Familienstreitigkeiten um Geld: Wer bekommt wann was?

Familienstreitigkeiten um Geld

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Ihr Lieben, kennt ihr Familienstreitigkeiten um Geld und Gerechtigkeit? Bei unserer Leserin haben die Finanzen im Grunde die ganze Verwandtschaft auseinandergebracht. Wie schade. Hättet ihr Tipps, wie das besser hätte laufen können?

Die Familie von Laura, wohnte im Haus der Schwiegermutter im Obergeschoß. Es war eine 3-Zimmerwohnung und 2016 bekam sie ihr zweites Kind. Der Raum wurde zu eng, es war nicht genug Platz, also suchten sie eine bezahlbare Immobilie, was schwierig war bei begrenzten Mitteln. Machbarer erschien ihnen schließlich, ihrer Schwiegermutter das Obergeschoss abzukaufen und es mit einem Anbau zu erweitern, sodass genügend Zimmer für die kleine Familie vorhanden wären. 

Lauras Mutter bot zunächst noch Hilfe bei der Finanzierung an. Sie hatte sich das so überlegt, dass diese Unterstützung dann spätestens beim Erbe ausgeglichen würde und Lauras zwei Brüder dann mehr bekämen, um allen Kindern gegenüber gerecht zu bleiben. Doch die Zeit des Bauantrags dauerte dann viel länger als gedacht und es wurde eine recht komplizierte Angelegenheit. 

Familienstreitigkeiten um Geld

Einkommensverteilung
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2020 gab es diverse Streitigkeiten innerhalb der Familie. Lauras Lebensgefährte hatte zum Beispiel einen Unfall mit dem Zweitauto ihrer Eltern. Es war ein alter Opel Meriva gewesen, der nun zu einem Totalschaden wurde. Lauras Brüder behaupteten, das Auto hätte noch einen Wert von 6000 Euro gehabt, auch wenn der Gutachter 2000 Euro bestätigte. Laura bekam nach dem Unfall 1000 Euro von der Versicherung, gab sie ihren Eltern und wollte die restlichen 1000 Euro dann noch privat oben drauf legen. Ihre Mutter bestand aber drauf, ihr diese zu erlassen… für die Brüder ein Unding.

Die beiden regten sich auf und behaupteten, Laura bekäme von den Eltern einfach 6000 Euro geschenkt, ihnen würden nun auch jeweils 6000 Euro zustehen. Die Eltern widersprachen dem nicht…. und zahlten. Laura regte diese „unsägliche Aufrechnerei“ so auf, dass sie viele Sachen, die sie je von ihren Eltern bekommen hatte, zurückgab. Sie stellte sie vor die Haustür uns sagte, dass sonst ja jedes einzelne Buch und Ding auch noch ausgeglichen werden müsse. 

Es gab noch viele weitere Streitpunkte, meist über WhatsApp. Deswegen trat Laura irgendwann aus der Familien-WhatsApp-Gruppe aus, weil sie das Gefühl hatte, auf sie höre ja eh keiner. Mit den Eltern hielt sie dennoch weiter Kontakt… schon wegen der Kinder, dien sollten ja weiter Oma und Opa sehen.

Als sie dann hörten, dass Laura mit ihrer Familie das Obergeschoss der Schwiegereltern kaufen möchte, boten sie ihr schließlich Hilfe an. Sie bestellten sie zu sich und sagten: Wenn sie Geld brauche, könnten sie ihr einen Kredit geben zum gleichen Zinssatz wie ihn auch die Bank anbot, doch dazu kam es nicht.

Generell fühlte sich Laura schon lange als das schwarze Schaf der Familie und später bekam sie auch raus, dass die Brüder in der Familiengruppe klipp und klar geschrieben hatten: Wenn die Laura euch nicht guttut, dann bekommt sie auch nicht euer Geld. Und dass sich die Eltern da auch nicht hinter sie gestellt hatten. Für Laura war das wirklich schlimm, das zu lesen aber eben auch nochmal eine Bestätigung dafür, dass sie sich irgendwann entschieden, den Kauf doch über die Bank abzuwickeln und sich so unabhängig von den Eltern zu machen und bei den Brüdern eine weitere Neiddiskussion auszulösen.

Sie bekamen den Kredit, dann kam erstmal Corona und Lauras Eltern wollten aus Angst vor Ansteckung niemanden mehr sehen. Im Frühsommer näherten sie sich wieder ein bisschen an, es gab einen ersten Besuch im Garten. Eine Woche danach verstarb Lauras Vater überraschend. Er war durch seine Parkinson-Erkrankung pflegebedürftig, aber nicht so, dass man erwarten konnte, dass er sterben würde. 

