Drogenabhängig und obdachlos: Ich wollte, dass mich jemand liebt

Drogenabhängig

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Ihr Lieben, es ist krass, welche Achterbahnfahrt das Leben manchmal hinlegen kann. Unsere Leserin Sabine war ganz unten, hatte kein Zuhause, keinen Kontakt zur Familie, erlebte Gewalt und war drogenabhängig. Heute ist sie glücklich verheiratet, hat einen guten Job und Kinder. Hier kommt ihre ganze Geschichte:

Liebe Sabine, kannst du uns mal erzählen, in was für einer Familie du aufgewachsen bist?

Ich bin das erste Kind meiner Eltern. Sie waren sehr jung, beide traumatisiert – von meist abwesenden und schwierigen Vätern, Armut, psychisch belasteten Müttern und vielem mehr. Sie haben in ihrer Kindheit nie gelernt, ihre eigenen Bedürfnisse zu formulieren oder einzufordern und das haben sie mir und meinen zwei Geschwistern auch vorgelebt.

Als ich zwölf war, trennten sich meine Eltern. Mein Vater und meine Mutter waren inzwischen beide depressiv und rückblickend kann ich es verstehen. Es ist einfach ein Risiko, wenn man schwer traumatisiert ist und schon eine Familie gründet, bevor man überhaupt verstanden hat, was alles geschehen ist.

Wir Kinder haben sehr viel von ihrer psychischen Verfassung mitbekommen – sei es offen formulierte Todeswünsche oder Weltuntergangsstimmung. Dennoch muss ich auch sagen, dass ich mit meinen Geschwistern ein sehr enges Verhältnis hatte, und das hat vieles gut gemacht.

Wie würdest du dich selbst als Kind und Jugendliche beschreiben?

Ich war ein sehr freundliches Kind. Ich habe immer viel geträumt, Tiere waren meine besten Freunde, und ich hatte oft das Gefühl, dass ich eine Extraportion Liebe in mir habe. Ich kann mich nicht erinnern, jemals wirklich etwas Böses gewollt zu haben. Ich dachte viel darüber nach, wie man die Welt retten könnte, hatte aber leider auch viele Ideen, wie ich herausfinden könnte, ob ich überhaupt geliebt werde.

Ich habe dann immer wieder gefährliche Dinge ausprobiert, aber dennoch nie die Aufmerksamkeit bekommen, die ich mir so sehr gewünscht habe. Ich habe mir in meinen Träumen ausgemalt, dass jemand schreien würde: „Um Gottes willen, was tust du denn da? Ich hab dich doch so lieb!“ – wenn ich mir weh tue. Aber das ist nie passiert. Selbst als ich von zu Hause ausgerissen bin und wochenlang weg war oder mit 12 angefangen habe zu trinken oder zu rauchen, gab es keinen wirklichen Aufstand.

Für mich gab es dafür nur eine Erklärung: Ich werde nicht tief geliebt, nur gemocht oder akzeptiert – es ist nicht wirklich wichtig, dass es mir gut geht. Das hat mich einsam gemacht, und ich habe angefangen, starke Gefühle zu suchen – in Büchern, in dramatischen Geschichten voller Emotionen. Einerseits hat es sich gut angefühlt, diese Gefühle zu verinnerlichen. Andererseits hat es meinen eigenen Schmerz verstärkt. Ich hatte immer mehr Todesehnsucht und habe dauernd geweint. Es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass ich irgendwo Trost und Frieden finden muss. 

Auf dieser Suche nach Liebe bist du dann ziemlich abgestützt…

Ja, es hat mit 12 angefangen. Ich habe selbst Zigaretten am Automaten gekauft, mich auf eine Parkbank gesetzt und mir das Rauchen antrainiert. Es war wirklich schmerzhaft, aber ich wollte es, weil ich Akzeptanz von älteren Freunden wollte.

