Datenight zu zweit? Bei uns seit Jahren nicht möglich…

Datenight

Foto: Freepik

Ihr Lieben, neulich haben wir in unseren Insta-Storys eine Umfrage gemacht, wer denn von euch regelmäßig Datenights mit dem Partner hat, also die Abende zu zweit außer Haus verbringt oder vielleicht sogar mal über ein Wochenende zu zweit wegfährt.

Die absolute Mehrzahl gab an, dass es keine regelmäßigen Dates zu zweit gibt, ganz einfach, weil die Betreuung der Kinder nicht gewährleistet ist. Svea schrieb uns darauf hin, dass sie, seit die Kinder auf der Welt sind, nicht mehr mit dem Partner über Nacht weg war – und das ist immerhin 12 Jahre her. Das macht sie traurig, wie sie hier erzählt:

Liebe Svea, erzähl doch erstmal, wer alles zu deiner Familie gehört und wie ihr so lebt.

Zu unserer Familie gehören mein Mann (44), unsere beiden Töchter (9 und 12) und ich (45). Wir leben in einem größeren Dorf mit über 10.000 Einwohnern in der Nähe von zwei größeren Städten. Die nächste Kleinstadt ist auch nicht weit entfernt. Also alles recht gut erschlossen und trotz ländlicher Lage durchaus lebhaft.

Mein Mann arbeitet in einem großen Unternehmen, ich habe bis 2012 im öffentlichen Dienst gearbeitet. Bei dem Arbeitgeber bin ich dann aber u.a. aus gesundheitlichen Gründen gegangen und war anschließend erstmal wieder auf Jobsuche. Nach unserer Hochzeit im selben Jahr wurde ich aber recht schnell schwanger, so dass ich ab dann zu Hause war und die Rolle der Hausfrau (den Ausdruck mag ich eigentlich überhaupt nicht) übernommen habe.

Im Herbst 2013 kam unsere erste Tochter zur Welt und im Herbst 2016 unsere zweite. Insgesamt war ich dann fast zehn Jahre zu Hause, bis ich Ende 2021 wieder eine Anstellung als Sachbearbeiterin in Teilzeit (50%) gefunden hatte. Dort habe ich dann drei Jahre gearbeitet, bis ich u.a. aus familiären Gründen wieder aufgehört habe zu arbeiten.

Seit November 2024 ist mein Mann nun also (wieder) Alleinverdiener. Wobei ich gerne wieder arbeiten gehen möchte und aktuell auf der Suche nach einer passenden Stelle bin. Aber es graust mir auch ein bisschen davor, wieder die Doppelbelastung mit Familie und Beruf stemmen zu müssen. Rückblickend war das schon eine ganz schöne Herausforderung, zumal wir hier kein Backup mit Großeltern vor Ort haben und auf uns gestellt sind. Dadurch bin ich bei der Suche nach einer neuen Stelle auch ziemlich eingeschränkt, was die möglichen Arbeitszeiten angeht.

Wie lange bist du schon mit einem Mann zusammen und in was hast du dich damals verliebt? 

Die Beziehung mit meinem Mann ist seit Ende 2025 volljährig. Wir sind also inzwischen über 18 Jahre zusammen und seit 13 Jahren verheiratet.

Verliebt hatte ich mich vor allem deswegen, weil er so ganz anders war als die anderen Männer, die ich zuvor kennengelernt hatte. Er hatte sich zum Beispiel nach unserem ersten Date direkt am nächsten Tag per Mail gemeldet und für den schönen Abend bedankt. Sowas hatte vorher noch nie jemand gemacht. Da gab es sonst immer diese üblichen Spielchen mit „erst nach ein paar Tagen melden“ etc.

Wir teilen außerdem den gleichen Humor und es hat sich bei und mit ihm von Anfang an sehr vertraut und geborgen angefühlt. So, wie ich es mir immer gewünscht und vorgestellt habe.

Es geht ja um das Thema Datenights – wann hattet ihr die letzte?

Puh, also eine Date-NIGHT (also dass wir nicht zu Hause geschlafen haben) hatten wir tatsächlich das letzte Mal vor den Kindern. Seitdem war es allerhöchstens mal ein Date-ABEND. Und ich glaube, der ist auch schon wieder über 2 Jahre her. Da waren wir in einem Restaurant hier im Ort essen.

Warum ist das momentan nicht öfter möglich?

