2. Lebenshälfte: Das sind keine Falten – das ist mehr Tiefe

2. Lebenshälfte

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Ihr Lieben, manchmal sind wir so hart zu uns selbst, da tut es gut, den Fokus – besonders in der 2. Lebenshälfte – lieber auf das Erreichte zu legen, nicht auf der Vergehende, oder? Und das klingt jetzt viel esoterischer als dieser neue Beitrag aus unserer kleinen Reihe mit Nina Müller-Peltzer (PCA® Psychologischer Coach), die ihr schon von den Beiträgen Zurück zum Ich und Freiheit schmeckt mit 45 anders als mit 25 kennt. Wenn ihr mehr über Nina wissen mögt oder sie mal buchen wollt, tut das gern über ihre Website, sie ist in Berlin und Remote verfügbar und wirklich toll. Hier kommt ihr Impuls.

Mein Badezimmerlicht ist manchmal ein grausamer Sadist. Diese Linie da, die war doch gestern noch gar nicht da. Und wenn ich die Stirn hochziehe? Bleibt sie trotzdem.

Früher hätte ich das schlimm gefunden. Je nachdem, wo ich mich gerade in meinem Zyklus befinde, finde ich es auch heute noch schlimm. Aber bei Licht betrachtet, ja auch bei schlechtem Badlicht, heißt es ja eigentlich nur: Ich habe gelacht, gelebt, mich aufgeregt, gestaunt, geheult, gelitten, geliebt und gefeiert.

Nina Müller-Peltzer
Nina Müller-Peltzer

Viele nennen es Falten. Für mich ist es ein Zeichen meiner Tiefe. Es erzählt von meinem Mut, mich in die Wellen des Lebens geworfen zu haben – immer wieder. Ich habe mich auf die Liebe eingelassen und riskiert, verlassen zu werden, ich habe mich auf Freundschaften eingelassen und riskiert, verwundet zu werden. Ich habe mich auf das Kinderkriegen und Kinderhaben eingelassen, und wusste, es wird schmerzhaft, am Anfang, mittendrin und am Ende, nämlich immer, wenn ich loslassen muss – egal, ob in den Presswehen, oder wenn die Jüngste von zuhause auszieht.

Ich habe für Dinge gekämpft und bin für mich eingestanden. Ich habe ausgeteilt und eingesteckt, mal hat mich das Schicksal geküsst, mal die harte Linke des Lebens getroffen. Ich bin zu Boden gegangen, wieder aufgestanden. Scheiß auf Krone richten, ich bin keine Prinzessin, ich bin stolz und demütig, stark und schwach, ich bin schön und faltig, ich bin vielseitig und tiefsinnig.

2. Lebenshälfte: Wir sind die erste Generation der Unabhängigen

Dann blicke ich im Spiegel in meine tiefsinnige Falte und erkenne: Während frühere Generationen das Älterwerden mit Rückzug verbanden, erleben wir gerade etwas Neues: die erste Generation von Frauen, die mit Selbstbestimmung in die zweite Lebenshälfte geht. Altern ist für mich kein Abstieg, sondern eine Verdichtung von Erfahrung. Ich will mich nicht zurückziehen, ich will, dass die Welt mehr von mir bekommt, mehr von meinen Erkenntnissen, meinen Erfahrungen, meinen Gedanken, meinen Sichtweisen.

Ich gehöre zur ersten Generation der Unabhängigen. Ich habe für mich selbst gelernt, ich habe mich selbst versorgt, ich habe mir mein Leben selbst aufgebaut, ich habe meine Fehler selbst gemacht, ich habe meine Learnings selbst gehabt. Ich gehöre der ersten Generation von Frauen an, die von Anfang an – Achtung, jetzt kommt’s – wirklich Herr ihrer Lage waren.

Und ich habe nicht vor, mir das von meinem sadistischen Badlicht nehmen zu lassen.  Ja, der Körper verändert sich. Ja, Hormone machen, was sie wollen. Aber genau darin liegt der Zauber – es bleibt weiter spannend und es warten noch viele Überraschungen auf mich.

Und wenn ich trotzdem manchmal hadere, helfen mir diese drei kleinen Tricks.

Probiere es doch auch mal:

Mini-Coaching: „Independent Woman“

Gesprächsführung
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  1. Inventur der Fülle:
    Ich schreibe auf, was ich heute besser kann als mit 30 und dann staune ich über die lange Liste.

  2. Wahrnehmungsübung:
    Ich betrachte an meinem Körper eine Stelle, die ich früher kritisiert habe (bei mir sind das definitiv meine Füße) und dann bedanke ich mich bei ihr, dass sie mich so lange so gut unterstützt und getragen hat.

  3. Self-Talk:
    Ich stelle mir vor, ich bekomme den Life-Time-Achievement-Award und halte eine Dankesrede, in der ich meine größten Errungenschaften und besten Leistungen hervorhebe. Dann muss ich lachen und freue mich über meine neue Lachfalte, sie verleiht mir Tiefe und Würde.

Wie geht es dir jetzt? Und wie gehst du mit miesem Badlicht und tiefsinnigen Falten um? Ärgert dich dein Hautbild noch oder genießt du schon deine Unabhängigkeit? Welche Themen treiben dich sonst noch um, teile sie mit uns und wir greifen sie in den nächsten Coaching-Impulsen auf.

