Ihr Lieben, ich weiß ja nicht, was ihr so in eurer Jugend gemacht habt, aber ich erinnere mich hier und da schon auch an Partys, wo mal jemand (vielleicht sogar ich) zu tief ins Glas geblickt hat und wo danach Katerstimmung aufkam. Was aber, wenn das nun die eigenen Kinder betrifft? Wenn euer Schützling von Alkohol kotzt?
Falls das bei euch noch nicht passiert ist (oder ihr es noch nicht mitbekommen habt), wird aber vermutlich bereits das Lesen des ersten Abschnittes und die Vorstellung des Geschehens Gefühle bei euch ausgelöst haben. Uff, diese unkontrollierte Welt da draußen kann einem schon manchmal das Fürchten lehren.
Katerstimmung: Wie würdet ihr damit umgehen beim eigenen Kind?
Habt ihr direkt einen Impuls in euch, wie ihr damit umgehen würdet oder denkt ihr grad: OMG, keine Ahnung, wie ich darauf reagieren würde? Wie sind denn eure Eltern mit solchen Geschichten umgegangen, wenn sie was bei euch mitbekommen haben?
Die gute Nachricht vorab: Die Gen Z trinkt deutlich weniger als unsere Generation das damals getan hat. Komasaufen als Hobby scheint es so nicht mehr so arg zu geben. Mein persönlicher Eindruck ist auch, dass viel mehr Proteinshakes als Mixgetränke für Jugendliche über Ladentheken gehen.
Zu tief ins Glas geblickt? Das kann mal passieren
Was aber, wenn es dann doch mal passiert bei eurem Kind? Wenn es sich überschätzt hat und sich übergeben muss? Wie wichtig ist es euch auch, ob euer Kind ehrlich mit euch ist, spielt das eine Rolle in eurer Versorgung?
Ihr kennt mich ja und durch diese Kolumne habt ihr auch schon wirklich den ein oder anderen Einblick in unserem Umgang mit den Teens bekommen und ich möchte euch zumindest die Option des Mitgefühls mit auf den Weg geben.
Wenn es eurem Kind schlecht geht, wenn es sich kaum halten kann, dann dürft ihr auch mal ganz ehrlich: „Oh, mein Gott, du Ärmstes“ sagen und auch Sachen wie „Wenn ich einen Kater hab, will ich eigentlich sterben, ich kenn das, das wird wieder gut, Geduld, Geduld.“
Wenn so etwas nicht dauernd passiert, könnt ihr in die Fürsorge gehen
Und dann dürft ihr eine Brühe aufgießen oder Cola und Salzstangen an der Tankstelle kaufen, um zu zeigen: Hey, ich bin da. Du weißt selbst ganz genau, wie saublöd das war, so tief ins Glas zu schauen und nun hast du den Salat, aber ich bin bei dir und vertrau darauf, dass du selbst erstmal wieder die Finger davon lässt.
Falls sich bei dir grad eine Faust in der Hosentasche formt: Das alles gilt natürlich dann, wenn das zum ersten Mal passiert! Oder eben sehr sehr selten. Denn dann zeigt ihr eurem Kind damit, dass es mit allem immer zu euch kommen kann. Und wer weiß, wie sich ein Kotzkater anfühlt, der weiß auch, dass das eigentlich an Strafe reicht.
Alles hat seine Grenzen: Alkoholkonsum darf nicht zum Hobby werden
WENN das mit der Sauferei der puren Trinkerei wegen aber zum Hobby eures Kindes wird, dann ist das selbstverständlich etwas anderes und dann dürfen – wenn nicht längst vorher geschehen – natürlich auch Gefährderansprachen gehalten werden. Dass sich das Gehirn noch im Wachstum befindet, das durch Alkohol Schädigungen passieren, die unwiederbringlich sind etc.
Ich gehe aber davon aus, dass ihr diese Themen eh schon besprochen habt. Dass Alkohol zu Suchterkrankungen führen kann, dass es sich bei Alkohol um ein Zell- und Nervengift handelt, dass es sehr schlecht für die Leber ist, dass das Immunsystem geschwächt wird, dass es zu erhöhter Risikobereitschaft führt, zu schlechterem Schlaf, dass mit einer Alkoholvergiftung nicht zu spaßen ist und im Zweifel der Magen ausgepumpt werden muss…
Bis dahin wünsch ich euch aber einfach, dass so etwas einfach nicht öfter vorkommt, sondern eben möglicherweise mal zum Großwerden dazugehört, dann aber die Vernunft siegt. Jetzt interessiert mich aber natürlich eure Meinung: Hattet ihr so einen Fall schon mal? Wie habt ihr da reagiert? Oder wie glaubt ihr, würdet ihr reagieren, wenn so etwas mal geschähe?

6 comments
Jeder hat in jungen Jahren doch mal gekotzt 😀 ,das gehört doch zum Erwachsenwerden irgendwie dazu.
