Ihr Lieben, die Kinder sind groß, die Ehe ist eingespielt, der Partner verbringt die Abende gern einfach auf der Couch und du selbst würdest gern wieder raus, was erleben, die Jahre der Kinderbegleitung hinter dir lassen und das Leben da draußen wieder in vollen Zügen genießen. Eine Affäre war nie eine Option für dich, aber dann kommt da jemand daher, der da auch Lust zu hat, mit dem du dich austauschen und was erleben kannst. Und dann passiert da plötzlich was und schüttelt dein bisher geordnetes Leben durcheinander. Genauso geht es unserer Leserin grad.
Du Liebe, du bist die Affäre eines Mannes. Hat er selbst Familie? Und du auch?
Ich bin Ende 40 und in zweiter Ehe verheiratet. Wir sind eine Patchwork-Familie und meine Kinder sind 19 und 16 . Ich habe seit etwas über einem Jahr eine Affäre. Er ist zwölf Jahre jünger und ebenfalls in einer langjährigen Beziehung, allerdings ohne Kinder.
Seit wann geht das mit euch so und wie fing das an?
Wir waren Arbeitskollegen und aus gemeinsamen Mittagspausen wurden irgendwann Gespräche über Familie, Beziehung und Gott und die Welt. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und haben den gleichen Humor. Natürlich hat es mir zu Beginn auch geschmeichelt, dass sich ein jüngerer Mann für mich interessiert. Das Alter spielt aber inzwischen keine Rolle mehr.
Sehr klischeehaft gab es den ersten Kuss nach der Weihnachtsfeier und kurz darauf trafen wir uns das erste Mal im Hotel. Ich fühlte mich so lebendig, frei und vor allem gesehen … nicht die Mutter, nicht die Frau, die immer alles organisiert und funktioniert. Einfach nur ich.
Wie oft seht ihr euch in etwa? Und wie viel schreibt ihr zwischendurch?
Wir sehen uns ein- bis zweimal die Woche für circa ein bis anderthalb Stunden nach Feierabend, gehen auch mal ins Kino oder auf ein Konzert. Ab und zu gehen wir ins Hotel. Offiziell bin ich dann bei einer Freundin, auf einem Seminar oder Ähnliches. Und ja: Ich hasse es, zu lügen.
Was macht das mit dir?
Seit meine Kinder größer sind, kam immer mehr die Frage, wer bin ich , wenn ich nicht Mama bin. Ich liebe es, Mutter zu sein, dennoch kommt diese Frage immer öfter… und plötzlich ist da die Affäre. Meinem Mann reicht es, abends auf der Couch zu liegen und im Garten zu arbeiten.
Und ich… ? Ich möchte wieder abends ausgehen, in Konzerte gehen etc. Mein Mann zieht da leider nicht so mit, egal wie oft ich frage. Wir stehen ein wenig an unterschiedlichen Punkten in unserer Ehe. Er ist da einfach in den letzten Jahren nicht mehr für zu begeistern, meine Affäre aber schon. Mit ihm erlebe ich all das und das tut mir so gut.
Bist du ein anderer Mensch seither? Ausgeglichener und fröhlicher – auch innerhalb der Familie?
Meine Gefühle schwanken zwischen „fröhlicher“ und „gefrustet“… manchmal gelingt mir der Spagat besser zwischen Familie und Affäre. Manchmal wünsche ich mir eine Zukunft mit meiner Affäre und dann wieder weiß ich, dass mein Mann der Mensch ist, mit dem ich alt werden will.
Stellst du dir manchmal vor, was passieren könnter, wenn es rauskäme?
Würde mein Mann von meiner Affäre erfahren, würde uns das in eine tiefe Krise stürzen, dessen bin ich mir bewusst. Für meine Kinder wäre es schlimm, wenn die Familie zerbrechen würde und ja, darüber mache ich mir natürlich Gedanken, das schlechte Gewissen ist immer dabei.
Du fühlst dich wieder lebendig, sagst du, da ist so viel Leichtigkeit und „nicht funktionieren müssen“, beschreib das mal genauer.
