Ihr Lieben, hier ne „Wo ist“-Einstellung, dort eine Snapmap, um zu schauen, wo die Kinder grad unterwegs sind. Irgendwie hat man das Gefühl, das gehört dazu. Und wenn man es nicht macht? Anna will aber keine Kinder tracken, sie schließt solche Apps für sich aus, weil sie selbst sehr frei großwerden durfte. Fragt sich aber, warum sie damit so allein auf weiter Flur ist…
Liebe Anna, unsere Kinder wachsen anders auf als wir. Während wir damals beim Interrailen durch irgendwelche random Clubs in Italien tingelten und einmal die Woche aus ner Telefonzelle zu Hause anriefen, um zu sagen, dass wir noch leben, tracken Eltern heute ihre Kinder auf Schritt und Tritt. Wie stehst du dazu?
Ehrlich gesagt bin ich etwas befremdet. Meine Kindheit und Pubertät war zum Glück herrlich handylos. Ich bin in Bonn geboren und großgeworden – keine große Stadt, aber auch kein Dorf. Wir sind mit großen Gruppen von Kindern umhergezogen – klar war – zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt war man zu Hause. Man hatte einen Schlüssel zur Wohnung und wenn die Eltern zu der Zeit, wo man nach Hause kam, nicht da waren, blieb man allein zu Hause und wartete oder man ging halt zu Freunden – natürlich noch schnell einen Zettel geschrieben, wo man abgeblieben ist.
Auch in der Pubertäts- und Teenie-Zeit habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht, wie du oben beschrieben hast. Man fuhr wochenlang mit einer Jugendgruppe nach Schweden, Frankreich etc. – Telefon – gab es dort gar nicht… Meine Mutter hat mir mal gesagt, wenn die Kinder sich nicht melden, ist alles gut. Auch später beim Feiern – man hat sich verabschiedet, den Eltern den ungefähren Plan des Abends erzählt (oder auch nicht) und dann war man nicht mehr erreichbar, bis man irgendwann zu Hause aufgeschlagen ist – in den Ferien sogar manchmal erst Tage später.
Manchmal hat man nur schnell aus der Telefonzelle Bescheid gesagt, oder ist kurz zu Hause oder in der Arbeit der Eltern vorbei und hat ein Update gegeben. Ich habe mich in meiner Kindheit und Teenie-Zeit sehr frei dadurch gefühlt und trotzdem immer sicher. Es war ja meist jemand anderes dabei – Freund*innen, Cousins oder Cousinen, Nachbarn etc.
Als meine großen Kinder (die Mädels sind jetzt fast 24 und 22) in die Teenie-Zeit kamen, war das mit dem Tracken noch kein Thema. Bei der Großen gab es diese Funktion einfach erstmal noch gar nicht. Als die Kinder so 14 und 16 waren, ging es langsam los. Befreundete Kinder meiner Mädels mussten sich regelmäßig per Nachricht bei den Eltern melden und angeben, wo sie sind. Ständig wurden die Kinder irgendwohin mit dem Auto gebracht und auch wieder abgeholt. Das erste Mal feiern – wir lebten inzwischen in Köln – war meine Große ausgerechnet Karneval – natürlich auf der Zülpicher.
Sie hatte ihr Handy dabei, aber nicht für mich – ich habe ihr viel Spaß gewünscht und einfach darauf vertraut, dass sie schon Bescheid sagt, wenn sie Hilfe braucht oder irgendetwas ist. Gefahren ist sie mit Bus und Bahn hin und zurück. Klar haben wir sie auch an einige Stellen mit dem Auto gebracht, aber wenn es möglich war, haben wir die Selbstständigkeit unterstützt. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Große – vielleicht auch dank unseres Vertrauens – super zuverlässig war und immer kurze Updates gegeben hat.
Irgendwann saß ich bei einer Familienfeier und die wesentlich älteren Cousinen – wohlgemerkt nur die Mädchen – wurden getrackt. Mein Onkel und meine Tante tauschten sich über diese wunderbare Neuerung aus. Meine getrackten Cousinen waren damals 19 und 20! Ich konnte es gar nicht fassen.