Es ist leider alles etwas kompliziert, wenn es darum geht mal nur zu zweit etwas zu machen, weil wir keine Großeltern oder sonstige Familie hier vor Ort haben (Entfernung ist etwa 1,5h Fahrtzeit). Und andere Babysitter akzeptieren unsere Kinder nicht – vor allem unsere jüngere Tochter.

Unsere Töchter, insbesondere die jüngere, haben sich immer schon etwas schwer getan mit Fremdbetreuung. Auch in den Kindergarten sind beide nur ungern gegangen. Vor allem mit der Jüngsten war das immer ein wahrer Kampf, sie dort hinzubringen und abzugeben. Sie ist am liebsten zu Hause und im besten Fall sind auch alle Familienmitglieder anwesend.

Beide akzeptieren zwar, dass meine Eltern manchmal auf sie aufpassen, damit mein Mann und ich mal essen gehen können. Aber da meine Eltern nicht oft zu Besuch kommen (können), inzwischen auch schon etwas älter sind und sie oft auch einfach nur für einen Tag zu Besuch kommen (ohne Übernachtung), ist es nicht so einfach das mit dem „Babysitten“ zu organisieren.

Lange Zeit war natürlich auch das Thema „Einschlafbegleitung“ ein Hindernis für eine Date-Night. Aber das wird bei uns Gott sei Dank mittlerweile seit ein paar Jahren nicht mehr benötigt, so dass zumindest dieses Hindernis überwunden wurde.

Allein lassen können und wollen wir die Kinder abends noch nicht. Und selbst tagsüber ist das noch nicht so wirklich möglich. Beide wollen nicht alleine zu Hause sein oder zumindest nicht lange. Für ein Stündchen geht das mal. Aber das hilft uns nicht wirklich weiter.

Geht ihr getrennt voneinander abends weg oder verbringt ihr die Abende eher immer zu Hause?

Ja, getrennt gehen wir aus – wobei auch da unsere jüngste Tochter immer wieder Probleme damit hat, wenn auch nur einer von uns abends mal nicht da ist und sich dadurch der abendliche Ablauf ändert. Insbesondere, wenn ich abends weggehe, ist das oft begleitet von großem Protest.

Mein Mann trifft sich ab und zu mit einem Kumpel für Kino, Planetarium oder einfach nur Essen gehen. Das ist aber nicht oft, vielleicht 3-4 mal im Jahr. Einmal im Monat zockt er mit zwei alten Schulfreunden online.

Ich treffe mich auch hin und wieder mit Freundinnen zum Essen gehen. Das ist übers Jahr aber auch nur so 4–5 mal. Ansonsten sind wir abends immer zu Hause.

Habt ihr denn dann abends zu Hause Zeit zu zweit?

Die Zeit zu zweit ist abends mittlerweile sehr kurz. Bis die Kinder im Bett sind und schlafen ist es am Wochenende meistens mindestens 22 Uhr. Und auch unter der Woche ist es 21.00/30 Uhr, bis bei den Kids vollständige Ruhe eingekehrt ist. Im besten Fall ist das Erdgeschoss (Wohnzimmer, Essbereich und Küche) dann schon aufgeräumt und man kann sich zumindest direkt auf die Couch setzen.

Manchmal muss aber noch das Frühstück für den nächsten Morgen vorbereitet und die Spülmaschine aus- oder eingeräumt werden. Wenn wir dann mal in Ruhe auf der Couch sitzen, wird in der Regel etwas im TV angeschaut. Meistens eine Serie oder Dokumentation aus einer Mediathek oder von einem Streamingdienst.

Leider ist es aber auch oft so, dass mein Mann unter der Woche abends nochmal etwas für die Arbeit machen muss. Ich sitze dann allein im Wohnzimmer, schaue eine Serie oder lese etwas und gehe irgendwann müde ins Bett. Irgendwie bin ich zwar schon daran gewöhnt, aber schön ist das trotzdem nach wie vor nicht.

Beschäftigt dich das, dass ihr keine Abende zu zweit habt? Wie findet dein Partner das?

Ja, das beschäftigt mich schon sehr und auch immer mehr. Es ist einfach irgendwie schade und ich habe ein bisschen Sorge, dass man irgendwann einfach nur noch „nebeneinander her lebt“. Wir funktionieren gut als Team und haben durchaus auch noch einen guten Draht zueinander. Aber das Gefühl nicht nur Eltern, sondern auch ein Paar zu sein, fehlt immer mehr. Es bleibt einfach keine oder nur wenig Zeit für „Romantik“ (kuscheln, in den Arm nehmen, etc.) oder auch ungestörte Gespräche. Das frustriert mich zunehmend.

