Teen-Time: Holt euch Rat von Pubertäts-Profis!

Pubertät

Foto: Pixabay

Ihr Lieben, heute übernehme ich mal wieder diese Teenager-Kolumne, schließlich sind meine Großen ja mit 12 und 15 auch schon kurz vor oder mitten in der Pubertät. Und so wie meine beiden Kinder das erste Mal in diese nicht ganz einfachen Zeit stecken, so erlebe ich sie auch das erste Mal aus Muttersicht.

Wenn man das erste Mal in ein Auto steigt, tut man das nicht alleine, sondern man hat jemanden auf dem Beifahrersitz, der schon laaaaaaange Auto fahren kann. Wenn man zum ersten Mal ins Wasser geht, hat man einen Schwimmlehrer. Wenn man zum ersten Mal etwas töpfert, schaut man zuerst Menschen zu, die das schon können. Und genau das sollten wir auch machen, wenn wir als Eltern das erste Mal die Pubertät begleiten: Andere Menschen, die das schon hinter sich haben: Fragen! Sich austauschen, lernen, zuhören!

Ich habe den absoluten Luxus, dass Lisa bereits drei Kinder durch die Pubertät begleitet hat und sich unsere Kinder gar nicht so unähnlich sind. Wie oft habe ich hier von Situationen erzählt, die mich auf die Palme gebracht haben und Lisa hatte das genauso schon zwanzig Mal erlebt.

Die Pubertät bringt ganz neue Themen nach Hause

Nun hat sich folgende Geschichte bei uns zu Hause abgespielt. Mein Kind war mit Freunden verabredet. Neue Freunde, die ich nicht kenne und die mein Kind auch noch nicht lange kennt. Gemeinsam waren sie draußen unterwegs und wollten dann in einen Supermarkt, um sich etwas zu Essen zu kaufen. Im Supermarkt sagte dann einer dieser Freunde, dass er was klauen will. Mein Kind sagte sofort: „Da mache ich nicht mit. Ich warte draußen auf euch“ und verließ den Laden. Prompt wurden die Anderen beim Klauen erwischt. Die Polizei rückte an, die Eltern wurden verständigt und mein Kind kam völlig aufgelöst nach Hause und erzählte mir alles.

Ich war ziemlich geschockt und habe – tadaaaaaaa – richtig scheiße reagiert. Nämlich, indem ich den Umgang mit diesen neuen Freunden verboten habe. Als ich Lisa am nächsten Tag davon erzählte, hat sie mir ein bisschen den Kopf gewaschen: „Hast du dein Kind nicht richtig abgefeiert dafür, dass es nicht geklaut hat?“ Weißt du eigentlich, wie schwer es ist, in diesem Alter dem Gruppenzwang zu widerstehen? Das schaffen nicht viele und das ist extrem cool.“

Und weiter: „Es gibt auch gar keinen Grund, den Kontakt zu verlieren, schließlich hat dein Kind gerade deutlich gezeigt, dass es sich nicht negativ von den neuen Freunden beeinflussen lässt.“ WOW – dachte ich sofort. Ich hab das echt nicht richtig gemacht, wie gut, dass Lisa mir diese Perspektive aufgezeigt hatte.

Als mein Kind an dem Tag nach Hause kam, hab ich es zur Seite genommen und ihm gesagt, dass ich nicht richtig reagiert habe und dass ich stolz auf es bin, dass es sich so gut abgrenzen konnte. Ich hab gesagt, dass ich eben Bammel habe, dass das alles neue Themen sind und dass ich auch noch lernen muss, mit diesen neuen Herausforderungen umzugehen.

Warum ich euch das heute erzähle? Weil mir dadurch bewusst geworden ist, dass wir Eltern uns zu Beginn der Elternschaft ganz viel austauschen. Wie schläft dein Baby? Wann fangt ihr mit welcher Beikost an? Wie läuft die Eingewöhnung? Aber später ist es doch oft so, dass wir versuchen, uns alleine durchzuwursteln. Ich möchte euch sagen: Bleibt in Verbindung! Fragt andere Eltern! Bleibt offen für andere Perspektiven! Niemand kann alles alleine können und wissen und oft ist es richtig richtig gut, mal eine Meinung von außen zu hören.

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