Große Kinder, große Sorgen? Hier grad eher große Freuden in der Teen-Time

Teen-Time

Ihr Lieben, habt ihr schon mal den Satz „Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen“ gehört? Ganz bestimmt. Und ich finde diesen Satz so negativ, denn auf was steuern wir denn dann alle zu? Auf immer noch mehr Sorgen? Bis wann wachsen die denn? Mach ich mir später um meinen 50jährigen Sohn NOCH mehr Sorgen als um meinen 18Jährigen?

Ich muss sagen, ich liebe im Moment das Großsein unserer drei eigenen Kids nochmal mehr als sonst, weil ich durch das Gastkind auch vor Augen geführt bekomme, wie viel Organisation das bedeutet, wenn die Kinder eben noch nicht selbst mobil sind, wenn sie abgeholt und gebracht werden müssen, wenn sich dein eigener Zeitplan ganz um ihren herum gestalten muss.

Große Kinder, weniger Fahrten

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Boah, was hab ich hier auf dem Land viele Fahrten mit den Kids gemacht und craaazy, wie das alles nun nicht mehr so ist. Leute, ich kann – wenn kein Gastkind da ist – meine Tage wieder komplett selbstbestimmt organisieren, kann ganz nach Lust und Arbeitsaufkommen mal tagsüber zum Pferd und danach weiterarbeiten, mache Abendveranstaltungen aus ohne mich um Babysitter zu kümmern und lebe zwar mit zwei von dreien noch unter einem Dach, aber sie organisieren sich und ihre Freizeitaktivitäten selbst.

Und wisst ihr, wie schön das ist, dass sie einfach sagen, wenn sie was brauchen oder wenn sie etwas bedrückt oder wenn sie sich über etwas freuen? Was haben wir gerätselt, als sie klein waren – ob ihnen etwas fehlt, ob es ihnen gutgeht. Und auch beim Gastkind ist das immer wieder so, dass wir uns das fragen, weil man natürlich zu fremden Leuten und in einer fremden Sprache sagt: Hey, mich bedrückt grad xy oder ich mag dieses oder jenes Essen nicht.

Also geht man wieder ins Rätseln und auch das frisst natürlich Akku! Auch dieses Sich-Gedanken-machen um Aktivitäten. Was möchten wir dem Gastkind noch zeigen? Was könnten wir ihm am Wochenende bieten, all das war früher mit den eigenen Kindern auch so, aber das ist komplett weggefallen, die Große verbringt ihre Semesterferien grad auf Rucksacktour in der Welt, die Zwillinge sind einfach jeden Abend außer Haus, fahren zum Training, zu Freunden, leben ihr Leben da draußen. Wie schön ist das bitte?

Große Kinder, andere Sorgen

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Und trotzdem ist da natürlich was dran mit den größeren Sorgen bei größeren Kindern. Wenn sie nachts draußen sind, kann nachts was passieren. Wenn sie plötzlich eigene EC-Karten haben können sie sportwettensüchtig werden und ihr Geld verzocken (großes Ding grad wohl bei der Jugend, hört mal bei euren Kids nach, ob da im Freundeskreis jemand was mit zu tun hat), wenn sie plötzlich alleine reisen, könnten sie im Zweifel wie einige Bekannte grad in Dubai, Abu Dhabi oder Doha stranden, weil plötzlich ein Krieg losgeht (Himmel!), ja, das ist wohl gemeint mit den größeren Sorgen.

Da geht´s nicht um Schnupfen, den man mit einem Staubsaugeraufsatz aus Babynasen zieht, sondern zum Teil auch um Leben und Tod, wenn sie dann doch mal ohne Helm Vespa fahren oder irgendwer das Auto noch nicht richtig unter Kontrolle hat nach zwei Wochen Führerschein oder sich eine Alkoholvergiftung zuzieht. Oder wenn es Post zur Wehrpflicht gibt und sie zur Musterung der Bundeswehr sollen.

Besser eine Jugend hinter verschlossenen Türen? No way!

