Ihr Lieben, wie stressig ist der Schulalltag eurer Kids? Habt ihr täglich Diskussionen über die Hausaufgaben? Können sich eure Kinder noch mit Freunden verabreden oder bleibt dafür keine Zeit? Unsere Leserin Kirsten hat sich an uns gewandt, weil sie findet, dass Kinder heute einen viel zu stressigen Alltag haben und dass Schule und Hausaufgaben eben nicht das einzige Wichtige sind.
Liebe Kirsten, erzähl erstmal, wer zu deiner Familie gehört.
Zu meiner Familie gehört mein Mann, der Vollzeit arbeitet, meine Tochter, sie ist Autistin und geht in die 7. Klasse eines Gymnasiums, unser Hund und ich, ich arbeite 30 Stunden in der Woche.
Lass uns über den Schulalltag deines Kindes sprechen. Wie sieht ein typischer Tag aus?
Ein typischer (Schul-) Alltag beginnt für meine Tochter gegen 5.45 Uhr (oft früher, weil sie einfach oft sehr früh wach ist), sie zieht sich an, frühstückt, hat dann etwa zehn Minuten Luft, muss sich dann fertig machen zum Losgehen. Ich bringe sie mit dem Auto zur Bushaltestelle in der Stadtmitte. Wir wohnen eher ländlich und bei uns fahren die Busse auch morgens nicht so oft. Ich fahre dann nach Hause und arbeite im Homeoffice. Wenn ich ins Büro fahre, kann ich meine Tochter auf dem Weg mitnehmen, dann muss sie um 6.15 Uhr etwa aufstehen.
Meine Tochter hat dann entweder um 13 Uhr oder um 15 Uhr Schulschluss. Um 13 Uhr fährt sie mit dem Bus nach Hause, ist etwa gegen 14.30 Uhr zu Hause, braucht dann eine kleine Pause, macht Hausaufgaben und fährt dann am späten Nachmittag zum Schwimmkurs (einmal in der Woche).
Dienstags hat sie eine AG in der Schule, kommt gegen 15.30 Uhr nach Hause und macht dann Hausaufgaben. Mittwochs und donnerstags gibt es eine Hausaufgabenbetreuung in der Schule, kommt dann gegen 15.30 Uhr nach Hause und muss dann eventuell noch Reste der Hausaufgaben zu Hause beenden. Freitags hat sie schon mittags um 13 Uhr Schulschluss und geht danach noch reiten. Eventuelle Hausaufgaben macht sie dann meistens am Wochenende, weil sie freitags einfach erledigt ist von der Woche.
Aktuell geht sie zusätzlich einmal in der Woche zu einem Kunstkurs und muss alle zwei Wochen einmal in der Woche, direkt nach der Schule ohne Pause, zum Konfirmandenunterricht, der geht bis 18 Uhr.
Darüber hinaus geht jetzt die Klausurphase wieder los und sie muss immer mal wieder kräftig lernen. Bislang ist sie sehr gut in der Schule und kommt gut mit, aber wir merken jetzt im 7. Schuljahr, dass es doch herausfordernder wird.
Wie sieht es beim Thema Hausaufgaben aus? Ist das bei euch gut machbar?
Hausaufgaben macht ja keiner gerne. Bislang ist es bei uns aber noch halbwegs okay, obwohl sie oft nach der Schule einfach müde ist und während der Hausaufgaben, die sie zu Hause erledigen muss, öfters Pausen braucht. Man sieht es ihr auch im Gesicht an: Entweder ist sie an solchen Tagen hochrot oder sehr blass im Gesicht, mit Ringen unter den Augen.
Wenn es eben nicht mehr geht, biete ich ihr an, den Rest einen Tag später zu erledigen oder ggf. am Wochenende. Jetzt auf dem Gymnasium ist es ja oft so, dass die Hausaufgaben nicht direkt zum nächsten Tag fertig sein müssen. Aber wir bemühen uns trotzdem immer sofort darum, denn sonst bleibt ja so viel liegen, was man auf einmal nachholen muss, oder man vergisst am Ende etwas. Und da unsere Tochter Autistin ist, ist Struktur und Regelmäßigkeit eben auch wichtig in unserem Alltag, das gilt auch für die Hausaufgaben.
