Ihr Lieben, heute ist Heiligabend und feiern in der Großfamilie mit insgesamt vier Teenagern. Da unsere Große am Vormittag des 24.12. kellnert, haben wir kurzerhand beschlossen, einfach zum späten Frühstück zu ihr ins Café zu gehen für ein bisschen auswärtiges Weihnachtsgefühl.
Wir fahren ja nicht weg, also gönnen wir uns hier und da ein paar Erlebnisse außerhalb der eigenen vier Wände, um wenigstens ab und zu kurz aus dem Hamsterrad auszubrechen. Mittags wird es dann vermutlich eine Kleinigkeit zu essen bei uns zu Hause geben, danach geht es in die Kirche. Das ist bei uns Tradition und da gehen lustigerweise auch ohne Murren alle Kinder mit.
Da verstehen sie schon sehr gut, dass es an dem Tag ja genau darum geht. Überhaupt sind wir eine an sich nicht besonders ritualisierte Familie, an Heiligabend aber eben doch. Es gibt zwar nicht immer dasselbe zu essen, da haben wir sogar auch schon mal Sushi selber gerollt oder Gans gemacht, aber vom Ablauf her ist es schon immer recht ähnlich.
Wie wir den Tag gestalten
Am Vormittag unternehmen wir ne Kleinigkeit, treffen Freunde im Café oder zu einem Spaziergang, gönnen uns zum Mittag ein Süppchen, gehen dann schick gekleidet in die Kirche. Danach geht es zurück auf den Hof, in die Wohnung meiner Eltern, wo Plätzchen, Kakao und Kaffee warten und wir noch ein paar Weihnachtslieder singen.
Was sich da in den Jahren verändert hat, sind vor allem die Stimmen der Jungs, die immer dunkler werden 😉Schief singen wir aber weiterhin alle in diesem Drei-Generationen-Haushalt. Irgendwann klingelt dann ein Glöckchen im Wohnzimmer nebenan, die Tür, die am Tag zuvor Sternchenaufkleber bekommen hat und abgeschlossen war, ist plötzlich wieder auf. Dann springen wir all aufgeregt von unseren Stühlen auf und wandern quasi in der Polonaise rüber.
Heiligabend in der Großfamilie
Am süßesten ist da natürlich meine Nichte mit ihren jetzt 7 Jahren, die immer noch nervös ist und stauuuuunt. Wir staunen mit über all die Lichter, über den geschmückten Baum, über die vielen kleinen Geschenkehäufchen in allen Ecken, den Tisch mit der roten Samttischdecke. Wir lesen dann noch die Weihnachtsgeschichte unterm Baum, während die Hunde die ersten Marzipankartoffeln erschnuppern, stoßen dann mit einem Sektchen an, wünschen uns Frohe Weihnacht und dann geht es an die Geschenke.
Die Jungs packen meist so schnell aus wie sie essen, das Töchterchen verteilt das Auspacken lieber über den ganzen Abend und genießt. Erst danach gehen wir zum großen Abendmenü über. In diesem Jahr hab ich die Jungs gefragt, ob sie am Abend noch ausgehen wollten, da schauten sie nur schräg und meinten, nee, irgendwie sei das für sie der Tag der Familie.
Weihnachten in der eigenen Jugend
Bei der Großen hingegen könnt ich mir schon vorstellen, dass sie später noch zu ihrem Freund fährt. Oder er noch zu uns rüberkommt. Wie übrigens auch die Nachbarn, die nach ihrem eigenen Menü dann eigentlich immer noch auf ein paar Gläschen zu uns stoßen. Mal spielen wir Spiele, mal testen wir Geschenke aus, mal quatschen wir auch einfach, manchmal gibt´s sogar noch Tanz, ab und zu sind wir aber auch so platt, dass wir schon ab halb zehn gähnen.