Große Kinder

Aber wisst ihr was? Wie schlimm wäre eine Jugend hinter verschlossenen Türen? Ist es nicht toll, dass sie rausgehen und die Welt entdecken? Und ja klar machen wir uns Sorgen, dass nicht irgendwer sie umhaut oder sie mal unvorsichtig sind – gerade jetzt in so einem Alter, in dem sie sich unsterblich fühlen – aber sie dann wiederzusehen und von ihren Erlebnissen erzählen zu hören, Fotos aus der Welt zu bekommen von Reisen, die eher Abenteuer als Erholung sind, dann ist das fast so, als würdest du das selbst erleben.

Die Freude darüber, sie so viele Erfahrungen machen zu sehen, die ist so groß, dass sie uns durch die Sorgen tragen darf. Große Kinder, große Freuden darf unser Motto sein. Wenn wir da den Fokus drauflegen lässt sich die nächste schlaflose Nacht vermutlich viel besser überstehen 😉 Oder wie handhabt ihr das?

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16 comments

  1. Moin!
    Ich sehe den Artikel als das, was er ist: ein Bericht aus dem Leben der Autorin und ihre Meinung/Einstellung dazu.

    Ein Bericht auf ihrem eigenen Blog, in dem es, meiner Meinung nach, doch divers zugeht. Es gibt Artikel über schwere Schicksale, Krankheiten oder Familien Situationen…

    Wenn die mittlerweile „en vogue“ gewordene Diversität der Gesellschaft aber dazu führt, dass ein simpler Artikel einer Autorin von einem „normalen“ Teenager-Familienleben auf ihrer eigenen Plattform Gegenwind auslöst, dann weiß ich auch nicht mehr.

    Ja, der Spruch „kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“ ist der Anstoß. Das wird für einen Teil der Familien nicht zutreffen. Aber für Lisa paßt er. Und davon darf man auch berichten.

    Viele Grüße
    Stiefelkind

    1. Hey Stiefelkind,

      natürlich darf sie davon berichten. Wer sollte ihr das denn auch verbieten wollen? Und viele Kommentatorinnen (hier tummeln sich wohl 99% Frauen) schreiben ja auch, dass es sehr schön ist, dass Lisa da so Glück mit ihren Teenies hat.

      Jetzt kommt das Aber. Warum ist es für einige so problematisch, wenn Leserinnen halt zu Themen eine andere Meinung haben, sich Widerspruch regt, man es eben zum Beispiel nicht so locker -flockig sieht, sondern eben andere Erfahrungen gemacht hat. Warum ist es für einige so schlimm und dramatisch, wenn man das dann auch äußert? Meine Güte, damit nimmt man Lisa doch ihr Empfinden nicht weg, oder? Man sagt nur: schön für Dich, bei mir ist es anders…

      Du empfindest es als „Gegenwind“, ich würde es eher als Meinungsaustausch werten (der natürlich immer freundlich geäußert werden sollte, aber das ist ja meistens der Fall). Warum diese große Harmoniesucht einiger? Das ist auch so ein typisches Frauending, oder?
      Diversität führt tatsächlich zu unterschiedlichen Meinungen und diese eben auch aushalten zu können und nicht reflexhaft verbieten zu wollen.

      Lisa darf berichten. Andere dürfen andere Meinungen haben. Alles gut

  2. Spannendes Thema und toller Artikel. Ich unterschreibe aber den Satz „kleine Kinder, kleine Sorgen, grosse Kinder, grosse Sorgen“ für mich aber sofort. Warum ich so empfinde: Ich habe das Privileg, zwei gesunde Kinder zu haben. Themen wie Beikosteinführung, Schlaf, Tragen, Wackelzähne und Trotzanfälle mögen es im Moment des Erlebens Wert sein, Ratgeber beizuziehen, sich einzulesen, mit einer Freundin nachmittagsfüllend darüber zu diskutieren aber rückblickend mögen wir nachsichtig lächelnd daran zurückdenken, ist es doch ein Privileg, diese Meilensteine mit Kindern gemeinsam zu erleben. Ob das Kind nun mit 6 Monaten, mit 10 Monaten oder gar nicht an Brei herangeführt wird, hat kaum Auswirkungen auf seinen späteren Werdegang. Hingegen dürften Themen wie Berufswahl, Medienkonsum oder Gruppenzugehörigkeit doch direkte Auswirkungen darauf haben, wie die Jugendlichen ihr Leben jetzt und vielleicht auch in der Zukunft gestalten. Entsprechend vertiefter setze ich mich als Mutter auch damit auseinander und bleibe an gewissen Themen gedanklich länger hängen.
    Natürlich gestaltet sich die Situation anders, wenn bereits in den ersten Lebensjahren schwerwiegende Themen wie Krankheit oder Behinderung angenommen werden müssen, die ganz unabhängig vom Alter des Kindes wohl immer die grösste Belastung im Leben darstellen.

