Ihr Lieben, unsere Leserin ist ziemlich frustriert, weil ihre Kinder so gar keine Lust auf die Grundschule haben (oder hatten). Sind sie lernfaul? Oder stimmt das System einfach nicht? Und wie gehen andere Eltern damit um, wenn sie berufstätig sind und nicht wissen, wann und wie sie mit den Kids noch zusätzlich üben können oder müssen. Sie schreibt:
„Ich hätte mal eine Anfrage an euch. Und zwar habe ich drei Jungs, die alle extrem lernfaul sind. Nicht dumm, wirklich gar nicht, aber halt null Motivation. Der Jüngste ist jetzt 9, der Mittlere 15, der große ist schon 22 und in der Ausbildung und das läuft auch gut, aber es war bei allen Dreien einfach unglaublich schwierig, besonders in der Grundschule überhaupt Lernmotivation zu schaffen.
Die Frage, die sich mir da auch oftmals stellt: Ist das heutige Schulsystem inklusive Betreuung überhaupt noch kompatibel mit der Berufstätigkeit von Eltern? Wenn die Kinder dann noch Sport oder anderen Hobbys am Nachmittag nachgehen, wann und wie soll man da noch Zeit fürs Lernen aufbringen?
Die Kinder lernfaul: Wie kann ich unterstützen?
Durch meine volle Berufstätigkeit und die Ganztagsbetreuung der Kinder in der OGS kriegen wir es einfach nicht hin, nachmittags noch die Extrameile zu machen und ständig noch zu lesen oder zu rechnen. Ich als Mama komm mir in dem Prozess wie eine Versagerin vor, weil ich bei gefühlt allen immer sehe, wie sie mit den Kindern üben, lernen etc. Aber ist das die Realität? Geht im Alltag nicht auch sowas unter?
Wie gehen andere Familien damit um? Wie organisieren sie sich? Mit Kids, die nicht lesen wollen, die für Schule nichts übrig haben… die auch im 3. Schuljahr nicht gut lesen und schreiben können. Ohne Lese- und Rechtschreibstörung. Es ist einfach so unglaublich frustrierend und kräftezehrend. Hat da jemand Tipps?“

18 comments
Gerade in der GS ist es leicht, die Kinder zu motivieren. Sie haben Geld gelernt, also gehen sie einkaufen. Sie können schreiben? Dann schreib ihnen kleine Briefe, die sie beantworten.
Lesen? Abends habe ich vorgelesen, beim Kleinen bis er 14 war. Wechselnde Rollen, abwechselnd lesen, Hörbuch machen….
Intrinsische Motivation entsteht durch das eigene Tun.
Ich denke, man kommt nicht darum herum, bestimmte Dinge mit den Kindern zu aus zu üben. Manches kann unser schulsystem, so wie es ist, mit den großen Klassen usw einfach nicht leisten geschweige denn eine. Nachmittagsbetreuung. Wir haben zwei Schulkinder 2. Und 4. Klasse und drei kleinere Kinder. Ich hab auch nicht so viel Kapazität, mit den Kindern viel zu lernen und will das auch nicht in der Grundschule so sehr für meine Kinder. Dass sie ständig noch lernen smr , aber bei grundsätzlichen Dingen, wie beispielsweise dem Lesenlernen oder auch dem 1×1 war ich schon sehr hinterher. Und bei meinem großen in der 4. Klasse sind wir abends jetzt schon auch immer wieder mit lernen/abfragen beschäftigt. Die andere Seite ist dann natürlich noch das Kind. Wenn die Kinder nicht kooperieren oder sehr unwillig sind, ist das halt nochmal eine andere Nummer.