Ich wünsche mir, mir diese Lebensfreude und Unbeschwertheit zu bewahren und mich selbst wieder zu entdecken in diesem neuen Lebensabschnitt mit großen Kindern. Ob meine Affäre mir ein bisschen die Augen geöffnet hat? Ja, bestimmt. Wie lange unser Weg noch zusammen geht…? Ich weiß es nicht. Sein Lebensmotto lautet: Lebe im Moment ! Und aktuell versuche ich genau das. So gut das eben gelingt als Mutter…



22 comments
Ich finde wie viele, das schlimmste am Fremdgehen ist das Verheimlichen, die Lügen, die Alibi-Geschäftstreffen etc., die man erfindet. Aber mal ehrlich: die allerwenigsten Menschen könnten ihr Bedürfnis, sich auch sexuell auch außerhalb der Ehe auszuleben, offen kommunizieren. Das heißt, als realistische Option bleibt ja nur „heimlich machen“ oder für immer gegen das eigene Bedürfnis zu leben. Und das macht, so glaube ich, langfristig auch nicht glücklich. Heutzutage ist es okay, alles mögliche auch mit jemand anderem zu machen: Sport, Hobbys, reden, sogar Urlaub evlt. Aber Sex ist das einzige, was der Partnerschaft vorbehalten ist. Warum eigentlich? Wer hat diese Grenze gezogen? Was wäre so falsch daran, wenn die Frau in dem Artikel zB sagen würde, sie ist gerade an einem anderen Punkt im Leben, will ausgehen etc., und ab und zu landet sie auch mit der Affäre im Bett. Aber nichts destro trotz ist und bleibt ihr Mann der, mit dem sie alt werden würde. Punkt. Vielleicht würde das ein paar Jahre so laufen, und dann würde irgendwann auch sie in eine andere Lebensphase kommen, und wieder viel mehr auf der Wellenlänge sein mit ihrem Mann. Natürlich muss man aufpassen, sich in der Zwischenzeit in zu verlieren. Aber ich denke, dass das möglich ist. Es ist doch quasi unmöglich, mit einem Menschen über Jahrzente immer auf der gleichen Wellenlänge zu sein. Mal ist einer aktiver, mal ist einer sportlicher, mal ist einer gemütlicher, mal hat einer eine größere Libido und der andere hat gar kein Kopf für Sex. Das ist doch logisch. Das alles ist für mich nicht unbedingt ein Problem, das Problem liegt darin, dass (noch) kaum jemand das so aussprechen könnte und somit bleibt wie gesagt ja nur ein heimliches Fremdgehen oder eigene Bedürfnisse unterdrücken…
Sehe ich genauso. Wenn mehr Ehrlichkeit möglich wäre, wäre es kein Betrug mehr.
Leider reden die wenigsten am Anfang ihrer Beziehung, wenn noch alles in Ordnung ist, über diese Themen. Ich fände es wichtig, offen darüber zu sprechen: wie wichtig ist dir Treue, wo fängt Untreue an, würdest du es wissen wollen, etc.
Das ist für mich ehrliche Partnerschaft auf Augenhöhe und lebensnäher als ein „random“ Treueversprechen vor dem Altar.
Genau das darüber reden, wo Betrug für den anderen anfängt, was okay in einer Beziehung ist und was nicht, macht man eigentlich immer am Anfang einer Beziehung. Das ist für mich basic. Mein mann und ich haben gleich, als es ernster zwischen uns wurde genau so ein Gespräch geführt. Denn das sind Grundlagen für eine Beziehung. Was geht, wo ist die Grenze,welche Grenzen sind unumstößlich, was will der andere wissen, was nicht. Ohne so ein Gespräch gleich am Anfang der Beziehung weiß doch keiner, wo der andere steht und ob man überhaupt die gleichen Ziele hat. Ich halte so ein Gespräch für das absolute Minimum, was man bespricht, bevor es ernst wird. Man muss sich doch in grundsätzlichen Dingen einig sein, sonst hat eine Beziehung doch überhaupt keinen Sinn, weil man schlicht etwas völlig anderes erwartet als der andere.