  3. Es ist vielleicht geschickter, vom eigenen Erleben zu berichten und das Sendungsbewusstsein außen vor zu lassen. Damit meine ich den Teil, wo es darum geht, wie die Leser:innen das finden und bewerten sollen. Ist doch auch ein netter Beitrag und mehr gibt das Thema eh nicht her, es sei denn man möchte eine Coaching-Praxis bewerben…😜.
    Den Spruch fand ich schon immer beknackt.

  4. Ich kann den Beitrag von alexxblume nachvollziehen, da ich einen Bruder habe, bei dem in dem Alter die Leichtfüßigkeit der jungen Jahre verschwunden war und sich viel Schwere mit vielen Nebenschauplätzen auf das Leben gelegt hat. Dasselbe habe ich immer wieder, sowohl in meinem beruflichen Umfeld als Lehrerin und Beratungslehrerin, als auch im Freundes- und Bekanntenkreis festgestellt. Aus diesem Grund finde ich solche Sprüche als Maxime jeglicher Art (z.B. auch für die Ehe, Kinderanzahl, beruflichen Werdegang etc.) wenig wertschätzend für andere Verläufe (im Sinne von entlastend) und auch unpassend. Schön, wenn es rund und erquicklich läuft, die Realität sieht jedoch nicht in jeder Familie so aus. 🤷🏻‍♀️ Das wird jedoch leider selten öffentlich als Gegebenheit thematisiert, sei es Desinteresse und Unverständnis des Umfelds, fehlender Kraft, Scham, Sprachlosigkeit oder schlicht, weil es keinen Raum dafür gibt.

  5. Ich finde den Spruch schon gerechtfertigt, weil die Sorgen, wenn es welche gibt, halt doch größer sind als bei kleinen Kindern. Später trocken werden, schlaflose Nächte usw – das ist doch schnell vergessen. Aber wenn ein Kind magersüchtig wird, seinen Schulabschluss nicht schafft oder Ähnliches, das ist halt viel gravierender. Schön für alle, die diese großen Sorgen mit ihren Teenies nicht haben, es MUSS ja nicht so sein.

    1. Schön für jeden, der sich bei kleinen Kindern nur über die von dir aufgezählten Dinge Sorgen gemacht hat, und nicht über so was „Kleines“ wie ob einem das Kind gleich in den Armen stirbt, weil die Lunge nicht ordentlich arbeitet.

  6. Danke Lisa,

    einfach mal ein positiver Bliickwinkel auf die Dinge wo es genügend negatibes da Draussen gibt.

    Du hast das sicher nicht als ein auf die geschundenen Schultern treten verstanden wissen wollen

  7. Zu fast jedem Thema gibt es verschiedene Ansichten / Erfahrungen und Schicksale.
    Lisa hat doch einfach positiv berichtet.
    Was bleiben den beiden denn noch für Themen übrig, wenn gleich immer jemand was zu kritisieren hat.
    Das tut mir wirklich leid für die beiden.

    1. Ich folge den beiden schon viele Jahre und habe noch nie Kritik geübt, das war das allererste Mal.
      Und ich hoffe, ich habe klar genug gemacht, dass ich ihnen diese positive Erfahrung absolut gönne.
      Es tat mir einfach weh, das so zu lesen und diese Meinung darf ich hoffentlich auf respektvolle Weise auch äußern.

    2. Es ist doch immer grad die Phase, in der wir jetzt sind mit unseren Kindern die anstrengendste oder sorgenreichste.

      Aus der Sicht einer Mutter von Teenagern oder jungen Erwachsenen, wünscht man sich natürlich man hätte noch diese vermeintlich albernen Sorgen wie das trocken-Werden oder den Schnuller abzugeben.