Ich schreibe jetzt einfach einmal wie es bei uns läuft. Mein Sohn ist 12 Jahre alt und ein sehr guter Schüler auf dem Gymnasium. Und zwar, weil er eine starke intrinsische Motivation hat. Und diese wurde von uns schon immer gefördert, auch bereits bevor er in die Schule kam. Was mir immer sehr stark auffällt, dass das Lernen von den Kommentierenden immer als so negativ gesehen wird. Bei uns findet Lernen überall statt. Beim Essen wird beispielsweise anhand einer Pizza das Bruchrechnen erklärt. Für das Fach Deutsch findet sich praktisch in jeder Konversation ein Ansatz zum Üben. Fremdsprachen bzw. Vokabeln kann man auch überall trainieren (und ja, die werden natürlich auch zusätzlich noch geübt). Was ich damit sagen will, wir binden das Lernen von jeher in unser normales Leben ein und somit hatte es für unseren Sohn nie einen negativen Touch. Und das – könnte ich mir vorstellen – ist eventuell der Unterschied. Wir behaften Schule nicht negativ, sondern positiv. Und natürlich hat er auch oft keine Lust auf das Lernen vor Arbeiten, aber ja, das gehört dazu, da muss man eben auch einmal durch. Anstrengungsbereitschaft sollte halt auch gefördert werden. Und zum Thema Zeit. Mein Mann kommt, wenn alles gut geht im Schnitt um halb acht, acht nach hause. Da bleibt, wenn es hochkommt, noch eine Stunde gemeinsame Zeit. Und die wird oft noch genutzt, um den Lernstoff durchzunehmen. Für meinen Sohn kein Problem, weil mein Mann ihn mit Motivation und Freude dazu auffordert.
Manche Kinder sind einfach intrinsisch motiviert, andere nicht.
Das hat nichts mit Erziehung zu tun, das ist einfach so oder halt nicht.
Oft steckt natürlich auch ein Teil von uns in den Kindern und man erkennt sich wieder ☺️ Ich habe 4 Kinder und alles dabei. Alle schlau, der eine fleißig, der andere Mega neugierig und intrinsisch motiviert, einer faul und eine nullbockig. Alle die selben Eltern und Erziehung.
Ich habe beobachtet bei meinen, dass es so angepassteren und nicht zu schlauen Kinder einfacher haben. Mein hochbegabter oppositioneller Teenager hat die meisten Probleme.
Aber weder das „Gute“ noch das „Schlechte“ würde ich mir auf die Fahne schreiben. Die Kinder sind einfach wie sie sind und das kostet Eltern auch bisweilen Nerven oder fordert Resilienz.
Ich glaube, da machst du es dir zu leicht. Natürlich liegt nicht alles an Erziehung- das sehen ja alle Eltern, die mehrere Kinder haben. Aber Ein bisschen hat CWS schon recht. Es macht einen großen Unterschied, wie Schule und Lernen zuhause betrachtet und kommentiert werden. Mir ist es nicht wichtig, ob eine 2 oder eine 4 geschrieben wird, aber ich finde die Inhalte in Geschichte und Latein und Deutsch tatsächlich selber total spannend. Und das merken die Kinder natürlich und nehmen es dementsprechend auf. Ich lese meinem (sehr gut lesenden) Viertklässler immer noch begeistert vor, weil wir beide Lust auf schwierige Klassiker haben und gerne darüber diskutieren.
Ich schreibe das, um zu erklären, dass Kinder Motivation und Begeisterung für Lerninhalte von zu Hause mit in die Schule nehmen. Und das kannst du als Eltern nicht vorspielen. Wenn du keinen Bock auf Französischvokabeln hast- wieso soll dein Kind die gut finden? Du findest die „alten Schinken“ überflüssig? Dann findet dein Kind das auch.
Naja, also ich denke die wenigsten Eltern werden hergehen und sich denken: „jetzt fängt die Schule an, jetzt werde ich gleich mal ordentlich schlechte Stimmung machen“.
