Oberstufe: Ende der Schulhilfen in der Teen-Time Jugendkolumne

Oberstufe

Ihr Lieben, vor ein paar Tagen stand die erste Klausur der Oberstufe an und die Gespräche beim Frühstück gingen nicht über Geräusche wie Grmpfl und hmnn hinaus. Hier sind Zeiten angebrochen, in denen ich am Abend vor ner Klausur nur durch Zufall erfahre, dass was ansteht in der Schule. Weil jemand einen Klausurbogen sucht. Oder einen funktionierenden Stift.

Schluss der Schulhilfen in der Oberstufe

Wenn ich daran zurückdenke, wie wahnsinnig mich die Schule eine Zeitlang gemacht hat! Ich hab das Buch „Geht´s dir noch gut oder hast du schon Kinder in der Schule?“ gefeiert und die Coronazeit mit Homeschooling hat mich fast ins Burnout getrieben. Jetzt regeln sie alles selbst. An Hausaufgaben oder Klausuren bin ich nicht mehr beteiligt. Ich bin raus. Ist das zu glauben? Ja, ich hätt das doch selbst nie erwartet!  

Was ich derzeit noch spannend finde: Ihr liebt ja die Bilder von vielen Schuhen in unserem Hauseingang, die sich oft sehr ähnlich sehen und die Kinder kommen aber in ein Alter, in dem diese Uniformiertheit, dieses Bloß-nicht-Auffallen-wollen und Angepasst-durch-die-Schulzeit-laufen-wie-die-anderen einer Individualität weicht, einige trauen sich jetzt auch mal an andere Frisuren, an andere Kleidung, aus der Pubertät schält sich ein neuer Mut heraus, ein Sich-Selbst-Finden und auch Sich-Zeigen, ja, wirklich irgendwie ein Erwachsenwerden.

Das Studium geht weiter

IMG 5892

Die Große, die Ausgezogene, hat die ersten Nächte in der eigenen Wohnung hinter sich, hat zum ersten Mal in ihrem Leben Frischhaltefolie gekauft und einen Kasten Wasser, hat mit ihrer Mitbewohnerin Fischstäbchen mit Kartoffelbrei gekocht und neben lustigen Partyabenden auch mal an zu Hause zurückgedacht und uns dann doch nochmal besucht <3 Das dritte Semester hat jetzt grad wieder begonnen. Wie schnell das alles geht.

Was ist ansonsten los? Ich feiere den Jahrestag mit dem Lebewesen, das mir nach dem Großwerden der Kinder meine Fürsorgeleidenschaft stillt: Mein Pferdchen. Das war schon echt ein Ritt in diesem ersten Jahr mit ihm. Es war die große Liebe auf den ersten Blick, dann bin ich im Dezember runtergekracht, nachdem es sich erschreckt hatte und ich dachte in meinem Schleudertrauma so: Hui, es fühlt sich an, als sollte ich Bolzplatzkind plötzlich Champions League spielen.

Ein Jahr Pferdemama

Und denken wir das mit einem Baby nicht auch irgendwann? Wenn uns bewusst wird, was für eine Verantwortung wir da tragen? Und dann holt man sich Ratschläge und Hilfe und gewinnt das Vertrauen zurück, das war in diesem Fall wirklich sehr ähnlich – auch wenn ich in dieser Zeit zumindest die Nächte durchschlafen durfte 😉

IMG 9010

Es hatte zu Anfang auch noch eine Mauke, später einen Pilz, danach gabs Rangeleien in der Herde und dadurch immer mal wieder Hufeisenverluste, aber alles wurde dann ruhiger und toller und euphoriespendend – bis im Mai eine Wunde am vorderen Innenbein nicht mehr heilen wollte und nach einer Röntgenaufnahme klar war: Der Knochen ist nach einem Tritt abgesplittert, der Kleine muss operiert werden (ich hab zum Glück eine OP-Versicherung!).

Ich sag euch: Ich bin fast wahnsinnig geworden und habe da nochmal so sehr gemerkt, wie tief ich schon drin steck in der Liebe zu diesem schwarz-weißen Traumpony <3 Ich war täglich in der Klinik und wir haben uns in den zwei Folgemonaten ganz behutsam wieder auf den Stand von vorher gebracht, das alles als absolut unerfahrene Pferdemama, die doch irgendwie wie die Jungfrau zum Kind gekommen war 😉

Tja, und was soll ich sagen: Wir sind aneinandergewachsen, wir haben beide so viel gelernt miteinander, ich hab das Gefühl, dass es grad so schön ist wie nie und bin so unfassbar dankbar für diese Erfahrung und diese Chance und dieses wahre Stückchen Ponyhof in meinem Leben, das mir in stressigen Zeiten die absolute Ruhe und Zufriedenheit zurückbringt. Hachz.

Was noch ansteht? Nun, ein ruhiges Wochenende. Endlich mal wieder. Nach Bucherscheinen und Auszug und Zwilli-Geburtstag und Wahlkampf hatte ich mir ja verrückterweise auch noch den Kölner Halbmarathon vorgenommen für Sonntag, den 5.10. Ich habe das ganze Jahr über trainiert, hab die tollste Laufpartnerin und bin etliche Male über mich hinausgewachsen und habe sogar mehrfach 14km geschafft, was ich mein Leben lang für absolut unmachbar gehalten habe.

IMG 3176

Das war eine tolle, anstrengende und zeitraubende Erfahrung, die mich so fit gemacht hat, wie ich noch nie in meinem Leben war. Doch dann machte vor zwei Wochen mein Knie schlapp und zwar nicht nur mit Muskelkater oder Verspannung, sondern wirklich mit dem Gefühl, dass mein in Coronazeiten festgestellter Meniskusanriss wieder zu Wasser im Knie führt und da musste ich den Traum, einmal so etwas in Köln und mit dem Dom als Ziel zu erleben, leider an den Nagel hängen.

Mir fiel das nicht leicht und ich hab auch geheult und dann aber gedacht: Es soll jetzt nicht sein, die letzten Wochen waren eh schon heftig und die vielen Trainingseinheiten nimmt mir niemand mehr. Ich habe so viele Ziele erreicht dieses Jahr, dass ich mich jetzt einfach zurücklehne, meiner Freundin Steffi die Daumen drücke und das Wochenende mal so richtig, richtig ruhig angehe… reite und in den Tag lebe statt kilometerweit durch die Gegend zu rennen. Auch schön neben den vielen anderen Gründen, dankbar zu sein. Wie verbringt ihr das lange Wochenende?

363ba47318c24653a0eb2bdd32827883


1 comment

  1. Oh da hast Du ja was durchgemacht mit deinem Pferdchen. Ich habe auch den Schritt gewagt und mir zum ersten mal im Leben ein Pferd gekauft, auch ein Isländer. Es ist eine 13jährige Stute und somit hoffentlich ruhiger🙂. Neue Zeiten sind immer so besonders…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert