Jahresrückblick 2025 von Lisa: Ein bunter Strauß Leben

Jahresrückblick 2025

Ihr Lieben, hier kommt wie immer im Dezember mein Jahresrückblick. Ich gebe zu, ich schreib das auch ein bisschen für mich, weil es mir hilft, ein bisschen zu reflektieren, weil es mich in manchen Dingen selbst auf den Pott setzt und mir bei anderen auch nochmal eine wunderschöne Erinnerung verdeutlicht.

Meine Tochter sagte neulich völlig fasziniert, dass sie dachte, 2025 würde langweilig werden. Im Jahr zuvor war sie 18 geworden, hatte ihr Abi bestanden, mit dem Studium begonnen, was sollte das Folgejahr schon noch bringen?

Mein Jahresrückblick 2025: Ein bunter Strauß Leben

Und dann kam da doch 2025 so viel Unerwartetes und Spannendes, eine Uniprojektreise nach Japan, ihr Auszug von zu Hause („beste Entscheidung des Jahres“), ein ganz neues Leben irgendwie einerseits und andererseits auch nicht. Spannend war das Jahr jedenfalls auch bei uns. Und arbeitsreich und vielfältig.

Die Samen, die ich nach meiner kleinen Sinnkrise gesät hatte, fingen nun jedenfalls irgendwie alle an zu blühen und da wurde mir dann schon ab und zu auch mal schwindelig und ich musste nochmal über Prioritäten nachdenken. Es gab auch echt einige Highlights, die mich sehr dankbar machen und die jetzt auch erstmal verarbeitet gehören. Erstmal lief das Jahr aber recht gesittet an…

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Januar

Das Jahr beginnt mit der Beerdigung meines plötzlich verstorbenen Patenonkels. Danach geht’s auf ein 3er-Mädelswochenende nach Hamburg. Ich führe noch Interviews fürs neue Buch, begleite das Covershooting, trauerbegleite einzeln und in Gruppen, reite, jogge, feiern das Einjährige unseres Chors im Gaffel am Dom nach, darf zur Stunksitzung im E-Werk und zur Damenkarnevalssitzung nach Lindlar.

Februar

Es gibt Halbjahreszeugnisse für die Jungs, es geht um den 10.-Klasse-Abschluss. Ich steh an Wahlkampfständen, telefoniere öfter mit dem Verlag, treffe letzte Protagonisten fürs Buch, habe einen Chor-Auftritt, fahre zum Wahlkampfabschluss der Bundestagswahlen nach Dortmund, darf mit einigen Trauerbegleitungskindern dank der FC Köln Stiftung ins Stadion. Dann wählt Deutschland und der neue Kanzler heißt Merz. Ende des Monats beginnt endlich der Straßenkarneval.

März

Mitte des Monats ist Buchabgabe, ich reite, laufe, singe, bin beim Physio 😉. Ende des Monats besuchen wir mit der Tochter und ihrem Freund das Konzentrationslager Auschwitz in Polen, ein kleiner Bildungstrip. Wir melden die Jungs beim Führerschein an und feiern einen tollen 50. Geburtstag.

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April

Ich besuche ein Seminar zum Frühtod von Kindern in der Schwangerschaft oder während der Geburt bei Hopes Angel, die Jungs fahren auf Kursfahrt nach Amsterdam und ich besuche den 1. Block eines Gesprächsführungsseminars für die Notfallseelsorge und halte auch selbst einen Vortrag über den Umgang mit Trauer.

Ein Wochenende fahre ich nach München und darf zu den Bayern ins Stadion und sehr tolle Menschen treffen (z.B. Maria von den Sternenkindfamilie oder meine Vereinbarkeitsgipfel-Freundin Steffi). In der zweiten Woche der Osterferien sind wir mit Teilen der Familie in der Sonne im Urlaub (ein Kind urlaubt mit einer anderen Familie). Ich mach nochmal einen Erste-Hilfe-Kurs. Sicher ist sicher.