In meiner eigenen Jugend sind mein Bruder und ich am Heiligabend nach dem Essen immer noch ins „Kinderwohnzimmer“ eines Freundes gefahren, wo wir dann noch mit der Clique Weihnachten feierten und später oft noch ins E-Werk zur Nikolaus-sucht-Nikola-Party gefahren sind. Ihr hört, auch unsere Eltern waren da irgendwie liberal und darauf bedacht, dass alle genau das Weihnachten erleben können, das sie sich wünschen. Ich find´s natürlich trotzdem schön, dass unsere diesmal gesagt haben, dass sie dableiben und den Abend zu Hause verbringen und bin gespannt, wie es diesmal wird.
Eure Fragen zum Umgang mit Teenagern an Weihnachten
Im Vorfeld dieses Textes hatte ich euch gefragt, was euch zum Thema Weihnachten mit Teenies interessiert und ich denke, ich habe schon einige der Fragen im Text beantwortet, es gab aber noch welche: Wie wir das mit den Geschenken für Teenager handhaben, welche Erwartungen es da gibt, wie wir mit Enttäuschungen der Jugend umgehen, was verpflichtend ist in Sachen Anwesenheit, worüber sie sich wirklich freuen, ob sie abends noch weggehen dürfen, welche Traditionen beibehalten werden und wo angepasst wird.
Wie gesagt: Ausgehen dürften sie, wollen es diesmal aber nicht. Mit den Geschenken wird es bei uns eher einfacher, es gab Jugendreisen und Führerscheine im Lauf des Jahres, deswegen waren alle recht bescheiden in Richtung Weihnachten. Einer wünschte sich so gut wie nichts, da haben aber beide Geschwister noch ne gute Idee für Kleinigkeiten gehabt, einer hatte nur zwei Wünsche, die aber eher kostspieliger (unter anderem Fußballschuhe), die andere ist ja grad ausgezogen, sie wünscht sich vor allem Hausstand (unter anderem Salatbesteck 😉), fürs Gastkind gibt´s Dinge, die eben fehlen (wie ein Ladekabel, das in unsere Steckdosen passt, noch nutzt es meins und ich bin dauernd leer).
Enttäuschung bei Geschenken gab es vor einigen Jahren schon auch, das ist natürlich schmerzhaft für irgendwie alle, aber da hilft nur Kommunikation und Erklärung und gemeinsam Möglichkeiten ausloten, wie es doch noch was werden könnte. Verpflichtend ist bei uns schon der Nachmittag mit Kirch, singen, Bescherung, Abendessen. Morgens dürfen sie bei guten Argumenten mittlerweile fehlen und am späten Abend eben auch.
Was Anpassung der Tradition angeht, ist es so, dass, wenn sie zum Beispiel sagen würden, sie möchten dringend mal das und das essen, wir das vermutlich möglich machen würden. Oder wenn jemand sagt, diesmal packen wir die Geschenke nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander aus. Auch möglich. Das grobe Konzept aber ist irgendwie gesetzt, weil da ja auch mehrere Generationen dranhängen.
Wir selbst erwarten übrigens keine Geschenke von den Kids – freuen uns aber natürlich, wenn das noch ne Karte oder ein Brief dabei sind oder sie sich ne Kleinigkeit überlegt haben. Ich glaub, das wär´s. Wenn ihr weitere Fragen habt, packt uns die gern in die Kommentare, ansonsten wünschen wir euch einfach nur einen wunderwunderschönen Tag mit ganz viel Liebe, Essen und guten Leuten.
Merry christmas allerseits!

2 comments
Danke, und immer interessant! Wie ist das denn mit „helfen“? Wir haben immer die Großfamilie bei uns samt Übernachtungsbesuch und anpacken im Vorfeld wäre toll (klappt mal besser, mal weniger). Hängen ja wie bei euch mehrere Generationen dran, aber ja auch „Anhänge“. Dh ich bräuchte vielleicht Hilfe beim Vorbereiten, man trifft sich aber auch mit Partner oder Freundinnen (verständlich). Will sagen: es wird jongliert!
Frohe Weihnachten und Danke für euren tollen Blog ❤️