Das erste mal war ich 16 , nach 2 Radler. Das 2. mal 18 nach 6 Bier ,mir war so schlecht das ich mich am Tag drauf das war Sonntags nach dem Mittagessen nochmal übergeben musste und mir Montag Vormittag immer noch schlecht war.
Danach war ich geheilt , heute über 20 Jahre später bleibts im Sommer bei maximal einem kühlen Radler. Von einem Sixpack werden eher noch 3-4 Flaschen schlecht und laufen in den Ausguss .
Ich mag das gefühl auch nicht betrunken zu sein da es ganz unangenehm ist .
Meine kleine Schwester hat das erste mal mit 13 richtig auf den Teppich gekübelt , danach war sie dem Alk nicht so abgeneigt , Vodka,Redbull und was zu der Zeit damals dann auch alles so Modern war wurde konsumiert. Aber selbst sie hat es nach ihrer Partyzeit irgendwann gemerkt, als sie dann Schwanger wurde war ganz schluss und heute verträgt sie auch nichts mehr.
Das war früher ja auch noch ein Thema wo man Stolz drauf war , wer verträgt mehr, war damals schon Blödsinnig , wer verträgt mehr Gift .
Von daher gehört das einfach mit dazu zum Erwachsen werden.
Was bin ich dankbar, dass mein Sohn ein Sportler ist ud mit seinen 17 Jahren noch kaum Alkohol getrunken hat. Es schmeckt ihm einfach nicht und er mag auch nicht das Gefühl, was Alkohol verursacht. Wir trinken alle alle keinen Alkohol – Vorbildfunktion und auf sein Freundeskreis trinkt nicht bis kaum. Sehr gut, den Alkohol wird leider so sehr verharmlost. Jeder Tropfen ist einer zu iel.
Moin!
Auch ich bin dörflich aufgewachsen. Alkohol war normal, leider auch in jungen Jahren. Meist ab Konfirmation konnte unter Aufsicht der Eltern (aber auch ohne) Alkohol getrunken werden.
Meinen ersten Voll Rausch mit allem drum und dran (Erbrechen und Filmriss) hatte ich mit 15. Von den Eltern gab es keinen Ärger. Mit wenigen Ausnahmen habe ich bis zum Abi eher moderat auf Partys getrunken, der Vollrausch war nie das Ziel und eher von mir gefürchtet, ich mag das Gefühl des Kontrollverlustes gar nicht.
Im Studium hab ich insgesamt auch nie soviel getrunken, dass ich hilflos oder auch nur stark angetrunken war.
Und seit dem ich arbeite und zwei Kinder bekam trank ich graduell immer weniger. Aktuell alle zwei Monate vielleicht ein Cocktail oder ein Bier.
Ich bin gespannt, wie wir das Thema behandeln werden. Beide Kinder stehen nur noch wenige Jahre von der Pubertät entfernt. Ich habe mehr Angst vor anderen (harten) Drogen als vor Alkohol. Das ist vielleicht irrational, aber es ist so. Auch in meiner Familie gibt es genug Alkoholiker, das wünsche ich keinem.
Viele Grüße
Stiefelkind
Dass die Jugend von heute weniger Alkohol trinkt, fällt mir schon länger auf und passt in den allgemein gesellschaftlichen Trend.
In meiner Jugend (Generation Alkopop und Flatrate-Party) auf dem Dorf am Rande einer Kleinstadt sah das ganz anders aus.
Zeitweise existierte in meinem Freundeskreis das Motto „Wer nicht kotzt, trinkt nicht am Limit!“. Regelmäßig auch schon nach dem Vortrinken und vor dem Besuch der eigentlichen Veranstaltung. Niemals war einer von uns wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus, auch wenn ich glaube, dass es Gelegenheiten gab, wo es angemessen gewesen wäre.
Sogar im Rahmen von Schulveranstaltungen (natürlich nicht erlaubt) ging es ab der 9. Klasse los, teilweise gab’s auf 14. Geburtstagen schon Sekt zu trinken, die gesamte Oberstufenzeit war geprägt von feuchtfröhlichen Zusammenkünften.
Meine Eltern (in meiner Familie wurde insgesamt wenig bis gar kein Alkohol getrunken) haben es gelassen genommen. Es gab keine Panik, aber auch kein Mitleid, wenn es mir am nächsten Tag schlecht ging.
Unsere Kinder sind noch im einstelligen Altersbereich. Wenn Alkoholkonsum in einigen Jahren Thema wird, werden wir es ihnen nicht verbieten, aber ganz sicher auch nicht anbieten, weil wir Eltern mittlerweile nur noch sehr selten Alkohol trinken und eher mit gutem Beispiel voran gehen wollen, als mit dem erhobenen Zeigefinger.