Aber ich sehe es an meinen Kindern, wie unterschiedlich sie sein können, auch was ihre Einstellung zum Lernen angeht. Und wenn du als Eltern (vorausgesetzt du hast die Zeit) etwas mit deinem Kind lernen möchtest, dann setzt das immer auch Kooperation von Seiten des Kindes voraus. Und manche sind halt angepasst und kooperativ und andere sagen sich „Nö“.
Und es ist wie mit dem Durchschlafen, die jungen Eltern denken dann immer, ja das liegt dran, dass sie so toll und locker sind und „kein Wunder, dass es bei denen nicht klappt“.
Die Leserin oben hat ein (bislang) unkompliziertes Kind, das gut im System läuft und freudig den Willen der Eltern mitmacht (abends mit Papa lernen etc. Immer wieder Vokabeln abgefragt werden über den Tag). Das freut mich für die Leserin, da sie gut ihre Vorstellung von Schule umsetzten kann, aber ist sicher nicht die Regel, da hat sie einfach Glück gehabt. Und impliziert auch etwas, dass sie denkt die Eltern machen einen Fehler, wenn es nicht so läuft, weil sie das Thema Schule falsch belegen.
Ich habe btw ein solches Kind auch, aber eben auch 3 andere (bzw eins ist so ein Mittelding). Alle gehen übrigens gerne in die Schule, aber wahrlich nicht alle lernen auch gerne und schon gar nicht fleißig. Mein Teenie war bis zur 7. Klasse sogar sehr gut, nicht weil er gelernt hat sondern weil er begabt ist aber seitdem geht’s bergab. Und es ist ihm gelinde gesagt egal ob da dann ne 4 oder 5 unter der Arbeit steht. Aber hier gehts ja um Grundschule.
Wichtig finde ich, dass die Kinder die Zeit und den Raum für die Schule und deren Pflichten nachmittags haben. Das geht nicht wenn man ständig zu vielen Hobbies nachhechtet.
Aber ich denke, man muss auch akzeptieren, dass nicht jeder Mega Bock auf Schule hat. Und mit einem Kind, das partout nicht möchte, kannst du auch nicht lernen. Man kann niemandem zwingen, bzw. Man kann es versuchen aber Es bringt halt nichts.
Gott sei Dank werden alle älter und reifer und ich kann sagen, es läuft bei jedem irgendwie.
Trotzdem sollte man natürlich nicht aufgeben und wenn möglich immer wieder Angebote machen, dass man unterstützt, wenn Hilfe benötigt wird.
Und ich finde btw auch spätestens ab der 5. Klasse sollten die Kinder die Schule dann eh allein wuppen. Dann sind die Noten vielleicht nicht so toll und großartig, wie wenn sie wären, wenn die Eltern mit den Kindern lernen.
Aber dafür sinds die Noten der Kinder und die profitieren von der Selbstständigkeit über kurz oder lang enorm.
In meinem Bekanntenkreis sind einige Eltern, die nur 1 Kind haben und sich 100% auf deren Schullaufbahn konzentrieren (können). Di ganz nah dran sind an den Kindern, wo der Vater unter der Woche und am We mit dem Kind Latein lernt, Physik, Mathe. Die Mutter unter der Woche abends Stoff wiederholt… mir tuts fürs Kind leid, da es charakterbedingt angepasst ist und alles mit macht, aber wenig Raum für die Entwicklung eigener Lernmethoden hat. Und immer und ständig irgendwas machen muss.
Lg Hexe
Liebe Hexe, das kann ich so unterschreiben. Habe auch vier Kinder, drei davon in der Schule und auch alles dabei. Wir sind auch ein bildungsnaher Haushalt, der nebenbei oft Dinge beibringt oder Schulstoff aufgreift, trotzdem sind die Kids so unterschiedlich motiviert und haben auch so verschiedene Persönlichkeiten😊. Und in der Schule haben die fleißigen, angepassten mehr Erfolg als die oppositionellen Hochbegabten, auch das kann ich bestätigen.
Schöne Grüße
Hm, unser Sohn hatte in der ersten Klasse auch Startprobleme, die Hausaufgaben dauerten ewig.