Mein Mann macht sich da eher weniger Gedanken. Vielleicht haben Männer da tatsächlich einen etwas anderen Blick drauf oder machen sich weniger Gedanken? Zumindest ist es das, was ich auch von Freundinnen höre.

Wenn du dir eine Traum-Datenight basteln könntest – wie sähe die aus?

Hm, gute Frage. Momentan träume ich sogar eher von einem Date-Wochenende. Einfach mal zwei oder sogar drei Tage für meinen Mann und mich alleine. Damit wir uns wieder als Paar wahrnehmen können. Am liebsten mit Übernachtung in einem schönen (Wellness-)Hotel. Mit viel Natur drum rum, Möglichkeit zum Spazieren, leckerem Essen usw.

Viele sagen ja dann: Naja, dann müsst ihr halt nen Babysitter bezahlen, dann geht das doch – was sagst du dazu?

Das ist für mich viel zu kurz gedacht. Klar kann ein Babysitter eine Lösung sein. Aber da gibt es ja mehrere Aspekte, die dagegen sprechen können. Zum einen ist spielt für viele sicher der finanzielle Aspekt eine Rolle. Die Kosten, die zusätzlich zu den möglichen Ausgaben für Essen, Kino etc. anfallen sind nicht zu unterschätzen. Wenn man 10€ pro Stunde zahlen muss und dann ggf. 3-4 Stunden weg ist oder evtl. auch länger, dann ist das schon nicht unerheblich, was an Zusatzkosten entsteht. Gerade in Zeiten, wo ohnehin alles teurer wird und man auch für die Freizeitaktivitäten viel Geld zahlen muss.

Ein anderer Punkt ist, dass es ja nicht nur unsere Entscheidung als Paar ist, dass wir gerne abends weggehen wollen und Zeit zu zweit haben möchten. Ich finde, man sollte da auch berücksichtigen, dass die Kinder ihre Bedürfnisse und Gefühle haben. Nicht jedes Kind kommt damit klar, wenn es von fremden Personen betreut werden soll. Und wie entspannt ist ein der Abend zu zweit noch, wenn man ein heulendes Kind zurücklässt?

Wie würdest du beschreiben, wie sich eure Beziehung verändert hat, seit ihr Eltern seid?

Ich würde sagen, dass vor allem Nähe nicht mehr so häufig stattfindet und auch nicht stattfinden kann. Zum einen, weil man aufgrund der ständigen Verfügbarkeit für die Kinder und deren Nähebedürfnis dann nicht noch mehr Nähe braucht und einfach mal für sich sein will. Zum anderen aber auch, weil schlichtweg die Zeit fehlt oder man abends einfach zu müde ist.

Eine ganz gravierende Veränderung ist außerdem, dass wir seit wir Kinder haben miteinander auch immer mal wieder streiten oder zumindest motzig sind. Vorher haben wir nie gestritten. Es gab einfach keinen Grund. Mittlerweile gibt es aber immer mal wieder Situationen, in denen wir uns anmeckern. Ich muss aber gestehen, dass das eher von mir ausgeht. Zum einen oft hormonell- und zyklusbedingt, zum anderen aber auch, weil mein Nervenkostüm durch Schlafmangel, Kinderstreitereien, Doppelbelastung Familie-Beruf, „Mental load“ etc. einfach deutlich dünner geworden ist. Ich finde das zwar ganz furchtbar und würde das gerne wieder anders haben, aber es gehört wohl einfach auch dazu.

Unterm Strich fühlt es sich manchmal so an, als wäre man nur noch ein Erziehungsteam. Das Wort Paar passt nicht mehr zu 100%. Und den Gedanken finde ich furchtbar traurig.

Was meinst du realistischerweise: Wann könnt ihr wieder mal zu zweit abends raus? 

Ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Ich hoffe aber, dass es in zwei bis drei Jahren funktioniert. Dann sind die Kinder in einem Alter, wo man sie sicher auch abends mal für ein paar Stündchen allein lassen kann. Aber vielleicht werde ich vom Leben ja überrascht und es klappt schon früher. Freuen würde ich mich auf jeden Fall.

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15 comments

  1. Liebe Anne,

    Ich möchte dass kurz kommentieren, weil ich es ein bisschen falsch finde, dass du sagst die anderen möchten das Dorf nicht.