Wie stehst du generell zum Thema Hausaufgaben?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Es gibt ja leider Lehrpläne und die müssen bewältigt werden. Und dann gibt es die Realität, in der die Lehrer in der Schulstunde den Stoff nicht schaffen – was also tun? Vielleicht die Lehrpläne verschlanken, sodass nicht mehr so viel zu Hause nachgearbeitet werden muss? Darüber hinaus frage ich mich in manchen Fächern bei so mancher Hausaufgabe: Wofür ist das jetzt wichtig?
Ich denke, Schule, Lehrer und andere Verantwortliche sollten auch daran denken, dass Kinder nach einem langen Schultag auch mal Pausen brauchen oder ein Recht auf Feierabend haben. Es kam schon öfters vor, dass mein Kind den gesamten Nachmittag an den Hausaufgaben und an der Lernerei für die Schule saß und ich frage mich wirklich, ob das so richtig sein kann. Erwachsene Menschen haben in den meisten Fällen bei einem geregelten Arbeitstag nach 8 Stunden Feierabend. Aber unsere Kinder eben oft nicht.
Leiden also die Freizeit und die Hobbys deiner Tochter wegen des stressigen Alltags?
Ja, erst in dieser Woche haben wir zusammen beschlossen, den Kunstkurs zu schwänzen, weil es so viel für die Schule zu tun gab. Das ist auch nicht das erste Mal, das so was vorkommt. Meine Tochter wünscht sich auch, noch eine weitere Sportart zu machen, aber das schafft sie ja aus zeitlichen Gründen nicht – dabei heißt es ja immer, Sport sei so wichtig und es würde ihr sicher guttun, weil sie eine niedrige Muskelspannung hat.
Auch erleben wir, wenn sie sich mit Freundinnen verabreden will, dass entweder unsere Tochter keine Zeit hat oder eben die Freunde schulisch so belastet sind, dass sie es nicht schaffen, sich zu verabreden. Meine Tochter hat eine neue Freundin kennengelernt und die muss jeden Morgen um 5 Uhr aufstehen und ist nachmittags nach den Hausaufgaben so erledigt, dass ein Treffen bislang gar nicht möglich war.
Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie stressig findest du den Alltag von deinem Kind und was bräuchtet ihr, damit es weniger stressig ist?
Ich finde den Alltag des Kindes mitunter schon sehr stressig, mindestens ab 5 aufwärts. Natürlich können wir alle nachmittäglichen Aktivitäten streichen, damit sie mehr Zeit und Ruhe hat – aber dann gibt es außer Schule ja gar nichts mehr. Und dagegen sperre ich mich innerlich ein wenig, um ehrlich zu sein.
Ich fände es schön, wenn es regelmäßig Tage gäbe, an denen es keine Hausaufgaben gibt, damit es eben einfach auch mal Freizeit sein darf. Ich fände es auch gut, wenn die Klausuren nicht alle so geballt auf einmal innerhalb von zwei bis drei Wochen geschrieben werden würden, damit man nicht für 3 oder vier Fächer auf einmal lernen muss (denn neben den Klausuren schreiben die Lehrer ja auch gerne mal Tests). Vor allem in diesen Phasen merken wir oft sehr deutlich, wie anstrengend der Schulalltag in diesen Momenten ist. Es wäre schön, wenn man das entzerren könnte. Das würde uns persönlich sicher helfen.
Was lernen Kinder deiner Meinung nach am Nachmittag, was sie in der Schule leben nicht lernen?
Am Nachmittag, wenn Kinder Hobbys nachgehen oder sich im Verein treffen, lernen die Kinder sehr viel über sich selbst, denke ich. Sie probieren sich aus, erleben Erfolge, finden neue Freunde – mitunter fürs Leben. Kinder lernen, Freizeit und das Leben zu genießen. Kinder lernen neue Fähigkeiten an sich kennen, können persönlich wachsen und ich denke, sie können ihre Persönlichkeit formen.
Sie lernen neue Dinge und Fähigkeiten, einfach weil es ihnen Spaß macht und ohne Druck. Und am Ende kann man ja auch fragen: Müssen Kinder immer etwas lernen? Dürfen sie nicht einfach auch mal freihaben und einfach ihre Hobbys einfach so zum Spaß genießen?
Was würdest du dir für alle Schulkinder wünschen?
Weniger Stress und Druck in der Schule, mehr Freiräume, vielleicht auch im Schulalltag. Außerhalb der Schule würde ich mir wünschen, dass Kinder nicht auch permanent noch an die Schule denken müssen.