Mai

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Wir starten mit der Maifeier in den Wonnemonat, am 3. feiere ich meinen Geburtstag mit einem riesigen Chor-Auftritt beim Stadtfest mit Scharmöör, als irgendwann der ganze Marktplatz Happy Birthday singt. Gänsehaut! Mitte des Monats wandern wir mit Freunden bei der Bergischen 25 mit. Ansonsten gibt´s einige Wahlkamptreffen und Telefonate fürs Lektorat des Buchs.

Dann wird mein Pony durch einen Tritt verletzt und muss operiert werden. Ich flipp fast aus vor Sorge, aber es geht letztlich alles gut. Ich fahre zur Messe Leben und Tod nach Bremen, die Jungs spielen Bezirksliga-Quali, die Große fliegt nach Asien mit der Uni.

Juni

Ich kandidiere für den Rat unserer Stadt, bin also recht viel an den Wochenenden unterwegs. Der 2. Block Gesprächsführungsseminar steht an und ich werde am Ende des Monats ins Wahlkampfteam des Kölner OB-Kandidaten berufen. Noch 100 Tage bis zur Wahl… es ist meine erste.

Ich bin bei einigen Geburtstagen dabei, wir gehen auf Kneipenchor-Tour durch unsere Ortschaft und singen an Gaststätten, die Jungs kriegen ihre Zwischenprüfungsnoten und STEIGEN IN DIE BEZIRKSLIGA AUF!

Juli

Kühlungsborn

Wir fahren mit Freunden zum Sting-Konzert nach Luxemburg und auf der Fahrt bekomme ich ein wahnsinnig tolles und überraschendes Jobangebot per Telefon – für etwas, das ich noch nie gemacht hab, auf das ich aber wirklich Bock hätte. Das Konzert wird der Hammer.

Ich darf als Teil des OB-Wahlkampfteams in strömendem Regen beim CSD in Köln mitlaufen und habe dann meine ersten Vorstellungsgespräche, die richtig gut laufen. Ich stelle mir schon vor, wie ich im Herbst starte und bekomme dann einen Anruf, dass es ganz wunderbar gepasst hätte, sich die Personalsituation nun aber nochmal so geändert habe, dass es leider doch nicht klappt. Ich weine kurz in meine Bluse.

Dann beginne ich meine Ausbildung zur systemischen Beraterin. Ich mag meine Trauerbegleitungen, würde mich aber gern noch einmal breiter aufstellen, um damit irgendwann vielleicht auch mal kostendeckend arbeiten zu können. Die Jungs schaffen ihren 10. Klasse-Abschluss, wir feiern zwei Familien-Geburtstage und ich beginne als Dozentin für den Umgang mit Trauer in einer Berufsschule für Pflegekräfte. Die Jungs brechen auf eine Jugendferienfreizeit auf und wir erholen uns ein paar Tage in Kühlungsborn.

August

Es geht weiter mit der Pflegeschule, ich fahre einige Einsätze für die Notfallseelsorge und kümmere mich um meinen eigenen Wahlkampf und um den in Köln. Die Jungs beginnen nach der bestandenen Theorieprüfung mit ersten Fahrstunden für den Führerschein. Dem Pony geht´s zum Glück wieder gut.

Wir machen eine Woche Urlaub und in diesem kommt die Wohnungszusage für unsere Große… sie wird also nächsten Monat ausziehen, wie schnell ging das jetzt?! Ich bin stolz und melancholisch und aufgeregt. Im Stall feiern wir eine Weltmeisterschaft und in Kürten, direkt bei uns ums Eck, sterben bei einem Autounfall vier Jugendliche, was mich die nächsten Wochen immer mal wieder privat und beruflich beschäftigt.

September

Albi Roebke
Und plötzlich ist nichts mehr wie es war

Der Knaller-Monat. Vieles, was mich die letzten Monate beschäftigt hat, findet in diesen wichtigen Wochen seinen Abschluss. Die Große zieht aus. Mein neues Buch „Und plötzlich ist nichts mehr wie es war“ erscheint und landet (nach fleißigster Pressearbeit) in Woche 1 auf der SPIEGEL Bestsellerliste.

