Ihr Lieben, neulich hatte ich mal wieder einen harten Nachmittag mit dem Jüngsten. Alles, wirklich alles, war einfach nur falsch. Er wollte im Auto auf dem Rückweg von der Kita Musik hören, nannte den Musiktitel, den ich einfach nicht verstanden habe. In Panik fragte ich alle Lieder, die er sonst so mag, durch, aber das Richtige war nicht dabei. Was folgte: Geheule.
Zu Hause sperrte ich die Haustür auf, obwohl er klingeln wollte. Die Äpfel, die ich ihm aufschnitt, waren zu klein oder zu groß, das geliebte Feuerwehrauto war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, obwohl die drei Geschwister und ich wie von Sinnen das Haus auf den Kopf stellten. Geheule.
Es gab Geheule, weil er mit seinem Bruder nicht mit dem Bus zum Fußball-Training fahren durfte, weil ich nicht erlaubte, dass er noch mehr Mentos (liebt er grad sehr) isst, weil seine Schwester irgendwann die Schnauze davon voll hatte, dass er ihr Playmobil ausräumt und die Tür von innen zuhielt. In der Badewanne gab es nicht genug Schaum, aber rausgehen wollte er später trotzdem nicht. Geheule.
Das Abendessen schmeckte ihm nicht, er wollte lieber nochmal raus in den Garten, obwohl kalt und regnerisch war – kurz: Der gesamte Tag war echt ULTRA anstrengend und der Kleine und ich haben uns ganz schön „gezofft“. Solche Tage haben wir glücklicherweise sehr selten, aber wenn es sie gibt, ist es wirklich herausfordernd, ruhig zu bleiben und den Tag halbwegs friedlich zu beenden.
„Ich lieb meine Mama so“
Umso glücklicher war ich, als mein Mann abends heimkam und Schlafenszeit für den Kleinen war. Ich sagte: „Der Papa bringt dich heute ins Bett.“ Worauf der Kleine seine Arme um mich schlang und sagte: „Nein, Du sollst!“ Ich fragte: „Warum??????“ Er vergrub seinen Kopf an meiner Schulter und sagte: „Weil ich lieb meine Mama so!“ Und zack, da hatte er mich. Obwohl der Tag ätzend gewesen war. Aber ein frisch gebadeter Zweijähriger, der sagt, dass er einen liebt – da ist man einfach machtlos.
Als ich also ein paar Minuten später da im Bett neben meinem Kleinsten lag und merkte, wie seine Atemzüge immer ruhiger und gleichmäßiger wurden, während er meine Hand hielt, da dachte ich wirklich: Wenn ich mal alt und runzlig bin und daran denke, was für mich Glück bedeutet, werde ich an diese Situation heute Abend denken. Mag kitschig klingen, aber mal ehrlich: Was auf der Welt könnte schöner sein als sich an diesen warmen, kleinen Körper zu kuscheln, während draußen der Novemberwind tobt und zu wissen, dass das alles ist, was zählt.




9 comments
Zum Glück hab ich keine Kinder… Was ist das anstrengend!
Der letzte Satz den der Junge sagte, würde bei mir nach so einen Stress auch nichts mehr bringen… Ich hätte die Schnauze voll gehabt und hätte ihn an den Vater abgeschoben, gesagt, nee heute nicht mehr, ich bin müde. Und dann wäre ich ins Wohnzimmer gegangen.
Einige Kinder brauchen Grenzen, auch mit zwei Jahren! Um so früher die es lernen, um so besser.
Als dann.
Wie schön! Danke für’s Teilen!
Da kamen mir am Ende des Artikels glatt ein bisschen die Tränen, weil’s einfach so wahr ist! Vielen Dank für diesen Einblick und liebe Grüße!
Danke, für diesen Ausschnitt aus eurem Leben. Ich kann das alles sehr gut verstehen und förmlich nachempfinden, das Negative sowie das Positive.
Alle Emotionen liegen so nah beieinander, oft jeden Tag.
Aber das Schöne, das Positive ist das, was am Ende meist in Erinnerung bleibt💗
Danke für den wunderschönen Text!
Aah ich bin gerührt. Hundertprozentige Zustimmung
Danke, kann ich nur so unterschreiben! Mein Kleiner (5 Jahre) hält mich mit allem auch ziemlich auf Trapp und fordert heraus aber gleichzeitig ist er einfach so niedlich und „verliebt“ in mich das mir immer ganz warm ums Herz wird.
Oh, wie schön, Katharina! Danke für diese Zeilen. Ich hatte ein Tränchen in den Augen…Ich denke mir das morgens, wenn der Wecker klingelt und meine Tochter (7) in mein Bett kommt und noch 5 Minuten kuscheln möchte.
Dann atme ich auch tief ein und versuche, diesen Moment für immer und für schwierige Zeiten festzuhalten.
Danke für den Text