Ihr Lieben, wir haben euch auf unserer Facebook-Seite gefragt „Wie war eure Jugendliebe: einfach nur Schmetterlinge oder großer Herzschmerz?“ Es gab so viele Kommentare, auch Sophie hat sich darauf bei uns gemeldet. Sie hat ihren Mann mit 16 kennengelernt und ist bis heute mit ihm glücklich. So eine schöne Liebesgeschichte, von der wir mehr hören wollten.
Liebe Sophie, du bist seit du 16 bist mit deinem heutigen Mann zusammen. Wie und wo habt ihr euch kennengelernt?
Während meiner Jugend habe ich auf Fahrradrennen geordnert, habe also Startnummern verteilt etc., um mein Taschengeld aufzubessern. Da immer Helfer benötigt wurden, habe ich viele Freunde und Klassenkameraden mit in die Runde geholt. Mein lieber Nachbar Robert hat dann noch einen Klassenkameraden seiner Schule mitgebracht. Robert hatte uns zuvor schon gesagt, dass er uns beide gerne verkuppeln würde.
Was war dann dein erster Eindruck von deinem heutigen Mann?
Ich kann mich noch genau daran erinnern. Es war der 22.05.2004, ich war gerade auf dem Weg nach Hause, da kam mir der Nachbar mit „diesem“ Kumpel entgegen. Mein erster Gedanke war: „Oh Gott, DAS soll er sein?“ (Und das meinte ich nicht positiv…)
Autsch. Und was hast du, Achim, über Sophie gedacht?
Ich dachte, dass sie ziemlich hochnäsig ist!
Wie und wo kam es zum ersten Kuss und wann war klar: Wir sind ein Paar?
Achim hat ja dann auch als Ordner gejobbt, wir haben so nebeneinanderher gearbeitet und Achim hat mich gar nicht groß beachtet. Das hat mich irgendwie dann doch gewurmt. Eine Woche später hatte ich Geburtstag und er brachte mir eine Rose mit und gratulierte.
Eine weitere Woche später trafen wir uns dann zum ersten „Date“ in einem Dönerimbiss, dort überreichte er mir einen wunderschönen Liebesbrief und es folgte der erste Kuss – der Knoblauchgeschmack tat dem wunderschönen Moment keinen Abbruch. Seitdem sind wir zusammen und unzertrennlich – und ich wusste schon in dem Imbiss, dass ich ihn eines Tages heiraten möchte…
In dem Alter stehen so soooo viele Veränderungen an. Ende der Schule, Studium oder Ausbildung – habt ihr das alles zusammen gemacht?
Wir waren ja erst 16 bzw. 17 Jahre alt, da war an ein Zusammenziehen noch nicht zu denken. Ich machte eine Ausbildung im öffentlichen Dienst, Achim startete eine schulische Ausbildung und machte sein Fachabi. Wir haben uns jeden Tag gesehen, er radelte bei Wind und Wetter mit seinem schwarz-roten Rad zu mir. Auch wenn wir nur eine Stunde zusammen hatten, hat er den Weg jeden Tag auf sich genommen.
Zwei Jahre später hatten wir das Glück, dass meine Eltern einen kleinen Bungalow kauften, in den wir dann tatsächlich zusammen eingezogen sind. Nach meiner Ausbildung habe ich im Familienbetrieb gearbeitet (mittlerweile über 18 Jahre) und Achim hat nach vielen „Überbrückungsjobs und Weiterbildungen“ dann vor 15 Jahren endlich eine Festanstellung in seinem Traumjob als Müllwerker/Kraftfahrer bekommen.
In den Zwanzigern wollen sich ja viele austoben – gab es bei euch auch mal den Wunsch, jemand Anderes zu daten?
Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde „Nein“. Natürlich habe ich kurz darüber nachgedacht, wie es wäre, jemand Anderen kennenzulernen. Aber ich habe dann auch schnell festgestellt, dass ich gar kein echtes Verlangen nach einem anderen Mann habe – warum auch? Achim ist mein bester Freund, mein Fels in der Brandung, meine größte Stütze und das war schon immer so.
Und wie war das bei dir, Achim?