Ich bin dann auch schnell auf Feiern mit viel älteren Personen, auf denen ich gar nicht hätte sein sollen. Die älteren Jungs mochten mich. Ich verstand ihre Beweggründe damals gar nicht, aber ich dachte, wir seien Freunde. Ich habe mit ihnen zum ersten Mal Alkohol getrunken, und ich erinnere mich genau an den Moment, als der Alkohol wirkte: unendliche Erleichterung. Mein Gedanke war: Jetzt weiß ich endlich, was mir hilft!

Danach waren die Weichen gestellt. Ich begann alles zu testen, was Ältere anboten. Meine Eltern hätten versuchen können, mich zu stoppen, aber niemand stoppte mich. Auch die Schule nicht. Schon kurze Zeit nach dem 1. Mal Alkohol trank ich jeden einzelnen Tag. Ich war regelmäßig so betrunken, dass ich nicht mehr wusste, wo ich war oder mit wem.

Und dann kamen noch andere Drogen dazu…

Ja, zwischen 12 und 17 passierten unter Einfluss von LSD, Ecstasy, Alkohol, Haschisch furchtbare Dinge. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich Übergriffe erlebt habe. Damals war ich überzeugt, dass es ausschließlich meine Schuld sei. Deshalb habe ich mich auch nicht gewehrt. In die Schule ging ich gar nicht mehr.

Mit 17 lernte ich dann einen Mann kennen, der Heroin konsumierte und fand das sehr aufregend. Ich fragte ihn, ob er mir auch etwas geben würde. Ein Teil von mir dachte vielleicht, er würde sagen: „Nein, du bist zu wertvoll.“ Aber das sagte er nicht. Er spritzte es mir in den Arm und fand es witzig.

Ich traf ihn danach regelmäßig und machte weiter. Ein paar Wochen später hatte ich körperliche Schmerzen, als ich einmal einen Tag nichts nehmen wollte. Der Mann lachte darüber und ich fand mich irgendwie cool. Sucht ist auch teilweise eine spannende Beschäftigung – jeden Tag auf der Jagd sein, mit dem Entzug im Rücken, und sich dann unschlagbar stark fühlen, wenn man etwas ergattert oder ergaunert hatte.

Hattest du noch Kontakt zu deiner Familie?

Bei meinen Eltern hatte ich inzwischen Hausverbot. Ich war obdachlos, mit knapp 18. Ich hatte nur das, was ich am Körper trug und war darauf angewiesen, bei diesem Mann unterzukommen oder alleine irgendwo zu schlafen – oft zu einem hohen Preis, denn diese Gastgeber erwarteten sexuelle Gefälligkeiten. 

Die Winter waren furchtbar. Im Winter keinen Schlafplatz zu haben, ist schon grauenvoll. Und wenn man dann noch süchtig und entzügig ist und keine Wärme hat, ist es einfach der schlimmste Alptraum.

Immer wieder sagten Leute auf der Straẞe zu mir sowas wie „Das hast du dir selbst eingebrockt, kein Mitleid“ und gaben mir keine Chance zu erklären, was alles los war. Wer süchtig ist, hat erst recht kein Recht auf Gespräche auf Augenhöhe. Das habe ich schon sehr früh gelernt.

Hattest du in dieser Zeit irgendwelche Unterstützung oder Menschen, denen du dich anvertrauen konntest?

Ich hatte in der schlimmsten Phase meiner Krise nur Leute um mich, die ebenfalls in der Szene waren. Das war sehr schwierig. Man kann natürlich auch mit anderen Süchtigen sozial sein, aber es ist trotzdem eine Krankheit, an der alle leiden. Die Hauptaufgabe eines Süchtigen ist nun mal, seine Sachen zu besorgen und je nach Entzugslevel gehen Leute auch über Leichen. Vertrauen ist also nicht ratsam. 

Manche haben mehr Moral als andere – das muss man anerkennen. Aber letztlich will niemand einen Entzug haben, und deswegen ist eine uneingeschränkte Freundschaft kaum möglich.