Jede Lebenssituation ist anders und jeder Mensch erlebt in seinem Leben unterschiedliche Dinge. Sich fremd zu verlieben kann passieren. Klar ist es am Ende eine bewusste Entscheidung bestimmte Schritte zu gehen und vielleicht Grenzen zu überschreiten, die in einer Ehe nicht vorher erweitert worden sind. So viele Umstände der Frau, die diesen Mut hatte hier ihre Geschichte zu erzählen kennen wir nicht. Ich versuche weniger zu urteilen und mehr zuzuhören. Ich wünsche ihr, dass sie den Mut hat mit ihrem Ehemann über Wünsche und Bedürfnisse und über das, was ihr fehlt zu sprechen. Mein Mann und ich leben in einer offenen Ehe und inzwischen teilweise polyamor, denn ich habe mich verliebt. Und ich habe etwas wunderbares entdeckt: man kann mehrere Menschen lieben. 🫶🏻 Es hat Überwindungen gekostet mit meinem Mann über meine Gefühle für einen anderen Mann zu sprechen. Ich wollte es ganz lange nicht wahrhaben. Es hat ihn auch verletzt, obwohl uns klar war, dass verliebt sein passieren kann, wenn man in einer offenen Ehe lebt. Ich konnte es ihm erst so richtig sagen, als ich die Erkenntnis hatte: ich liebe beide. Nur, weil ich mich in einem Mann außerhalb der Ehe verliebt habe, liebe ich meinen Mann nicht weniger. Für uns klappt es mit ein paar Regeln und gegenseitiges Rücksichtnehmen auf die Bedürfnisse, Wünschen und Grenzen des jeweils anderen ganz gut. Trotzdem hat es gedauert. Über ein halbes Jahr habe ich die Gefühle für die andere Person unterdrückt, habe mich versucht zu entfernen und wäre am Liebeskummer, der dann Auswirkungen auf die Ehe hatte, fast zerbrochen. Ich bin aus heutiger Sicht froh, dass ich es geschafft habe zu sprechen. Das wünsche ich ihr: den Mut zu haben zu sprechen, für ihre Wünsche und Bedürfnisse einzustehen und gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Affäre eine Lösung zu finden. Aber bitte bedenkt: es kann jeden passieren, sich zu verlieben und vielleicht auch plötzlich so zu handeln, wie man dachte nie handeln zu wollen… Ich finde diesen Umstand sollte man beim Kommentieren zumindest ein bisschen im Hinterkopf haben.
Von Herzen alles Liebe und viel Liebe 🫶🏻, denn sie lässt unsere Herzen höher schlagen und lässt und Lächeln.
Hier wird mir zuviel veurteilt. die arme Frau, die sich da aus der Deckung getraut und ehrlich beschrieben hat. Nienand kann ganz genau nachvollziehen warum und wie nan in so eine Affäre rein gerät wenn er es selber nicht erlebt hat. Jede Beziehung , jede Lebenssituation ist anders , und ich behaupte es kann JEDEN treffen egal ob Mann ob Frau. Manchmal ist es vielleicht einfach Schicksal/ Zufall etx einem faszinierenden anderen Menschen zu begegnen und aus welchem Grund auch immer sich für ein heimliches JA zu entscheiden. Wer nicht inderselben Situation steckt hat vielleicht dasselbe nicht erlebt. Man kann immer leicht auf die Moral pochen umd die gesellschaftlichen Werte , es ist so leicht. Aber nicht wenn man selbat drinsteckt egal in welcher Situation. und ich bin mir sicher, es gibt viel mehr Affären auch von Frauen als manche wahrhaben wollen.
Eine Affäre ist IMMER eine bewusste Entscheidung. Niemand fällt plötzlich auf eintn Pernus oder in eine Vulva. Msn trifft diese Entscheidung bewusst. Im Bewusstsein, dass msn dem Partner damit weh tut, ihn hintergeht,belügt und betrügt. Wer nichts von Treue hält, kommuniziert das in der Partnerschaft, dann kann man gemeinsam Lösungen suchen wie offene Ehe/Beziehung, Trennung etc. Aber den Partner willentlich und wissentlich zu hintergehen, ihm absichtlich weh zu tun, zu WISSEN, dass es dem Partner weh tut und es trotzdem tun,,weil es einem nicht wichtig genug ist, dass er ehrlich weiß, woran er ist und dann selbst entscheiden kann, wie er damit umgehen will, ist niederträchtig, rücksichtslos, egoistisch und gemein.
@Fantasia: ich frage mich ja immer, was solche Kommentare eigentlich sollen. Willst Du damit sagen, dass man sich seine Meinung verkneifen soll, wenn man eine andere hat als die Person, um die es hier geht? Dass man den Leuten nur nach dem Mund reden und zustimmen und den Kopf tätscheln soll? Und wenn man etwas aber falsch oder schlecht findet oder sich einfach nur austauschen möchte, dann soll man sich das verbieten? Warum? Um niemanden auf den Schlips zu treten?
Ehrlich gesagt bringt das erstens niemanden weiter und erstickt jeden Austausch im Keim und zweitens könnte ich mir dann auch gleich sparen, hier zu lesen, weil es dann gar keine echte Diskussion mehr geben würde.
Und Deine Aussage, das könne wirklich jedem passieren: das ist Bullshit (sorry für das harte Wort), aber: einfach Nein. Vielleicht könnte sich jede/r mal fremdverlieben (selbst das bezweifle ich), aber wie man/frau damit umgeht, liegt immer noch im eigenen Ermessen. Zum Glück! Ich bin froh, dass wir keine triebgesteuerten Zombies sind.
Ehrlich gesagt kann ich genau das nicht nachvollziehen… warum muss ein Mann einem das alles erfüllen? Warum kann man nicht mit Freundinnen oder den schon großen Kindern diese Leichtigkeit des Lebens zurück erobern? Eine Affäre kann das ganze Leben von Grund auf zerstören, das greift ja dann in alle Bereiche… Partnerschaft/ wirtschaftliche Basis und der komplette Lebensplan wird ja in Frage gestellt. Da frage ich mich schon, was verbindet einem dann überhaupt noch mit dem Partner, wenn etwas Leichtigkeit das einem wert ist. Ist es dann nicht ehrlicher mit dem Partner die Situation aufzuarbeiten? Ehrlich Gespräche über Wünsche und Bedürfnisse zu führen, anstatt den Partner aufs Abstellgleis der eigenen Stabilität zu stellen? Ich war jahrelang in einer ähnlich langweiligen Ehe gefangen, habe dann das Leben mit Freundinnen und meinen Kindern genossen. Zum Glück kann ich nur sagen, denn diese Bequemlichkeit meines Mannes kam davon, dass er mich seit 5 Jahren mit einer Affäre betrogen hat, zu Hause hat er die Stabilität aufgesogen und die Leichtigkeit mit ihr genossen. Das ist einfach großer Mist! Das ist auch einfach feige, wenn er mir gegenüber offener gewesen wäre, bräuchten wir jetzt nicht 2 Leben neu ordnen mit 2 Teenies dazwischen. Aber wenn einer schweigt und heimlich einen Plan B lebt, dann kämpft der Andere alleine auf verlorenem Posten. Und der Verrat jetzt nach dem Auffliegen hat bei mir das Gesamtbild von ihm komplett zerstört! Diese Vielzahl an Lügen, teilweise ja auf konkrete Fragen direkt ins Gesicht, kann man nicht ungeschehen machen, da kann von mir kein Vertrauen mehr wachsen. Mit so einem Mensch, der das über Jahre hinweg konnte, möchte ich nicht alt werden, ich möchte auch nicht, dass er mal z. B. gesundheitliche Entscheidungen für mich treffen kann. Und die Jahre, die ich noch mitten im Leben stehe möchte ich so jmd. auch nicht mehr widmen. Das sollte man dem Mensch, mit dem man sein Leben verbringen möchte (so wie die Autorin des Artikels schreibt) einfach nicht antun! Ehrlichkeit und Authentizität wären zielführender, wenn man doch sein Leben mit dem Menschen verbringen möchte.
Wie immer harte Worte von Dir liebe Franzi wir beide wären definitiv keine Freundinnen würden wir uns in echt kennen.
du widersprichst Dir selbst, wenn das jeder hier seine Meinung sagen kann dann darf auch ich das mit meiner meine Liebe!!
einen schönen Gruss und Tag
Ich finde es auch schlimm, wie Affären hinter dem Rücken des partners verharmlost oder als normal hingestellt werden.
Für mich persönlich ist Ehrlichkeit auch der beste Weg. Aber die moralische Überhöhung von Treue sollte man vielleicht auch mal überdenken. Niemand reagiert ähnlich empört, wenn andere Teile des Eheversprechens (lieben, achten, ehren) gebrochen werden.
Aber kann man das überhaupt voneinander trennen?? Für mich gehört das alles zusammen. Meine Liebe zeigt sich in meiner Treue, genauso wie ich dem anderen wenig Achtung entgegen ringe, wenn ich ihn hintergehe. Wenn ich dem anderen treu bin, hat das doch ganz viel Liebe und Achtung zu tun.
@Linda: ich meinte mehr, dass Treue, ohne lieben, achten, ehren, viel weniger verurteilt wird. Auch wird immernoch mit zweierlei Maß gemessen. Wenn Männer fremdgehen „ist er halt ein Arsch, aber Männer sind halt so“ und irgendwie ist es eher ein Kavaliersdelikt. Geht Frau fremd ist sie eine „Schlampe und Ehebrecherin“. So meine Wahrnehmung im Umfeld aber auch gesamtgesellschaftlich. Es geht schnell, dass man sich da vor den patriarchialen Karren spannen lässt.