31 comments
ich lese aus dem Beitrag folgende Ideen für Veränderungen an der besagten Schule:
auch mal einen festen Tag ohne Hausaufgaben
teilweise die Sinnhaftigkeit von Aufgaben reflektieren
klausren und Tests entzerren
lernstoff auf Machbarkeit prüfen um zu reflektieren, ob einige Hausaufgaben vermeidbar wären, wenn mehr Inhalte im Präsensunterricht abgedeckt werden könnten.
vielleicht könnte in den Kommentaren über diese Ideen diskutiert werden
Tag ohne feste Hausaufgaben find ich super. Gibt es bei uns an den langen Tagen der Kids.
Sinn von Aufgaben reflektieren ist eine gute Idee. Sie vollständig in Frage zu stellen, wie manche es tun, weniger. Hausaufgaben sind eine Übungs- oder Lernzeit, die in eigenem Tempo und mit selbstgewählter Unterstützung geschieht. Das ist für manche Kids sehr sinnvoll, weil Schulunterricht nicht alle Bedürfnisse abdecken kann. Dazu sitzen zu viele unterschiedliche Kids in einem Raum zusammen. (Eine vollständige Bedürfnisbefriedigung braucht auch niemand, aber die Heterogenität in Klassenräumen ist mittlerweile riesig.)
Das Hauptproblem, was ich sehe, ist, dass der Lehrplan eine Dienstanweisung an Lehrkräfte darstellt. Darüber reflektieren, was man weglässt, darf man offiziell nicht. Und der Lehrplan für’s Gymnasium ist in manchen Fächern mit Hausaufgaben kalkuliert.
Klausuren und Tests entzerren ist eine gute Idee, in sehr kurzen Schuljahren (haben wir z.B. gerade in HH) geht das aber bei den Klausuren, deren Anzahl auch gern von der Behörde vorgegeben ist, nicht beliebig.
Mehr Inhalte in den Präsenzunterricht verlegen geht häufig nicht, wenn man nicht über die Köpfe der Kids hinweg unterrichten will.
Ich finde das ist ein sehr harter Alltag für ein autistisches Mädchen. Mein Sohn ist auch Autist und in der dritten Klasse. Er ist wahnsinnig empfindlich auf Reizüberflutung und kann auch nicht wirklich gut maskieren. Er zeigt also meistens sehr offen, wenn es ihm schlecht geht. Das hilft uns seine Bedürfnisse zu erkennen und Rücksicht darauf zu nehmen. Wir arbeiten viel daran, dass er seine Bedürfnisse selbst frühzeitig äußert, damit er nicht in einen Overload gerät. Den Alltag den du beschreibst würde er im Leben nicht schaffen. Deine Tochter ist offensichtlich sehr leistungsfähig. Autistinnen (also Mädchen) maskieren aber auch oft sehr stark. Deswegen werden Sie auch oft nicht diagnostiziert, weil Sie sehr bemüht sind sich anzupassen. Das kann euch irgendwann auf die Füße fallen. Probleme mit der Ich-Identität und autistischer Burnout können die Folgen von ständigem maskieren sein.
Ich schließe mich den anderen an. Ich finde drei Stunden pendeln sehr lang und vier mal die Woche noch Vereine oder AG’s sind auch ganz schön viel. Ich würde versuchen da anzusetzen und irgendetwas zu verändern, auch wenn Sie Ihre Hobbys alle gern macht und Du ihr alles ermöglichen willst, es ist schon wirklich viel finde ich.
LG Tanja
Ich hatte sehr ähnliche Gedanken zu dem Artikel.
In meiner eigenen frühen bis mittleren Gymnasiumszeit hatte ich einen sehr langen Pendelweg zur Schule und unter der Woche nachmittags an zwei Tagen feste Hobbys. Aktivitäten mit Freunden fanden in dieser Lebensphase von sehr vereinzelten Ausnahmen abgesehen ausschließlich am Wochenende statt.
Hallo,
dieser Artikel ist leider wieder mal nur Jammern und schuld ist wieder das schlimme Schulsystem.
Vielleicht mal drüber nachdenken, dass dem Kind zuviel Hobbies zugemutet werden. Oder das Kind im Gymnasium einfach überfordert ist. Darüber würde ich nachdenken.
Die meisten Kommentare zeigen, warum sich seit hunderten von Jahren an unseren Schulsystemen nichts ändert – keine Empathie, kein echtes Interesse für die schulische und vor allem sehr individuelle Entwicklung der Kinder, viel zu viel preußisches Tugendtum aus dem letzten Jahrtausend.