    Über den eigenen Tellerrand hinauszublicken scheint für dich nicht so leicht zu sein und selbst wenn es stimmen würde, dass jeder deine Möglichkeiten zur Verfügung gehabt hätte wenn er nur früh genug angefangen hätte – HätteHätteFahrradkette hilft einem dann auch nicht mehr.
    Fingerzeigen ist immer leicht wenn man nicht in jemand anderes Situation steckt.

    Ich hoffe dir hat dein kleiner Egotext wohlgetan.

    Viele Grüße
    HätteHätteFahrradkette

  2. Liebe Svea, neben den vielen Tipps die hier schon kamen, wie Spaziergänge (im Laufen redet es sich oft einfacher), Date-Nights zu Hause (wir bestellen uns dann auch manchmal einfach Abends was, z. B. Sushi – das ist eh kalt und da ist es nicht so schlimm, dass die Kinder vielleicht mal später schlafen und keiner hat Stress mit der Vorbereitung), der Mann nimmt mal nen Tag frei und ihr trefft euch zu einem gemeinsamen Frühstück o.ä. oder ihr trefft euch mal in der Mittagspause Deines Mannes und esst zusammen Mittag (das sollte bei Schulkindern mit 9 und 12 Jahren ja auch möglich sein). Jedenfalls würde ich empfehlen, dass Du auch mit Deinem Mann das Gespräch suchst. Wie sieht er das, was fehlt Dir und was vielleicht ihm? Was wären seine Ideen, um das Problem zu lösen? Wie könnt ihr Eure Töchter da besser eingewöhnen (langfristig vorher kommunizieren, feste Termine besprechen) vielleicht auch mal einer von euch mit jeweils einer Tochter eine Date-Night machen? Dann sehen sie mal die „andere Seite“ und genießen Exklusiv-Zeit. Das sind natürlich nur Ideen. Ihr müsst schauen, was für euch passt! Wenn Du selbst merkst, dass dir die Situation zu schaffen macht, dann gehe es jetzt an und schiebe es nicht auf in der Hoffnung, dass es ja in 2,3,4… Jahren einfacher wird. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es normal ist, dass es auch mal Kraft kostet, in seine Beziehung zu investieren und die Abendliche Müdigkeit beiseite zu schieben. Dann geht man eben am nächsten Tag mit den Kindern ins Bett. Auch körperliche Nähe kann man einander immer mal zwischen durch zukommen lassen – mal hier eine Umarmung, ein Kuss oder eine kleine Nackenmassage… Ich finde es wichtig, dass die Kinder auch sehen, dass ihre Eltern ein Paar sind und sich lieb haben. Aber wenn ihr das bisher nicht so handhabt, ist das sicher auch erstmal komisch, sich darauf einzulassen. Wichtig ist, dass ihr auch euch als Paar in der Prioritätenlist wieder weiter nach vorne schiebt und das aktiv angeht. Alles Gute für euch!

  3. Vielleicht hast du bedürfnisorientierte Erziehung etwas fehlinterpretiert? Dabei geht es nicht nur darum, die Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen, es werden die Bedürfnisse ALLER Familienmitglieder mit bedacht.
    Zusätzlich ist wichtig, zwischen Wunsch und Bedürfnis zu unterscheiden. Wenn z.B. mein Sohn (8) abends ausdrücklich von mir ins Bett gebracht werden möchte ist das ein Wunsch. Dahinter steckt zwar vielleicht auch ein Bedürfnis nach Sicherheit und Nähe, aber das kann genauso gut auch von seinem Vater erfüllt werden. Wenn er nachts aufwacht und sich zu uns ins Bett kuschelt, um Nähe und Sicherheit zu haben ist das ein Bedürfnis.
    Vielleicht hilft dir das auch etwas weiter, damit du ohne schlechtes Gewissen mal abends auch „frei“ hast.

  4. Liebe Svea,
    klingt vielleicht hart, aber glaubst du, dass es gut für die Bedürfnisse deiner Mädels ist, wenn dein Mann und du euch trennt, weil ihr euch nichts mehr zu sagen habt? Oder wenn sie älter werden und erleben, dass ihre Mutter kein Leben über ihre Kinder hinaus hat?
    Willst du deinen Töchtern das vorleben?