Allerdings haben wir ihm klar gemacht, dass die nun mal gemacht werden müssen.
Eieruhr, 30 Minuten, fertig. Danach hatte er frei. Abends noch 20 Minuten Lesen.
Beides erstmal ohne Lust, aber gemacht. Wie Zähne putzen.
Man muss nicht auf alles Lust haben.
Heute ist er auf dem Gymnasium, recht motiviert, aber macht auch nicht mehr als eine Stunde am Tag Schulzeug.
Mein OGS Kind möchte auch nach 16 Uhr nichts mehr üben und ich ehrlich gesagt auch nicht. Zudem hat er noch 2 kleine Geschwister, ich oft noch kaum was im Haushalt geschafft, weil ich eben arbeite und wir alle den Wunsch gemütlich Zeit miteinander zu verbringen. Aber ich bin da sehr entspannt. Ich war auch nicht auf dem Gymnasium, nie besonders gut in der Schule, kann bis heute nicht besonders gut lesen und Rechtschreibung und trotzdem hatte ich mit 24 Jahren meinen Master in der Tasche, während 1er Abiturienten nach 2 Semester ihr Studium hingeschmissen haben, weil es ihnen zu anspruchsvoll war. Außerdem gibt es viele tolle Berufe für die man kein Abi braucht und wir haben doch sicherlich auch alle einen armen Abiturienten und einen reichen Hauptschüler im Bekanntenkreis, oder?
Bei uns klappt es manchmal am Morgen besser. Dann sind die Hausaufgaben in einem Bruchteil der Zeit erledigt im Vergleich zu am späten Nachmittag. Dann sitzt unser Sohn am Küchentisch, während ich die Brotdosen und Flaschen vorbereite.
Hallo liebe Mama
Ja, es ist unmöglich, dass alles zu schaffen – und das dürften wir uns als Eltern im Jahr 2026 immer wieder bewusst machen. Zwei Erwachsene sind einfach zu wenig für all die Dinge, die zu bedenken, zu erledigen und zu verantworten sind. Das mal vorweg.
Wir sind Eltern von vier Kindern und ich glaube, dass es in erster Linie darum geht, die gemeinsamen Werte klar zu haben. Was ist Euch im Leben als Familie, als Paar und Individuen wirklich wichtig, was ist nicht verhandelbar? Daraus ergibt sich Euer Nordstern und dann geht es eben darum zu priorisieren. Das klingt vll erstmal total banal und weit her geholt, aber davon bin ich inzwischen mehr als überzeugt. Damit wird dann auch klar, welchen Stellenwert zB Schule für Euch hat und an welchen Schrauben Ihr ernsthaft drehen wollt. Wo geht Ihr in die Verantwortung und ändert etwas – aus voller Überzeugung?
Warum und wozu gehen Eure Kinder in die Schule? Setzt Euch hin und findet Eure Antworten. Garsntierte Betreuung, Grundwissens-/Wissensaneignung, sozialer Entwicklungsraum, weil man das halt so macht, bisher nicht länger darüber nachgedacht, Sorge um die Zukunft, eigene Schulerfahrung….geht an die Wurzel, denn ja, es besteht Schulpflicht, aber es stehen Euch und Euren Jungs alle Wege offen. Dann zieht Ihr Bilanz, gekoppelt an Eure Werte kann es dann vll darum gehen, den Kinder Zugang zu alternativen Lernmethoden zu ermöglichen, da gibt es inzwischen ja so viel und ich meine damit nicht die klassische Nachhilfe. Sich mit Familien zusammenzutun, vll ein AuPair, vll eine andere Schulform finden, vll etwas, auf dass ich hier überhaupt nicht komme. Was braucht Ihr? Vll ist der Ganztag auch zu lang? Vll braucht es mehr sicheren Hafen für die Kids und der ist nunmal zuhause/zuhause bei Freunden. Vll stimmt Haltung & Qualität in der Schule nicht und Ihr könnt was bewegen in Richtung individuelleres lernen, sodass die Jungs wieder Lust bekommen, weil es nicht zu easy und nicht zu unerreichbar ist – und vor allem: nicht egal. Vll braucht es an anderer Stelle Unterstützung in Eurem Alltag? Wenn ja, was ist möglich?