Danke für deinen Beitrag, liebe Katharina. Auch wenn meine Kinder noch nicht schulpflichtig sind, fühle ich sehr mit und hoffe, dass sich vielleicht doch noch etwas ändert. Meine Empfehlung: Schaut euch mal das Konzept der Allemannenschule an (Buchtitel „Das könnte Schule machen“) und empfiehlt es den Schulen weiter, mit ganz viel Glück gibt es engagierte Pädagog:innen, die sich dem Thema der „Schulrevolution“ in den nächsten Jahren annehmen.
Liebe Laura,
warum denkst du, dass sich nichts ändert? Weil es Menschen gibt, die motzen?
Ich halte mitnichten alles was passiert für gut. Aber Veränderungen gibt es: hinzu fachlicher und sozialer Binnendifferenzierung, hinzu einer Pädagogik, die an das Gute in Kindern glaubt, statt auf das schlechte zu fokussieren, hinzu spannenderen Aufgaben als lies einen Text und beantworte danach Fragen oder Aufgaben. Alles nicht perfekt. Das will ich nicht sagen. Aber deutlich mehr als zu der Zeit, wo ich Kind war. Und Gewaltandrohungen durch Lehrkräfte und fliegende Schlüssel hin zu quatschenden Kids noch häufig waren. Binnendifferenzierung gab es nicht. Und z.B. Matheunterricht war fast vollständig innermathematisch ohne interessante Anwendungsaufgaben.
Lieben Gruß
A.
Ich sehe die lange Pendelzeit kritisch. Die Schülerin ist täglich insgesamt rund drei Stunden unterwegs, da sie für eine Strecke jeweils etwa 1,5 Stunden benötigt. Das entspricht einer erheblichen zeitlichen Belastung. Studien zeigen, dass langes Pendeln nachweislich krank machen kann: Es führt zu Stress, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten, da die betroffenen Personen weniger Schlaf, weniger Freizeit und weniger Möglichkeiten zur Erholung haben. Schon Arbeitnehmer, die täglich vergleichbare Strecken fahren, leiden häufig unter gesundheitlichen Folgen wie Müdigkeit, erhöhter Anspannung oder sogar körperlichen Beschwerden. Für eine Schülerin ist eine solch lange tägliche Belastung besonders problematisch, da sie zusätzliche Anforderungen wie Hausaufgaben, Lernzeiten und schulische Aktivitäten bewältigen muss.
Liebe Laura,
ich finde du vermischst zwei Themen. Sicher gibt es viel, was im Schulsytem verbessert werden sollte. Aber in fast keinem Kommentar wird gefordert, dass das Kind sich durch beißt, sondern doch eher gefragt, ob nicht zu viel Freizeitstress besteht und der Pendelweg zu lange ist.
Am Pendelweg und den vielen Aktivitäten nachmittags würde ja auch die beste Schule der Welt nichts ändern.
Daher verstehe ich nicht, wo du liest, dass alle preußische Tugend fordern.
Wenn hier eine allgemeine Diskussion über Zustände, die sich ändern müssen angestoßen wird, wäre für diesen Fall auch der Ausbau des ländlichen ÖPV relevant.
Hallo, ich habe auch selber Gymnasium durch mit relativ langen Pendelzeiten (mein Bus morgens ging 07:05 Uhr, am Nachmittig war ich entweder 14:30 Uhr oder 16:00 Uhr zu Hause, da wir ländlich wohnten hatte ich nur einmal die Woche ein Hobby im Ort, später war ich dann noch im Kirmesverein. Hausaufgaben habe ich oft im Bis oder in langweiligen Fächern nebenbei erledigt. Heute lebe ich mit Familie in der Stadt und meine Kinder sind in 10 Minuten am Gymnasium und wieder zu Hause. Sie gehen in Klasse 6 und 9 und die 6. Klässlerin ist spätestens 15:20 Uhr zu Hause, der 9. Klässler zweimal die Woche erst 16:10 Uhr. Meine Tochter hat ein Tag Training im Verein, hatte mal noch extra Kunstkirs einmal alle 2 Wochen, aber nach einer Stundenplanänderung musste sie nach Unterrichtsschluss direkt hin hetzen, da hatte sie keine Lust mehr. Mein Sohn hatte anfangs im Gmynasium noch mehrere sportliche Hobbys, auch als GTAs aber hat dann ab ca. Klasse 7 seinen Fokus ausschließlich auf Vereinsfußball gelegt (3 x pro Woche Training, 1 x Spiel am Wochenende), da bleibt nicht viel Zeit für andere Verpflichtungen. Er ist wie ich und macht viele Hausaufgaben in der Schule nebenbei, lernt nur zu Hause. Meine Tochter nutzt