Was meinst du, wie es zu dieser Entwicklung kommt? Warum brauchen Eltern heute so viel mehr Kontrolle? Oder machen die Möglichkeiten es, weil wir durch die digitale Entwicklung eben nachschauen können?
Das habe ich mich auch schon öfter gefragt – ich meine, die Eltern – das ist ja genau unsere Generation, die so hart gefeiert hat und wochenlang verschollen sein konnte und genau diese Freiheit hatte. Die müssten doch das Gefühl noch kennen. Ich habe schon überlegt, ob es daran liegt, dass wir inzwischen durch das Internet so global vernetzt sind und mit Nachrichten und Information so überflutet werden und auch negative Schlagzeilen aus anderen Ländern hier hohe Wellen schlagen, dass das Gefühl einer wesentlich unsicheren Welt entsteht.
Vielleicht ist es auch wesentlich unsicherer inzwischen? Oder vielleicht hat die Elterngeneration schlechte Erfahrungen gemacht? Ich hatte halt immer ein “Versorgungsnetz” – bei uns in der Freundesgruppe war klar, keiner trinkt aus einem schon auf dem Tisch stehen gelassenen Glas, wir gehen zusammen auf die Tanzfläche, niemand geht alleine nach Hause und die Mädels mit den besonders langen Heimwegen werden von den Jungs begleitet.
Aber ich glaube die Möglichkeiten zu haben, ist einer der Hauptpunkte. Meine Mutter hätte mit Sicherheit diese Funktion genutzt, wenn es diese damals gegeben hätte! Das klingt jetzt makaber, aber was wird nicht getrackt – man sitzt in der Arbeit, das Handy plingt, zu Hause im smart Home hat jemand geklingelt – mal schnell die Überwachungskamera anmachen und gucken, wer da ist. Oh, wo ist denn gerade meine Frau mit dem Auto? Schnell mal das Auto tracken… da ist der Schritt, auch die Kinder ständig zu überwachen, nicht weit.
Wer wird in deiner Familie alles getrackt? Und hast du die Eltern mal gefragt, warum das für sie wichtig ist?
In meiner Familie werden hauptsächlich meine Cousinen und Cousins getrackt. Meine Familie ist riesig und durch Nachzügler sehr altersgemischt. Ich habe also Cousinen und Cousins im Alter von 16 bis 43 😉 Die Jüngeren, die gerade 16 bis 22 sind werden getrackt.
Klar habe ich die Eltern gefragt, ich war nämlich total überrascht – besonders bei den beiden – das sind nämlich die jüngsten Geschwister meiner Mutter und nur etwas über 15 Jahre älter als ich – da habe ich natürlich mitbekommen, wie die sich in dem Alter, in der ihre Kinder jetzt sind, verhalten haben – das sind quasi die Partylöwen meiner Familie. Die Antworten: „Dann weiß ich immer, wo sie ist, das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit – es kann ja so viel passieren.“
Hast du auch mal deine Cousins und Nichten gefragt, wie sie das finden, dass Mutti ihren Standort sehen kann?
Tatsächlich sind genau die zwei Cousinen, wo ich die Eltern befragt habe, total stille Mäuschen, die kaum feiern gehen und viel mit den Eltern unternehmen. Letzte Woche erst hatte meine Cousine ihren 18. Geburtstag, da kam das Thema wieder auf. Meine Tante war stolz „Ich habe ihre (von meiner Cousine) Erlaubnis, sie tracken zu dürfen“. Ich gucke meine Cousine an… Stille – ein leicht gequältes Lächeln… was soll man auch sagen. Ich kenne meine Mutter, das ist die große Schwester ihre Mutter – die zwei sind sich sehr ähnlich, Wehren zwecklos. Es ist leichter zuzustimmen, dann ist Ruhe.
Du sagst, du hast das mit deinen Kindern nie gemacht. Warum nicht?
