Gastkind: Ein Teenie mehr für die Land-Mama! Teen-Time Jugendkolumne

Welcome

Foto: pixabay

Ihr Lieben, das eine Kind zieht aus, das nächste zieht ein 😉 In circa einem Monat begrüßen wir ein Gastkind aus Lateinamerika in unserer Familie und ich bin zwar selbst mit vielen, vielen Gastgeschwistern aufgewachsen, war aber in meinem Leben noch nie Gastmama. So viele erste Male dieses Jahr mal wieder!

„Wer würde ein Gastkind bei sich aufnehmen?“

Als die Schule unserer Kinder fragte, ob jemand Interesse hätte, eine Neuntklässlerin für ein Schulhalbjahr bei sich aufzunehmen, nahm ich das als Idee mit an den Küchentisch. Danach blieb die Idee erstmal nur im Kopf bis ich nach einer Woche oder zwei der Schulleitung schrieb, dass, falls sich denn noch niemand sonst gemeldet haben sollte, bei uns wohl noch Platz in Herz und Haus wären.

Und so kam es, dass wir Kontakt zur Familie aufnahmen, dass wir Nummern tauschten, dass wir Fotos von uns und allen, die dazugehören zusammensuchten, um sie ihr mit einem Brief zu schicken, um dann wiederum ein liebes Anschreiben mit Bildern vom anderen Ende der Welt zurückzubekommen.

Schüleraustausch in der dunkelsten Jahreszeit

Wir haben dann als ganze Familie mit ihr und ihrer Familie gezoomt, um uns mal live zu sehen, ich schicke ihr bereits regelmäßig Bilder per WhatsApp, wenn hier jemand Geburtstag hat oder auszieht oder den Führerschein besteht (hier ist ja ordentlich was los grad) und denke die ganze Zeit: Oh je, die Arme, die kommt ja in die dunkelste und kälteste Jahreszeit bei uns!

Überhaupt ist es so spannend, dass zumindest ich jetzt hier mit diesem Blick von außen durch die Wohnung gehe: „Oh, die Schublade können wir aber so nicht lassen, wenn sie kommt“ und „Uh, das Chaos müsste auch noch vorher beseitigt werden“ und wird sie wohl mit uns Bundesliga schauen, wenn die Großfamilie zusammenkommt?

Gasttochter ist 2 Jahre jünger als die Zwillinge

Halbes Jahr Spanien

Ich denke sie auch mit bei Terminen, die ich grad mache, denn sie wird noch nicht mobil und auf unsere Fahrdienste angewiesen sein, wir wohnen hier auf dem Land ja ordentlich weit weg vom Schuss und genießen ja grad sehr den Luxus, dass unsere eigenen Kinder mittlerweile alle selbständig unterwegs sind, das gibt hier dann also nochmal eine kleine Umstellung.

Und oh, dann Weihnachten für sie ohne Eltern, ob da wohl Heimweh kommt? Da freu ich mich besonders, dass auch unsere Tochter in ihrem Austausch selbst diese Erfahrung gemacht hat und mit Sicherheit einfühlsam sein wird, weil sie noch genau weiß, wie das für sie war… denn als ich selbst damals selbst mit 15 nach Lateinamerika ging, da war ich von Januar bis August weg, die Feiertage war ich zu Hause. (Positiv: Durch unseren Schüleraustausch damals sprechen wir beide Spanisch, auch das kann ja den Anfang erleichtern)

Was können wir ihr alles zeigen?

Ich fahre auch mittlerweile durch die Gegend und denke: Uh, was wohl jemand von weit weg über dieses Industriegebiet sagen wird…. Ich geh zur Brotschneidemaschine oder zum Sandwichmaker und überlege, ob sie sich bei Hunger trauen wird, sich einfach selbst was zu machen.

Gerade sind wir dabei, erstmal die Fotos ausdrucken zu lassen, die sie uns bisher geschickt hat, damit sie sich in ihrem Zimmer (das Zimmer der Großen, die grad ausgezogen ist) auch direkt heimisch fühlt. Welche neue Dynamik das wohl innerhalb der Kernfamilie gibt!

Gastkind

Meine Hoffnung ist ja auch so ein bisschen, dass auch die Jungs ab und zu dann nochmal mit auf einen Familienausflug kommen, wenn wir sagen: Hey, eure Gastschwester muss dringend mal auf den Kölner Dom, alle kommen mit… 😉

Die eigene Welt von außen betrachtet

Da können wir dann ja selbst unsere Gegend und unser Zusammenleben nochmal durch ganz neue Augen sehen und kennenlernen und ich finde das ganz schön aufregend und stelle es mir gleichzeitig so bereichernd vor, wenn denn die Chemie stimmt. Und das Gefühl hab ich tatsächlich bei allem, was wir bislang voneinander gehört haben, absolut.

Wir werden euch sicherlich ein bisschen mitnehmen bei diesem neuen Abenteuer. Das Haus wird wieder voller, die Lage bleibt dynamisch und ich bin so gespannt. Falls ihr noch Tipps habt, was man vorbereiten und wie man als Gastfamilie dem neuen Familienmitglied auf Zeit den Start erleichtern kann, kommentiert hier gern, wir freuen uns da sehr über Tipps und Austausch.

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