die Zeit in der Schule und danach lieber mit ihren Freundinnen und macht dann die Hausaufgaben ganz in Ruhe zu Hause, da ist sie allerdings auch schonmal den Nachmittag beschäftigt (wobei dabei mit den Freundinnen telefoniert wird oder sie machen es gleich zusammen). Aber das soll jeder so machen, wie er mag bei uns. Wir arbeiten oft auch noch in der Zeit und sind da eh nicht zu Hause. Ab Klasse 3 oder 4 haben wir ihnen da die Zeiteinteilung selber überlassen. An einem Tag in der Woche haben beide am Nachmittag nichts vor und ich unternehme da etwas mit ihnen, weil ich da auch am Nachmittag nicht arbeite. Die anderen Nachmittage können frei gestaltet werden, außer es liegen Arzttermine oder so etwas an, bzw. wir Eltern arbeiten da noch. Es läuft bei beiden in der Schule, wir helfen bei Fragen oder Fragen auch vor Arbeiten ab, aber das fordern die Kinder selber ein. Geht mal eine Arbeit daneben, analysieren wir gemeinsam woran es gelegen hat und bei der nächsten Arbeit läuft es meist besser. Ich persönlich denke immer, es ist ja ihr Leben, ich will ihnen da auf keinen Fall Druck oder Stress machen.
Bei der Überschrift war ich als Mutter von Kindergartenkindern gespannt, was da auf uns zukommen wird. Aber: Es ist natürlich blöd, wenn keine weiterführende Schule in der Nähe ist, aber die Schule endet doch gar nicht so spät, aber der Weg dorthin ist sehr weit. Bin selber am Hauptbahnhof zur Schule gegangen und da waren viele einige Mitschülerinnen vom Land. Die haben in der S Bahn Hausaufgaben gemacht (wohl keine Option in eurem Setting). Und ich kenne einige Familien, die die Regel haben, dass es nicht mehr als zwei Aktivitäten pro Schuljahr gibt….
Ich erlebe es bei meinen Kindern genauso (außer bei meiner Tochter, die eine Waldorfschule besucht) und auch in unserem Umfeld, egal auf welcher Schulform. Als Grundschullehrerin kann ich nur sagen, dass dieser Druck kein wirkliches Lernen und erst recht keine Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht. Ein Hoch auf alle Eltern, die einen Blick darauf haben und ihre Prioritäten auch mal anders setzen.
Super Beitrag! Ja, Kinder brauchen Freude bei den Dingen, die sie machen (sollen).
Hallo also ich nenne das Freizeitstress gepart mit einem zu langen Schulweg. Dafür kann die schule aber nichts das deine Tochter schwimmt, malt, in die AG geht und zum Konfirmationsuntericht. Dazu täglich etwa 3 Stunden Schulweg das schlaucht ja schon. Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken ob sie dort was ändern können
Ich kenne das von meiner Tochter (Abi 2024/G8) auch nicht. Schon gar nicht in der Mittelstufe. Die Belastung war immer in Ordnung. Vielleicht ist das Kind auch einfach nicht richtig aufgehoben auf dem Gymnasium.
das ist eine steile These, nach dem Motto, wer den Stress nicht packt, ist halt zu weich.
Unser Sohn (auch Autist, mit ADS, 13, 8. Klasse Gym) geht um 7 raus, kommt gegen 16 Uhr heim (Donnerstags 17 Uhr) und Vokabel lernen etc macht man im Ganztag nicht.
Vokabeln für 2 Sprachen schafft man sich auch nicht mal eben drauf und als ADS Autist sind 35 Mitschüler in einer Klasse schlicht die Hölle.
Natürlich ist das mega anstrengend und ja, das ist weit von der gechillten Halbtagesschulzeit entfernt, die ich selber hatte.
Wenn alles so stressig ist einfach überlegen ob die Schule das richtige für euch macht ö
Sehe ich auch so. Wir haben uns bewusst für eine offene Ganztagsschule entschieden. Somit haben wir keine (Hausaufgaben-) Betreuung und nur einmal Mittagessen (aufgrund eines Langtages bis 14:50 Uhr) gewählt. Bereits in der Grundschule zeigte sich eine deutliche Überforderung durch die Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung, die ohnehin nur eine Beaufsichtigung und keine adäquate Hilfe oder gar Ruhephase darstellte. Nach einem Jahr haben wir diese abgewählt, anfänglich als einzige Familie der Klasse. Nach und nach zogen jedoch weitere Familien nach.