Das kam für mich/uns nie in Frage. Ich wollte, dass die Mädels spüren, dass ich ihnen vertraue. Ihnen nicht ständig im Nacken sitze. Die Teenie-Zeit ist doch dafür da, langsam loszulassen – immer mehr eigene Entscheidungen zu treffen, für sich selbst verantwortlich zu sein, eigene Abenteuer zu erleben. Ohne diese Erfahrung der Selbstwirksamkeit geht es Kindern – meiner Meinung nach – schlecht.
Man muss sich doch nur selbst daran erinnern, wie es war, wenn man etwas zum ersten Mal ohne seine Eltern geschafft hat oder wie man sich gefühlt hat, als man ohne Eltern irgendwo im Nirgendwo saß und man für sich selbst sorgen musste. Das gibt den Kindern doch auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ich vertraue dir, dass du es allein schaffst.
Auch bei deinem elfjährigen Sohn hast du das nicht vor und fühlst dich da aber mittlerweile wie so ein Einhorn, das seinem Kind und der Welt da draußen erstmal einfach vertraut…
Total. Bei ihm fällt es mir allerdings minimal schwerer, weil er ADHS hat und einfach ultra verpeilt ist. Der verpasst auch gerne mal den Schulbus etc. Da er jetzt in der 5. Klasse ist, hat er seit neuestem ein Handy und er ruft auch ganz toll an, oder schreibt, wenn so was passiert. Inzwischen wohnen wir auf dem Dorf, da müssen wir dann doch öfter mal abholen, wenn er gestrandet ist. Aber trotzdem Nein – ich kann mich dazu einfach nicht überwinden. Aber man steht da schon sehr alleine da.
Dabei ist auch ein interessantes Phänomen: Die anderen Kinder, die getrackt werden, hatten alle bereits in der 1. oder 2. Klasse ein Handy, durften das ungefiltert nutzen, bei Filmen und Computerspielen wurde nicht kontrolliert, haben bereits WhatsApp und Roblox Chats etc. Dagegen mein Sohn, der kein Handy hatte, bis vor Kurzem, bei dem ich immer vorkontrolliert habe bei Filmen und Computerspielen, ob die altersgemäß sind, der kein WhatsApp haben durfte etc. Er hat die strengsten Sicherheitseinstellungen beim Handy. Da vertraue ich der Welt da draußen nicht ; ) – die anderen aber scheinbar schon. Manchmal finde ich das schon sehr verrückt.
Wenn man unseren Kindern heut erzählt, dass wir uns früher immer Punkt 18 Uhr an der Straßenlaterne getroffen haben – und dass, wer dann nicht da war, halt nicht dabei war, nicht nachkommen konnte, schauen sie immer ganz verdutzt. Wie findest du diese Entwicklung?
Naja, es hat sein Vor- und Nachteile. Man musste pünktlich am Treffpunkt sein, sonst war man nicht dabei und hat alles verpasst. Dadurch kamen die Leute tatsächlich auch pünktlich (einige auch nicht, aber da hatte man die obligatorischen 15-20 Minuten ja schon mit eingeplant). Andererseits konnte man nicht später dazustoßen und hat manchmal ewig gesucht, bis man die Truppe in einem großen Areal (Festivals etc.) gefunden hatte.
Manchmal haben wir uns nur gesucht und ständig verpasst, das war schon ätzend und da wäre eine Möglichkeit per Nachricht kurz zu sagen, wir sind jetzt hier an der Bühne, schon gut gewesen. Außerdem – finde ich – hat die „flexible Zusage“ sehr überhandgenommen. Man kann ja eben schnell mal absagen, wenn man doch was anderes machen möchte.
War das ohne Tracking für die Eltern damals möglicherweise sogar entspannter? Ich weiß von einer Mutter, die das mit dem Tracking mal versucht hat und immer, wenn das Kind mal zu lang an einer Ampel stand, einen Herzklabaster kriegte, weil sie dachte, es wäre angefahren oder angequatscht worden. Sie hat das dann wieder abgeschafft und ist seither ruhiger…
Definitiv – ich stelle mir einfach vor, ich bin selbst auf einer Verabredung – beispielsweise im Kino. Mein Kind ist irgendwo unterwegs. Ich würde dann im Kino sitzen und ständig gucken, wo mein Kind ist… da bekomme ich ja vom Film gar nichts mit und kann ja auch gar nicht abschalten und meine Freizeit auch mal genießen. Da nehme ich nach wie vor das Motto meiner Mutter: „Wenn sie sich nicht melden, weiß man, dass alles gut ist“. Bis jetzt hat das immer so gestimmt bei meinen Kindern.