Erstaunlich wenige Kommentare hier , ich glaube echt die heutige Jugend trinkt insgesamt weniger! Nichts desto trotz haben wir den Fall vor ein paar Monaten am eigenen Leib erlebt…mein Sohn hat ausgerechnet auf der eigenen Party zum 17ten zuviel erwischt. wir sassen nichts ahnend im ruhigen Nebenraum der Location , als wir glücklich über den bis dato guten Verlauf der Party chips holen wollten fanden wir ihn auf dem Boden liegend aber tatsächlich bereits gut umsorgt von seiner jüngeren Schwester und 2-3 Freunden.. ja man ist einfach erstmal schockiert und kann es nicht fassen, auch etwas ohnmächtig und vor allem erstmal in grosser Sorge ob man nicht den Notarzt holen sollte…
was soll ich sagen..seine Freundin war sauer, mein Mann hat frische Klamotten geholt , währendessen war er schon sauer auf sich selbst und zwar so arg ,dass er vor Wut so arg mit der Faust gegen die Wand gehauen hat, dass sich ein paar Tage später die Hand als gebrochen erwies… wir haben die Party natürlich dann frühzeitig aufgelöst, seine Freunde haben es geschafft ihn einigermassen unzuziehen und so abzuschirmen dass niemand blöde Fotos etc macht, er hat sich noch halbwegs mit der Freundin wieder vertragen wobel das auch noch ein Nachspiel gab…ich habe die Nacht fast nlcht geschlafen weil ich Angst hatte er könnte an neuerlichem erbrechen im Schlaf ersticken…
aber nein wir haben nicht so gross geschimpft. ich bin mir 2 Brüdern gross geeorden, mein Mann wsr auch kein Kind der Traurigkeit…man weiss dass sowas passieren kann. vielleicht gerade weil es die eigene Party war, weil wir da waren .. wir haben ihm auch echt vetrtaut da er über 1 Jahr immer in gutem Zustand am we heim kam. sonst hätte ich die Party niemals geschmissen.
er war bestraft genug durch die gebrochene Hand, den Streit mit der Freundin… warum noch jemanden treten der buchstäblich schon am Boden liegt!!
wir haben denk ich alle was daraus gelernt! der 18te wird definitiv anders laufen!!;))
Also ich denke, das Wichtigste ist, wegen einmal kotzen nicht gleich in Panik zu geraten. Ich erinnere mich noch gut daran, dass meine Frau irgendwann mit 20, als sie zwar schon keine Jugendliche mehr war aber sie noch bei den Eltern wohnte, zu tief ins Glas geschaut hat, sich übergeben musste und ihre Eltern ein Riesendrama veranstaltet haben. „Blabla wir machen uns sooooooolche Sorgen, blabla Du solltest dringend in Therapie gehen. Blabla unsere Tochter- eine Alkoholikerin. Wir sind sooooo schockiert und verzweifelt.“
Das fanden wir damals und auch aus heutiger Sicht extrem lächerlich, da sie wirklich nur sehr selten überhaupt getrunken hat und sich halt nur in einer einmaligen Situation überschätzt hatte.
Ich dagegen war schon eher ein Problemfall und habe mir mit 16 Jahren im Vollsuff auch schon mal ein Jugendstrafverfahren wegen Vandalismusdelikten eingefangen. Das gab natürlich Ärger. Sonst war Alkoholkonsum für meine Eltern aber nie ein Problem. Sie waren selbst der Auffassung, dass ein paar Gläser Wein und ein paar Schnäpse zu einer gelungenen Feier dazugehören und wenn die Nachbarn zu Besuch waren, hatten oft alle Erwachsenen ordentlichen einen sitzen. Rückblickend kann ich schon sagen, dass sie den Alkohol ziemlich verharmlosten und dafür die anderen Substanzen, mit denen ich damals experimentierte, extrem verteufelten. Und ich hatte schon eine ganze Zeit auch als junger Erwachsener einen recht hohen Konsum (nicht unter der Woche, aber dafür an den meisten Wochenenden Vollgas). Das konnte ich zum Glück irgendwann ablegen, weil es teilweise schon sehr grenzwertig war.
Aus meiner heutigen Sicht kann ich sagen: Ich würde auf Ausrutscher, die selten vorkommen, auch locker reagieren. Wenn eines meiner Kinder sich mit 16 zweimal im Jahr auf einer Feier abschießt, würde ich kein Drama daraus machen. Insgesamt könnte ich meine Kinder auch kaum für etwas verurteilen, was ich selbst gemacht habe.
Wenn das natürlich zu einer Gewohnheit würde und eines meiner Kinder nun anfängt, jedes Wochenende mit einer Schnapsfahne heimzukommen, würde ich es nicht verurteilen, aber auch nicht dazu schweigen, sondern ins Gespräch gehen und ggf. auch therapeutische Unterstützung hinzuziehen.