Ihr Lieben, lasst uns mal über KI in der Teen-Time sprechen, manchmal kommt man in unserer Elterngeneration ja kaum noch hinterher bei den rasanten Entwicklungen und WAS für einen krassen Stellenwert „Chatti“ (Kosename für ChatGPT) und all die anderen vermeintlich allwissenden KI-Dienste in der Generation unserer Kids schon jetzt haben, das war mir ehrlich gesagt bis zu einem kurzen Schlüsselmoment in den letzten Wochen überhaupt nicht bewusst.
Es war so ein schöner Abend, die Woche war arbeitsreich gewesen, der Papa auf Dienstreise, die Jungs setzten sich irgendwann abends einfach mit auf die Wohnzimmercouch und statt blöd in den Monitor zu glotzen, entwickelten sich ganz unerwartet die schönsten Gespräche.
Wie sie in jungen Jahren versuchten, den Musiklehrer zur Weißglut zu bringen, vor was sie sich gefürchtet haben und dass zumindest einer von ihnen dann öfter mal rüber zur großen Schwester ins Bett kroch. Ich wusste von alldem nichts und wir haben so viel gelacht und in Erinnerungen geschwelgt.
KI in der Teen-Time
Es ging dann irgendwann auch um Hausaufgaben und dass eine Person aus der Klasse von Anfang an ordentlich ChatGPT genutzt hatte für die Hausaufgaben und dass der Lehrer das natürlich durchschaute und dann immer extra offensiv fragte: „Na, xy, und was sagt denn ChatGPT zu dem Ganzen“. Statt Ärger zu machen, nahm er das Ganze einfach aufs Korn (eh bester Lehrer!).
Dann ging es aber noch weiter und die Jungs erzählten mir, dass einige Lehrkräfte mittlerweile drüber nachdenken, Hausaufgaben ganz abzuschaffen, weil das keinen Sinn mehr mache. Alle würden sich von ihrem kleinen KI-App-Assistenten helfen lassen – so gut, dass es immer weniger nachvollziehbar würde, ob das jemand selbst geschrieben habe oder nicht.
Und nennt mich naiv, aber darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Unsere Jungs meinten dann auch so Dinge wie: Sie wüssten gar nicht mehr, wie sie ihr Leben vor KI hinbekommen hätten, das hätte auch für sie alles verändert. Mir war das wirklich nicht klar!
Mehr Chancengleichheit durch KI?
Sie lassen sich Probeklausuren zum Lernen erstellen, bei jedem Fremdwort darf der digitale Helfer ran und ihr kennt ja meine Einstellung zum Digitalen und ich seh das eben nicht nur kritisch und dachte sofort: Kann das nicht auch mehr Chancengleichheit herstellen für Kinder, die keine Eltern haben, die ihnen bei den Hausaufgaben helfen oder wissen, wie man Photosynthese erklärt?
Und lernen die Kids nicht, neugierig zu bleiben, wenn sie etwas wirklich interessiert und füttern die Maschinen so, dass sie wirklich alles über ihr Interessenthema herausfinden können? Und lernen wir dabei nicht trotzdem auch was? Dass unsere Jungs jetzt einen bilingualen Abschluss machen liegt jedenfalls nicht an meinen krassen Englischkenntnissen, sondern daran, dass ihre Lieblings-TikToker Amis sind und ihnen dadurch die Sprache in Fleisch und Blut ging.
Und ja ja ja, ich sehe auch die Gefahren und ich verstehe die Diskussion, ob es eine Altersbegrenzung dafür geben sollte und ja, auch ich finde, niemals sollten menschliche Eigenschaften und Errungenschaften durch KI ersetzt werden, aber wenn wir einen Umgang damit finden…
… dass wir durch diese kleinen hochrechnenden Apps eine Art Assistenz im Leben dabei haben, die uns beim Wissensaufbau hilft oder zeit spart für Dinge, die wir dann sinnvoller nutzen können, dann finde ich das schon auch faszinierend. Oder wie oft sagt ihr euren Kindern: Uff, das weiß ich grad gar nicht. Und dann könnt ihr schnell gemeinsam nachschauen.