  5. Ich denke, letztlich ist es schon eine Frage der Prioritäten mache. Wenn ich etwas priorisiere, ist es doch meist irgendwie möglich. Trotzdem verstehe ich gut, dass das im Alltag so leicht untergeht. Wir haben 5 Kids im Alter von 2 bis 10 Jahren und ich merke auch, dass wir da immer wieder darum „kämpfen“ müssen.
    Möglichkeiten, die wir gefunden haben sind:
    Ab und zu ein Frühstücksdate meist bei uns zu Hause, wenn die Kids außer Haus sind (geht bei uns, weil mein Mann flexible Arbeitszeiten hat)
    Abends zu Hause Zeit zu zweit. Bei größeren Kindern, die abends länger wach sind, kann man ihnen an diesen Tagen ja auch mal einen schönen Film in einem anderen Zimmer anmachen oder ein neues horbuch oder so. Unsere Kids machen das gut mit, wenn sie wissen, dass wir jetzt mal Zeit zu zweit haben und beschäftigen sich in ihren Zimmern und die kleinen schlafen.
    Und ab und zu gehen wir auch mal miteinander weg. Wir haben au h Familie vor Ort zum babysitter, obwohl das mit vielen Kids auch nicht immer so ganz unkompliziert ist. Allerdings bin ich der Meinung, dass man Kindern in dem Alter trotzdem auch zumuten kann, dass sie alle paar Wochen mal auf die Eltern für einen Abend verzichten können und jemand anderes aufpasst. Ich denke, das kann man ja erklären und da müssen die Kids dann halt mal durch. Das ist ja nicht oft.
    Sich gut um die Ehe zu kümmern ist und eine gesunde und starke Beziehung zu haben ist ja letztlich auch das größte Geschenk an die Kinder!
    Die Idee mit den Spaziergängen von den anderen kommentatoren fand ich auch gut.
    Ich hoffe,ihr findet etwas Zeit für euch.

  6. Ich finde den Ansatz von Jessy mit der Date Night großartig!
    Als kleine Ergänzung hier noch eine Idee: wenn du gerade nicht arbeitest, ist es dann vielleicht möglich, dass sich dein Mann außer der Reihe mal einen Tag (Überstunden-) frei nimmt? Wenn die Kinder in der Schule sind, könntet ihr was Schönes zu zweit unternehmen. Frühstücken (gehen), Fahrradtour, großer Spaziergang, Sauna,… So machen es mein Mann und ich immer mal wieder, nur dass wir uns beide frei nehmen müssen. Manchmal kommt natürlich was dazwischen (genau dann wird ein Kind krank), aber das nehmen wir dann wie es kommt.
    Abends alleine gelassen hätte ich meine Kinder in dem Alter auch noch nicht.

  7. Liebe Svea
    Ich denke, es ist ganz wichtig, dass die Kinder lernen, dass nicht nur sie Bedürfnisse haben, sondern auch ihr als Eltern. Die jüngere Tochter möchte am Abend alle Familienmitglieder um sich haben aber es kommt ja auch vor, dass du als Mama ein Bedürfnis hast und ich finde, das darf man seinen Kindern auch so erklären und vor allem auch zumuten. Dann ist es halt ab und zu so, dass die Tochter damit nicht zufrieden ist, dass du mit deinen Freundinnen essen gehst. Ich finde, diesen Unmut kann sie lernen auszuhalten. Zu einem gesunden Aufwachsen gehört es auch dazu, ab und zu ein wenig Frust auszuhalten und vor allem auch zu lernen, dass die eigenen Bedürfnisse auch mal hinten angestellt werden müssen. Das kommt ja nicht regelmässig vor, sondern ab und zu und daran können sich Kinder in diesem Alter doch schon gewöhnen. Unsere Kinder sind im gleichen Alter und sie verbringen auch mal den Abend alleine zu Hause und gehen alleine ins Bett. Das kommt wirklich sehr selten vor, ist aber möglich. Und tagsüber ist es auch schon lange kein Thema mehr, dass es ab und zu Zeiten gibt, in denen sie alleine sind. Meine Tochter mag es nach wie vor nicht besonders, wenn ich am Abend mit einer Freundin essen gehe aber sie versteht auch, dass es für mich wichtig ist und akzeptiert es.
    Abends können sie sich auch daran beteiligen, den Tisch abzuräumen, den Geschirrspüler einzuräumen usw, dann sind alle schneller fertig und es gibt früher Feierabend für alle. In diesem Alter darf man, so finde ich, doch schon ein wenig Mithilfe und auch Rücksichtnahme im Familienalltag leben.

