Ihr Lieben, mit Kindern kann man gar nichts planen, das scheint nicht nur für die Kleinen zu gelten, sondern auch für die Großen, wie wir am letzten Wochenende mal wieder feststellen durften. Da kommt dann schon mal unverhofft ein Anruf und es heißt: 110, Polizei.
Da unsere Große diese Woche Prüfungsphase zum Semesterende hat und viel büffeln musste, hatten wir überlegt, sie am Abend in ihrer Studienstadt zu besuchen und zum Essen auszuführen. Erst wollten die Zwillinge mit, dann hatten sie doch noch andere Pläne, das Gastkind war bei einer Freundin.
Besuch in der Studistadt der Großen
Wir hatten also einen tollen Abend zu Dritt, waren erst beim Inder und haben uns dann noch durch die Stadt treiben lassen, am Flussufer entlang, durch die Partyzone, wo auch in einer Januarwoche so viele Menschen draußen waren, als wäre schon wieder Sommer. Ein bisschen wie ein kleiner Urlaub.
Auf dem Nachhauseweg schrieb uns die Große noch, dass sie sich über die Daumendrück-Postkarte von uns für die nächste Woche gefreut habe, wir waren irgendwie beseelt. Was für ein krasses Gefühl, das eigene Kind plötzlich in einer anderen Stadt zu besuchen, wo es uns als Gästen alles zeigt.
Wir sammelten dann noch das Gastkind ein, erzählten kurz vom Tag und sind dann recht müde gegen elf ins Bett gefallen. Ich schrieb den Jungs, dass wir jetzt zu Hause sind und schlafen gehen und „Ich lass mein Handy an, falls was ist“. Kurz drauf hatte ich das Bedürfnis, ihnen noch ein „love you“ hinterherzuschicken. Was ich auch tat. Als hätt ich da schon ein komisches Gefühl gehabt.
Nächtlicher Anruf der Jungs
Ich war im Tiefschlaf, als ich mein Handy in der Nachttischschublade vibrieren hörte. Ich wurde wach, tastete im Dunkeln danach und sah den Namen unseres Jüngsten auf dem Display. Mir rutschte in diesem Moment wirklich das Herz in die Pyjamahose. Wie oft schrieb ich, dass ich mein Handy anlasse, falls was ist, aber noch nie hatte das einer von ihnen in Anspruch genommen.
Ich wischte also über den Handyscreen, um ranzugehen. „Mama…“ In einem recht bedröppelten Ton und ich war hellwach in diesem Moment und dachte nur: Bitte, bitte kein Unfall, bitte bitte lass mit deinem Brudi alles in Ordnung sein, „Mama, die haben unser kleines Auto verwüstet, ich bin so unfassbar sauer.“
In diesem Moment fiel ein so großer Stein von meinem Herzen, dass er bis ins nächste Kaff zu hören gewesen sein muss. Ein Sachschaden. Niemand verletzt. Alles wird gut. Die Musikbox war geklaut, das ganze Microcar von innen mit Enteiser eingesprüht, jedes Fenster, die Sitze, das Lenkrad, außerdem war ein Collegeblock zerrissen und darin verteilt worden und lauter Moss und Äste.
110, Polizei! Anzeige ist raus
Sie hatten das Auto in der Nähe des Bahnhofs geparkt, um dann mit der Bahn ins nächste Städtchen zu fahren. Als sie wiederkamen, fanden sie ihr Auto so vor. „Ich bin so müde, wer macht sowas“, fragte mein Sohn und ich sagte: „Ihr ruft jetzt erstmal die Polizei“. Die 110 in seinem Anrufs-Verlauf zeigte er mir am nächsten Morgen beim Frühstück noch.
Die Beamten kamen superschnell, waren unheimlich nett, ich suchte noch schnell ein Foto vom Fahrzeugschein raus und schickte es per WhatsApp und während einer unserer Jungs alles vor Ort klärte und Anzeige erstattete, hielt uns der andere per Messenger (zum Teil durchaus humorvoll, was dem Ganzen die Schwere nahm) auf dem Laufenden. Mein Puls. Mein Adrenalinspiegel.
Ich konnte natürlich erstmal nicht mehr einschlafen. Wartete, bis ich die Tür ins Schloss fielen hörte und sie wieder zurück waren. Das kleine Auto ist inzwischen wieder auf Vordermann gebracht und sauber geputzt und die Jungs – und wir als Eltern – mal wieder eine Erfahrung reicher geworden.
Zum Glück wurde nichts kaputt gemacht. Zum Glück ist niemand verletzt. Autos kann man putzen.
Ärgerlich: ja. Aber nicht lebensgefährlich.
Das nächste Wochenende darf trotzdem gerne ruhiger werden…

2 comments
Ich fühlte jedes Gefühl mit.
zum Glück sind die beiden wieder gut nach Hause gekommen und ich wünsche Euch für die restlichen Wochenenden 2026 einfach Spaß, Ruhe und gute Fahrt.
Zum Glück waren sie zu zweit unterwegs und mussten nicht allein mitten in der Nacht die ganze Action machen…
ja auch mut Grossen Kindern gibt es immer wieder Überraschungen von der anderen Art. Oftmals ja dann krasser und schlimmer als bei Kleinen Kindern. Gut das alles soweit gut ausgegangen ist uns es auch nicht sie waren die randaliert haben…