Ich ziehe in meiner Heimat in den Stadtrat ein und in Köln gewinnen wir die OB-Wahl in der Stichwahl. Als das Lied „Et jitt kei Wood“ gespielt wird, während das Wahlkampfteam auf die Bühne darf, laufen mir die Tränen. Was war das für ein Ritt! Die ersten Lesungen finden statt und die Jungs werden 17.

Oktober

Das ganze Jahr über hab ich mit meiner Freundin Steffi auf den Halbmarathon am 5.10. in Köln hintrainiert, zwei Wochen vorher macht mein Knie so dicht, dass ich absagen muss. Es kann ja auch nicht alles klappen. Den Tag über muss ich mich trotzdem arg ablenken, um nicht zu traurig zu sein, denn ich bin fit wie nie und hatte mich drauf gefreut. Ich feiere Einjähriges mit meinem Pony und der erste Sohn besteht auch seine praktische Führerscheinprüfung (er war schneller durch mit der Theorie, weil er schon einen Mopedführerschein hat).

Nach Lesungen und Vorträgen und Begleitungen gönne ich mir dann nochmal eine Woche Urlaub mit nur einem Sohn. Wunderschön und trotzdem ungewohnt ohne die anderen. Völlig unverhofft ploppt dann ein neues Buchprojekt auf und ihr werdet dann wohl Ende August 26 wieder was von mir zu lesen bekommen, wooohooooo.

November

Die Jungs beginnen den Monat mit zwei Wochen Praktikum und es ist unglaublich, aber sie kommen zurück nach Hause und sind so begeistert, dass beide sagen: DAS werd ich. Wie toll ist das denn?! Etwas zu finden, was man sich wirklich für später vorstellen kann. Ich bin gerührt.

Das Buch schlägt ein und wir sind viel auf Lesungen. Ich feiere einen herrlichen 11.11., darf dann unverhofft ein bisschen Feuerwehr für eine Redaktion spielen und merke: Ich muss den Abgabetermin fürs neue Buch nach hinten schieben. Denn Ende des Monats zieht ja auch noch unser Gastkind aus Lateinamerika ein und auch das braucht Zeit und Vorbereitung.

Dezember

Auch unser drittes Kind besteht die Führerscheinprüfung (und zwar morgens um 7.30 Uhr bei dunkler Nässe im Berufsverkehr!). Wir unternehmen viel mit unserer Gasttochter, ich erkälte mich unheimlich und merke: Ich muss doch noch mehr reduzieren. Ich jogge zwar seit drei Monaten nicht mehr, weiß aber morgens immer gar nicht mehr, wo ich eigentlich anfangen soll und beschließe in einer Fiebernacht: Ich werde die systemische Ausbildung doch wieder kündigen.

Es geht nicht alles und auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Ich verliere Geld, aber gewinne Erleichterung. Ich sage eine ausverkaufte Lesung ab und einige Veranstaltungen, um meinen grippalen Infekt auskurieren und mehr schreiben zu können. Ich verbringe eine Nacht mit meiner Mama in Rom, weil ihr Bruder dort jetzt arbeitet, wir haben Weihnachtsauftritte mit dem Chor, feiern den Geburtstag der Gasttochter und Weihnachten in der Großfamilie.

Gastkind

Und bei allem Stress zum Herbst hin und darüber hinaus blick ich doch positiv und dankbar auf dieses wilde, bunte, vielfältige Jahr. Auf meine Familie, die ich durch unseren Gast nochmal mit neuen, berührenden Gastgeberqualitäten erleben darf. Auf dieses intensive Leben.

Auf die Blüten der Krisensamen, auf so viel Selbstbestimmtheit und neue Herausforderungen. Auf meine Freunde und auf Katharina als beste Kollegin ever und auf euch, die ihr uns hier immer noch treu bleibt. Ich freu mich auf 2026 und bin gespannt, was da so alles noch auf uns wartet!

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