  8. Ich lese viele Gründe, warum es nicht gehen soll. Dabei klappt es in den meisten Familien in genau der gleichen Betreuungssituation wunderbar.
    Ja ich weiß, besondere Kinder. Interessanterweise sind bei solchen Geschichten immer die Kinder der Grund, weil sie angeblich besondere Bedürfnisse haben.
    Schlagt auf mich ein, aber ich sehe hier viele Probleme als hausgemacht an.
    Nur 1,5 Stunden wohnen die Großeltern entfernt und die Kinder sind schon im vorpubertären Alter. In all den Jahren hätten sich doch sicherlich genug Möglichkeiten für gegenseitige Besuche gefunden. Svea arbeitet nicht. Was hätte also dagegen gesprochen, häufiger mit den Kindern die Eltern zu besuchen? Nicht mehr seit der Schule klar, aber die Versäumnisse haben ja auch schon viel früher angefangen.
    Wenn ich nicht arbeiten würde, würde ich bestimmt nicht abends um 20/21 Uhr noch Haushalt machen. Den Tisch schnell abgeräumt. Fertig. Es ist der eigene Perfektionismus, der mehr von ihr verlangt.

    Vorschlag: organisiert einen Übernachtungsabend bei den Freunden der Kinder. Natürlich dann für beide Kinder am gleichen Abend. Spätestens dann, wenn ihr den Eltern mitteilt, warum ihr beide Kinder gleichzeitig „weghaben“ wollt, machen die anderen Eltern garantiert mit. Mit 12 Jahren haben wir das geliebt und auch mit 9 Jahren wäre das bei uns kein Problem gewesen (wir waren sowieso deutlich mehr alleine als die Kinder hier).

    Wir haben all diese Probleme nicht, obwohl die Großeltern je 2,5h entfernt wohnen und unsere Kinder noch deutlich kleiner sind. Regelmäßige gegenseitige Besuche, Kinder in der Kita, Kinder die zur Selbständigkeit erzogen werden.
    Nein, ich bin sicher keine Supermama, aber ich behüte meine Kinder auch nicht übermäßig.

    Sorry, das will Svea nicht hören, aber es ist die Wahrheit. Die Kinder sind überbehütet. Der Satz: „Ich finde, man sollte da auch berücksichtigen, dass die Kinder ihre Bedürfnisse und Gefühle haben.“ bringt das Problem mit einem Satz auf den Punkt.
    Bedürfnisse der Kinder beachten schön und gut, selbst daran zu Grunde gehen nein!

    1. Liebe Anna,
      ja. Manche Probleme sind vielleicht hausgemacht. ABER nur weil es bei euch und euren Kindern funktioniert, ist das kein Erfolgsrezept für alle. Kinder sind einfach krass unterschiedlich.
      Unsere Große liebt Übernachtungsbesuche bei Freundinnen und hat in der 2. Klasse damit angefangen. Unser Mittlerer ist jetzt in der 1. Klasse und will noch nicht mal tagsüber einen Freund besuchen. Er spielt einfach lieber allein zu Hause. Er braucht andere Kinder einfach nicht so. Wie soll ich ihn denn dann bitte zu einem Überbachtungsbesuch bei Freunden zwingen? Nur weil deine Kinder das machen, müssen das nicht alle Kinder machen.

      Liebe Svea,
      wenn du aktuell nicht arbeitest, könnte sich dein Mann vielleicht mal an einem Schultag einen Tag Urlaub nehmen und ihr geht gemütlich brunchen? Wäre vielleicht schonmal ein Anfang? Ist natürlich nicht das gleiche wie ein ganzes Wochenende zu zweit. Aber wenn ein kinderfreies Wochenende zur Zeit nicht realistisch ist, dann vielleicht lieber kleine Auszeiten zu zweit wertschätzen statt den nicht möglichen großen Auszeiten nachzuweinen.