Nicht wirklich, wenn überhaupt mal in einer „Krise“, aber ich glaube, das passiert in den besten Beziehungen. Gerade in den ersten Jahren muss man ja erstmal zusammenwachsen und sich eine Zukunft gestalten. Um ehrlich zu sein, habe ich schnell gemerkt, dass ihr keine andere Frau das Wasser reichen kann und wir uns immer beim Erreichen unserer Ziele unterstützen.
Wie hat euer Umfeld auf eure Jugendliebe reagiert? Gab es da auch mal Tipps nach dem Motto: Bindet euch doch nicht gleich an den/die Ersten?
Am 3. Jahrestag haben wir uns verlobt, mit der Hochzeit wollte Achim aber warten, bis wir beide eine Festanstellung haben und uns eine Traumhochzeit finanziell leisten können. Ich weiß noch, dass meine Schwester und auch meine Eltern nicht den glücklichsten Eindruck machten, als wir von unserer Verlobung berichteten… Achims Eltern sind ebenfalls schon in so jungen Jahren zusammengekommen und standen deshalb auch immer hinter uns.
Was ist das Schönste daran, so viele Jahre zusammen durchs Leben zu gehen?
Wir gehen nun schon über 21 Jahre (13 Jahre davon sind wir verheiratet) durch dick und dünn, sanieren gerade unser 3. (und hoffentlich letztes) Haus und können uns einfach IMMER aufeinander verlassen. Vor 11 Jahren sind wir zum ersten Mal Eltern geworden, das hat unsere Beziehung nochmal auf ein anderes Level gehoben, finde ich. Meinen Freund Ehemann zu nennen war schon super schön, aber zwei Kinder zu haben, die ihn Papa nennen, ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl.
Was schätzt ihr am anderen am meisten?
Sophie: Ich schätze an Achim, dass er während einer schlimmen, depressiven Phase an meiner Seite blieb – bedingungslos, nie vorwurfsvoll, einfach aushaltend. Und dass er sich den Arsch aufreißt, um uns ein schönes Leben zu bieten und dass er zudem noch so gut aussieht 🙂
Achim: Ich schätze an meiner Frau, dass sie immer hinter mir steht, jeden Schritt mit mir zusammen geht, über meinen doofen und schwarzen Humor lacht und wir einfach über alles reden können und schon soviel miteinander erlebt haben.
Und gibt es auch etwas, was euch am anderen nervt?
Sophie: Manchmal nervt mich sein Tatendrang und unermüdlicher Arbeitswille…
Achim: Dass sie mich im seltenen Falle von Streitereien noch absichtlich provoziert…
Was glaubt ihr ist das Wichtigste, damit eine Beziehung so viele Jahre hält?
Sophie: Das ist einfach: Wir reparieren, statt wegzuwerfen!
Achim: Niemals aufgeben und den anderen so akzeptieren wie er ist.
Was wünscht ihr euch für die nächsten Jahre?
Sophie: Ich würde mir wünschen, dass privat etwas mehr Ruhe einkehrt (unser Leben ist gerade ziemlich turbulent) und wir unser schönes Zuhause genießen können. Ich wünsche mir auch, dass unsere Kinder so glücklich bleiben und dass all unsere Liebsten gesund bleiben und werden!
Achim: Ich wünsche mir für die Zukunft, wieder mehr Zeit für Unternehmungen als Familie aber auch Auszeiten als Paar. Nächstes Jahr fliegen wir ohne Kinder nach Irland, darauf freue ich mich riesig.



3 comments
Wir sind auch glücklich seit 25 Jahren. Jetzt bin ich 42 Jahre alt. Wir haben drei Kinder. Jetzt wo die Kinder aus dem Kleinkindalter raus sind, blüht unsere Beziehung noch mehr auf.
Schön! Ich bin auch mit meinem Mann zusammen, seit ich 16 bin, heute bin ich 42. Sind seit 2006 verheiratet und haben 2 Kinder
Ich habe im Juli mit meinem Mann unser 20-jähriges gefeiert, ich bin 37. Er war mein erster und letzter Freund. Wir haben auch zwei Kinder.
Vor vier Wochen hat eine Kollegin geheiratet, das paar ist noch keine dreißig und auch schon fünfzehn Jahre zusammen.