Katharinas Jahresrückblick: Die perfekte Welle gab´s beruflich nicht…

Jahresrückblick

Ihr Lieben, um mich auf diesen Artikel einzustimmen, habe ich nochmal den Jahresrückblick 2024 gelesen. 2024 war ein schwammiges Jahr, für das ich bis zum Schluss kein Gefühl bekommen habe und das sich nicht easy angefühlt hat. „Für 2025 wünsche ich mir mehr Leichtigkeit“, steht da. Und auch, dass ich 2025 ein neues berufliches Großprojekt finden möchte. Nun sitze ich hier, Ende Dezember 2025 und kann verraten: Viele Vorsätze haben sich nicht erfüllt.

2025 startete beruflich so zäh wie 2024 endete. Verträge wurden nicht verlängert, Budgets weiter gekürzt, zum ersten Mal dachten Lisa und ich ernsthaft darüber nach, ob dieser Blog überhaupt noch existieren kann oder ob wir uns Festanstellungen suchen sollten…

Während Lisa im Herbst ihr Buch veröffentlichte und damit sogar auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste landete, bleib mein erhoffter Erfolgsschub aus. Lange Zeit spürte ich null Kreativität, war wie gelähmt und wusste nicht, was ich mit mir beruflich anfangen soll. Mitte des Jahres hatte ich dann doch ein gutes Konzept in der Tasche, putzte hunderte Klinken, bekam aber immer die Antwort: „Tolles Projekt, aber wir haben kein Geld dafür“. Es war zermürbend, demotivierend, ich befürchtete, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Ich merkte, wie mein beruflicher Selbstwert sank und sank und sank. Zum ersten Mal spürte ich ein Pieksen in der Herzgegend, wenn andere von ihren beruflichen Erfolgen erzählten.

Als wir dann NOCH eine große finanzielle Einbuße hinnehmen mussten, hatte ich während eines Team-Calls einen mittleren Nervenzusammenbruch und brach vor der Kamera in Tränen aus. Sehr ungewöhnlich für mich, das ist mir in meiner beruflichen Laufbahn noch nie passiert. Es war wohl so schlimm, dass Lisa mir noch in dieser Sekunde einen Blumenstrauß bestellte, der per Express zugestellt wurde. Auf der Karte stand: „Das hat nichts mit Dir zu tun. Jeder, mit dir arbeiten darf, kann sich glücklich schätzen.“ Puh, so lieb, aber ich tat mich schwer, es zu glauben …

Jahresrückblick: Beruflich viel gezweifelt

Ich habe in diesem Jahr beruflich viel gehadert, geweint, war oft wirklich perspektivlos. Geduld ist nicht meine Stärke, das habe ich auch wieder gemerkt. Ab Herbst ging es dann langsam wieder bergauf, ganz zaghaft haben wir uns gefragt: „Vielleicht ist die Talsohle nun durchschritten?“ Für zwei neue Projekt habe ich nun tatsächlich Interessenten, die Verträge sind noch nicht unterschrieben und es würde mich auch nicht „reich“ machen, aber ich würde Neues lernen und hätte extrem Lust auf beides. Vielleicht gibt es doch noch ein versöhnliches Jahresende?

Ich bin nun wirklich in der Mitte des Lebens angekommen, 2026 werde ich 45 Jahre alt. Und zum ersten Mal in meinem Leben spüre ich so etwas wie Endlichkeit. Zum ersten Mal realisiere ich, dass gewisse Dinge in meinem Leben nicht mehr passieren werden, dass einige Züge abgefahren sind. Ich stehe vor dem Spiegel und sehe deutlich, dass ich keine 30 mehr bin. Ich höre junge Kolleg*innen und denke: „Wow, davon hab ich so gar keine Ahnung.“

Privat war 2025 in unserer Kernfamilie ein gutes Jahr ohne extreme Lows (bis auf ein paar Tage stationär im Krankenhaus wegen einer Lungenentzündung). In meinem Familien-und Freundeskreis gab und gibt es allerdings zwei heftige Schicksalsschläge, die mich emotional sehr mitnehmen und wo ich nur hoffen kann, dass ich gut möglichst unterstützt habe und unterstütze.

Es gab natürlich auch wunderschöne Momente in 2025. Ostern haben wir im Kreis der Großfamilie gefeiert, also mit meinen vier Geschwistern und deren Familien, was sehr besonders war. Wir hatten einen grandiosen, total entspannten Sommerurlaub mit Freunden in Apulien. Mein kleiner Bruder hat eine tolle Frau geheiratet. Im Oktober war ich für fünf Tage mit meiner Schwester in Portugal surfen. Ein Traum, den ich schon seit vielen Jahren habe und den wir nun endlich umgesetzt haben. Das waren wundervolle Tage, die sehr intensiv waren und die bis heute nachhallen.

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Die Große wurde konfirmiert und geht sowas von cool und toll ihren Weg. Der große Sohn wurde vom DFB gescoutet, was für eine Aufregung. Die kleine Tochter tanzt mit Leidenschaft, der Kleine wurde in die Kita eingewöhnt und ist sehr glücklich dort. Mein Mann hat ein tolles neues Projekt und während sich um uns herum viele Paare trennen, mögen wir uns immer noch sehr.

Ich habe sehr viel, für das ich dankbar sein kann und dessen bin ich mir sehr bewusst. Wenn ich falle, habe ich Leute, die mir die Hand zum Aufstehen reichen. Auch 2025 waren Lisa und ich ein sehr gutes Team, haben uns Mut gemacht, zusammen geschimpft, uns entlastet. Als wir uns im November persönlich gesehen haben, wurde mir wieder mal klar: Das, was wir seit 12 Jahren machen, soll uns erstmal einer nachmachen.

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Jeder guter Jahresrückblick endet ja eigentlich mit einem Ausblick aufs nächste Jahr. Aber ich hab dieses Jahr gelernt, dass man nicht alles planen kann, dass man sich zwar Sachen vornehmen kann, aber dass letztendlich auch immer eine Portion Glück und Schicksal mitentscheidet. Und um ganz ehrlich zu sein, bin ich auch ein bisschen blank in Sachen Vorsätze. Ich bin einfach weiterhin auf der Suche nach meinem Weg. Und vielleicht war 2025 genau deshalb dann doch nicht so schlecht, weil ich dieses Jahr ganz oft gespürt habe: Ich gehe diesen Weg zum Glück nie alleine.

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8 comments

  1. Allein für diese starke Authentizität und Offenheit kann ich nur 1000x Danke sagen. Es tut gut bei euch zu lesen. Das Leben ist nicht immer leicht und das darf auch mitgeteilt werden. Ich hoffe ihr macht noch lange weiter!

  2. Liebe Katharina,
    ich finde es immer wieder schön, wie authentisch ihr über eure Erfahrungen mit allen Höhen und Tiefen berichtet!

    Dir und Lisa alles Liebe für 2026. Und ich kann mich den anderen nur anschließen: Ganz lieben Dank für eure tolle Arbeit!

  3. Liebe Katharina,
    großen Dank für diesen Einblick. Euer Blog ist tatsächlich fast der einzige, zu dem es mich immer und immer wieder zieht. Ihr habt mir viele Perspektiven gegeben, die ich sonst nicht gehabt hätte und mich zum lachen und auch immer wieder zum nachdenken gebracht. Wir sind ein ähnliches Alter und Lisa und Dich würde ich definitiv als Teil meiner Frauen-Community betrachten. 😉 Also vielen lieben Dank für deine und eure Arbeit hier!!!
    Und persönlich… ja, es gibt sie, diese Phasen, von denen du schreibst. Ich habe vor Jahren gelesen: „sich mal verloren zu fühlen, ist okay“. Mir gibt er seitdem dann etwas mehr Leichtigkeit zurück, weil er normalisiert, dass so etwas zum Leben dazu gehört. Und dass es wieder vorbeigeht.
    Alles Liebe und Gute für dich, persönlich, beruflich und überhaupt!!!

  4. Liebe Lisa,
    ich kenne das Gefühl. Ich habe es auch gefühlt. Ich dachte, die Kids werden groß und ich einfach nur alt. Aber es kam ja anders. Erst Jobverlust und dann den besten neuen Job der Welt. Dann Mann tot und was soll ich sagen: Mein neues Leben fühlt sich leichter und jünger an als davor, trotz dem brutalen Trauer.
    Manchmal nimmt das Schicksal Anlauf, du wirst es sehen. ich drücke die Daumen.

  5. Liebe Katharina,
    vielen Dank für deinen so ehrlichen Jahresrückblick! Deine Worte haben mich sehr berührt. Ich bin eigentlich eine „stille“ Leserin eures Blogs, die keine Kommentare schreibt, aber jetzt muss ich mich doch auch einmal zu Wort melden. Ich möchte dir und Lisa an dieser Stelle ganz herzlich danken für eure unglaublich tolle Arbeit, die ihr hier leistet. Stadt-Land-Mama gehört zu meiner täglichen Lektüre, wann immer sich zwischen drei Kindern, Beruf und Haushalt eine Lücke zum Schmökern ergibt.
    Vielen Dank dafür!
    Für 2026 wünsche ich dir und deiner Familie von Herzen alles Gute und für dich erfüllende berufliche Perspektiven!

  6. Hej Katharina, ich fühle jedes einzelne Wort von dir sehr, auch mir ging es 2025 ganz ähnlich. Ich zweifle plötzlich an mir und meinen Fähigkeiten, suche die Schuld der Auftragsflaute bei mir, das ist sehr zermürbend. Kurz: Du bist nicht allein mit diesem Midlife-Gefühl.., Dann dürfen wir beide wohl gespannt auf 2026 sein…Alles Liebe, Katia

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