  9. Liebe Svea,
    in vielen Punkten fühle ich mit dir. Auch bei uns gab es lange keine Dates. Unsere Kids sind 1,5 Jahre 5 und 7 Jahre.
    Vor circa 2,5 Jahren hat sich etwas bei uns verändert. Wir haben die Date Night eingeführt und das war für unsere Beziehung so wundervoll und bereichernd. Einmal im Monat haben wir ein Date zuhause. Derjenige, der an der Reihe ist das Date zu organisieren kümmert sich ums Essen, um Snack, um eine Aktion (wir haben schon Gesellschaftsspiele gespielt, gemalt, gepuzzelt, gemeinsam Kekse gebacken oder alte Familienbilder angeschaut, eine neue Tanzdrehung gelernt…). Die andere Person kümmert sich um das ins Bett bringen unserer 3 Mäuse. Diese Dates starten dann oft auch super spät : eher 20:30/21:00 Uhr, weil auch meine Kids nicht so früh schlafen und oft noch Einschlafbegleitung brauchen. Das schönste neben der gemeinsamen bewussten Zeit zuhause ist tatsächlich auch die Überraschung. Mein Mann gibt sich wirklich alle 2 Monate sehr viel Mühe und hat viele schöne Ideen. Wir finden an diesen Abenden oft Zeit für gute Gespräche und auch die Kinder kennen inzwischen unsere Date Night (ab und zu sind sie ganz neugierig und schauen doch mal zu uns ins Ess- bzw. Wohnzimmer) und ich glaube sie lernen so auch, wie wichtig es ist, aufeinander acht zu geben und sich eine Freude zu machen. Wir sind auch abends oft so ko und kaputt. Bei unseren Date Nights sind wir aber plötzlich wieder wach. Es ist die Wertschätzung und Aufregung für die Person, die überrascht wird und die Spannung, wie der jeweils andere die Überraschung finden wird, die einen wach halten. Ich wünsche dir und deinen Mann die Möglichkeit wieder Zeit für füreinander zu finden. Ganz bewusst und vielleicht erst mal nur klein. Aufgrund des Alters deiner Kinder kam mir der Gedanke, ob sie vielleicht schon mal ne halbe Stunde/ ne Stunde alleine bleiben tagsüber. Das sind gute Zeiten für einen kurzen Spaziergang mit Händchen halten zu 2. oder vielleicht sogar – je nachdem, wo ihr wohnt – für ein Eis in Eisdiele oder einen Kaffee beim Bäcker. Wenn ihr das ganz bewusst macht, glaube ich es kann schon viel bewirken und auch wieder mehr Nähe und Paarmomente bringen. Vielleicht konnte ich dir ein paar Anregungen geben, vielleicht aber auch nicht – aber auf jeden Fall:
    Von Herzen alles Liebe für dich und deine Familie.

  10. Wir haben jetzt damit angefangen gemeinsam spazieren zu gehen, wenn die Kinder schlafen (8 und 11). Da sind wir nicht weit weg und auch eher nur für eine Stunde. Dabei gibt es zwischen uns intensivere Unterhaltungen als daheim, wenn immer noch irgendwas zu tun ist. Das sorgt bei uns für mehr Verständnis für die andere Person.
    Vielleicht wäre das für den Anfang eine Option für euch? Ihr könntet ja ein Handy daheim lassen und als „Babyphone“ für die weitere Entfernung nutzen, wenn du dabei Bedenken hast, dass eure Kinder Angst bekommen und du nicht da bist.

  11. Ich danke dir für deine Einblicke, bei uns ist es ganz genauso! Du bist also nicht alleine. Was mich zusätzlich immer sehr belastet hat- die „guten Tipps“ aus dem Umfeld ich solle meine Tochter zwingen bei anderen zu übernachten und babysitter zu akzeptieren. Sie würde damit ja unsere Paarbeziehung entzweien. Das hat mich immer so verletzt, dass ich mich schon gar nicht mehr getraut habe darüber zu sprechen. Mittlerweile ist sie 14 und es wird tatsächlich einfacher. Abends alleine lassen ist gar kein Thema mehr und ab und zu übernachtet sie auch bei Freundinnen. Fühl dich gedrückt, ihr macht das toll. Das Dorf das es bräuchte um Kinder zu begleiten hat nun einmal nicht jeder! Alles Liebe

    1. Liebe Cornelia,
      ich muss das kurz kommentieren, weil ich es ein bisschen falsch finde, dass du sagst, dass nicht jeder das Dorf hat.
      Svea und du- ihr möchtet das Dorf nicht. Da wäre es- Kinder können wunderbar von Babysittern betreut werden oder bei Freundlinnen übernachten. Das muss aber gewollt und gefördert werden.
      Wenn du das nicht möchtest- okay. Aber dann rede nicht Svea ein, sie sei arm dran, weil sie kein Dorf hat.

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