Was mich sehr belastet hat, war, dass ich manchmal wirklich versucht habe, Hilfe zu bekommen – Drogenberatung und vieles mehr. Aber ich wurde nicht ernst genommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man größere Chancen hat, wenn man 30 Jahre auf der Straße ist und völlig kaputt. Aber wenn man innerlich völlig kaputt ist, äußerlich aber noch „frisch“ aussieht, wird man nicht ernst genommen, was viele Männer in helfenden Positionen aber nicht davon abhält, sexuelle Angebote zu machen. 

Puh, das ist sehr hart.

Ich sah „zu gut“ aus, weil man die Schäden noch nicht außen sehen konnte. Lediglich mein Untergewicht war sichtbar, aber das wurde sexualisiert. Ich wurde auch in einer Frauenberatungsstelle weggeschickt: „Ach komm, so schlimm kann es bei dir nicht sein, geh mal heim zu Mama, sie lässt dich schon rein“. 

Dennoch gab es ein paar Momente, die mir Hoffnung gegeben haben. En gewöhnlicher Polizist hat mir einmal am Bahnhof in der Nacht ein Platzverbot erteilt. So absurd es klingt: Das hat mir Hoffnung gegeben. Er hatte mich beim Konsumieren erwischt und war völlig außer sich – authentisch erschrocken und traurig, dass ein junges Mädchen mit Nadel im Arm am Bahnhof sitzt. Dieses Gefühl, dass jemand wirklich erschrocken darüber war, was ich mir antue – das hatte ich mir ja so lange gewünscht. Ich denke immer noch an den Mann und bin ihm unendlich dankbar für das Aufzeigen, dass ich ihm nicht egal war.

Und dann gab es noch ein Kiosk, in den ich manchmal ging. Eines Tages sagte der Mann dort: „Ein Anwohner hat Geld für dich hinterlegt. Er hat dich gesehen und möchte, dass du von mir Essen bekommst, weil du so dünn bist.“ Das fand ich sehr anständig. Es zeigte mir, dass es Menschen gibt, denen es nicht egal ist – auch wenn es nicht die Menschen waren, die mir eigentlich nahestanden.

Was war für dich das Schlimmste in diesen schweren Jahren?

Was für mich in den Jahren meiner Krise am schlimmsten war, war einmal der Gedanke, dass es nur ein Hauch an Mühe gebraucht hätte, mich davon abzuhalten und es niemand tat, und die absurde Menge an Gewalt und sexuellen Übergriffen, die ich erlebt habe. Das sprengt das Vorstellungsvermögen vieler Menschen. Ich hatte immer das Gefühl, es ergibt keinen Sinn, das jemandem zu erzählen. Niemand kann damit umgehen. Ich kann Therapie machen – habe ich auch – aber das ist eine solche Masse an Demütigung und Gewalt, dass man höchstens ein einzelnes Ereignis herausgreifen könnte, um es zu bearbeiten.

Ich habe Todesangst erlebt. Ich war an der Schwelle zum Tod und weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Körper nicht mehr will, wenn jeder Millimeter wehtut. ich weiß, wie es ist, wenn man sich so danach sehnt, ein bisschen menschliche Wärme zu bekommen, aber man muss (!) ohne klarkommen.

Mir wurde immer wieder so etwas gesagt, wie „Man muss Leute eben manchmal fallen lassen, dann werden sie von selbst merken, dass sie sich ändern müssen.“ Ich habe diese Sprüche gehasst und halte sie bis heute für unethisch und falsch. Der Preis ist viel zu hoch. Ich glaube nicht daran. Damals nicht, heute nicht.

Ich glaube, das Schlimmste, was man machen kann, ist wegzuschauen, wenn Menschen sich zu Grunde richten. Vor allem Kinder und Jugendliche. Süchtige Menschen brauchen jemanden, der sagt: „Auch wenn du gerade Wege gehst, die ich nicht nachvollziehen kann – ich hab dich immer noch lieb. Du bist wertvoll, egal was passiert.“

Stattdessen haben bei mir viele zugeschaut, wie ich in den Abgrund fiel, ohne etwas zu tun. Diese Kombination aus mentaler und körperlicher Zerstörung – und gleichzeitig der Ignoranz von außen – hat mir fast alles genommen. Und sie hat die Gründe minimiert, überhaupt etwas ändern zu wollen. Wenn man wertlos ist, warum sollte man sich dann selbst retten?