Dass Eure Jungs Lerninhalte/Schule/die Zusammenarbeit mit einzelnen Lehrerinnen und Lehrern boykottieren, damit seid Ihr sicher nicht allein. Die Frage ist, möchtet Ihr die Symptome beseitigen oder wirklich hin schauen.
Ja, ich weiß, das auch noch?! Zu all dem, was wir sonst noch so im Alltag zu wuppen haben. Aber auf lange Sicht, und da bin ich mir sicher, verschlingt es am wenigsten Energie. Auch, weil es Euch vom Reagieren zuzück zum aktiven und bewussten Tun bringt.
Wir haben uns zB für eine private Schule entschieden und dafür, dass die Kinder bis 10 Jahre nicht ganztags betreut werden. Sie sollen Zeit für ihre Interessen, ihre Geschwister, ihre Freunde, den normalen Alltag mit Haushalt, Garten, Erledigungen, im freien Spiel in der Natur und mit uns Eltern haben. Das ist uns wichtig. Und in der Schule: das sie sich wertgeschätzt fühlen an einem Ort mit einer gute Lernatmosphäre, naturverbunden und möglichst nah am alltäglichen Leben. Bisher geht das für uns alle auf. Mal sehen, was da noch kommt ;-). Dafür verzichten wir seit 7 Jahren auf ein zweites Einkommen und haben unsere Familien nicht in der Nähe….
Trau Dich, Deine Werte zu leben und Deine Spielraum zu entdecken – er ist bestimmtviel größer, als es gerade den Anschein hat.
Danke für den Artikel! Du sprichst mir aus dem Herzen ❤️. Suche auch noch die richtige Balance. unser pfiffiger 8 Jähriger hat aktuell auch keine wirkliche Lernmotivation.
Ich liebe immer die Treffen mit Freundinnen, deren Töchter nachmittags noch Feinschrift üben wollen und Bücher verschlingen 😂. Du bist nicht allein, fühl Dich gedrückt! Wenn du eine Lösung findest, sag gerne Bescheid!
Weder Kita noch Schule können und sollen elterliche Fürsorge vollständig ersetzen (bei der man im Gegensatz zu Gruppenbespaßungen wie Kita und Schule individuell schauen kann, wo Probleme und Lösungswege liegen). Das ist aus meiner Sicht ein deutlicher Denkfehler dabei von Müttern (die die Fürsorgearbeit statistisch gesehen überwiegend übernehmen) möglichst viel Erwerbsarbeit zu fordern ohne mitzudenken, dass dann irgendwer anders die Unterstützung der Kinder leisten muss.
Du bist nicht allein!
Als Mutter fühle ich genau mit dir. Zerrissen zwischen Arbeit, Haushalt und Erziehungsaufgaben. Als Versagerin, weil die Kinder nicht hochmotiviert in der Schule lernen wollen und man die ganzen Zusatzaufgaben nicht mehr hinbekommt.
An guten Tagen komm ich damit hin und sag mir, dass sie ihren Weg schon gehen werden. Wenn sie ein Ziel erreichen wollen, werde ich sie unterstützen, aber nicht dahin ziehen und schieben.
Als Mutter möchte ich auch unbeschwerte Zeiten mit den Kindern haben und nicht nur den Aufgaben aus Schule und Hobby hinterherrennen.
Zum Lesen: Bei beiden kam der Durchbruch, als sie in der Bücherei ihr „Genre“ gefunden haben. Davor…
Moin!
Ich kann nicht so gut Tipps geben, meine zwei Kinder sind relativ motiviert durch die Grundschule gekommen.