Kurz darauf erfuhr Laura, dass ihre Eltern kurz vor dem Tod ihres Vaters beschlossen hatten, ihr eine Immobilie, die ihr eigentlich versprochen war, doch nicht zu vererben, sondern sie an die Brüder zu geben. Sie sollte zwar stattdessen Geld bekommen, aber sie hing emotional einfach sehr an dieser Ferienwohnung, in der sie so viel Zeit verbracht und gute Erinnerungen gesammelt hatte.

Es war ein so schwerer Schlag für sie, dass sie das Gespräch suchte. Ihre Mutter machte die Entscheidung daraufhin auch wirklich wieder rückgängig. Jedoch mit der Prämisse, dass sie sich „gut“ verhalten müsse, ansonsten behielt sie sich vor, Laura zu enterben. Ein knappes Jahr später wurde bei Lauras Mutter Krebs im Endstadium diagnostiziert und eine Woche später starb sie im Krankenhaus. 

„Wir sind umgezogen und haben jetzt Ruhe“

Umzug
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Das Elternhaus musste ausgeräumt werden, es gab – wen wundert´s – Erbstreitigkeiten mit den Brüdern und viel Arbeit mit der Abwicklung. Ein bisschen Erbe gab´s dann doch auch für Laura. Sie konnte es gut gebrauchen, denn natürlich war der Anbau der Schwiegermutter-Wohnung teurer geworden als gedacht. Vor ein paar Monaten sind Laura und ihre Familie endlich eingezogen. Ihre Kinder sind mittlerweile 9 und 12 Jahre alt. Und obwohl alles so holprig gelaufen ist und sie noch lange den Kredit abbezahlen müssen, fühlt es sich jetzt nach Ruhe und Ankommen und Happy End an. Es gibt nichts mehr zu klären.

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4 comments

  1. Ich habe noch nie verstanden, dass Kinder der Meinung sind, sie hätten ein Recht auf das Vermögen der Eltern.

    Es gehört den Eltern und was diese damit machen ist alleine deren Entscheidung.
    Und wenn sie es an die Heilsarmee spenden.
    Eine (vermeintlich) ungerechte Verteilung des Erbes zeugt vielleicht nicht von Charakterstärke. Trotzdem haben die Kinder da kein Mitspracherecht.
    Davon abgesehen ist jeder immer noch für sich selbst verantwortlich. Wenn man finanzielle Unterstützung bekommt ist das schön. Aber weder hat man ein Recht darauf, noch ist das die Pflicht der Eltern,

  2. Hallo.
    Bei uns gab es wegen Thema Geld leider auch sehr viel Streitigkeiten in der Familie bzw. es gibt sie immer noch.
    Ich habe 3 Kinder. Meine Idee ist, alles aufzuschreiben was die Kinder an Geld bekommen haben, auch Auslandsaufenthalte, Studium, Führerschein usw. Dann kann man bei der Übergabe von Haus und Hof schauen wer wieviel schon bekommen hat.
    Ich hoffe sehr das wir das als Eltern später mal gut lösen können.
    Leider hört man sehr viel von Streitigkeiten in den Familien wegen Geld.

  3. Moin,
    Paradoxerweise kommt viel Streit aus dem an sich schönen Wunsch nach Gerechtigkeit. Hätten die Eltern einfach gesagt, wir schenken wem wir wollen was wir wollen, nicht Eure Entscheidung, hätten sie ihre Kinder von den Diskussionen entlastet. Ich liebäugele damit, das mit meinen Kids mal so zu machen. Derzeit sind große Geschenke und Erbe noch kein Thema. Gerechtigkeit per se gibt es sowieso nicht. Ist es gerecht, dass alle gleich viel bekommen, wenn einer vielleicht chronisch krank ist, einer super verdient und eine vier Kinder hat? Oder soll der chronisch Kranke mehr bekommen oder die mit den Kids? Soll mehr bekommen, wer sich um die Eltern kümmert? Das eine Kind war vielleicht für zig Tausend im Auslandsjahr und das andere nicht. Das Geld könnte das andere Kind dann inklusive Zinsen später einfordern, wenn alles so gerecht sein soll. Bei mehr als zwei Kindern wird es völlig utopisch.
    Meine Meinung, die Eltern sollten es komplett selbst verantworten und sich jede Diskussion verbitten. Und im Zweifelsfall, aus Kindersicht, finanziert man seine Wohnung eben mit der Bank, und was die Bank nicht finanziert, kann man sich nicht leisten. Es gibt keinen Anspruch auf Geschenke der Eltern, und es gibt keine objektive Gerechtigkeit.

    LG!

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