Teen-Time: Welche Regeln haben eure Kids beim Ausgehen?

Ausgehen

Foto: Pixabay

Ihr Lieben, während Lisas Kinder ja schon am Ende der Pubertät stehen, sind meine mit 14 und 11 Jahren mittendrin bzw. kurz davor. Und so tun sich für mich gerade wieder ganz neue Themen auf, wir müssen Grenzen neu verhandeln, neue Absprachen treffen und herausfinden, was sich für wen stimmig anfühlt. Bei einem Abendessen mit Freundinnen, die ebenfalls Teenager haben, bekam ich wieder einmal einen neuen Einblick, wie unterschiedlich Themen in den verschiedenen Familien gehandhabt werden.

Beispiel abends ausgehen: Alle waren sich einig, dass die Kinder abends nicht alleine unterwegs sein dürfen. Auch zwei Mädels um Mitternacht mit der Berliner S Bahn fahren zu lassen, fühlte sich nicht gut an, wenn es aber eine Gruppe von 10 Teenies sei, war es wieder denkbar. Einige Eltern tracken ihre Kids via Handy, andere finden das zu überwachungsmäßig. Einige holen generell abends immer ab, andere sind da lockerer. Ich habe gespannt zugehört und habe zu all dem noch keine große Meinung, weil unsere 14-Jährige abends noch nicht ausgeht.

Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht, wie das in meiner eigenen Jugend war. Ich bin in einer mittelgroßen bayerischen Stadt aufgewachsen, in der man alles per Fahrrad erreichen konnte. Ich war immer in Gruppen unterwegs, hatte einen netten Freundeskreis, in dem sicher mal das ein oder andere Bier zu viel getrunken wurde, aber keine harten Drogen konsumiert wurden.

Natürlich habe auch ich Erfahrungen gemacht, die ich bei meiner Tochter gar nicht lustig finden würde. Ich hab selbst auch mal so viel Alkohol getrunken , dass ich ins Gebüsch gekotzt habe und nicht mehr so richtig wusste, wir ich zu der Übernachtungsparty meiner Freundin gekommen bin. Es gab definitiv auch aufdringliche Jungs, die nur schwer verstanden haben, dass wir kein Interesse an ihnen haben. Ich stand auch schon auf irgendeiner Party und wusste nicht, wie ich heimkomme, weil meine Mitfahrgelegenheit einfach abgehauen war, ohne Bescheid zu sagen.

Wir hatten damals keine Handys, kein Internet, kein Social Media, unsere Eltern hatten nur grob eine Ahnung, wo wir waren und in unerwarteten Situationen mussten wir schnell eine Lösung finden und konnten unsere Eltern nicht anrufen. Im Nachhinein denke ich, dass ich oft mehr Glück als Verstand hatte, gerade in den Zeiten, in denen wir später auch getrampt und in irgendwelchen Clubs abgetaucht sind. Ich bin nie in eine ernsthaft brenzlige Situation gekommen.

Wenn ich mich selbst beobachte, denke ich, dass ich beim Thema Ausgehen wahrscheinlich doch eher zu den vorsichtigen Müttern gehören werde, dass ich lieber abhole, als nachts wachzuliegen und mich zu fragen, ob gerade irgendein Idiot in der U-Bahn meinem Kind zu nah kommt. Ich glaube, ich würde immer sagen: „Nimm ein Taxi“, weil ich Bammel hätte, dass die Mitfahrgelegenheit doch zu schnell fährt oder Alkohol getrunken hat. Und doch weiß ich, dass ich meine Kinder natürlich nicht vor allem beschützen kann, was auf Partys und im Nachtleben passieren kann.

Wahrscheinlich ist es viel wichtiger, seine Kinder stark für brenzlige Situationen zu machen. Dass wir ihnen beibringen, wie sie sich wehren, wo sie sich Hilfe holen können.

Da hier mittlerweile ja doch viele Eltern von Teenies mitlesen: Welche Regeln zum abendlichen Ausgehen gibt es bei euch? Um welche Uhrzeiten müssen eure Teenies zu Hause sein, holt ihr sie immer ab? Ich freue mich auf viele Kommentare, wie ihr das handhabt.

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4 comments

  1. Bei mir lief es wahrscheinlich ähnlich ab, wie bei dir. Jugend auf dem Dorf in Bayern, in der Nähe der Kleinstadt. ÖPNV=0…außer Schulbus. Dazu recht hügelig, also Nachts mit dem Fahrrad damals keine Option für mich. Meine Eltern hätten mich niemals irgendwohin gefahren, geschweigedenn nachts abgeholt. Bis 18 hatte ich immer sehr absurde Vorgaben. Klar, ist bestimmt vernünftig um 11 oder 12 zu Hause zu sein. Aber wie sollte das gehen? Ich musste ja mit anderen mitfahren. Die waren mit Sicherheit mitunter alkoholisiert. Aber meine Eltern meinten, dann könnte ich eben erst gar nicht los. Dadurch habe ich echt viel Quatsch gemacht, getrampt, Eltern angeschwindelt. Es ist nie was passiert. Ob das Glück war, weiß ich nicht. Einmal bin ich nachts vor der Disco vergessen wurden. Wir waren mit 2 Autos da und die anderen dachten, ich sei im jeweils anderen Auto 🙂 das war schrecklich, Ende der 90er, ohne Handy, 40 km von zu Hause…meine Eltern hätte ich niemals anrufen können. So bin ich eben mit einem Wildfremden heimgefahren…ist nix passiert, er war einfach nur nett.

