Ihr Lieben, am Wochenende ist meine Mutter 70 geworden. Mit 50 ist sie zum ersten Mal Oma geworden, da kam unsere Große zur Welt. 20 Jahre ist das her. Und von Anfang an war da ein Oma-Enkel-Draht vorhanden, eine Oma-Enkel-Liebe, die ihresgleichen sucht – auch wenn uns damals noch über 600 Kilometer voneinander trennten.
Zwei Jahre später kamen die Zwillinge dazu, nochmal zehn Jahre später ein weiteres Enkelchen, als mein Bruder Papa wurde. Und alle Vier sind bis heute die größten Oma-Fans. Auf ihr Ömchen lassen sie nichts kommen. Ich betone das so ausgiebig, weil das schon wirklich eine intensive Beziehung ist.
Oma-Enkel-Liebe von Anfang an
Bei mir gab es das nicht, dass ich mal bei Oma übernachtet habe oder die Großeltern babysitteten. Bei unseren Kindern ist das anders und was ist das bitte für ein Glück! Bei uns ist es ja sogar so, dass wir zur Einschulung unserer Tochter in die Großfamilie zogen und somit seither Tür an Tür wohnen. Auch mein Bruder wohnt mit im Haus, sodass auch sein Kind viel Kontakt zur Omi hat.
Und das ist wirklich so fantastisch! Als die Kids klein waren, machten sie öfter Bettenlager bei Oma, da erzählte sie dann Schweinchengeschichten für die Kleinen. Und wenn es eine Regenwurmaufzuchtstation brauchte oder ein Zaubertrank gemixt werden wollte, dann war die Omi stets zur Stelle. So etwas vergessen Kinder nicht.
Das Schönste an Oma ist, dass man mit ihr all das Normale erleben kann, sagte unsere Tochter mal. Sie nimmt die Enkel mit in den Garten, erntet mit ihnen Johannisbeeren oder setzt Kartoffeln, gibt jedem Kind einen Kochlöffel in die Hand, wenn es ums Mittagessen geht und nimmt sie dabei immer ernst.
Corona-Zeit in der Großfamilie
Als in der Corona-Zeit die Lockdowns über uns hereinbrachen, war es die Oma, die das Gartenhäuschen so schick aufbereitete, dass unsere Große darin mit dem Nachbarkind übernachten konnte, weil sie meinte: Himmel, eure Große muss sich im Teenie-Alter doch von euch abgrenzen können, wie soll das sonst gelingen? So etwas vergisst man nicht.
Mittags deckte sie den Tisch im Gemeinschaftsraum der Familie, damit all die Homeoffice- und Homeschoolgeschädigten mal kurz einen kleinen Raumwechsel haben konnten. Ihr werdet doch sonst verrückt. Wie recht sie hatte. Und was für gute Ideen immer! Geht nicht, gibt´s nicht. Und jeder Tag ohne Katastrophe ist ein guter Tag. Sie ist so unkompliziert und praktisch, so fleißig und zugewandt. So unterstützend. Immer. Bedingungslos.
Wenn wir Eltern doof waren, konnten unsere Kinder immer rüber zu Oma rennen (und wenn die Kinder doof waren, ich zu Mama 😉) Als die Oma in der Corona-Zeit dann plötzlich auf der Intensivstation landete und zwei schwierige Krankenhausmonate folgten, waren auch die Enkelchen es, die ihren 65. trotz der widrigen Umstände unvergesslich machten.
Happy birthday, liebste Land-Oma!
Wir feierten auch den 69. Geburtstag im letzten Jahr, als wäre es ein runder, wer weiß denn schon, was kommt… und als die Oma dann fragte, ob wir bereit wären, mit ihr über ihren 70. Geburtstag, der praktischerweise auf das Pfingst-Wochenende fiel, für ein paar Tage wegzufahren, da war aber jedes der Enkelchen sowas von am Start. Teils sogar mit Partner und wie schön ist das, wenn die Familie da so sehr dabei ist?!
„Ach Ömchen“, sagen unsere Jungs immer und drücken sie fest. Die Oma urteilt nicht, sie staunt. Über Teeniemoden und Frisuren, über virale TikTokclips und Fußballfights, über Kommunionen, Unizusagen, Schulabschlüsse und Führerscheinprüfungen. Und wenn die Oma dann 70 wird, dann sagen die Enkel eben ihre Unitrips und Pfingstfeste ab, um mit ihr ein unvergessliches Wochenende zu verbringen. Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie wollen.
Wie schön es ist, wenn es neben den Eltern noch jemanden gibt, der einem so sehr Rückgrat ist…
Normal ist das nicht. Wir wissen das. Und feiern es darum umso mehr. Hoch soll sie leben. Sowas von hoch.
Happy happy birthday to you

3 comments
Wundervoll ❤️
Oh, wie schön! Hier es es ebenso. Die Oma (in unserem Haus) macht Enkeltage mit allen 7 Kindern von 1-10 zeitgleich. Das erstaunt so einige. Und sie hat immer alles da, für den Einkaufsladen, Chemielabor, Wetterstation oder Schattentheater. Die anderen Großeltern im Nachbarort – auch hier wird gern übernachtet, sie fahren zusammen ins Museum und ex gibt immer Pudding oder Eis, Nutellabrot und Maoam. Wir lieben es. Ich lass die Kinder gerne zu ihren Großeltern, denn das sind die Erinnerungen, die sie später noch haben. Und solange alle fit sind und die Zeit zusammen verbringen wollen, gerne. Da hat Mama auch Mal Pause. Genießt also die Zeit!
Happy Birthday liebe Land-Oma! Verdient!! Meine Oma hat auch immer gestaunt und nicht geurteilt! Das ist wirklich toll!