Meine Cousine hat Autismus und war auf ein Gymnasium. Deshalb:
Es hängt nicht davon ab, ob das Kind der Autorin mit dem Gymnasium klar kommt. Schule generell bedeutet für Autisten (fast) immer konstante Reize. So viele Reize, dass sie völlig erschöpft sind irgendwann. In der Schule nimmt kaum einer Rücksicht auf Autisten. Rückzugsmöglichkeiten? Gibt es nicht. Dauerbeschallung, Licht, Gerüche… Das überfordert Autisten.
Zu behaupten, dass also das Kind der Autorin auf der falschen Schule ist, kann man nicht sagen. Was man sagen kann ist, dass das Kind vom Schulalltag (egal welcher Schulart) überfordert ist.
Obacht! Das ist sehr individuell und hängt von zig Bedingungen ab. Tipp: Nicht einfach von sich auf Andere schließen.
Unser Sohn geht inzwischen in die Einführungsstufe (11. Klasse Gymnasium G9).
Bis zur 10. Klasse gibt es an seiner Schule die Regel, dass nur in den Hauptfächern (Deutsch, Mathe, Englisch & 2. FS) Hausaufgaben gegeben werden. Dazu kamen hier sporadische Vokabeltests in den Fremdsprachen. Klassenarbeiten hab es ebenso nur in den Hauptfächern. In einigen Nebenfachern hab es mal kleine angekündigte Tests, aber auch die machten, neben der Kontrolle der Mappen, nur einen kleinen Teil der mündlichen Note aus. Zudem hatte er bis dahin auch nur 6 Stunden am Tag, wenn Förderband konnte 2x die 7. dazu kommen. Die Hausaufgaben waren aber immer schnell machbar und er hat nur ein Einzelfällen bis zu 1h/Tag gebraucht. Zudem wohnen wir städtisch und er ist in 10-15 Minuten an der Schule. Jetzt in der Oberstufe hat es merklich angezogen und er hat jeden Tag 8 Stunden (Ohne Mittagspause, da keine Mensa) und es gibt nun teilweise auch Hausaufgaben in den Nebenfächern und, sollte man ein Nebenfach als Abifach einplanen oder lieber auch schriftlich bewertet werden wollen, auch eine Klausur (Man kann die Fächer mündlich oder schriftlich belegen). Zusätzlich hat er seine Hobbies nochmal aufgestockt und macht gerade eine Trainerausbildung in seinen Sportarten. Dadurch ist seine Freizeit jetzt also ziemlich zusammengeschrumpft. Wir betonen immer, dass er im Hobbybereich gerne „ausdünnen“ darf, wenn er möchte, aber bisher will er es so. Die Pendelzeit Eurer Tochter ist aber auch wirklich lang, da geht natürlich sehr viel Freizeit verloren und die Anforderungen scheinen bei Euch schon in der Mittelstufe deutlich höher als bei uns zu sein, obwohl ja beides Gymnasien sind – ich kenne aus meiner Schulzeit auch eher Euer Modell. Vielleicht kann sie den Kunstkurs oder etwas anderes auf die Zeit nach der Konfirmation verschieben? Denn das nimmt ja mit 2x/Woche auch echt viel Zeit weg.
Unsere Kinder waren auch auf dem Gymnasium mit langem Schulweg. Da waren dann Freizeitaktivitäten oft nicht mehr bzw selten möglich. Unsere Jüngste hat dann das G 8 gemacht und dager waren ihr durch lange Schulzeiten plus Busfahre plus mit dem Fahrrad noch mal 4 km bis nach Hause, selbst keine Verabredungen mehr möglich. Sie war oft erst um 16/17 Uhr zu Hause.
Das fand dann am we statt.
Wir haben bewusst Vereinsleben reduziert damit sie nicht so viel Stress hatten. Uns war gute Schulbildung wichtig, alle sind heute gut aufgestellt, beruflich wie auch sozial. Ich kann somit nicht sagen, dass Ihnen die Möglichkeit nebenher noch Freizeitkurse nicht nutzen zu können geschadet haben.
Manchmal denke ich, dass der Alltag der Kinder heute stärker durchgetaktet ist als bei Manager. Ich finde ein Hobby, dass wirklich Spaß macht reicht häufig, und macht die Schulzeit stressfreien.