    Bei meinen Töchtern wollte ich es deswegen definitiv anders machen. Wir wohnen in der Stadt, beide durften tatsächlich immer alles machen, wir haben wenig verboten. Sie dürfen immer (!!!!) anrufen, wenn sie abgeholt werden wollen. Sie bekommen Geld für Taxi oder Minicar oder sie schlafen dann eben irgendwo bei Freunden.. Die Große war immer nur sporadisch und wenig ausufernd unterwegs. Sie ist in der Grundschule ein Jahr gesprungen, d.h. sie war immer jünger als ihre Freunde. Aber sie durfte immer die gleichen Sachen machen (sofern es möglich war). Ich denke, sie ist ab 14 abends mal weggegangen und hat dann meist bei Freundinnen geschlafen. Aber nichts Wildes.

    Die Kleine (jetzt 19) war da schon anders. Durch Corona erst ausgebremst, danach ging es dann richtig los (so mit 15), mit einem riesigen Freundeskreis und vielen Privatparties. Generell konnten wir früher tatsächlich viel mehr machen (Jugendschutz war früher wohl nicht so wichtig) und man ist ja überall reingekommen und hatte generell leichter Zugriff auf Alkohol.
    Aber auch bei unserer jüngeren Tochter sind wir mit wenig Verboten gut gefahren. Gerade am Anfang ist sie immer von mehreren Freunden nach Hause begleitet worden, bis heute meldet sie sich immer per whatsapp, wenn sie nicht nach Hause kommt. Und ja, Sorgen mache ich mir natürlich auch. Zwei Freundinnen von ihr haben schon mal ko Tropfen untergejubelt bekommen und in unserer Stadt ist gerade Nachts schon ganz schön was los, aber ich bin schon froh, den Kindern Freiheiten gegeben zu haben und ihnen auch einfach vertraut zu haben.

  2. Hallo zusammen,
    unser Großer (fast 18) durfte immer alleine raus, ist meist mit den Öffis hingefahren und wurde je nach Uhrzeit von uns abgeholt, einerseits weil ab einer gewissen Uhrzeit eh nichts anderes möglich ist (wir wohnen ländlich), andererseits weil es uns wichtig war. Seit er ein Moped hat, ist er viel damit unterwegs, wir wissen aber trotzdem wo …

    Außerdem wollten und wollen wir immer wissen wo und mit wem er unterwegs ist, bei privaten Partys gibt er uns immer vorher die Adresse, auch wenn er eine andere Mitfahrgelegenheit hat. Allgemein gilt, dass er uns jederzeit anrufen kann, egal aus welchem Grund und er niemals bei unbekannten oder angetrunkenen Fahrern mitfahren soll.
    Dafür haben wir eigentlich noch nie Nein gesagt, wenn er irgendwohin wollte und er bestimmt in der Regel wie lange er weggeht.

    Er hat uns immer viel erzählt, auch negatives und wir vertrauen auf sein Urteilsvermögen…
    Seinen einzigen größeren Rausch hatte er übrigens Nachmittags im Garten einer Schulfreundin, da dürften wir ihn dann auch abholen. Seither ist er deutlich zurückhaltender in puncto Alkohol..

    Im Prinzip stimme ich den anderen zu, man muss Vertrauen in seine Kinder und die eigene Beziehung und Erziehung haben…

  3. Wir leben in der Nähe einer bayerischen Kleinstadt im Dorf , Also ähnlich deiner Kindheit. Das macht denke ich, die Dinge vielleicht überschaubarer und im ersten Gedanken sicherer. Daher darf unser bald 17 jähriger Sohn alleine ca. 10 km auch nachts um Mitternacht mit dem Rad heimfahren da er ein gutes Teilstück von Freunden begleitet wird. Wenn es gar zu spät wird oder der Zug ( bei schlechtwetter statt Rad benutzt) nicht mehr fährt, findet er oft eine Übernachtungsmöglichkeit in der Stadt bei Freunden. Und natürlich gibt er in der Regel Bescheid bzw. stehen wir in Kontakt wenn es Richtung Mitternacht geht wie. ob und wann er heimfährt. Und natürlich weiss er , hoffe ich, dass wir ihn wie auch schon geschehen jederzeit abholen kommen oder er fährt bei Freundeseltern mit. Sicher wird es nochmal anders wenn er bald selbst den Führerschein hat. Letztlich muss man glaub ich auf die eigene Erziehung vertrauen!!! Das man ihnen alles wichtige mitgegeben hat, dass sie auf ihre Intuition hören, sich nicht in ernste Dinge verwickeln. Sowieso wird heutzutage weniger Alkohol getrunken als bei uns hab ich den Endruck.

    Bei unserer 14jährigen Tochter wird es sicher mehr mit Abholen sein oder auch übernachten, denn klar, hier werden wir mehr Sorge für den sicheren Heimweg haben. Ich denke auch oberstes Gebot hier: nie allein nach Hause, immer mit vertrauter Begleitung ( die wir auch kennen!! ) und auch hier vertrauen in das Gute und die eigene Erziehung und Erfahrung.

    schlaflose Nächte gibt’s und wirds trotz allem immer mal wieder geben …

    vlg

  4. wir entscheiden je nach Situation oder Veranstaltung. Bis 22 Uhr kommt unsere immer noch allein oder wird vom Freund gebracht. Danach holen wir lieber ab- wir wohnen im Speckgürtel Berlins und mit der Bahn wird es manchmal schwierig. Sie darf alles machen, soll aber immer Bescheid sagen , wenn sie den Standort wechseln.

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