Ist es nicht auch für den Schüleraustausch schwierig, so richtig in die andere Kultur einzutauchen, wenn man permanent auf dem Handy sieht, was die Freunde in der Heimat machen? Wenn die Mutter sogar tausende Kilometer entfernt sieht, dass du grad bei McDoof bist?
Boah, an sowas habe ich noch gar nicht gedacht. Ne, das ist mir wirklich zu verrückt. Das Kind hat doch auch das Recht auf eine Privatsphäre. Ich muss und darf doch nicht immer alles wissen, nur weil ich die Mama bin.
Kinder tracken kommt für dich nicht in Frage. Würdest du sagen, du bist eine relativ unbesorgte Mutter? Oder fragst du dich auch manchmal, ob du dadurch irgendwas verpasst oder zu blauäugig bist?
Unbesorgt bin ich definitiv nicht! Ich mache mir ständig Sorgen, ob alles klappt etc. Aber das Kind ist doch nicht dafür zuständig, dass ich mich wohler fühle. Und für mich ist dieses Tracken etwas, damit sich die Eltern sicherer und wohler fühlen… Ich muss das genauso aushalten, wie die Generationen ohne Handy vor uns – wie schon gesagt, vertrauen, loslassen, das Kind beim Erwachsenwerden begleiten.
Ich weiß genau, dass ich eine Menge verpasst habe und verpassen werde, aber ist das nicht großartig, dass meine Mädels (bei den Jungs ist es ja noch nicht ganz so weit) – genau dieses Gefühl der Freiheit hatten, was ich auch so geliebt und geschätzt habe? Ich habe mich da letztens noch mit meiner Ältesten darüber unterhalten, die wohnt ja nun schon länger nicht mehr zu Hause und wir kamen auf das Thema. Sie sagte, sie fand es immer toll, dass ich ihr so vertraut habe und sie eigentlich in ihrem Freundeskreis immer das Kind mit den größten Freiheiten war.

9 comments
Hallo, ich tracke beide Kinder, sowohl die Zwölfjährige als auch den mit der Weile 15 Jährigen, es wissen beide und bei meinem Sohn ist die App so, dass er auch sieht, wo ich bin. Warum ich das mache? Erstens kommen sie jeden Tag alleine nach Hause und meist sind wir Eltern da noch nicht da. Da schaue ich im Büro zu den Zeiten, ob sie da sind, gerade die Tochter geht gerne mal noch zu Freundinnen und vergisst mir dann Bescheid zu sagen, da sehe ich in der App, dass sie dort ist und noch nicht zu Hause und rufe sie auch nicht an, wie wir es oft machen, wenn sie schon zu Hause ist. Der Große macht alle seine Wege alleine mit dem Rad, auch zum Training, da vergisst er auch mal die Zeit, da schaue ich, wenn er zur gewohnten Zeit nicht zu Hause ist, wo er ist und bin dann beruhigt. Wenn er auf der Strecke wäre und länger an einem Ort, dann würde ich ihm zur Hilfe eilen (da läge nah, dass er eine Panne/ ein Unfall hätte). Ist bei seinem Freund passiert, er ist in ein Auto gelaufen, war bewusstlos und die Sanitäter konnten die Eltern erst informieren, als er erwacht war. Also ich finde das Tracking praktisch, da ich dann nicht nachfragen muss, wo er bleibt, kein Drama, weil getrödelt, vergessen zu melden etc., so wie das früher bei uns war. Meine Eltern haben mir immer gesagt, wenn Du später kommst, sag Bescheid, damit wir uns keine Sorgen machen, als ich das mal vergaß waren sie komplett aufgelöst (was ich auch verstand). Die Frage ist doch, frage ich jedes Tracking bei ihnen nachhake und sie in Rechtfertigung bringe, oder ob ich es unterstützend einsetze. Einmal hatte sich mein Sohn auch mal verfahren in einem Stadtviertel, in dem er selten ist und da rief er an und wir haben ihn so heim gelotst.