Ich sehe da auch eher den Freizeitstress als Ursache als die Schule. Das Kind hat in der Woche nachmittags/ abends 5 Freizeitaktivitäten (schwimmen, reiten, AG, Kunstkurs, Konfirmandenunterricht), Wann soll man sich denn da mit Freunden treffen oder mal in Ruhe einen Vortrag vorbereiten ohne dass es schon abend ist oder der nächste Termin im Nacken hängt?
Wer sich für die gymnasiale Laufbahn entscheidet, weiß doch eigentlich, dass man dafür auch zu Hause was tun muss. Zu meiner Schulzeit war ich ab der 7. Klasse auch nicht eher zu Hause. Ich hatte allerdings nur 2 Hobbies (und eins davon nur 14-tägig).
Liebe Kirsten, ich habe 4 Schulkinder (9.,8.,6. Klasse Gymnasium G8/G9 in BW und ein Grundschulkind in der 3. Klasse.
Meine Erfahrung ist, dass auf der weiterführenden Schule bei uns deutlich weniger Hausaufgaben auf sind als in der Grundschule und auch dass es schulabhängig ist wie viel Stress es gibt.
Wir haben vor 1 Jahr die Schule gewechselt und es ist entspannter geworden, ich habe den Eindruck, dass die Klassenarbeiten besser verteilt sind und auch dass das Lernumfeld jetzt besser ist. So beteiligen sich die Kinder mehr am Unterricht was auch honoriert wird.
Meine großen Kinder fahren ca 15 Minuten mit dem Fahrrad in die Schule und kommen nachmittags zwischen 15.00 und 15.45 (wenn nachmittags Schule ist) wieder zuhause an.
Für die Schule machen sie dann eigentlich fast nix mehr, evtl. werden abends nochmal Vokabeln wiederholt oder (meist am we) mal auf eine klausur gelernt.
Sie haben Mittagessen und 1h Hausaufgabenbetreuung in der Schule (das ginge auch länger aber meist sind sie nach 1h fertig.)
Ich gebe zu dass ich nicht über alles den Überblick habe, scheinbar läuft es einigermaßen, je nach Kind mit größerer oder kleinerer Motivation („Mama, wen interessieren später die Noten aus der 9. Klasse?“) Ist halt typsache, ich fände es bei meinem großen gut wenn er sich da bisschen mehr stressen täte bzw. mehr Anspruch an sich hätte, aber naja. Er ist schlau aber faul.
2x die Woche haben meine Kinder Sport abends noch, das schaffen sie auch immer.
Die Grundschülerin verfolgt mehr Hobbies. Die großen Kinder haben echt auch gerne ihre Ruhe.
In eurem Fall denke ich, dass der Zeitmangel eine Mischung aus langen Heimreisezeiten (auf dem Land) und – für die weiterführenden Schule – recht vielen Hobbies ist. Alles schöne Hobbies, meine sind auch mal geschwommen (nicht leistungsmäßig) aber haben wir dann nach dem goldenen Abzeichen aufgehört, machen sie jetzt nur noch in der Schule oder im Schwimmbad.
Es ist halt immer eine Frage vom Setting, wenn man einen weiten Schulweg hat und viele Hobbies von außen hat man nicht mehr viel Zeit für Freispiel (so nenn ich es mal). Wenn deine Tochter sich mehr treffen möchte oder mehr Ruhe braucht, cancel Hobbies, entspannen und chillen oder Freunde treffen kann man auch mit weniger Hobbies (an Schule und Schulweg lässt sich vermutlich schwer was drehen).
Wenn die Hausaufgaben tatsächlich zu viele sind und das andere Eltern auch so sehen könnt ihr vielleicht auch mit der Lehrkraft reden.
