – wieder aufzustehen, das Krönchen zu richten und weiterzumachen. Meines Erachtens macht die Autorin genau das seit Jahren.

    Kein einziger konkreter Punkt des Blogtextes wird in den Kommentaren inhaltlich bisher widerlegt. Nicht einer! Stattdessen wird der Ton angegriffen, die Haltung, die vermeintliche Wehleidigkeit. Leute, das ist doch keine Gegenargumentation, das ist Gedankenpolizei mit freundlicher Maske.

    Sowas sagt doch eigentlich alles. Nicht über die Frauen, die die Erfahrungen der Autorin machen. Sondern über das Klima, in dem sie sie machen. Wer strukturelle Probleme benennt, soll dankbar sein, dass die Kinder gesund sind. Wer müde ist, soll an die Kriegsgeneration denken. Wer zweimal überlegt, ob Kinder unter diesen Umständen eine gute Idee sind, ist zu ich-bezogen.

    Die Mutter im Artikel hat jahrelang ihre eigenen Bedürfnisse, Karrierechancen, Schlaf, Freizeit, soziale Teilhabe systematisch hintenangestellt. Für zwei Kinder, ohne Netz, ohne Backup. Sie hat auf Rechtsdurchsetzung verzichtet, nicht weil sie keine Ansprüche hatte, sondern weil der Kampf darum den Kindern geschadet hätte. _Das_ soll ich-bezogen sein? Ja nee, ist klar …

    Ich möchte dem Artikel hiermit noch einen weiteren Grund hinzufügen, warum immer weniger Menschen Kinder bekommen sollten: Die Gesellschaft, die einem erklärt, dass man über die Strukturen, schwache Momente und sonstige Fallstricke gefälligst nicht zu reden hat.

    Das ist soziale Isolation durch Beschämung.
    Dem gegenüber steht Artikel 6 des Grundgesetzes, Absatz 4: „Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.“

    Just sayin‘ …

    1. Wieder einmal gut auf den Punkt gebracht Ute👍😁. Und auch hier nochmal dazu: Ich kann mich vom Leben beschenkt fühlen und super glücklich sein mit meinen Kindern UND trotzdem völlig erschöpft die zum Teil grässlichen Strukturen unter denen wir Mütter in Deutschland Kinder bekommen beklagen. Ich kann wertschätzend darüber sein, dass ich in Deutschland ohne Krieg und normalerweise ohne Hunger meine Kinder ins Bett bringen und trotzdem verzweifeln, dass meine Freundin ohne Kinder eines Tages fett Rente bekommenund ich nur einen Mindestsatz, obwohl ich vier Kinder im Dauereinsatz von Körper, Geist und Seele groß gezogen habe. Ich kann die Alltagsstruktur und das ständige Ausgeschlossensein schrecklich finden und trotzdem sagen, dass ich ein Familienmensch bin und meine Kinder die beste Entscheidung meines Lebens sind. Die Welt ist nicht nur schwarz weiß und man leidet nicht nur unter Hunger, Vergewaltigung und Kälte.

  4. Ihr jungen Mütter jammert auf dermaßen hohen Nivou.
    Es gibt keinen Grund zum Jammern, wenn die Kinder gesund sind.
    Der einzige Grund sich keine Kinder anzuschaffen ist, weil das Pflegesystem, falls ein Kind behindert kommt, schlicht und einfach schlecht ist.

    Das Pflegesystem in Deutschland ist nicht optimal ausgereift, vorallem für Familien.
    Das Schulsystem für behinderte Kinder ist schlecht.
    In den Förderstätten wird nur das nötigste gemacht.
    Massiver Personalmangel
    Mit einem behinderten Kind kämpfst du jeden Tag.
    Ich denke, hier nicht an behinderte Kinder mit Pflegestufe 1oder2
    Ich rede hier von Kindern mit Pflegestufe 4 oder 5
    Hört zum jammern auf und genießt eure gesunden Kinder.

    Gesunde Kinder muss man eigentlich nur vorleben, die Natur sorgt dafür, dass sie sich von selber entwickeln.

  5. Ganz, ganz großartiger Artikel! Absolut reflektiert und differenziert mit Blick für die vermeintlich privilegierte Situation, da zwar das Einkommen stimmt, jedoch hiermit in der Regel auch ein immens hoher Verantwortungs- und Erwartungsdruck einhergeht. Das ist schon anstrengend so lange alles rundläuft, aber sobald es an einer Stelle knirscht (Trennung, Krankheit, Kinder mit besonderen Herausforderungen), wird es zunehmend schwierig und überfordernd.
    Das ist kein Jammern, sondern ein kritischer Blick auf Partnerschaft und Erwerbstätigkeit im Kontext Familie.

    1. ich wage mal zu behaupten, dass es früher auch nicht einfach war, ein Kind allein groß zu ziehen. und ich denke, dass auch da „gejammert“ wurde. nur wird das mit der Zeit verblasst sein, wie schwer es dann doch war und dass man auch gejammert hat. ich kann dieses „die Mütter von heute sind nur am jammern“ nicht mehr hören. keine von der älteren Generation kann nachvollziehen wie es ist heutzutage allein ein oder mehrere Kinder groß zuziehen. damals gab es andere Probleme als heute, aber es gibt sie. und nur weil Betreuung oder finanzielle Unterstützung heute eine andere ist, heißt das nicht, dass es leicht ist heute. schaut euch doch um wie sich das Leben verändert hat, somit hat sich auch Elternschaft massiv geändert.

  6. Sorry, aber das ist doch Jammern auf hohem Niveau. Ja, das Leben ist kein Ponyhof und im Grunde ist nichts planbar, weil in jeder Lebenslage Unvorhergesehenes geschehen kann. Anstatt etwas anzunehmen und zu lernen, damit umzugehen, stellt man sich als Opfer dar und macht sich das Leben umso schwerer. Wohlstand verblödet und macht die Menschen wehleidig. Uns geht es so gut wie nie zuvor und wir leben in größtmöglicher Sicherheit. Wenn man sich aber tagtäglich, Rund um die Uhr nur mit Negativen auseinandersetzt, dann driftet man in eine mentale Abwärtsspirale ab. Politische Schieflagen, Kriege, Konflikte, Katastrophen gab es immer schon und sogar vermehrter als jetzt. Wir wussten in der Masse nur nichts davon. Alle Generationen die vor unseren Großeltern gelebt haben, erlebten durchweg irgendwelche Kriege (Kriegsdienst, Blockaden, Zerstörung, Hunger etc.) waren immer allgegenwärtig, trotzdem kamen Kinder zur Welt. Der Mensch heute ist viel zu Gegenwarts-& Ich gezogen, ohne Visionen und Lebensbejahung!

    Eine 5fach Mama

      1. Ich schließe mich Waldfee an. Bei unseren (Ur-)Großmüttern gab es auch viele Alleinerziehende, weil die Männer im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft waren. Kinderbetreuung gab es nicht. Die Wohnsituation in den ersten Jahren nach Kriegsende prekär. Nebenbei haben die Frauen das zerstörte Land wieder aufgebaut. Ich kann nicht beurteilen, ob sie nie gejammert haben, aber ich gehe davon aus, dass viele der im Text genannten Beschwerden (Kita schließt um 16 Uhr!) als Jammern auf sehr, sehr hohem Niveau wahrgenommen worden wären.

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