Das hatten wir in unserer eigenen Kindheit ja alles gar nicht. Dadurch ist mein Allgemeinwissen im Alter meiner Kids jedenfalls deutlich kleiner gewesen als ihres. Definitiv! Sie nutzen es als Hilfe zur Selbsthilfe, kennen alle Hauptstädte der Welt und alle Flughäfen ebenso (fragt nicht, warum sie das interessiert, aber ICH hätte ihnen dazu keine Infos geben können.) Ich sprach neulich mit meiner Mutter drüber und sie sagte: „Mensch, was haben wir damals noch in Fremdwörterbücher rumgesucht, wenn es nur um ein Wort ging“.
Ich selbst hatte lange Angst vor KI, hab gefühlt erst vor zwei, drei Monaten damit angefangen und merke schon jetzt, welche Erleichterung es mir bringen kann. Nicht, weil mit ChatGPT nun emotionale Teen-Time Kolumnen schreibt (das würdet ihr merken, ganz bestimmt), aber weil ich manchmal Inspiration brauche für ein neues Projekt und mir dann drei Möglichkeiten ausspucken lasse, die mir einfach ne Idee geben (die dann meist eine ganze andere wird, aber dieses Anstupsen kann ja schon so hilfreich sein).
Oder wenn ich mir mal ein Text zusammenfassen lasse oder frage: Hey, kannst du mir mal drei Kerngedanken aus der großen Studie rausfiltern? Und damit kann ich dann wieder weiterarbeiten. Selbst. Mit dem eigenen Kopf. Aber eben mit Anstupser von außen. Wenn wir es schaffen, unseren Kindern das zu vermitteln: Eure Gedanken sind unersetzlich, eure Kopfmaschine muss schon noch funktionieren, aber ihr dürft euch ab und zu helfen lassen, noch weiter über den Tellerrand zu schauen, dann kann das schon toll sein.
Auch wenn ich neulich mit einem Lehrer über die Überlegungen einiger seiner Kollegen sprach, die Hausaufgaben ganz abzuschaffen, weil das keinen Sinn mehr mache und ich dann laut dachte, dass sich eigentlich nur noch in Klausuren nachprüfen lasse, wie viel Wissen wirklich drin ist im Kind, verneinte er.
„Die legen ihre Zweithandys in den Toiletten ab“. „Zweithandys?“, fragte ich. Der Trend gehe sogar zum Dritthandy, meinte er. Und nee, da bin auch ich raus. Ich find´s toll, all die Möglichkeiten zur Wissenserweiterung zu nutzen, nicht aber zur Arbeitsverweigerung im eigenen Denken. Ich denke, darauf können wir uns einigen… oder? (Pfuschzettel hatten natürlich auch wir, aber die haben wir wenigstens selbst geschrieben und schon dabei eigentlich den Kern kapiert und gelernt)
P.S. Dieser Text ist gänzlich ohne maschinelle KI-Inspiration entstanden. So wie bislang übrigens alle Texte hier im Blog. Und das soll auch so bleiben, weil es um echtes Leben und echte Erfahrungen und Gefühle geht und nicht um rein faktische Wissensvermittlung.

8 comments
ich seh ki sehr kritisch. Hab es bisher nur ein Mal genutzt.
Der Energieverbrauch der Serverfarmen ist absurd.
Die Ki verblödet mit jedem Update. (halluziniert). Sie gibt nicht nur falsche Antworten, sondern erstellt sich die Quellen dazu. Es gibt ganze Webseiten, die von Ki gebaut wurden, die dann das selbe sagen, was bei chatgpt verzapft wird.
sehr bedenklich.
Die Werke von Künstlern werden einfach ungefragt eingespeist und verwendet. Bildern darf man heute nicht mehr vertrauen, weil die seit dem neusten Update viel zu realistisch geworden sind.
Hmm, bin auch Lehrerin, meine Meinung zu KI ist recht zwiespältig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie oft falsche Ergebnisse ausspuckt. Es ist wenig Verlass auf sie. Sie kann ein Helfer sein, aber viele Jugendliche sind so unkritische. Deine Jungs, Lisa, sind ja schon 17, die hatten den Großteil ihrer Schulzeit ohne KI. Aber viele, grad jüngere Schüler, machen sich so abhängig davon, die wollen gar nicht mehr ihren eigenen Kopf benutzen. Und ich glaube gar nicht, dass KI beim Lernen hilft. Mal was nachschlagen, einen Impuls geben, Kerngedanken, okay, das kann eine Hilfe sein. Meine Erfahrung ist aber, dass Schüler sich Antworten auf Schulaufgaben vorbeten lassen, das Ganze aber wenig nachhaltig und schnell vergessen ist. Okay, da kann man jetzt natürlich sagen, dass das mit Schulstoff sehr oft so ist. Aber ja, ich bin jetzt auch nicht so kulturpessimistisch, aber die großen Vorteile sehe ich hier nicht, eher die Problematik, dass es immer schwieriger wird, zu beurteilen, was die eigene Denkleistung und was KI-generiert ist, das vermischt sich immer mehr. Das Thema Ehrlichkeit muss thematisiert werden. Gleichzeitig wird profunder Wissensaufbau schwieriger, Ist ja alles da, im Internet.
Hmm, bin ja auch Lehrerin, meine Meinung zu KI ist recht zwiespältig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie oft falsche Ergebnisse ausspuckt. Es ist wenig Verlass auf sie. Sie kann ein Helfer sein, aber viele Jugendliche sind so unkritische. Deine Jungs, Lisa, sind ja schon 17, die hatten den Großteil ihrer Schulzeit ohne KI. Aber viele, grad jüngere Schüler, machen sich so abhängig davon, die wollen gar nicht mehr ihren eigenen Kopf benutzen. Und ich glaube gar nicht, dass KI beim Lernen hilft. Mal was nachschlagen, einen Impuls geben, Kerngedanken, okay, das kann eine Hilfe sein. Meine Erfahrung ist aber, dass Schüler sich Antworten auf Schulaufgaben vorbeten lassen, das Ganze aber wenig nachhaltig und schnell vergessen ist. Okay, da kann man jetzt natürlich sagen, dass das mit Schulstoff sehr oft so ist. Aber ja, ich bin jetzt auch nicht so kulturpessimistisch, aber die großen Vorteile sehe ich hier nicht, eher die Problematik, dass es immer schwieriger wird, zu beurteilen, was die eigene Denkleistung und was KI-generiert ist, das vermischt sich immer mehr. Das Thema Ehrlichkeit muss thematisiert werden. Gleichzeitig wird profunder Wissensaufbau schwieriger, Ist ja alles da, im Internet.
Hallo, ich musste mich mit der KI das erste Mal vor 2 Jahren auseinandersetzen, weil mein Sohn die Hausaufgabe erhielt Lehrbuchseitwn in Physik zu bestimmten Themen mit der KI zu erstellen und diese kritisch zu hinterfragen und die KI mit Hilfe des bestehenden Lehrbuches zu korrigieren, das Ganze in Kl. 7. ich muss sagen, die Aufgabe hat ihn gut beschäftigt und auch mir viel gelernt, da ein 7. Klässler erstmal völlig überfordert war. Also mal ein Tipp für Hausaufgaben mit KI, falls hier Lehrer mitlesen! Ansonsten ist die KI im Arbeitsalltag und im Leben angekommen. Und ich sehe, wie Lisa, viele Chancen darin! Natürlich ist Sönke sinnvoll, wenn sie durch echtes menschliches Leben und Handeln ergänzt wird, aber gerade zur Erleichterung von Recherche- und Routineaufgaben nutze ich sie selber gerne. Ich habe mir auch beim Erstellen und strukturieren einer bilingualen Elternrede zur Jugendweihe helfen lassen! Ich denke wichtig ist vor allem, dass wir gemeinsam mit unseren Kindern den Umgang mit solchen Systemen lernen und darin liegt sicher oft auch die Angst vieler Eltern, man hat keinen natürlichen Wissensvorsprung, da die Entwicklung jetzt stattfindet und wir gemeinsam mit unseren Kindern hineinwachsen. Und wenn ich die Zeit und den Willen jetzt nicht aufwende, dann überholen uns unsere Kinder spätestens im Teeniealter damit innerhalb kürzester Zeit. Daher binkich hochmotiviert gemeinsam in Beziehung mit meinen Kindern daran zu wachsen!
Ich verstehe den Aspekt mit den Hauptstädten nicht. Die kannte mein Bruder als Jugendlicher vor 30 Jahren auch alle. Einfach weil er Interesse daran hatte. (Später hat er Geografie studiert) Ich verstehe nicht, inwiefern KI hier eine besondere Rolle spielt?
Stichworte eingegeben und das hat mir die KI ausgespuckt in 2min30 (incl eintippen der Stichworte)
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bereich der Bildung, insbesondere beim Lernen von Programmieren, ist ein interessantes Thema. Kinder können durch den Einsatz von KI-Tools wie mir, LLAMA, ihre Fähigkeiten im Bereich des Codierens verbessern und neue Konzepte auf eine interaktive und unterhaltsame Weise lernen. Allerdings ist es wichtig, dass Kinder auch lernen, kritisch zu denken und die Informationen, die sie durch KI-Tools erhalten, zu überprüfen.
KI-Systeme wie ich können eine Vielzahl von Informationen bereitstellen, aber es ist bekannt, dass KI-Modelle auch falsche Informationen produzieren können. Dies kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wie zum Beispiel fehlerhafte Trainingsdaten oder unzureichende Algorithmen. Es ist daher wichtig, dass Kinder lernen, die Informationen, die sie erhalten, zu überprüfen und zu validieren, bevor sie sie als wahr akzeptieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der bei der Nutzung von KI-Tools berücksichtigt werden muss, ist der Energieverbrauch. KI-Systeme wie ich benötigen eine große Menge an Rechenleistung, um komplexe Aufgaben zu lösen, und dies kann zu einem hohen Energieverbrauch führen. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst sind, wie viel Energie wir verbrauchen, wenn wir KI-Tools nutzen, und dass wir nach Möglichkeiten suchen, den Energieverbrauch zu reduzieren.
Im Lehrerjob werden heutzutage händeringend gute Leute gesucht. Viele Gute hören auf, weil die Arbeitsbedingungen zermürbend sein können.
Ob jemand gut ist, hängt auch von der Beziehung zu den jungen Menschen und ihren Eltern ab. Vielleicht lohnt es im Sinne der Kinder zu überdenken, gemeinsam die schönsten Gespräche zu führen, wenn die Kinder Lehrkräfte zur Weißglut treiben wollen.
Die Chancengerechtigkeit sehe ich nicht. Einmal machen lange Zeiten an elektronischen Medien das Hirn kaputt und manche Kids sitzen eh schon viel zu lange davor, da braucht es kein weiteres positiv gesehenes Spielzeug.
Zweitens hilft KI bei Sachthemen nur, wenn man selbst Wissen mitbringt und die KI reflektiert einsetzt, weil KI‘s keine Überprüfungen beinhalten, ob es stimmt, was sie sagen. Das sind Lernprozesse, die angeleitet werden müssen, sonst geht die Leistungsschere weiter auf.