      Aber damals, als man viele Nächte am Stück nicht geschlafen hat, weil das Kind so hoch Fieber oder so schlimm Pseudokrupp hatte…da kam einem das sicher nicht so harmlos vor.
      Und damals kamen die „Katastrophen“ auch pausenlos. Nach drei durchgemachten Nächten gab es keineswegs eine Verschnaufpause, sondern, erinnert Euch: Dann wurde das nächste Kind krank und wenn man das ganz große Los gezogen hatte, bekam es danach auch noch das Baby, mit dem man schließlich ins Krankenhaus musste…

      Sicher, das kommt einem heute alles leichter zu händeln vor – weil man jetzt ja weiß, dass es gut ausgeht.
      Und in 10 Jahren, wenn die Pubertät vorbei und die Vernunft endgültig da ist: Dann kommt uns diese Zeit mit diesen Sorgen vielleicht auch albern vor.
      Aber nicht, weil die Sorgen albern waren. Sondern weil wir so viel daran gewachsen sind, sie auszuhalten.

      Ich glaube dieser Spruch klingt einfach verletzend, weil er abwertet was Eltern von kleinen Kindern grade durchmachen und Ängste schürt vor dem, was noch kommt. Aber hat das denn jemals einer Person geholfen sie abzuwerfen und ihre Sorgen klein zu reden? Ich glaube auch, dass es so nicht gemeint ist, aber so kommt es eben an.

      Ich glaube es ist eher die Frage wie man auf das Leben blicken möchte – und auch wie man kann, denn die Weitsicht kostet Kraft, die einem nicht immer zur Verfügung steht.

      Davon abgesehen darf jeder Mensch, der Kinder großzieht auch mal über die Beschwerlichkeiten schimpfen! Es ist eine irrsinnige Aufgabe und wir dürfen stolz auf das sein, was wir da leisten – und zwar nicht erst wenn die Kinder groß sind, sondern jeden Tag und mit jedem ihrer Schritte.

  8. Es freut mich sehr, dass es dir mit deinen Kindern so geht, aber ich denke nicht, dass du davon ausgehen darfst, dass das „normal“ ist.
    Ich bin Lehrerin und habe selbst drei Kinder, von denen zwei im Teenageralter sind und große gesundheitliche Probleme haben. Dadurch bin ich Zuhause und auch im Job immer wieder mit großen Sorgen um meine und andere Jugendliche konfrontiert und kann den genannten Original-Satz mehr als gut nachfühlen.

    Die Überschrift des Artikels hat mir deshalb einen Stich versetzt. Wie gesagt, nicht dass ich es Menschen, die diesbezüglich Glück haben, nicht gönnen würde, aber es kann auch sehr oft völlig anders laufen und gerade ihr mit eurem großen Erfahrungsschatz durch viele Interviews mit Eltern in schwierigen Lebenssituationen solltet euch dessen bewusst sein, dass ihr mit dieser Aussage vielen Menschen möglicherweise auf ihrer sowieso schon geschundenen Seele rumtretet. Ich hoffe, ihr könnt diese Kritik so annehmen und ich wünsche dir natürlich mit deinen Kindern weiterhin das Beste!

    1. Geschundene Seelen kann man aber auch mit dem Satz „Kleine Kinder kleine Sorgen, …“ betreten. Es gibt nicht wenige, wo es zu Anfang des Lebens teils mehrfach nicht um Schnupfen sondern um das Überleben ging.

    2. Liebe Lisa,
      es ist schön, wenn sich deine Kinder so toll entwickeln. In unserem Bundesland, Baden-Württemberg, istces nicht möglich die Oberstufe eines Gymnadiums zu besuchen und nebenbei noch abends regelmäßig Freunde zu treffen.
      Dies entspricht nicht unbedingt der Realität vieler Jugendlicher.Auch haben nicht alle Jugendlichen einen Freundeskreis, welcher regelmäßig daran interessiert ist sich in „ real“ zu treffen.
      Ich finde den Text sehr geschönt geschrieben.

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