Doch dann hast du den Absprung geschafft. Gab es hierfür einen bestimmten Auslöser?

Bei mir war es so, dass ich mich schon fast aufgegeben hatte. Es war wirklich kurz davor. In den Jahren meiner Abhängigkeit sind mehrere Weggefährten gestorben. Ich kannte sie nicht außerhalb von der Straße, aber man war gemeinsam in der Not und es war für mich traumatisch zu erleben, wie diese Menschen elendig starben. Kraft hatte ich deshalb aber nicht, etwas zu ändern.

Der Auslöser für meine Veränderung, in einer Phase, in der ich keinen einzigen Grund mehr hatte, irgendetwas zu ändern, war erneut Gewalt. Ich hatte das oft erlebt, aber dieses Mal war es anders. Dieses Mal landete ich im Krankenhaus – mit einer ellenlangen Liste an Verletzungen. Dieses Mal war es so schlimm, dass ich mir zum ersten Mal die Frage stellte: Will ich eigentlich leben oder sterben?

Dann wurde mir bewusst, dass ich eigentlich leben will. Fühlen will. Dass ich noch nicht am Ende bin. Dass ich meinen Wünschen und Sehnsüchten davon gelaufen war, sie überdeckt hatte und mich nie wirklich selbst zu Grunde richten wollte.

Irgendetwas hat sich in meinem Kopf nach diesem Gedanken verändert. Ich war ohnehin im Krankenhaus und sagte dem Arzt, dass ich entgiften möchte. Also fing ich sofort an und zog es in einer Woche durch. Es war absolut furchtbar.

Ich hatte viele verschiedene Symptome, aber das schlimmste war das Gefühl, dass Ameisen über meinen ganzen Körper liefen. Ich konnte nicht schlafen, nicht stehen, nicht sitzen. Es hat mich wahnsinnig gemacht. Aber ich habe es gemacht, und ich habe mich über mich selbst gewundert. Diese neue Stärke kam nicht aus einem Willen heraus. Ich hatte kein großes Ziel. Nur das Gefühl: Etwas ist jetzt anders, und ich folge der Intuition. 

In dieser Zeit konnte ich auch wieder mit meinen Eltern in Kontakt treten. Ich merkte, dass sie immer noch viele Schwächen hatten – aber auch eine große Stärke. Sie waren bereit, wieder anzuknüpfen, wo alles angefangen hatte. Das gab mir immense Hoffnung. Ich glaube nicht, dass sie je verstanden haben, dass es ein Riesenfehler war, eine Jugendliche fallen zu lassen. Aber als ich im Krankenhaus lag, wurde ihnen doch schmerzhaft bewusst, dass sie mich hätten verlieren können, dass ich hätte totgeschlagen werden können,. Und das erreichte ihr Herz.

Erzähl mal, wie du dann dein Leben verändert hast und wie dein Leben aktuell aussieht.

Ein Jahr lang lebte ich bei meinen Eltern, nachdem ich den Absprung geschafft hatte. Ich arbeitete nicht. Ich war einfach zu Hause und genoss es, dort sein zu können. Ich habe mich manchmal wirklich lange vor den Trockner oder die Waschmaschine gesetzt und es genossen, zu sehen, wie meine Sachen gewaschen wurden. Ich habe es geliebt, frische, weiße Kleidung anzuziehen – das ging in der Zeit auf der Straße nicht.

Ich habe diese Zeit einfach gebraucht. Ich habe sehr viel gegessen. Ich wurde doppelt so schwer, weil ich etwas nachholen musste. Ich habe einfach die Selbstfürsorge meiner Grundbedürfnisse gebündelt nachgeholt.