Umgekehrt nehme ich auch wahr (etwas karrikiert), dass manche Frauen ihr Verhalten doch stark verändern, wenn sie den Ring erstmal am Finger haben, inkl. Versorger. Sexualität ist plötzlich nicht mehr wichtig, etc. Und dann wundern sie sich.
Also ich finde mich gar nicht wieder in dem, was Du da schreibst. Für mich macht es keinen Unterschied, ob eine Frau betrügt oder ein Mann, in beiden Fällen finde ich das gleich schlimm und ganz sicher kein Kavaliersdelikt. Für mich ist es einfach nur ein feiger Weg, sein Ego etwas aufzupolieren, ganz egal mit welchem Geschlecht.
@Linda: man kann aber auch treu sein, und trotzdem weder Lieben, achten noch ehren.
Ja, das stimmt. Und mangelnde achtung ist auch ganz schlimm und führt über kurz oder lang zu kaputten Beziehungen. Davon bin ich auch überzeugt. Was für mich aber einen ganz großen Unterschied macht: wenn mich mein Partner z. B. Respektlos behandelt, dann bekomme ich das mit und kann entsprechend damit umgehen, also vlt Gespräche führen, evtl. Eine ehetherapie machen oder auch andere Konsequenzen ziehen und gehen. Wenn jemand untreu ist und das auch offen kommuniziert, ist das genauso. Wenn jemand untreu ist wie in diesem Beispiel und es verheimlicht, finde ich das eine ganz andere Hausnummer. Der andere wird hintergangen und hat keine Möglichkeit zu reagieren, für sich eine Entscheidung zu treffen und Konsequenzen zu ziehen. Das ist letztlich verrat.
Und was es zum anderen für mich persönlich noch schlimmer machen würde mit der untreue ist, dass, wenn mein Mann mich betrügen würde, ich mich absolut ungeliebt und ungeachtet fühlen würde. Untreue zieht einfach sehr viel hinter sich nach. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sagen würde, dass ich Treue überhöhe. Vielleicht. Ich weiß nur, dass das geschilderte Szenario für mich persönlich das allerschlimmste wäre!
Ob mann oder Frau betrügen macht für mich persönlich gar keinen unterschied. Ich finde es in jedem Fall schlimm.
Treue würde ich ja gar nicht überhöhen. Aber Ehrlichkeit ist wichtig, Verlässlichkeit, Wertschätzung, wie Linda auch schreibt. Mit „Fremdgehen“ werden dann gleich viele Eheversprechen gebrochen.
@Franzi: ich habe Dich nicht damit ansprechen wollen. Bin mir sicher, dass du da einen sehr reflektierten Blick drauf hast. Aber gesamtgesellschaftlich nehme ich das schon wahr dass mit zweierlei Maß gemessen wird, je nachdem ob Mann oder Frau fremdgeht
Da kann ich nur zustimmen. Ich bin vor 35 Jahren betrogen worden und in der Ehe geblieben letztendlich. Das Fundament bleibt für immer zerstört. Vertrauen ist die Basis, die es nicht mehr gibt
Das ganze Interview erinnert mich total an die Geschichte aus dem Buch „Ava liebt noch“. Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, Du findest Dein persönliches happy end!
Solche Beiträge erschienen hier ja schon öfters. Meine persönliche Meinung: für Fremdgehen und Unehrlichkeit gibt es viele Gründe, aber keine Entschuldigung. Offene Beziehung, einvernehmliches Öffnen der Beziehung: klar, wer drauf steht. Anlügen, Verschweigen, Hintergehen: das ist feige und gemein dem Partner gegenüber. Zerstört Vertrauen und die gemeinsame Basis. Braucht man sich nicht schön zu reden.
Ein (fester / Ehe-)Partner kann nicht alle Erwartungen erfüllen, daran wird er chancenlos scheitern. Der eine mag mehr Action, der andere genießt die (endlich) ruhigere Zeit. Wenn man so sehr unter dem Spagat leidet – warum dann eine Liebesaffäre? „Nicht funktionieren müssen“ oder Leichtigkeit kann ich auch in einem neuen Hobby ohne Leistungsdruck oder in Freundschaften erleben und entlaste damit die Beziehung, die ich halten möchte.