Letzlich ist es aber schon immer so, dass wir als Eltern uns vergleichen und Applaus haben möchten für unseren Weg. Ich finde es unfassbar schwierig Eltern zu sein in unserer Welt. Nicht tracken, dafür aber was das Internetverhalten angeht alles im Blick haben. Ein Hobby braucht der Nachwuchs auf jeden Fall, dann hat man alles richtig gemacht. Cool genug um Freunde zu haben, auf keinen Fall aber die ganze Zeit am Zocken oder auf sozialen Medien. Und jeder beansprucht für sich, den absolut goldenen Weg zu haben.Perfekt in Verbindung zu sein. Ganz ehrlich. Ich bin das manchmal. Aber längst nicht immer. Ich bin selbst sehr unsicher und absolut kein Hobbymensch. War ich nie. Ich liebe Trash TV und hänge manchmal selbst zu lang vor Bildschirmen. Ich finde WhatsApp selbst so praktisch,dass ich viel zu blauäugig da reingegangen bin. Standort lasse ich mir manchmal schicken wenn meine Tochter unterwegs ist. Ich habe als junge Frau selbst einmal KO Tropfen bekommen und weiß bis heute nicht, was mir damals passiert ist. Das macht einen ängstlich. Wunderbar, wenn bei anderen da das Netzwerk funktioniert hat- aus auf dem Tisch stehenden Gläsern habe ich nie getrunken. Passiert ist es dennoch, selber Schuld? Ich würde mir so wünschen, dass wir uns gegenseitig bestärken als Eltern. Eingestehen wie hart es ist. Und wie sehr es letzlich auch eine Priviliegienfrage ist, gute Eltern sein zu können. Wer im Homeoffice arbeiten kann begleitet vielleicht leichter als jemand, der erst spät nach Hause kommt? Jemand der selbst liebevoll erzogen wurde, gibt die Liebe leichter weiter. Wer genug Einkommen hat für Urlaube, Haushaltshilfen und Hobby Finanzierung, hat es vielleicht auch leichter als jemand, der am Monatsende nur mehr Nudeln essen kann? Ein Partner mit ähnlichen Werten der aktiv unterstützt macht die Sache auch erträglicher. Die Liste ist lang. Ich habe eine 15 jährige Tochter die Tiktok liebt. Sie interessiert sich mehr für Mode als für Politik, ist mit ihren Freundinnen oft laut und ja,zickig trifft es manchmal auch. Zu einem Hobby hat sie nie so recht gefunden. Vermutlich auch mein schlechtes Vorbild. Manchmal quatschen wir stundenlang über Gott und die Welt. Und manchmal steh ich vor einer verschlossenen Zimmertür und muss Tränen runter schucken, weil das schon auch weh tut. Ich hab riesen Angst, dass die sozialen Medien ihr Hirn „kaputt machen“ weil ja, so kommt es ja aktuell rüber. Und gleichzeitig versteh ich den Wunsch so sehr, dazugehören zu wollen und mitreden zu können. Ich selber war mit 15 ein Daniela Katzenberer look alike und hatte weiß Gott nicht den Blick auf die Welt den ich heute habe. Eltern sein ist eine riesen Aufgabe auf die einen niemand vorbereiten kann. Vielleicht musste ich das deshalb schreiben. Um irgendeiner Mama da draußen die das liest und sich ebenso fühlt sagen zu können. Du machst das gut. Du bemühst dich. Und vielleicht reicht das sogar.
Das hast Du wirklich toll geschrieben!
Und ich gratuliere Dir dazu aus der Katzeberger-Phase rausgefunden zu haben. 😁
Ich finde, dass man das nicht so pauschal sagen kann, dass Tracken schlecht und nicht Tracken gut ist.