Ich lernte dann meinen jetzigen Partner kennen, den Vater meiner zwei Kinder, und bekam anderthalb Jahre später mein erstes Kind. Verrückt, wie sich Geschichte wiederholt. Ich hatte ja schon über meine Eltern gesagt, dass sie Kinder bekommen haben, bevor sie überhaupt ihr eigenes Trauma verstanden oder verarbeitet hatten und plötzlich war ich in der gleichen Situation.

Die Schwangerschaft war die ganze Zeit unwirklich, bis ich mein Kind im Arm hielt. Und da war wieder so ein Schlüsselmoment, in dem ich einfach nur spürte: Ich will leben. Ich will fühlen. Ich bin dankbar, unendlich dankbar, dass ich überhaupt diese Möglichkeit bekommen habe.

Ich entschied mich dann, wieder zur Schule, einer Abendschule, zu gehen und alles zu tun, um mein Kind stolz zu machen. Ich habe meinen Schulabschluss nachgeholt, ich habe studiert und dann sogar angefangen, im Bereich Sucht zu arbeiten. Später habe ich sogar die Leitung in einer sozialpädagogischen Einrichtung übernommen und das mache ich jetzt schon jahrelang. Ich, die so oft gesagt bekommen hatte, das sie schwach ist und gar nichts erreichen könnte. 

Wie reagieren die Menschen auf deine Lebensgeschichte?

Die Menschen um mich herum haben keine Ahnung, dass ich mehr von der Materie verstehe, als sie denken. Und auch meine Kinder wissen nicht, was ich alles erlebt habe. Vielleicht ist mein Leben der Grund, warum ich ein besonderes Gespür habe und warum ich Menschen immer auf Augenhöhe begegne. Ich weiß, was Augenhöhe bedeutet. Ich weiß, was Authentizität bedeutet. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn jemand eine Hand auf die Schulter legt und sagt: „Du schaffst das schon.“ Ich weiß, wie viel es bedeutet, wenn jemand einen ehrlich anlächelt oder umarmt, wenn man traurig ist. Ich weiß das alles. Und deshalb mache ich es auch weil ich weiß, ich hätte es selbst gebraucht.

Ich habe auch Kontakt zu anderen, die wie ich ein „Doppelleben“ führen. Menschen, die völlig normal wirken, aber tief in den Abgrund geblickt haben. Wir haben alle eines gemeinsam: Wir sehen, was bei uns schiefgelaufen ist, und wir bedauern, dass wir uns nicht offen zeigen können. Die Gesellschaft ist einfach noch nicht so weit zu akzeptieren, dass man eine Reise in den Abgrund machen kann und dass man zurückkommen und ein normales Leben führen kann. Vorallem nicht, wenn es um Frauen geht. Aber genau das geht. Und wenn betroffene Menschen offener darüber sprechen könnten, gäbe es viel mehr positive Beispiele dafür. 

Wofür bist du heute besonders dankbar? 

Ich bin heute unendlich dankbar dafür, dass ich – obwohl ich beinahe verloren war – in einem schönen Zuhause sitze, zwei Kinder habe, warme Kleidung, ein Bett mit frischer Bettwäsche. Ich bin dankbar, dass ich eine Arbeit habe, in der ich Gutes tun kann. Dass ich das, was mir selbst so wichtig war, weitergeben kann.

Das Leben ist manchmal richtig hart. Aber die Möglichkeit, fühlen zu können, bedeutet immer auch die Möglichkeit, etwas Gutes zu fühlen. Und für alles Gute, das danach in mein Leben gekommen ist, habe ich keine Bitterkeit. Ich sehe es als Teil meiner Reise.

In jedem Moment, in dem ich die Chance habe, Menschen zu korrigieren, wenn sie sagen, man müsse problematische Jugendliche einfach fallen lassen und sie würden sich schon wieder fangen, bin ich dankbar für die Möglichkeit zu intervenieren. Denn das ist schlichtweg eine sehr riskante Annahme. Heutzutage habe ich immer noch Momente, in denen ich an mir zweifle, aber ich war immer wertvoll und das habe ich verstanden.

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