Aber die Bedingungen (Ganztagkinder, berufstätigkeit beider Eltern) sind ähnlich. Und auch hier musste doch mal was zu Hause gemacht werden
Vielleicht hilft mehr Struktur beim Lernen?
So richtig konkret: Di und Do/Sa von 16.00 – 17:00 wird Mathe/Deutsch geübt. Fest im Familienkalender eingebaut. Das ist für die Kinder greifbar und kalkulierbar und vielleicht leichter zu akzeptieren?
Vielleicht kann man auch versuchen, sich die Lernzeit etwas „gemütlich“ zu machen? Mit nett angerichteten Snacks auf einem großen Tisch.
Ich würde auch versuchen, gleichzeitig mit dem Kindern am Tisch vielleicht „Papierkram“ zu erledigen. Die Kinder haben Hausaufgaben, aber Eltern eben auch. Diese können gemeinsam am Tisch erledigt werden. Jeder macht „seine“ Aufgaben, du bist aber natürlich der Ansprechpartner, falls Fragen aufkommen.
Ich bin kein Fan von Belohnungen, aber vielleicht funktioniert da was?
Zur Frage von der Machbarkeit von Berufstätikeit und Schule: das kann schwierig werden. Ich bin verdammt froh, dass meine beiden wenig Hausaufgaben machen müssen, nahezu alles wird in der Schule erledigt.
Aber: wir begrenzen bewusst die Hobbys. Jedes Kind hat momentan „nur“ ein Hobby die Woche. Das entspricht gefühlt nicht dem Zeitgeist, im Umfeld sind wir damit recht alleine. Aber mehr bringt nur Stress ins System. Das muss letztendlich aber jede Familie für sich entscheiden.
Viele Grüße und viel Erfolg
Stiefelkind
I feel you. Wir sitzen hier um 17 h nach dem Ganztag noch an restlichen Hausaufgaben. Schrecklich. Selbst an unserer sehr gut ausgestatteten Ganztagsgrundsche in kirchlicher Trägerschaft gibt es keine gute individuelle Förderung und keine gute Begleitung bei den Hausaufgaben/Lernplan. Ich denke in deiner Situation kannst du nur drei Dinge tun: Akzeptieren, dass die Kids keine super Schüler sind und ihren Weg schon machen. Oder Zeit oder Geld reinstecken. Zeit: Arbeitszeit reduzieren, du oder dein Partner oder beide, und nachmittags Zeit in Schule/Hausaufgaben stecken. Oder Geld reinstecken: Eine Nachhilfe holt die Kids zwei mal in der Woche nach der Schule ab und übt mit ihnen. Es soll auch Gesamtschulen im Ganztag geben, die die Kids wirklich individuell unterstützen.
An der Grundschule meiner Kids sind 200 Kinder im Nachmittag. Wie genau soll das organisiert werden, dass jedes Kind individuell unterstützt wird?
Das ist in Deutschland eine ganz merkwürdige Mischung aus Nachmittags Aufbewahrung und Leistungsdruck geworden. Das 6-10 Jährige um 19 Uhr nicht noch Motivation haben, etwas für die Schule zu machen, ist klar. Eigentlich nicht einmal um 16:30. Wie aufnahmefähig sind wir Erwachsenen denn um 16:30, wenn wir um 7 das Haus verlassen haben? Genau.
Und solange dann aber nicht einmal Hausaufgaben auf Richtigkeit kontrolliert werden in der OGS, geschweige den mit Kindern lesen oder das 1×1 geübt, sehe ich da keine Möglichkeit, wie Nachmittagsbetreuung und gute Schulbildung vereinbar sein sollen. Ich habe schon eine kompletten Überflieger zu Hause – aber auch der braucht manchmal noch ne Erklärung oder ein Üben. Wie es Eltern von Kindern geht, die wirklich Probleme haben oder etwas üben müssen, mag ich mir gar nicht vorstellen.