Ihr Lieben, wie oft denkt ihr euch im Alltag mit den Kindern: „Puh, das ist aber anstrengend?“ Man sehnt sich nach mehr Ruhe, mehr Me-Time, weniger Lautstärke, weniger Geschwisterzoff, weniger „Häng bitte deine Jacke auf“ und „Du musst doch Vokabel lernen“.
Der Alltag mit Kindern kann manchmal ganz schön zermürbend sein, oft stellen wir unsere Bedürfnisse hinten an und fallen abends todmüde ins Bett. Und doch habe ich gerade wieder gelernt: Wenn alle Kids abends satt und gesund in ihren Betten liegen, dann ist das ganz schön viel Gutes, was wir erleben dürfen.
Rund um den Globus gibt es so viele Katastrophen, da könnten wir jeden Tag eigentlich dankbar den Boden küssen, dass wir nicht hungern, keine Angst vor Bomben haben müssen, dass unsere Kinder in die Schule gehen können und wir eine Heizung haben. Und trotzdem braucht es manchmal einen Denkzettel direkt im nahen Umfeld, um sich dessen mal wieder ganz bewusst zu sein.
Plötzlich kein normaler Alltag mehr…
Meine Tochter musste letzte Woche mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus. Sein Kind mit Atemnot zu sehen, ist echt fürchterlich und es war schnell klar, dass wir einige Tage stationär bleiben müssen. Da sie so schlechte Werte hatte, musste sie dauerhaft an ein Sauerstoffgerät, das bricht einem echt das Herz. Neben der Sorge um das Kind bringt so ein Krankenhausaufenthalt natürlich auch den ganzen Alltag der restlichen Familie durcheinander.
Wer übernimmt welche Schicht im Krankenhaus, wer holt den Kleinsten von der Kita. Die Großen brauchen natürlich auch noch Aufmerksamkeit (wobei die beiden ECHT krass gut mitgeholfen haben, das war wirklich toll). Wir Eltern haben uns nur noch die Klinke in die Hand gegeben, es war keine Möglichkeit zum Durchatmen mehr da. 24/7 Anspannung, denn die Nächte im Krankenhaus gehen besonders an die Substanz.
Wenn man in so einer Ausnahmesituation ist, wird man plötzlich sehr demütig. Man wünscht sich so sehr, dass das kranke Kind einfach wieder rumtoben kann. Man wünscht sich einen ganz normalen Alltag, der einfach so läuft, man wünscht sich in sein eigenes Bett, gesundes Essen, gemeinsame Mahlzeiten.
Man denkt darüber nach, wie es Familien geht, deren Kinder monatelang im Krankenhaus bleiben müssen. Deren Kinder chronisch oder unheilbar krank sind, deren Eltern nie eine Pause haben, weil sie ihre Kinder zu Hause pflegen. Ich habe wieder gemerkt, wie hilfreich es ist, einen Partner und ein gutes Netzwerk zu haben.
Wie hart ist das für Alleinerziehende oder Menschen, die sich einsam fühlen? Wie hart ist es, wenn man nicht weiß, wie man Lebensmittel bezahlen soll, wenn die Heizung nicht mehr funktioniert, wenn man Angst um seine Sicherheit hat, weil Gewalt eine Rolle spielt.
Natürlich darf man jammern, den Alltag auch mal blöd finden, sich über die Kids ärgern und sich nach Ruhe sehnen. Aber – und das ist auch eine Tatsache: Jeder Tag, an dem alle, die man liebt, abends gesund, satt und sicher ins Bett gehen, ist ein riesiges Geschenk, für das wir wirklich sehr, sehr dankbar sein sollten.




4 comments
If you are able to tuck a healthy child with a full belly into a warm bed in a safe home- then you have won the lottery of life!
Ganz banal, aber so wichtig im Kopf zu behalten!
Was für ein toller Spruch!
Exakt so denke ich jeden einzelnen Tag seit August 2023. Da waren wir im Urlaub und unser Kleinster (damals 2) ist aus dem Nichts heraus kollabiert und war völlig weg. Zum Glück waren wir gerade in einem Restaurant und Hilfe schnell da. Zunächst wusste niemand, was er hat er hat und wir dachten, er müsste reanimiert werden. Dieses Gefühl der absoluten Ohnmacht werde ich niemals vergessen. Er wurde dann mit der Fähre, die extra für ihn fuhr mit 2 Krankenwagen in die Klinik gebracht. Dort stellte sich zum Glück heraus, dass es „nur“ ein Fieberkrampf war. 4 Wochen zuvor war unser Familienhund völlig überraschend mit nur 4 Jahren an einem Gehirntumor verstorben. Es hat lange gedauert, bis ich wieder darauf vertrauen konnte, dass es schon gut gehen kann. Auch ich denke oft an Familien, für die diese Angst ihren Alltag beherrscht und bin einfach nur unendlich dankbar für jeden Tag. Unser Motto seither: Glück ist, wenn die Katastrophe eine Pause macht.
Herzlichen Dank für den Satz „sein Kind mit Atemnot zu sehen, ist echt fürchterlich“.
Das hatten wir als die Kinder klein waren ganz oft in nicht akut lebensbedrohlich. Aber es ist, wie du sagst, trotzdem fürchterlich.