Viel Erfolg und alles Gute,
Xenaka
Ich Lehrerin sehe Hausaufgaben nicht ganz so negativ. Es dient es zur Verfestigung des gerade gelernten. Auch dienen Hausaufgaben zur erlernung von Selbstorganisation, nur leider können die Eltern das mitorganisieren nicht lassen. Hausaufgaben sind aber auch Erziehungsmittel. Arbeitsblättter die in der Stunde wegen schätzen oder trödelns nicht geschafft wurden, müssen eben zu Hause beendet werden. Bei uns an der Schule werden HA ins Kassenbuch eingetragen so, dass nachfolgende Lehrer sehen wieviel schon augegegen wurde. In der Mittelstufe muss man durchaus mit 45 bis 60 Minuten Hausaufgaben am Tag rechnen vor allem am Gymnasium
Echt jetzt? Als Lehrkraft so viele Rechtschreib- und Grammatikfehler und so wenig Wertschätzung den Schüler*innen gegenüber. Da bin ich auch bei meinen Oberstufenschüler*innen durchaus nachsichtiger, achte auf stressige Klausurphasen oder berücksichtige weitere aktuelle Gegebenheiten – Schule soll doch auch Spaß machen.🤓
In der Tat: Je länger, der Schulweg, desto kürzer die Freizeit. Meinem Sohn, einer Nachteule, hat es geholfen die Aufgaben abends statt nachmittags zu machen. Vielleicht wäre es für Eure Frühaufsteherin eine Lösung, einen Teil der Aufgaben früh morgens zu machen?
Das Problem ist doch hier nicht die Schule, sondern das Pendeln. 13 Uhr Schulschluss, 14:30 zuhause, das sind anderthalb Stunden. Drei Stunden Pendeln jeden Tag sind ein wahnsinniger Zeitverlust. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, lässt sich diese Zeit irgendwie nutzen, entweder als Lern- oder als Erholungszeit? Habt iht da alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft? Lässt sich die Fahrzeit durch Fahrgemeinschaften verkürzen?
Meine Kinder kennen auch den Druck durch Klassenarbeiten und Hausaufgaben, aber das wird hier definitiv durch die Pendelzeit zugespitzt.
Hier gehen viele Leser von 1,5 h Pendelzeit pro Strecke aus, aber ich lese das nicht (eindeutig) aus dem Text. An manchen Tagen hat das Kind noch AG, Hausaufgabenbetreuung oder Schulschluss um 15 Uhr, ist aber trotzdem um 15:30 Uhr Zuhause. Das spricht eher für eine halbe Stunde Busfahrt (normal, wie ich finde), plus ggf. Wartezeit an der Haltestelle.
Das ist natürlich auch ein bisschen verschenkte Lebenszeit, aber doch deutlich weniger anstrengend, als stundenlange Fahrten.
Ich bin irritiert: alle Nachmittage sind verplant von der Familie und die Schule soll sich ändern?
Mein Sohn ist in der achten eines Gymnasiums im Bayern. Er hat Hobbies, seine Freunde haben Hobbies. Die einen mehr, die anderen weniger. Aber sie haben auch ganz normale Noten, streben nicht nach Einsen.
Ich verstehe nicht, warum hier nicht selbst was geändert wird, falls der Zustand nicht passt.
Tut mir leid, dass sich das jetzt wenig empathisch anhört.
Aber das ist ein selbst gewähltes und kein echtes Problem.
Hört sich, wie auch die meisten Kommentatoren schreibe, für mich ebenfalls nach einer zu belastenden Mischung aus wirklich sehr langer Pendelzeit und (dafür) zu vielen außerschulischen Aktivitäten an.
Zweifelhaft, ob das an den „zuvielen“ Hausaufgaben liegt, Kirsten schreibt ja selbst es sei noch okay? In der siebten Klasse kommt nun mal auf dem Gymnasium auch die zweite Fremdsprache dazu, von daher ist es sicher anspruchsvoller als in der Unterstufe. Wie soll jedoch Unterrichtsstoff verfestigt werden ohne Hausaufgaben? Ich habe manchmal erst während der HA gemerkt, dass ich etwas nicht verstanden habe, das konnte dann am nächsten Tag erklärt/ gefragt werden. Übrigens ist die oben beschriebene schulische Belastung weder außergewöhnlich noch ein neues Phänomen. Ich habe 2006 Abi gemacht und das Gymnasium forderte spätestens ab der Mittelstufe auch einiges an Zeit zuhause. Habe aber trotzdem Hobbies gehabt (aber nur 2) damit ich mich eben noch mit Freundinnen treffen konnte. Das einzige, was man an oben beschriebenem Stress m.E. der Schule anlasten kann, sind viele Klausuren in engen zeitlichen Abständen, das muss sicher nicht so extrem sein, dass man für 3/4 Arbeiten gleichzeitig lernen muss. Das kenne ich so auch erst aus der Oberstufe.
Auf Dauer wird wohl leider wirklich nur helfen, entweder die Anzahl der Hobbies oder die Pendelzeit ( wie auch immer) zu reduzieren. Wünsche Kirsten und ihrer Tochter alles Gute und dass sie einen für sich passenden Mittelweg finden können.