Eltern können und konnten auch ohne diese Funktion Kontrollfreaks sein, genauso wie es mit der Funktion auch Eltern gibt, die sie zwar haben, aber verantwortungsvoll nutzen.
Bei unseren Kindern lief und läuft es so, dass Tracking nur stattfindet, wenn beide Seiten zustimmen (nie haben wir ohne ihr Wissen getrackt, das finde ich respektlos!) und es auch nie so war, dass ich dann ständig auf die Karte gucke.
Ich sehe ab und an mal (echt selten!) nach, um mich kurz zu vergewissern, ob alles okay ist, manchmal nutzen wir es (übrigens gegenseitig!), um abzuschätzen, wann jemand Zuhause ankommt. Ich zB um schon ein Essen warm zu machen, und die Kids, um mir zB nach dem Einkaufen gleich beim Tragen helfen zu können. Wir empfinden es alle als praktisch und niemand fühlt sich verfolgt oder kontrolliert.
Langer Rede kurzer Sinn: Nicht das Werkzeug an sich ist mMn schlecht, sondern wie man damit umgeht.
Hallo,
danke dir Cornelia für deine Zeilen. Sie haben mich sehr berührt und nachdenklich gemacht 😊👍! Ich tracke selbst auch nicht aus Überzeugung und glaube auch, dass das nur bewusst und mit Einverständnis genutzt werden sollte. Dafür fahren wir ständig unseren 17-jährigen noch und ich hasse es wenn meine Kids nicht mehr alles aus ihrem Leben erzählen mögen. Auch nicht perfekt. Solange es nicht zu sehr in Extreme geht (ständige Überwachung ohne Einverständnis), kochen wir Eltern alle nur mit Wasser. Und ohne (oder mit wenigen)Privilegien ist es tatsächlich ein verdammt harter Job, auch wenn die meisten ihre Kinder über alles lieben.
Danke für diesen Kommentar! Genauso sehe ich das auch und genauso läuft es bei uns! Gegenseitiges Tracking ohne Kontrolle sondern nur um den anderen ggf.helfen zu können.
Hi zusammen, ich finde das ein ganz wichtiges und akutes Thema. Meine Kinder sind im Grundschulalter u ich nehme ständig wahr, dass viele andere Kinder getrackt werden. Ich selber lehne es auch komplett ab und habe mir geschworen, dass ich das nie bei den Kindern anfange. Interessant finde ich bei einigen Eltern die Argumentation (vor allem bei kleineren Kindern), dass die Kinder es ja nicht wissen… seitdem frage ich mich was es mit den Kindern und deren Selbstwertgefühl macht, wenn sie verstehen, dass ihr Eltern immer wissen wo sie sind und das ohne sie darüber zu informieren. Für mich eine schlimme Vorstellung.
Genau wie im Artikel geschrieben: es gibt den Eltern ein besseres Gefühl, aber gibt es den Kindern das auch und will ich meinen Kindern beibringen, dass die Welt so gefährlich ist, dass solche Dinge notwendig sind? Ein klares NEIN von mir.
Ich versuche stattdessen den Kindern Wege auf zu zeigen sich Hilfe zu holen, wenn es notwendig ist und sich an Regeln zu halten, sodass sie zu selbstständigen Menschen heranwachsen können mit dem Gefühl Eltern zu haben, die ihnen und der Umwelt trauen und nicht MISStrauen.
Hier ist noch so ein 🦄
Handy erst in der 5.Klasse, mit Filtern und Einschränkungen, keine SmartWatch oä in der Grundschule, Medienkonsum nach Absprache…
Mein Großer (18) wurde und wird nicht getrackt, dafür haben wir klare Absprachen und er weiß, dass er sich jederzeit melden kann.
Wir wohnen ländlich, er war erst mit Öffis (soweit möglich) selbstständig unterwegs, dann mit dem Moped und inzwischen mit dem Auto…
Er ist ein verantwortungsbewusster junger Mann, zuverlässig und selbst
Meine Tochter kommt im Sommer in die 5. Klasse, da werden wir es genauso handhaben…
Ich sehe das genau wie du, Anna!