Dem Tod entkommen: Meine Söhne haben mir das Leben gerettet

Tod

Foto: Freepik

Ihr Lieben, unsere Leserin Ramona hatte drei Mal einen tüchtigen Schutzengel, denn sie ist bereits drei mal knapp dem Tod entkommen. Einmal haben sie ihre damals siebenjährigen Zwillinge gerettet. Hier kommt die ganze Geschichte:

Liebe Ramona, du hast uns geschrieben, dass du bereits 3 mal nur knapp dem Tod entkommen bist…. Erzähl erstmal ein bisschen was darüber, wie du lebst.

Ich lebe mit meinen Kindern im tiefsten Ruhrgebiet. Seitdem meine Zwillingsjungs ein halbes Jahr alt sind bin ich alleinerziehend (Kontakt zum Vater ist vorhanden). Ich bin gelernte Veranstaltungskauffrau, aber schon längere Zeit krank geschrieben und kümmere mich um die Kinder. 

Kannst du uns von diesen schrecklichen Situationen erzählen?

Im März 2024, eine Woche nach meinem 40. Geburtstag, ging es mir richtig schlecht. Ich hatte Fieber, mehrfaches Erbrechen, kam mir vor wie im Delirium. Als die Kinder in der Schule waren, rief ich einen RTW, weil ich mich auch nicht mehr auf den Beinen halten konnte.

Die Sanitäter kamen und wollten mich erst gar nicht mitnehmen, da sie dachten, ich hätten den Novo Virus. Ich bestand aber darauf, dass sie mich mitnehmen und das war auch gut so. Denn mir ging es während der Fahrt immer schlechter und es stellte sich dann in der Notaufnahme heraus, dass ich eine nekrotisierende Fasziitis hatte und direkt operiert werden musste.

In 50% der Fälle kann dies tödlich enden. Man hat mir das abgestorbene Gewebe entfernt und ich hatte eine Wunde, die 23 cm lang und 7 cm tief war. Diese OP hab ich nur knapp überlebt. Die Wunde musste von innen nach außen zu heilen und jeden Tag versorgt werden. Da ich an Gründonnerstag entlassen wurde und der ambulante Pflegedienst erst Dienstags nach Ostern bei mir anfing, musste ich jeden Tag bis dahin ins Krankenhaus zur Wundversorgung. Die Schmerzen und jede Bewegung waren die Hölle.

An dem Samstag hatte ich schon auf dem WC gesehen, dass Blut aus der Wunde tritt, nicht viel, aber es hat etwas geblutet. Der Arzt im Krankenhaus meinte zu mir, dass dies nicht schlimm und normal sei, also hab mir also keine weiteren Gedanken gemacht. Als ich wieder zuhause war, hab ich mich wieder auf die Couch gelegt und bin vor Erschöpfung eingeschlafen. Irgendwann am Nachmittag bin ich durch ein ganz komisches Gefühl wach geworden. Ich hab gemerkt, dass immer mehr Blut aus der Wunde ausgetreten ist und zwar schwallartig. Ich habe eine Freundin und den RTW angerufen.

Eine gefühlte Ewigkeit später kam dann der RTW und die Sanitäter waren auch total geschockt aufgrund des vielen Blutes. Sie legten einen Zugang, ich hörte die Stimmen der Leute nur noch dumpf. In der Notaufnahme wurde mein Kreislauf und mein Blutdruck schlechter, später habe ich erfahren, dass ich einen Liter Blut verloren habe und Bluttransfusionen gebraucht habe. Das war also das zweite Mal sehr knapp…

Und beim dritten Mal haben dir deine damals siebenjährigen Zwillinge das Leben gerettet…

Ja, genau. Ohne diese beiden kleinen tapferen Menschen wäre ich heute nicht mehr hier. 

Es war der 26.11.2024 nachts gegen halb 1. Ich bin während des Hörens eines Podcasts auf der Couch vorher eingeschlafen und dann wach geworden. Irgendwas stimmte nicht. Die Stimmen des Podcasts hörten sich an wie aus einer Blechdose, mir wurde schwindlig und übel und mich überkam ein heftiger Schweißausbruch. Ich stand auf, ging auf den Balkon, um frische Luft zu bekommen.

Als ich wieder auf der Couch saß, begann es wieder von vorne, die Stimmen auf einmal schrill, wieder Übelkeit und Schwindel. Ich versuchte, ins Badezimmer zu wanken. Auf dem Weg dorthin ließen alle Körperfunktionen nach. Ich setzte mich auf die Toilette und rief meinen Erstgeborenen, da das Bad direkt gegenüber vom Kinderzimmer ist und er einen leichten Schlaf hat.

Mein Kind holte mein Handy und ich rief die 112. Ich konnte noch meine Adresse nennen und meinem Sohn mitteilen, er möchte seinen Bruder wach machen und sich anziehen und die Türe aufmachen, wenn es klingelt. 

Und dann bin ich auf den Boden gesackt, übergab mich im Liegen und wurde bewusstlos. Es ging mit Blaulicht und Martinshorn in die Notaufnahme. Inzwischen war ich wieder bei Bewusstsein und bekam mit, dass meine Kinder beim Vater seien und sie auch meine Mutter angerufen hatten. Nach den Untersuchungen im Krankenhaus war klar, dass ich einen Herzinfarkt hatte, ich bekam direkt Stents gelegt und kam auf die Intensivstation.

Wie haben deine Kinder diese Situationen verdaut?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir alle drei es gut verarbeitet hätten. Meine Kinder haben seitdem sehr viel Angst um mich. Da es mir gesundheitlich immer noch nicht wirklich gut geht und mehr Dinge hinzugekommen sind, merkt man das sehr.

Die Kinder sind aber jetzt in therapeutischer Behandlung (ich selbst bin immer noch auf der Suche für einem Platz für mich) und ich hoffe, dass sie damit in naher oder ferner Zukunft alles verarbeiten können. Ich bin jedenfalls mächtig stolz auf meine 2 Superhelden, denn das, was die Beiden bis jetzt leider mitbekommen haben, sollten achtjährige Kinder eigentlich nicht durchleben..

Wie haben dich diese Erlebnisse verändert?

Puh! Ich hab definitiv eine neue Angst, dass mich meine Kinder eines Tages tot auffinden könnten. Klingt hart, aber ist leider so. Für mich war das ganze Ereignis psychisch sehr belastend. Ich habe leider Panikattacken und wenn die Kinder mal bei ihrem Vater sind, hab ich Angst, dass ich wieder in so eine Situation komme und niemand habe, der mir helfen kann. Es wird noch einige Zeit dauern, bis ich das Alles wirklich verarbeitet habe.

Für was bist du heute viel dankbarer?

Für meine tollen Kinder. Mein Leben war bisher eine einzige Prüfung. Meine Jungs kamen damals 9 Wochen zu früh und mussten einiges überstehen. Ich würde für diese beiden Menschen alles tun, ich bin so dankbar, dass sie heute so tolle Jungs sind.

Du bist ja alleinerziehend. Hast du geregelt, was mit den Kindern passiert, wenn dir mal was passieren würde? 

Es gibt ja noch den Vater, natürlich würden die Kinder dann zu ihm kommen. Und es gibt auch noch Paten, die bereit wären, die Kinder zu sich zu nehmen. Aber ich hoffen, dass dies nie eintreten wird und ich irgendwann noch eventuelle Hochzeiten oder Enkelkinder mit erleben kann.

b8ccc4b238b04b058188e22ba0db87e7


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert