Wechseljahre: „Ein Leben ohne Periode kann auch befreiend sein“

Wechseljahre

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Ihr Lieben, wir sind in einem Alter, in dem Gespräche immer immer mal wieder das Thema Wechseljahre streifen. Frauen fragen sich, ob bestimmte Symptome mit hormonellen Veränderungen zu tun haben könnte und immer wieder kommt auch die Frage auf: Sollen wir Hormone nehmen, wenn es so weit ist oder eher nicht.

Unsere Leserin hat vor drei Jahren schon einen Versuch mit Hormonen gestartet, der nicht gut lief. Sie setzte sie wieder ab. Nun hat sich aber wieder so viel verändert bei ihr, dass sie erneut dabei ist… und das klappt nun erstaunlich gut.

Du Liebe, du sagst, du befindest dich jetzt mit 48 in der Menopause und machst „den Driss und die ganzen Achterbahn-Fahrten“ seit 6 Jahren mit. Erzähl mal, wie das begonnen hat. 

Begonnen hat alles im Alter von 41 Jahren, mein Zyklus war unregelmäßig, es gab längere Phasen zwischen den einzelnen Blutungen, mal 28 Tage, mal drei Monate. 

Wie ging es dann weiter? Hattest du mehr Symptome irgendwann? Wurde dann auch offiziell vom Arzt bestätigt, dass du drin bist in den Wechseljahren? 

Als ich es bei meiner Ärztin angesprochen habe, meinte sie nur, dafür wäre ich zu jung. Aber zur Sicherheit würden wir mal einen Hormonspiegel bestimmen und einen Ultraschall machen. Ultraschall war in Ordnung, Blutabnahme wurde gemacht. Ein paar Tage später kam der Anruf: „Es tut mir leid, ich habe Ihnen unrecht getan, alles an Ihrem Hormonspiegel spricht für den Start der Wechseljahre!“

Daraufhin empfahl sie mir ein paar pflanzliche Präparate, damit der Zyklus sich wieder einpendelt. Dies tat er dann auch, aber nicht mehr so regelmäßig wie zuvor. Im November 2021 habe ich mich für eine Sterilisation entschieden, im Oktober – also vier Wochen vor der OP – hatte ich meine letzte Regelblutung. 

Damals, in der Perimenopause, sagst du, hättest du erstmal mehr Lust auf Sex gehabt als vorher. Hat dich das überrascht? Konntest du das ausleben? 

Ja, genau in der Phase kurz nach der OP begann eine „Lust auf mehr“-Zeit bei mir und ja, ich bzw. wir konnten sie auch ausleben. 

Du sagst, du hattest dann schlagartig gar keine Lust mehr, wie bist du damit umgegangen? Habt ihr darüber gesprochen? Hast du dir das damals selbst erklären können? 

Die ganze Phase hat genau drei Jahre angehalten, bis Anfang 2025. Mich hat es frustriert, ich konnte es mir selbst nicht erklären. Ich habe aber ganz offen mit meinem Mann darüber geredet und er hatte Verständnis. Dennoch fühlte ich irgendwie unwohl in meiner Situation.

Es kamen auch typische Beschwerden wie Hitze, Gewichtszunahme, Brainfog, Stimmungsschwankungen. Wie hast du dir selbst geholfen? Was hat dich am meisten belastet? 

Menopause
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Mitte 2022, mit 44, bemerkte ich die typischen Symptome. Nicht kontinuierlich, eher schubweise. Aber die Abstände wurden kürzer, sodass ich mich nach einer Beratung bei meiner Ärztin für eine Hormonersatztherapie (HET) entschlossen habe. Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit, Schmerzen in den Gelenken, insbesondere in den Fußsohlen und Schlafstörungen wurden meine täglichen Begleiter und ich dachte zuerst, es hätte an meiner COVID Infektion kurz vorher gelegen. 

Du nimmst jetzt seit Januar HET. Was ist das, was bewirkt das und wie hat sich dein Leben seither verändert? (es gibt ja auch Frauen, die sagen, das sei ehe-rettend gewesen) 

Seit Januar diesen Jahres nehme ich nun morgens Östrogengel auf die Haut und kurz vor dem Schlafen nehme ich Progesteron als Tablette und ja, es ist eine Rettung gewesen. Nach knapp drei Wochen Einnahme war vieles um Längen besser, die Stimmung schwankte nicht mehr so stark, die Schmerzen in den Füßen waren weg, die plötzlichen Hitzewallungen komplett weg, das Gewicht hat sich ein wenig reduziert, blieb also stabil und ich schlafe inzwischen jede Nacht durch und auch problemlos ein.

Du hattest vor 3 Jahren schon mal Präparate genommen, diese aber abgesetzt, weil die Nebenwirkungen zu stark waren, erzähl mal… 

Ich hatte einen sogenannten Status migraenosus, so nennt man eine Migräne-Attacke, die länger als 72 Stunden anhält. Bei mir waren es drei Wochen, nichts hat geholfen und letztendlich wurde ich mit Verdacht auf eine Sinusvenenthrombose ins Krankenhaus eingeliefert.

Diese hat sich zum Glück nicht bestätigt. Man ging aber davon aus, dass dieser Status durch die Hormone getriggert wurde. Also setzte ich alles wieder ab. Bis eben im Januar diesen Jahres. Jetzt beim zweiten Anlauf habe ich diese Migäne zum Glück nicht mehr.

Wie würdest du deinen Zustand jetzt grad beschreiben? 

Stabil, entspannt, aber dennoch ist die Lust noch nicht ganz wieder da. Es ist jedoch schon besser als in den letzten drei Jahren. Ich hoffe weiter und denke, dass es auch mit an der dunklen Jahreszeit gelegen haben könnte, die ja nun endlich vorbei ist. Aber ich muss damit leben und es akzeptieren. Zum Glück ist mein Partner echt verständnisvoll. 

Was möchtest du Frauen raten, die im Moment voll loslegen mit dem Wechsel?

Freiheit
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Nehmt euch und euren Körper ernst, redet drüber, denn ja, früher oder später trifft es jede Frau. Es hat auch etwas Befreiendes, ich muss mir keine Gedanken mehr über meinen Zyklus machen. Etwa, dass er einen im Urlaub erwischen könnte… 

Redet mit eurem Partner, denn auch er macht eine andere Phase im Leben durch. Hormonschwankungen gibt’s auch bei der männlichen Fraktion, diese ist aber eben nicht so schwer mit Symptomen belastet wie bei uns. 

Wenn ihr keinen Arzt oder keine Ärztin habt, mit dem oder der ihr gut könnt, sucht euch eine andere Praxis, denn die Symptome sind manchmal zu schwerwiegend, als dass man sie einfach unter den Teppich kehren kann.

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1 comment

  1. Ich bin selbst 41 Jahre alt, ich weiß, wir fühlen uns heutzutage alle jünger als die Generationen vorher in unserem Alter. Vielleicht hat das damit zu tun, dass wir relativ alt werden.
    Unsere Körper sind biologisch trotzdem noch so veranlagt wie früher.
    Ich denke nicht, dass 41 Jahre jung sind, um in die Perimenopause zu kommen.
    Das Bewusstsein dafür, dass die fruchtbare Phase endlich ist, und wann man mit diesem Ende rechnen muss, fehlt mir bei mancher meiner Mitstreiterinnen manchmal.
    An den Schulen wird uns etwas über Verhütung beigebracht, darüber, wie lange wir empfänglich sind, aber nicht.

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