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7 comments

  1. Ich mag es, dass die Beiträge der Autorin sich mit Wendestellen und Umbrüche im Leben von uns Menschen beschäftigen, an denen viele, natürlich nicht alle Menschen struggeln. Ich habe auch oft Mühe in Umbruchs Situationen und auch wenn ich selbst kein Coaching nehmen würde, finde ich Erfahrungsberichte immer interessant. Momentan über 40 und wieder Mutter eines Kleinkindes merke ich, wie fordernd diese Zeit ist und dass ich mich mit 40 auch ohne plötzlich grenzenlose Freiheit ganz anders fühle als mit 30. Ja und ich habe schon manchmal das Gefühl mich aufzuopfern und ich genieße trotzdem das Leben mit meiner Kleinen und den 3 Großen in vollen Zügen und hätte es anders nicht haben wollen. Ich beneide andere Freundinnen manchmal um ihre Zeit und ihr Geld und bin gleichzeitig froh neben sich abnabelnden Teenies das Glück der Kleinen erleben zu dürfen. Ich sehe , dass Frauen mit Kindern immer noch strukturell und gesellschaftlich benachteiligt sind und habe trotzdem einen aktiven Partner und empfinde mich als selbstbewusst und selbstwirksam. Und manchmal bin ich auch überfordert und freue mich über die Anregungen dieser Autorin. Es darf finde ich widersprüchlich sein und bei mir löst es seltsamerweise gar nichts negatives aus😊.

  2. Dieser Text ist mit Bestimmtheit gut gemeint und sollte Frauen im Alter 45+
    stärcken. Bei mir löst er aber leider auch etwas Anderes aus. Ich kann auch überhaupt nicht verstehen, warum das Ganze zu einem Dauer- Thema wird. Warum muss man überhaupt sein Alter immer so betonen ? Komisch. Auch im Alter 45+ fühlen sich doch alle Menschen/ Frauen irgendwie Anders und stecken in verschiedenen Situationen ( so ist es übrigens das ganze Leben hindurch) auch wenn sicher irgendwie Parallelen bestehen. Zudem finde ich gewisse Stellen im Text auch etwas überheblich, aber vielleicht verstehe ich es auch nicht richtig und es ist überhaupt nicht so gemeint.Aber es tönt für mich so,als hätte die Generation Frauen vor uns,in den Augen der Autorin, überhaupt nichts getan und erreicht und sich nichts zu eigen gemacht. Jede Generation hat doch für etwas gekämpft. Hätten sie es nicht getan, könnte die Autorin doch auch nicht von sich behaupten völlig unabhängig zu sein.

  3. Ich mag den Artikel, ich kenne viele Frauen im mittleren Alter, die ihr Aussehen sehr wichtig nehmen und sich nicht mit den angesprochenen Themen auseinander setzten. Danke auch für die Veröffentlichung dieses Artikels.

  4. Mich nerven diese Beiträge zwar nicht ganz so sehr wie Caro, aber ich kann ehrlich gesagt auch absolut nichts damit anfangen. Werde sie wohl zukünftig einfach „überspringen“ und nicht mehr lesen.

    1. Was mich an diesem Artikel stört, daß sie sagt, sie sind die erste Generation die ihr Leben selbstbestimmt lebt. Durch Krisen gegangen ist, z.B. Scheidung, Verlust ec.Kinder groß gezogen hat, Verlust verkraften muss weil die Jüngste ausgezogen ist.
      Also ich bin 61 Jahre alt, habe mein Leben lang gearbeitet war verheiratet, 2 Kinder großgezogen, im Westen ohne bezahlten Kita Platz. Eine Scheidung hinter mich gebracht, bis letztes Jahr meine alten Eltern gepflegt. erstes Kind mit 35, zweites Kind mit 40 und ich habe mich bewußt dafür entschieden so spät Kinder zu bekommen weil ich mich erst um meine Karriere gekümmert habe. Werde jetzt noch 7 Jahre arbeiten und dann nach 50 Jahren Berufstätigkeit , Dinge tun die ich schon immer machte Mottorradfahren, Reisen, Yoga mich mit Menschen umgeben die es mir wert sind.
      Also ihr seid nicht die erste Generation die sich um sich selbst kümmert und ein Bewußtsein fürs älter werden entwickelt hat. Wir Frauen aus den 60 ern haben damit auch schon angefangen und es gibt heute auch ganz schön viele junge Frauen die das nicht mehr schaffen und wollen. “ Trade housewives!

  5. Es tut mir sehr leid es sagen zu müssen, aber diese Beiträge fangen an mir auf die Nerven zu gehen. Vielleicht sollte diese Frau zuallererst mal sich selbst therapieren. Sadistisches Badlicht, das kann doch nicht ihr Ernst sein? Wie kommt man auf solche abstrusen Ideen?? Zu viel Zeit? Selbst nicht glücklich im Leben? Probleme mit dem Älter werden? Es ist nie zu spät noch was zu ändern. Ich hatte mit Mitte 40 auch mal eine sehr unzufriedene Phase. Die Kinder wurden immer selbstständiger und ich war in meinem Teilzeitjob überhaupt nicht mehr ausgelastet. Habe die Stelle gewechselt und arbeite seitdem Vollzeit in einem Job, der mir sehr viel Spaß macht und mich auch fordert. Kann nur empfehlen sich das zu suchen, was einem Spaß macht und einen erfüllt. Dann kommt auch keine Langweilige auf, die man mit unnützem Pathologisieren von Haushaltsgegenständen füllen müsste.

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