Ihr Lieben, heute ist Tag der Arbeit und passend zu diesem Tag kam ich neulich ins Grübeln zum Thema Arbeit, Berufswahl und Fortbildung. Bei mir war es tatsächlich schon immer so, dass ich Journalistin werden wollte. Schon immer habe ich sehr gerne geschrieben. Wenn ich traurig war, vertraute ich mich meinem Tagebuch an. Seitenweise schrieb ich dort meine Gedanken nieder und merkte, wie gut es mir tut, meinen Gefühls-Wirrwarr schriftlich zu ordnen. Ich hatte mit jedem Buchstaben das Gefühl, mein Herz würde leichter werden.
Ich habe auch schon immer gerne Geschichten erzählt. Ausgedachte, die meiner Phantasie entstammten, aber mindestens genau so sehr interessierten mich die Geschichten von anderen Menschen. Was hatten sie erlebt? Was hat sie zu dem gemacht, was die heute sind? Von was träumen sie? Als Reporterin habe ich für große Zeitungen genau diese Lebensgeschichten aufgeschrieben – und tue es heute noch hier im Blog.
Wenn ich mal ein berufliches Tief hatte und jemand zu mir sagte, ich müsse mich dann eben umorientieren, dachte ich immer: Ich kann aber nichts anderes. Und ich will auch nicht anderes.
Ich hab mich zur Fortbildung angemeldet
Und doch haben sich die Zeiten verändert – ich hatte ja in meinem Jahresrückblick auch schon geschrieben, dass wir beruflich durch harte Zeiten durchmussten und teilweise noch müssen. Und ich deshalb durchaus auf der Suche nach etwas bin und war, was mir vielleicht auch noch Spaß machen könnte.
Und ziemlich aus dem Bauch heraus habe ich mich dann für eine Pilateslehrer-Ausbildung angemeldet. Ohne zu wissen, ob und was ich damit machen soll. Mit großen Zweifeln, ob ich überhaupt sportlich genug dafür bin. Mit einem bösen Männchen auf der Schulter, das mich gefragt hat, ob das nun die Midlife Krise ist. Besonders der Punkt, dass ich noch nicht wusste, ob und was daraus werden soll, machte mir zu schaffen. Denn bisher hatte alles, was ich beruflich angegangen bin, immer ein Ziel oder einen Zweck.
„Und wie wäre es, wenn du es einfach machst, weil du Bock darauf hast?“, fragte mich eine Freundin. Und genau dieser Satz half mir. Ja, ich weiß nicht genau, was und ob was daraus wird. Ich bin sicher nicht die Sportlichste auf der Erde – aber es macht mir Freude. Ich mache seit über 15 Jahren Yoga und seit drei Jahren Pilates, ganz unerfahren bin ich also nicht und ich weiß, wie gut mir dieser Sport tut.
Und so hab ich das erste Modul der Fortbildung nun letzte Woche hinter mich gebracht – und gemerkt, dass ganz viele Ängste und Selbstzweifel unbegründet waren. „Ich mach das, weil es mir Freude macht“, habe ich mir immer wieder laut vorgesagt. Die Gruppe war nett, die Lehrerin toll, ich habe viel Neues gelernt – was will ich mehr? Ich möchte nie das Schreiben aufgeben, aber vielleicht ergibt sich ja eine kleine Nebentätigkeit. Eine Arbeit im direkten Menschenkontakt, denn Home Office ist manchmal ganz schön einsam…
Warum ich euch das erzähle? Weil ich glaube, dass es wichtig ist, offen Neuem gegenüber zu bleiben. Lisa ist da mein absolutes Vorbild. Sie bildet sich oft weiter, ist interessiert, wagt sich aus der Komfortzone. Nicht alles muss immer sofort Sinn ergeben, manchmal reicht es einfach aus, dass es Freude bringt und einen interessiert.
Vielleicht wollt ihr ja auch schon ewig Spanisch lernen oder Yoga ausprobieren, vielleicht wolltet ihr euch schon lange mit eurem Partner zum Tangokurs anmelden – und irgendwas hält euch ab. Traut euch, denn es ist wirklich nie umsonst. Erzählt doch mal: Wann habt ihr das letzte Mal etwas Neues ausprobiert oder euch überlegt, ob ihr euch fortbilden solltet. Ich freue mich über den Austausch…




