Alles zerfasert: Teen-Time Jugendkolumne zu den Herbstferien

zerfasert

Ihr Lieben, wenn ihr das hier lest, bin ich grad allein mit einem unserer Kinder unterwegs. Es sind Herbstferien und die letzten Wochen mit Bucherscheinen und Wahlkampf waren so fordernd, dass ich gesagt habe, ich muss dringend mal raus. Da aber nicht alle mitkönnen, fühlt sich das trotzdem etwas zerfasert an.

Denn es ist es so, dass ein Kind ja bereits studiert und dadurch nicht mehr gleichzeitig mit den Geschwistern frei hat, das dritte Semester hat grad erst begonnen, da kann es nicht weg. Das andere Kind hat schlicht andere Pläne und ist an Zuhause gebunden und der Papa kann grad keinen Urlaub nehmen, sodass wir am Ende nur noch zu zweit waren. Fahren wir trotzdem? Aber sowas von!

Wir freuen uns beide sehr, so etwas haben wir noch nie gemacht und gleichzeitig war die Ferienzeit früher Familienzeit. Sie war ein Andocken, ein Nochmal-intensiv-Zeit-miteinander-verbringen, ein Gemeinsame-Erlebnisse-Sammeln.

Alles zerfasert mit großen Kindern

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Nun fasert alles etwas auseinander, alle haben ihre eigenen Leben und gemeinsame Momente müssen entweder lang geplant sein – oder entstehen ganz spontan. Wie letzte Woche, als durch Zufall mal wieder alle Kinder gleichzeitig zu Hause waren und wir gemeinsam essen konnten. Wie glücklich uns Eltern das macht. Hachz, war das schön, war unsere spontanen Reaktion.

Oder als wir ein paar Tage später einen Film schauen wollten am Abend und die Jungs plötzlich dazu kamen und so viel Redebedarf hatten, dass wir die Glotze einfach ausschalteten. Es ging um die Verträglichkeit von Selbstbräunungscreme im Gesicht, um das nächtliche Mitfahren bei gerade 18Jährigen, es ging um Studiengänge, die wir ergoogelt hatten.

Um andere Eltern und welche Regeln die aufstellen, um die anstehenden Praktika, die jetzt nach den Herbstferien starten, um Käffer, die „voll tot“ sind, um die Führerscheinprüfung, die jetzt ansteht und darum, ob wirklich von einem Ende des Krieges in Gaza die Rede sein kann. Das ganze Sortiment an Themen. Ganz spontan und ungeplant.

Schlechtes Gewissen im Gepäck

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Und ich hab gemerkt, dass ich doch gern alle mitnehmen würde in die Ferien, dass ich doch auch wieder ein schlechtes Gewissen im Koffer mitnehme, weil ich die meisten der Familie „daheim lasse“ und doch gerade die gemeinsame Zeit so wertvoll ist und weil ich die letzten Wochen kaum einen Abend zu Hause war, weil so viele Termine anstanden und weil ich grad eigentlich genau mit diesen Leuten so viel Zeit brauch, weil sie mir so gut tut.

Was hätte ich früher drum gegeben, mal mit nur einem in den Urlaub zu fahren, um mal richtig zu entspannen. Damals, als hier noch dauernd Geschwisterstreit war, permanent irgendwas umfiel und alle um 5.30 wach waren.

Heute, da all das der Vergangenheit angehört und wir gar nicht mehr so viel Zeit im Alltag zusammen verbringen und die wenige Zeit zusammen so total entspannt ist, kommt es zu solchen Urlauben also kaum noch. Im Moment!

Ich glaube ja schon, dass wir zumindest das noch zusammen hinkriegen, wenn hier mal alle drei ausgezogen sein sollten. Denn wenn uns eins verbindet, dann ist es die Neugier auf die Welt. Und was könnte es da später Schöneres gebe als Eltern, die sagen: Kommt, ihr Süßen, lasst uns mal nach xy fahren. Wir laden euch ein… Oder?

Darauf bau ich. Darauf freue ich mich. Und jetzt genieße ich erstmal mein eines Kind in vollen Zügen. Denn das schlechte Gewissen ist zwar mitgefahren, ich hab´s aber fest im Schrank verschlossen und mach den bis zur Rückkehr auch nicht mehr auf…

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3 comments

  1. Hallo, danke für deinen Artikel,

    ich sitze hier gerade mitten zwischen 4 Jungs, im -woe schreibst du so schön- dauernd Geschwisterstreit und Sehne mich nach Urlaub alleine, oder alleine mit Mann… und wenn ich das so lese muss ich mich mal woeder erden, dass ich die Zeit genieße, sie rennt uns jeden Tag davon. nächste Eoche sind Herbstferien und der dritte fährt das erste Mal ein paar Tage alleine zu Oma und Opa. Ich werde mich versuchen jeden Tag zu genießen in der nächsten Woche, in Ruhe ohne Alltag, mit 3en mit 4ren, mit allen. Die Zelt fliegt ich würde sie manchmal gerne anhalten.

    Danke für den Ausblick 😉

  2. Reisen mit nur einem der Kinder kann ich sehr empfehlen.
    Oder auch was unternehmen, ohne, dass es gleich eine Reise ist.
    Oder auch nur einen Film zu zweit anschauen am Samstagabend.

    Lieben unsere Kinder sehr, und wir auch.

  3. Oh Mann,

    Ich werde jetzt schon etwas traurig wenn ich das lese weil bei uns diese Zeit auch so schnell näher rückt bzw in den Sommerferien schon etwas angefangen hat…da war Papa eine Woche allein mit den 2 Grossen weg und ich allein mit der Kleinen für die eine Lange mehrtägige Wanderung im den Bergen mit Rucksack und Co noch nix gewesen wäre. Das war schon sehr seltsam, auch wenn gerade die wegfahrer die Zeit sehr genossen haben. Als daheimgebliebene fühlte ich mich schon etwas ausser vor. mam wird ja immer mehr zum Zuschauer beim Leben der Kinder als das man eigenes Leben aktiv lebt gefühlt. Es muss halt wieder neu gefüllt und anders ausgerichtet werden aber das geht nicht über Nacht und dazwischen hängt man so im Luftleeren Raum und ist zum Teil einfach mit einem Schlag ganz schön einsam.

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